Mein Freund weiss nicht, was er will..

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von ichertragsnichtmehr 29.01.10 - 23:43 Uhr

Hallo,

mein Freund geht nicht arbeiten, und das seit 5 Jahren, seit wir zusammen sind. Der Grund: er ist BWLer, fühlt sich aber zum Musiker berufen. Die letzten Jahre waren ein einziges Hin und Her.. Bewerbung in ein paar Hotels, kein Erfolg, Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule, nicht bestanden.. letzten Oktober wieder Bewerbungsvorbereitung, also Fotos, Lebenslauf, Anzug gekauft, dann plötzlich wieder "Ich will mich mit Musik selbständig machen". Zwischendurch einen Kurs von der Arbeitsagentur begonnen, "dieses Mal bringe ich das wirklich zu Ende", jetzt doch wieder abgebrochen.

Das sind Auszüge aus den letzten 5 Jahren, ich weiss gar nicht, wie es dazu kommen konnte, dass so viel Zeit auf diese Weise vergangen ist. Klar, ich hab in der Zeit gearbeitet und war besessen von meinem Kinderwunsch, war also abgelenkt, hab Geduld geprobt, Verständnis gehabt. Natürlich habe ich es oft gehasst, die Einzige zu sein, die morgens früh raus muss. Natürlich hab ich mir oft gewünscht, er würde nicht bequem auf dem Sofa gammeln, wenn ich kaputt von der Arbeit heimkam. Aber irgendwie hab ich auch gedacht und immer die Hoffnung gehabt, es würde irgendwann klick machen und dann wäre die Lösung gefunden.

Nun haben wir ein Baby, mein Kinderwunsch (und seiner natürlich auch) hat sich erfüllt und ich bin ein Jahr zu Hause. Und plötzlich ertrage ich es überhaupt nicht mehr, dass er morgens irgendwann aufsteht, bisschen online Schach spielt, in Musikforen liest,..ich habe schon mehrere Anläufe gestartet, ihn zu etwas zu bewegen, wir haben eine Liste mit verschiedenen Möglichkeiten gemacht, was für ihn beruflich in Frage käme.. und dabei ist es dann wieder geblieben. Ich versuche, ihn auf das Thema anzusprechen ("Schauen wir mal zusammen Stellenanzeigen durch?" "Willst du dich vielleicht da mal bewerben?"), endet in letzter Zeit fast immer im Streit. Immer muss ich beginnen, darüber zu sprechen. Wenn ich nichts sage, vergehen, Tage, Wochen, ohne dass er etwas in die Richtung gehend sagt, tut.

Ich halte das nicht mehr aus. Es macht mich so fertig, diese Untätigkeit, diese Perspektivenlosigkeit für uns als Familie, .. ganz schlimm ist es nachts, wenn ich stille, dann sehe ich plötzlich nur noch schwarz und muss weinen, sehe das Ende, keine Hoffnung mehr.

Was meint ihr? Ich würde gerne ehrliche Meinungen dazu hören, wie ich mich verhalten soll. Bitte verurteilt mich nicht dafür, dass ich trotz dieser Situation ein Kind in die Welt setzen wollte. Ich wollte nicht nur einfach ein Kind, ich wollte Kinder mit ihm. Aber natürlich hatte ich die Hoffnung, er würde spätestens dann alles etwas klarer sehen und etwas tun, um seine Träume zu verwirklichen. Denn die hat er schließlich auch.. schön wohnen zum Beispiel..

Danke fürs Lesen

eine traurige Urbia-Nutzerin
#schmoll

Beitrag von blaue-blume 29.01.10 - 23:51 Uhr

hi!


ganz ehrlich?
klingt für mich nicht so, als ob er sich je ändern würde...


eine möglichkeit wäre, ihn vor die wahl zu stellen:
ändere was, oder ich bin weg. allerdings macht das nur sinn, wenn du das auch durchziehst, wenn sich also nichts ändert, ihn verlässt...
ich weiss natürlich nicht, ob du (schon) dazu bereit bist...



lg anna

Beitrag von gh1954 30.01.10 - 00:14 Uhr

>>>Aber natürlich hatte ich die Hoffnung, er würde spätestens dann alles etwas klarer sehen und etwas tun,<<<

Wie kann man nur so blauäugig sein, fünf Jahre lang hat er nichts gemacht und du hast gedacht, ein Kind macht ihn zu einem verantwortungsvollen Menschen?
Warum nicht andersrum? Erst Einsatz zeigen - dann Kind... oder war DEIN Kinderwunsch zu groß?

Beitrag von mioo 30.01.10 - 05:43 Uhr

Hört sich so an als ob er sich in seinem Leben eingerichtet hat....#gruebel

Beitrag von thyme 30.01.10 - 08:02 Uhr

Er wird sich nicht ändern. Ich an deiner Stelle würde die Geschichte abhaken.

LG thyme

Beitrag von anyca 30.01.10 - 11:26 Uhr

Laß ihn Hausmann sein und geh Du arbeiten. Tagträumen kann er auch beim Windelnwechseln.

Beitrag von ichertragsnichtmehr 30.01.10 - 12:22 Uhr

Hallo!

Danke für eure Antworten. Ich musste einfach mal alles aufschreiben, um es mir selbst vor Augen zu halten. Eins wollte ich nur noch sagen: eine leise Hoffnung hatte ich gehabt, dass sich mit der geänderten Familiensituation bei ihm etwas bewegen würde, aber auch nur eine leise (die Hoffnung stirbt schliesslich zuletzt). Blauäugig war ich ganz und gar nicht. Ich habe mit dem Kind nichts bezwecken wollen (das wäre ja auch wirklich das Allerletzte). Ich bin auch nicht finanziell abhängig von meinem Freund, hab eigentlich mein ganzes Leben daraufhin gespart, eine Familie gründen zu können. Also, ob ich ihm ein Ultimatum stelle, muss ich mir noch überlegen..

Beitrag von arzach 30.01.10 - 14:43 Uhr

Die 2 Grundfehler in einer Beziehung :

Der Mann glaubt, die Frau bleibt wie Sie ist

Die Frau glaubt, der Mann ändert sich noch

Der hat sich fein eingerichtet, da kann ich ja vor Neid nur erblassen. Das faule Stück würde ich so in den Hintern treten, das es staubt. Anders wird das Nie was !

Beitrag von thyme 30.01.10 - 15:56 Uhr

schön formuliert ;-)

LG thyme

Beitrag von hinterwaeldlerin09 30.01.10 - 16:05 Uhr

Hallo,

ich glaube, mit den beiden Grundfehlern sind 95% der Probleme zwischen Männern und Frauen in Liebesbeziehungen perfekt beschrieben.

#pro Anerkennung ausm Hinterwald

Beitrag von nick71 30.01.10 - 18:50 Uhr

Ich kenne solche "Träumer"...war selber knapp 4 Jahre lang mit einem zusammen.

Und ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass dein Träumerle den Arsch noch hochkriegt...warum auch...läuft doch.

Heute wäre ich nicht mehr bereit, einen Mann finanziell durchzuschleppen. Das kann man in einer Notlage tun, aber die sehe ich bei euch nicht.

Ich denke vielmehr, dass dein Freund eigentlich gar keinen Bock auf Arbeit hat...der hat seine Rosinen im Kopf, aus denen eh nie was wird.

Solche Typen kann ich nicht respektieren, sorry...