Beilegen ins Grab der Oma

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von ballroomy 29.01.10 - 20:16 Uhr

Hallo zusammen,

mein kleiner Carl wurde am 3.1. still geboren. (19.SSW) Eigentlich wollten wir ihn hier in ein Sammelgrab legen lassen, das wurde von der Uniklinik angeboten.
Jetzt fände ich es aber doch viel schöner, wenn Carl zu meiner Oma ins Grab gelegt werden könnte. Nur ist das über 500 km entfernt. (In unserer Heimat, wir sind nur vorübergehend hier)

Carl müsste von einem Beerdigungsinstitut überführt werden.

Weiß jemand, wie so etwas abläuft?
Die Beerdigung vor Ort würde etwa 300 Euro kosten. Hinzu kommen die Kosten für die Überführung. Schätzungsweise auch 300 Euro.

Hat hier jemand so was schon gemacht?

Ich bin mit der Organisation eigentlich überfordert, möchte aber auch nichts verpassen. Das würde ich später bereuen.

Viele Grüße
von ballroomy mit Vincent an der Hand und Carl im Herzen

Beitrag von trieneh 29.01.10 - 20:29 Uhr

überlege dir das gut,ob du deinen sohn soweit entfernt beerdigen möchtest.(ist jetzt zwar nicht zu vergleichen) aber mein papa wurde damals auch in seinem geburtsort bestattet und wo seine gesamte familie lebt.das ist 250km von mir entfernt und ich dachte,ich bräuchte kein grab um zu trauern,aber im nach hinein,wäre es schon besser gewesen,wenn ich ihn in meiner nähe hätte bestatten lassen.

nun zu deinem problem,bei meinem vater hat das bestattungsunternehmen alles organisiert.du bekommst dann auch einen termin für die beisetzung.

Beitrag von ballroomy 29.01.10 - 20:45 Uhr

Danke für Deine Antwort.

Wir gehen wieder in die Heimat zurück. Wir sind nur noch 2 Jahre hier. (Insgesamt dann 3 Jahre). Wir haben keinerlei Bezug zu der Stadt hier.

Ich werde morgen beim Beerdigungsinstitut hier anrufen.

Grüße
ballroomy

Beitrag von trieneh 30.01.10 - 06:23 Uhr

ok,dann kann ich deinen weg vollkommen verstehen,und wünsche dir für die zukunft alles gute...

Beitrag von fusselchenxx 29.01.10 - 21:09 Uhr

Hallo..

Erst mal mein Beileid...
Es kommt drauf an, was du möchtest... Du möchtest bestimmt auch eine Trauerfreier haben und auch eine Beerdigung, bei der du auch dabei bist.. Daher wäre es vielleicht auch eine möglichkeit, wenn du bei einem Bestatter dort anrufst (also in deiner Heimat)... Die können genauso euer Baby abholen und dann auch schon alles weiter in die Wege leiten, wie den Termin festlegen für die Beisetzung etc.....

LG Fusselchen

Beitrag von ballroomy 29.01.10 - 21:17 Uhr

Danke!
Dort hat meine Mutter bereits angerufen. Die meinten die Überführung müsse ein Unternehmen hier vor Ort machen. Mein Mann wird morgen dort anrufen und sich erkundigen.

Grüße
ballroomy

Beitrag von fusselchenxx 29.01.10 - 23:32 Uhr

Ok.. Ich kenne das etwas anders, den meine Schwiegereltern haben ein Bestattungsinstitut... Sie haben schon öfters mal Überführungen gemacht... Und nicht nur weggefahren sondern eben auch, so wie in eurem Fall, geholt.... Aber so unterschiedlich sind eben die Unternehmen....

LG Fusselchen

Beitrag von megapapa 29.01.10 - 21:19 Uhr

tut mir total leid,aber die idee finde ich sehr gut von dir ,ich würde versuchen alles mögliche zu amchen ,damit es klappt ,ganz viele daumen von uns

glg sonja

Beitrag von kerstini 30.01.10 - 09:34 Uhr

Hallo Ballroomy,

Es tut mir furchtbar leid was Euch passiert ist.

Darf ich fragen wie ihr auf 300 € für die Beerdigung bzw. Überführung kommt.
Meine Zwillinge wurden im September im Grab meiner Großeltern beigesetzt. Und die Kosten hierfür lagen bei knapp 2000€.

Und dabei waren der Stein mit den Namen der beiden (250€) und der Sarg (500€) noch die günstigsten Kosten. Die restlichen 1200€ waren nur Überführungs und Kühlraumkosten. Und unser KH war vom Beerdigungsinstitut nur 40km entfernt.

Ich an deiner Stelle würde mich nochmal Kundig machen was da an Kosten auf dich zu kommt. 600€ für die komplette Beerdigung mit Überführung erscheint mir doch extrem niedrig.

Es tut mir so schrecklich leid das du Dich auch noch mit diesem Bürokratiekram rumschlagen musst. Allerdings muss ich für mich sagen hat es mir im nach hinein sehr geholfen damit zurecht zu kommen. Das war das letzte was ich für meine beiden Mäuse tun konnte. Und das hat mich mit stolz erfüllt Ihnen einen schönen Sarg auszuschen, eine Babykuscheldecke und je ein kleines Spielzeug das die beiden mit in den Sarg bekamen. Auch haben wir durchgesetzt das sie in einem Sarg bestattet werden durften.

Und wegen der Entfernung... wenn ihr nur vorübergehend nicht zu Hause seit glaube ich wirst du Dich später viel besser fühlen wenn du deinen Carl bei dir hast und ihn immer besuchen kannst wenn dir danach ist. Ich weiß wovon ich rede!

Wenn du weitere fragen hast darfst du mich auch gerne über VK anschreiben.

Ich wünsch dir alles alles Gute!


Kerstin mit Madita & Leo *08.09.09+ und #stern (12.SSW)

Beitrag von ballroomy 30.01.10 - 10:12 Uhr

Hallo Kerstin,

das war eine Schätzung des Beerdigungsinstitutes.
Haben jetzt mit einem Institut hier vor Ort gesprochen.
Es kostet 1400 für die Überführung. Hinzu kommen dann die 300 Euro Kosten vor Ort. Das ist wirklich teuer.

Jetzt überlegen wir, ob wir das veranlassen sollen.
Wir müssten dann ja zur Beerdigung auch hin fahren, und unsere Familien einladen. Also auch noch mal eine Menge Organisation.
Fühle mich überfordert. Und so viel Geld haben wir eigentlich nicht übrig. Aber würde ich das nicht immer bereuen, wenn ich es jetzt nicht ausgebe? Ist schließlich mein Sohn.

Viele Grüße
ballroomy

Beitrag von kerstini 30.01.10 - 11:24 Uhr

Hallo nochmal,

also ICH würde es bereuen wenn ich es nicht gemacht hätte! Definitiv! Bei meiner Fehlgeburt diese Woche werde ich es auch nicht machen. Aber bei meinen Zwillingen ist es definitiv was anderes. So wie bei dir einfach auch! Wie du sagst... es ist schließlich dein Sohn!

Fragt ob man die Beerdigungskosten evtl. in Raten zahlen kann etc. aber ich könnte nicht mit einem Sammelgrab leben für meine beiden. Wir hätten unseren Leo aber so und so beerdigen lassen müssen weil er ja gelebt hat. Aber trotzdem. Fragt aber trotzdem nochmal nach wg. den 300€. Darf ich fragen was darin enthalten ist? Sarg etc? Oder ist der bereits in der Überführung enthalten?

Und was die Organisation angeht. Wir waren nur im engsten Familienkreis auf dem Friedhof. Nur der Pfarrer, meine Eltern, meine Tante und mein Mann und ich. Meine Schwiegermutter wohnt 500km entfernt, die ist auch nicht gekommen. Ich wollte es ganz klein halten. Danach haben wir uns nur noch bei meiner Mama in der Küche zusammengesetzt. Und ganz ehrlich, in meiner Familie hatte jeder Verständnis dafür das ich nicht wollte das jemand vorbei kommt. Auch unseren Freunden und Kollegen haben wir gesagt wir wollen nicht das jemand dabei ist. Das hätte ich nicht verkraftet.

Ich wünsche Euch das ihr für Euch die richtige Entscheidung trefft!

Beitrag von danimitben 30.01.10 - 12:25 Uhr

Hallo Ballroomy,

erstmal möchte ich dir sagen dass es mir sehr leid tut, dass du deinen Carl zu den Sternen gehen lassen musstest.

Ich kann mich den Worten von Kerstini nur anschließen. Die Beerdigung ist ein ganz wichtiger Schritt. Die Beerdigung und die Organisation gehören zu deiner Trauerarbeit, es wird dir helfen damit klar zu kommen.

Die Kosten sind super teuer. Wir haben unseren kleinen Engel verbrennen lassen. Die Kosten für Sarg (den braucht man leider trotzdem), Urne, Krematorium, Überführungskosten, Grabstein, Danke-Karten usw. belaufen sich bei uns auf fast 5000 Euro.

Wir haben nicht mal eine Trauerfeier in einer Kapelle oder Kirche gemacht, da wären dann noch mal 2-300 Euro dazugekommen. Wir haben eine kleine Trauerfeier direkt am Grab gemacht und nachher nur unseren engsten Freundskreis mit nach Hause genommen, also auch hier keine großen Kosten. Aber beim Grab an sich wollten wir an nichts sparen.

Ich würde Carl auf jeden Fall zur Oma ins Grab legen lassen. Die Vorstellung dass er nicht alleine ist wird dir sicher zukünftig auch gut tun.

Es ist viel Geld, aber es ist für dein geliebtes Kind und du wirst sicher froh sein einen schönen Platz zu haben, an dem du Carl besuchen kannst.

Ich wünsche Dir viel Kraft für die kommende Zeit
Dani mit Ben im Herzen *29.06.08 +08.07.09 (Morbus Alexander)
http://www.ben-sternenkind.de

Beitrag von binci1977 30.01.10 - 23:04 Uhr

Hallo!

ich habe meine Sternchen in der 16. und 20. SSW still geboren und sie waren beide unter 500g, also laut gesetzt noch keine Totgeburten.

Aus diesem Grund drften wir sie allein aus dem KH mitnehmen und beerdigen und mussten sie nicht überführen lassen.

Frag doch mal im KH nach. Normalerweise müsstet ihr euer Baby auch so mitnehmen dürfen.

Meine Freundin hat es übrigens wie ihr gemacht.

Ihr Kleiner kam auch so um die 20.SSW zur Welt und wurde ins Grab der Oma meiner Freundin gelegt.

Ich finde den Gedanken sehr schön.


LG Bianca




Beitrag von ballroomy 31.01.10 - 09:45 Uhr

Hallo Bianca,

uns wurde gesagt, wir dürfen ihn nicht einfach so mitnehmen.

Ihr durftet das?
Würden wir so gerne machen!

Welche Klinik und wann war das denn?


Viele Grüße
ballroomy

Beitrag von kerstini 31.01.10 - 13:50 Uhr

Hallo nochmal,

das glaube ich ist nur in bestimmten Bundesländern möglich. Sogar die einzelnen Landkreise haben da verschiende Regeln. In unserem Landkreis durften wir es durchsetzen das unsere Zwillinge in einen Sarg dürfen. Im Nachbarlandkreis ist es absolut verboten 2 "Leichnahme" in einem Sarg zu bestatten. Selbst wenn sie noch so klein sind.

Bei uns ist übrigens auch nur die Überführung per Bestatter erlaubt. Ich glaube es gibt nicht mehr viele Regionen in denen es gestattet ist.

Kerstin mit Madita & Leo *08.09.09+ und #stern 12.SSW