Tolles Gesetz zur Wirtschaftsstärkung

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von littlesam2007 29.01.10 - 20:44 Uhr

Hallo zusammen!

Muss mir mal etwas Luft machen über unsere tolle Politik. Da hat doch jemand beschlossen, eine neue Düsseldorfer Tabelle erarbeiten.

Das ergab nun eine Unterhaltserhöhung für das erste Kind meines Mannes von € 42,00. Dazu bekommt die Mutter ja auch noch das höhere Kindergeld von € 20,00. Somit hat sie für ein Kind € 62,00 monatlich mehr. Was für sie sicher toll ist. Allerdings sinkt unser monatliches Einkommen um € 2,00. (Wir haben zwei gemeinsame Kinder = Kindergelderhöhung können wir direkt weiterleiten).

Das ist doch wirklich mal gerecht! Ironie off

Mich würde es an und für sich gar nicht so arg ärgern, wenn die Mutter den Unterhalt auch wirklich nur für den Sohn meines Mannes verwenden würde. Leider weiß ich von ihr selber, dass das Geld für die ganze Familie (die aus zwei Erwachsenen und insgesamt fünf Kindern besteht) mit genutzt wird.


So, mußte mir mal Luft machen. Mein Mann kriegt das immer in den falschen Hals.

Liebe Grüße und noch einen schönen Abend!
littlesam

Beitrag von nakiki 29.01.10 - 20:54 Uhr

Hallo!

Das Kindergeld wird doch hälftig beim Unterhalt angerechnet, daher hat die Mutter nur 10 Euro mehr Kindergeld.

Das die Familie den Unterhalt in die gemeinsame Kasse tut, ist doch okay. Falls diese Familie vom ALGII leben sollte, würde der Unterhalt auch komplett angerechnet werden.

Du verrechnest doch auch die Kindergelderhöhung mit dem Unterhalt und bist der Meinung ihr hättet 2 Euro weniger.

Gruß nakiki

Beitrag von littlesam2007 29.01.10 - 21:31 Uhr

Hallo!

Die Unterhaltserhöhung mit 42,00 € ist schon nach Anrechnung des höheren Kindergeldes. Somit hat sie effektiv 62,00 € mehr in der Kasse.

Da wir aus unserer Kasse den höheren Unterhalt zahlen steigern sich ja die effektiven Ausgaben, wodurch ich monatlich nach Abzug der Fixkosten mit Kindergelderhöhung nicht mehr in der Kasse habe, sondern sogar weniger. So hatte ich das gemeint.

Und ja, ich finde es schon etwas ungerecht, wenn der Unterhalt, welches für ein Kind gedacht ist, für vier weitere mit verwendet wird und ich dann auch noch höre, dass der Sohn meines Mannes für "Extrawünsche" putzen gehen muss, weil die Mutter sagt, der Unterhalt gibt das nicht her. Vom Jugendamt heißt es aber im Gegenzug, dass wir einen höheren Satz zahlen, damit sein Junior von dem gehobenen Lebensstandard des Vaters auch was hat. Was im realen Leben aber eben nicht der Fall ist.

Wie gesagt, würde gar nicht motzen, wenn er für sich entscheiden könnte: 200,00 € Kostgeld für essen und wohnen, den Rest bekommt er als Taschengeld. So als Beispiel. Naja, zum Glück wird das in einem halben Jahr so sein, da wird er nämlich Volljährig und er bekommt den Unterhalt auf ein eigenes Konto. Da kann ich mir dann zumindest einreden, dass er selbst entscheidet, was mit seinem Unterhalt passiert.

Liebe Grüße
littlesam

Beitrag von nakiki 29.01.10 - 21:37 Uhr

Hallo!

200 Euro an Kostgeld abgeben? Das reicht doch nicht. Die müsste er bei uns an Miete mit NK abgeben. Dazu kämen noch die Lebensmittel, da isst ein 17-jähriger auch bestimmt 150 Euro, dazu kommen noch Drogerieartikel, Kleidung, Schulsachen, Anschaffungen, Freizeitgestaltungen, Urlaub usw.
Ich weiß ja nicht wieviel ihr an Unterhalt zahlt, aber ein Teenie kostet eine Menge!

"Und ja, ich finde es schon etwas ungerecht, wenn der Unterhalt, welches für ein Kind gedacht ist, für vier weitere mit verwendet wird" - Das erkläre doch mal unserer Regierung. Die Gesetze geben etwas anderes her.

Gruß nakiki

Beitrag von littlesam2007 29.01.10 - 21:45 Uhr

Hallo nakiki!

Der Sohn meines Mannes bekommt das aktuelle Kindergeld von € 184 und Unterhalt von € 362.

Ich hatte gerade schon jemand anderen geantwortet und darum gebeten mir das mal aufzulisten, weil ich es wirklich nicht nachvollziehen kann, dass das nicht reichen soll. Aber meine Kinder sind auch noch sehr klein und da ist es mit den Kosten ja wohl nicht ganz so extrem. Obwohl der Wegfall der Windeln bestimmt auch schon viel auffängt *grins*.

Es mag ja sein, das die Gesetze etwas anderes sagen, aber gutfinden brauche ich das nicht. Schließlich hat mein Mann mit den anderen Kindern nichts zu tun - die haben schließlich einen anderen Vater. Weißt Du wie ich das meine?

Grüße
littlesam

Beitrag von mirabelle 29.01.10 - 21:55 Uhr

Ich versuch mal grob aufzulisten, was mein 15 Jähriger ( für den ich keinen Unterhalt und kein UVG beziehe ) kostet

Wohnkosten: 200€
Warmwasser: 30 €
Strom: 10 €
Essen: 200 €
Taschengeld: 20 €
Extras ( Kino, Telefon ): 20 €
Kleidung / Schuhe: 100 €
Toilettartikel: 20€
Schule: 20 €
Monatskarte: 17 €

Sind also sehr gute 600 € im Monat, meine Tochter 12 ist noch teurer, da bei ihr mehr Kleidung, höhere Telefonkosten und auch dekorative Kosmetika anfällt. Außerdem ist sie im Verein, beansprucht also Bühnenoutfitts und hohe Sprittkosten, da ich sie zu den Auftritten und zum Training fahre.

Als meine Kinder klein waren, bin ich auch mit gravierend weniger Geld klargekommen!

M.

Beitrag von littlesam2007 29.01.10 - 22:10 Uhr

Hallo Mirabelle!

Vielen Dank für die Auflistung. Das hat mir doch schon mal weitergeholfen.

Allerdings darf man nicht vergessen, dass ja nicht nur der Vater für den Unterhalt aufkommen muss, sondern die Mutter ja auch. Bis zur Volljährigkeit ist das eben durch Miete und Essen. Und von da ab sind beide (wenn möglich) Barunterhaltspflichtig.

Wenn ich jetzt also Deine Rechnung zu Grunde lege, belaufen sich die Kosten je Elternteil auf rund 300 €. Ich sehe mich also darin bestätigt, das der Unterhalt meines Mannes mit 362 € (zahlt er real) und das hälftige Kindergeld mit 92 € durchaus ausreichen müßten. Das sind ja insgesamt immerhin 454 €.

Oder sehe ich da jetzt wieder irgendwas falsch?

Bitte nicht falsch verstehen, ich war bisher nicht alleinerziehend und möchte die Erfahrung auch nicht unbedingt machen. Ich ziehe den Hut vor jedem der das alleine stemmt, aber das dauer "gejammerer" der Unterhalt der Männer würde bei WEITEM nicht ausreichen, kann ich wirklich nicht nachvollziehen. Sollen die Väter etwa alleine für die Finanzen aufkommen und die Mutter übernimmt nur die Erziehung?

Liebe Grüße
littlesam

Beitrag von mirabelle 29.01.10 - 22:24 Uhr

Ja, das siehst Du falsch.

Im Normalfall tritt eine Mutter beruflich kürzer, was lebenslange Lohneinbußen und deutlich geringe Renten zur Folge hat. Würde ich diesen Faktor noch in meine Berechnungen einfließen lassen, sind wir bei Kosten von bis zu 1500 € pro Monat und pro Kind bei einer durchschnittlichen Lebenswerwartung von 75 Jahren. Konservativ gerechnet.

Glaub mir, die KM legt drauf! Sei froh, das Du zumindest noch nicht in dieser Lage bist.

M.

Beitrag von littlesam2007 29.01.10 - 23:07 Uhr

Okay, ich gebe zu, diesen Faktor hatte ich nicht bedacht. Was wohl auch daran liegt, das meine alleinerziehende Mutter immer Vollzeit gearbeitet hat. Was jetzt bitte kein Vorwurf an die sein soll, die das nicht tun. Ich finde es toll, wenn man sich selber um sein Kind kümmert und ich habe meine Mutter mittags immer vermisst. Ich will einfach nur sagen, dass ich dieses Modell alleinerziehend und Teilzeit so bisher nicht kennengelernt habe.

Aber wie schon oft gesagt, mir geht es auch gar nicht um das Geld als solches, sondern dass wir wieder mal drauf legen.

Die Wirtschaft wird so doch nicht gestärkt. Es wird doch nur umverteilt.

Und ich kann wirklich nur betonen, dass es mir nicht darum geht, hier einer alleinerziehenden Mutter das Recht auf Unterhalt abzusprechen. Aber unterm Strich haben wir nunmal nichts davon und somit auch nicht meine Kinder. Und da wird man sich als Mutter doch wohl noch drüber aufregen dürfen.

Liebe Grüße
littlesam

Beitrag von mirabelle 29.01.10 - 23:21 Uhr

Ich hab auch immer durchgearbeitet. Aber dennoch einige Beförderungen ( und die damit verbundene Gehaltserhöhung ) nicht bekommen, weil man mir als AE per se unflexibilität unterstellt hat.

Ich hatte in den letzten 15 Jahren noch nie einen Kinderkrankenschein - konnte das immer privat lösen - aber Du hast als AE ein schlechtes Image,.Und das macht bei mir 4 übergangene Beförderungen und Lohneinbußen im 5 Stelligen Bereich - übers Jahr gesehen.

Das alles wird über eine Parnerschaft normalerweise aufgefangen.

M.

Beitrag von littlesam2007 29.01.10 - 23:30 Uhr

Kann das gut nachvollziehen. In meinem Betrieb reicht es da schon Mutter zu sein. Mußte stark kämpfen wieder reinzukommen.

Und ich kann mich nur wiederholen: ich ziehe den Hut vor allen die das alleine packen. Allein wenn ich denke, wie ich manchmal nervlich hinüber bin. Wenn da mein Mann nicht wäre? Gar nicht auszudenken.

Vielen Dank für die tolle, sachliche Diskussion.
Liebe Grüße
littlesam

Beitrag von windsbraut69 30.01.10 - 10:18 Uhr

"Und ich kann mich nur wiederholen: ich ziehe den Hut vor allen die das alleine packen. Allein wenn ich denke, wie ich manchmal nervlich hinüber bin. Wenn da mein Mann nicht wäre? Gar nicht auszudenken. "

Dann sieh doch einfach den Unterhalt als einen KLEINEN Ausgleich für all das, was Mutter und Sohn im Vergleich zu einer intakten Familie fehlt.

Beitrag von windsbraut69 30.01.10 - 10:17 Uhr

Was hat denn das Wirtschaftsförderungsgesetz mit dem Kindesunterhalt zu tun???

Beitrag von gh1954 30.01.10 - 11:52 Uhr

DER Zusammenhang ist mir auch nicht klar...

Beitrag von littlesam2007 30.01.10 - 20:44 Uhr

Im Rahmen dieser Gesetzgebung wurde die Erstellung einer neuen Düsseldorfer Tabelle beschlossen.

Beitrag von windsbraut69 31.01.10 - 09:12 Uhr

Das wäre mir neu, dass die neue Düsseldorfer Tabelle Teil des Wirtschaftsförderungsgesetzes ist.

Beitrag von littlesam2007 31.01.10 - 19:46 Uhr

Nicht die Düsseldorfer Tabelle selber ist Teil dieses Gesetzes, aber die Überarbeitung und dadurch Erhöhung. Kam zumindest so in den Nachrichten.

Beitrag von cinderella2008 29.01.10 - 22:51 Uhr

Du bist ein Krümel**** und hättest Dir lieber einen Mann ohne "Altlasten" suchen sollen. Diese Aufrechnerei ist dermaßen kleinlich, ich glaub es einfach nicht.

Beitrag von littlesam2007 29.01.10 - 23:15 Uhr

>> Du bist ein Krümel**** << Nach dem Rest vom Text zu schließen, war damit wohl nichts nettes gemeint?

NOCHMAL: Mir geht es nicht um den Unterhalt als solchen. Die Familie meines Ex hat für ein Kind insgesamt € 62,00 mehr. Wir haben unterm Strich mit zwei Kindern nach Kindergelderhöhung noch genauso viel wie im letzten Jahr. Denn wir bekamen keine Gehaltserhöhung von über 10%. Haben meine Kinder jetzt also irgendwas davon? Ich wollte die Kindergelderhöhung nämlich für die zwei anlegen. Das wird jetzt wohl nicht mehr gehen.

Aber da mir hier jeder unterstellt, ich würde der Ex meines Mannes den Unterhalt missgönnen habe ich entweder etwas falsch beschrieben oder ich muss nochmal tief in mich gehen und mit mir selbst schimpfen.

Denn ich will, dass sein Sohn genauso gute Voraussetzung hat wie unsere Kinder. Er ist ja schließlich KEIN Kind zweiter Klasse. Und ich freue mich sogar, dass er bald Abitur macht und dann Sozialpädagogik studieren will. Auch wenn unser Familienbüdget dann noch mindestens weitere vier Jahre mit dem Unterhalt von 362,00 € belastet wird. Nur arg viel mehr sollte es nicht werden, denn dann sind unsere finanziellen Mittel langsam mal ausgeschöpft.

Liebe Grüße
littlesam

Beitrag von valentina.wien 30.01.10 - 08:54 Uhr

Nein, du gönnst ihm gar nichts.

Wäre es euer gemeinsames Kind, würde euch dieser Sohn viel mehr kosten.
Diese 362 Euro decken doch wirklich nichts ab! Und die Mutter leistet ihren Teil ebenso (auch finanziell).

Und wirst du dich einmal aufregen, wenn eure gemeinsamen Kinder auf auf der Tasche liegen? Wirst du sie mit 360 Euro im Studium abspeisen und hoffen, dass es jetzt mal vorbei ist?
Du schaffst zwei Klassen von Kindern.

Beitrag von littlesam2007 30.01.10 - 20:47 Uhr

Wenn Du meinen Text so interpretierst sollte ich dringend einen Schreibkurs besuchen.

Vielleicht willst Du es auch nur so interpretieren, weil das kollektive draufhauen gerade soviel Spaß macht.

Liebe Grüße
littlesam

Beitrag von windsbraut69 30.01.10 - 10:14 Uhr

"Schließlich hat mein Mann mit den anderen Kindern nichts zu tun - die haben schließlich einen anderen Vater. Weißt Du wie ich das meine? "

Und wie wäre das, würde Dein Mann nur wenig zahlen können und der andere Vater würde einen Ausflug planen, für den der Unterhalt nicht reicht?
Wäre es für Dich dann auch okay, wenn er Zuhause bliebe?

Du kannst doch innerhalb einer Familie die Finanzen nicht derart trennen!

Beitrag von cinderella2008 29.01.10 - 22:47 Uhr

Was ist dabei, wenn er für Extra-Wünsche arbeitet? Das nennt man Erziehung und ich finde das in diesem Alter durchaus legitim.

Im Übrigen geht es Dich nichts an, wie das Geld verwendet wird.

Beitrag von chica20tr 29.01.10 - 21:23 Uhr

Hallo,

na dann sei froh, dass auch IHR in den Genuss des erhöhten Kindergeldes kommt - denn sonst hättet ihr statt 2 € sagenhafte 42 € monatlich weniger...

Die Anpassung des Unterhaltes war mehr als fällig... und ich hoffe, dass du nie alleinerziehend wirst, um rauszufinden, dass du mit dem Betrag nicht auskommen wirst.

Und meine Güte, dass sie es in die gemeinsame Haushaltskasse tut, ist doch ihr gutes Recht... denn sie zahlt ja auch die Dinge, die der Unterhalt nicht abdeckt...

Verständnislose Grüße...

Beitrag von littlesam2007 29.01.10 - 21:39 Uhr

Hallo!

Vielen Dank für Deine Antwort. Und ich habe gleich eine Rückfrage. Bitte, bitte rechne es mir doch einmal vor, welche Ausgaben nicht abgedeckt werden können.

Ich komme nämlich einfach nicht drauf, was da für das KIND nicht reicht. Ich habe selber zwei kleine Kinder und mir reicht schon das Kindergeld. Gut, ich sehe ein, es werden da noch mehr Kosten auf uns zukommen, wenn die Jungs mal älter sind, aber wirklich nachvollziehen kann ich es WIRKLICH nicht. Und ich würde es echt gerne mal verstehen, warum das Geld nicht reicht.

Der Sohn von meinem Mann bekommt monatlich 184,00 Kindergeld und aktuell 362,00 Unterhalt. Ich finde, davon kann ich das Kind mindestens einmal im Monat neu einkleiden. Freizeitaktivitäten sind auch noch drin, und für das essen müßte es eigentlich auch reichen.

Da das geschriebenen Wort immer härter klingt als das gesprochene: der Text ist NICHT ironisch gemeint. Ich möchte es wirklich gerne nachvollziehen können, denn es ist ja immerhin für das Kind meines Mannes der ja gut versorgt werden soll und auch eine gute Bildung erhalten soll.

Liebe Grüße
littlesam