Au-pair schwierig - was tun?

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von kerschi75 30.01.10 - 10:41 Uhr

Hallo miteinander,

wir haben seit fast zwei Wochen ein italienisches Au-pair, aber es funktioniert nicht gut.
Sie ist sehr bemüht, hat das Haus bisher noch nicht verlassen, will quasi immer helfen (mehr als die üblichen 6 Stunden).
Nur leider kommen die Kinder nicht mit ihr klar. Unsere Große, knapp 4, war anfangs positiv, nur leider versteht das Au-pair sie meist nicht, und wenn sie dann fünf mal das gleiche sagt und nicht verstanden wird, wird sie wütend und ist jetzt schon richtig frech zum Au-pair: sagt, dass sie heimgehen soll, nicht mitessen darf....
Mit unserem Kleinen 1 1/2 gehts einigermaßen, so lange er gut drauf ist. Wenn er einen Trotzanfall bekommt und das ist gerade sehr oft, kommt das Au-pair überhaupt nicht klar damit. Sie kann generell nicht "Nein" sagen und sich durchsetzen.
Auch ist sie so unbeholfen oder denkt nicht mit, kann z.B. kein Fenster öffnen (dreht den Griff zum dritten Mal in die falsche Richtung und muss mich dann zum vierten Mal fragen, wie es geht), die Vesperboxen werden geschlossen in die Spülmaschine gelegt, zieht unserem Sohn die Schuhe im Stehen an, indem sie ihm den Fuss hochreißt und er logischerweise auf den Hinterkopf fällt, stellt den heißen Topf direkt vor unseren Sohn und merkt nicht, wenn er daran zieht und in sich fast überschüttet, will bei Minusgraden ohne Mütze mit den Kindern raus, beim Kochen ist die Bolognese längst fertig...und die Nudeln sind noch nicht aufgesetzt und und und....

Sie kann auch überhaupt nicht einschätzen, was die Kinder können, wo man aufpassen muss...obwohl sie angeblich bei gleichaltrigen Kinder babysittet in Italien.

Ich weiß wirklich nicht was ich machen soll: was habt Ihr denn für Erfahrungen mit Au-pairs? Wie lief das bei Euch?
Meint Ihr das wird noch?
Wie gesagt sie ist sehr bemüht und echt ein liebes ruhiges Mädchen nur irgendwie hat sie überhaupt nicht das Händchen für Haushalt und zwei Kinder! Und sobald sie nach zwei Sachen gleichzeitig schauen muss, überfordert. Ich wollte arbeiten gehen und da muss sie ja allein klar kommen!!!!

Wenn ich nur zehn Minuten außer Haus bin (z.B. die Große im KIGA hole), ist im Haus Chaos (Essen übern Boden verteilt, brüllendes Kind und hochrotes Au-pair!).
Das Au-pair hat schon selbst gesagt, dass sie sich momentan nicht zutraut auf die zwei Kinder allein aufzupassen!

Grüße
Kerschi

Beitrag von lissi83 30.01.10 - 11:56 Uhr

Hallo!

Ich habe zwar keine Erfahrung mit Au-pairs, wir hatten aber eine Praktikantin aus der Kinderpflege!

Ich glaube, du solltest ihr viell. noch eine Weile Zeit geben um sich zurecht zufinden! Knapp zwei Wochen sind ja noch nicht lange! Sich irgendwo neu einzufinden, einen neuen Haushalt, neuen Tagesablauf und andere Lebensgewohnheiten, das braucht schon etwas Zeit!

Was hat sie denn vorher gemacht? Hat sie Erfahrungen mit Kindern?

Wer selbst keine Kinder hat und noch nicht so viel mit Kindern zu tun hatte, denkt eben oft nicht an Kleinigkeiten, die wir als Mütter für sehr einfach und selbstverständlich halten!

Ich habe mir auch zwischendurch die Haare gerauft und mich gefragt warum unsere Praktinkantin, die -für mich- einfachsten Zusammenhänge nicht erkennt! Aber das ist für mich auch was anderes, weil ich die Mutter bin und hier in unserem Haushalt lebe! Warum z.B. nimmt sie nicht gleich die Wäsche mit wenn sie doch ins Bad geht...warum lässt sie die ganzen Klamotten liegen oder nimmt nur ein Teil in die Hand und rennt 5 mal, wo ich mir 10 Sachen über den Arm schmeiße und nur 1 mal laufe....!
Das ist aber unsere Routine! Diese Abfolgen muss sie erst "lernen"!

Du solltest aber auf jeden Fall mit ihr sprechen, was den Umgang mit dem kleinen angeht und natürlich steht die Sicherheit deiner Kinder (was z.B. heiße Töpfe angeht) an erster Stelle!

Da hilft nur ein langer Atem und etwas Geduld! Du musst sie leider immer wieder auf diese Sachen hinweisen und dann wird es sicher irgendwann in "Fleisch und Blut übergehen"!

Was die Akzeptanz deiner Tochter, ihr gegenüber angeht, kann ich nur sagen, das braucht genauso etwas länger als 2 Wochen Zeit! Deine Tochter muss auch erst mal damit umgehen, dass nicht alles so "fluppt", wie sie es bisher gewohnt war und das "die neue" tatsächlich jetzt dazu gehört und länger bleibt!

Lass dein Au-pair viele Dinge mit deiner Tochter machen, die deinem Kind richtig viel Spaß machen, das bringt sie viell. etwas näher! Aber darüber natürlich nicht die wichtigen Dinge ausschließen, denn die kleine muss ja auch wissen, dass das Au-pair nicht "nur" Spielkameradin ist sondern auch jemand der "was zu sagen hat" in gewissen Situationen! Mit 4 Jahren, kann sie viell ein klein wenig verstehen, wenn du ihr noch mal gewisse Dinge erklärst!

Dass das Au-pair sich NOCH nicht zutraut, auf die beiden aufzupassen, kann ich schon verstehen...als Eltern wächst man langsam in die Rolle hinein aber sie lernt euch gerade erst kennen! Fang langsam an, sie alleine zu lassen erst ein paar Minuten, dann weiter steigern!

Wird schon!

glg

Beitrag von lisanne 30.01.10 - 11:58 Uhr

Hallo Kerschi
Ganz ehrlich? Ich würde das abbrechen, dafür haette ich keine Nerven. Zumal sie ja offen sagt das sie sich die Kinderbetreuung nicht zutraut.
Nach deiner Beschreibung hört es sich nicht so an als ob du diesem Maedchen die Kinder für ein paar Stunden sorglos anvertrauen kannst, geschweige denn für einen ganzen Arbeitstag.
Ok, Brotdosen geschlossen in die Spülmaschine legen ist die eine Sache (und nicht dramatisch) aber wenn sie keine Gefahrenquellen in der Naehe der Kinder erkennt, nicht konsequent sein kann, die Kinder nicht versteht, nicht alleine einschaetzen kann wann sie eine Mütze brauchen usw. finde ich das schon untragbar. An deiner Stelle würde ich mir schleunigst eine liebe Kinderfrau/Tagesmutter suchen und das Maedchen nach Hause schicken.

LG Lisanne

Beitrag von kokodak 30.01.10 - 12:24 Uhr

Sagen wir mal so, wenn du noch nie Kinder hättest, doch problem mit der Sprache...und dann hättest du nr 14 Tage Zeit, wie gut würestdu in deiner Rolle..?

Kannst du dir selber antowrten..

Einige Ansprüche kann ich verstehen...sicherheit geht immer vor...aber den beispiel mit der Sauce bolognese..sorry..da beginnst du dir was auszudenken...und was passiert ? dann werden die spaghetti erst später fertig sein..

Du schreibst das allerwichtigste, sie ist sehr bemüht...und das ist die Grundlage..die Reaktion deiner älteren..vollkommen verständlich..dieses braucht Zeit und das wir nicht innerhlab von 14 tagen fertig..und zweitens...du erst arbeiten gehen, damit sie auch klar kommen muss....d.h. du musst ihr erstmal die Chance geben..

zweitens, was vollkommen falsch..die Dame muss das Haus verlassen..sie ist im fremden Land, alleine..wie ist es denn ??? Scheiße fühlt man sich...da fällt mir nichts anderes ein..Es würde mich deutlich mehr beunruhigen, dass sie nicht kontakt zu gleichaltrigen sucht..

Je mehr sie von dir spürt, dass du nicht locker bist und du ihr Chance bist, desto verkrampfter wird sie sein !!! Was du beschreibst mit dem Knopf bei dem Fernsehen, gestresst pur..

Es wäre gut, wenn du dich mit anderen Au-pair mamis austuaschen würdest, was man von einer au-air erwarten sollte..6 Stunden maximal..Sie ist kein Sklave und wenn ich sie schätzen weiss, mache ich alles dafür, dass es IHR gut geht...darüber sollte man mit ihr sprechen..

Du musst grundprinzipien haben..eins wäre bei mir die Sicherheit...aber nicht u viel Regeln ..und sie machen lassen...

Großen Respekt, dass sich das ein so junges Mädel mit so zwei kleinen Kindern antut..

Hilf ihr, sonst kommt ihr nicht weiter..

ja, ich hatte mehrere au-pairs..es sind oft unbeholfene Wesen...die in dem einem Jahr richtig aufblühen können...und für die kinder ist es eine Bereicherung..!!!

LG Kokodak

Beitrag von dany2308 30.01.10 - 12:31 Uhr

Hallo Kerschi,

ich weiß ja nicht, wann du wieder arbeiten möchtest, aber in naher Zukunft solltest du das Mädel sicher nicht alleine lassen mit den beiden.

Wenn du das Gefühl hast, dass es langsam besser wird, versuch sie soviel wie möglich in deine/eure Routine mit einzubeziehen, damit sie die Sachen lernt.

An oberster Stelle steht die Sicherheit der Kinder. Zeig ihr, worauf sie unbedingt achten muss, aber schalte trotzdem alle Gefahrenquellen soweit wie möglich aus (Herdgitter, Steckdosenschutz, Schubladen- und Schranksicherungen für Putzmitel, Besteck usw.). Das würde ich übrigens auch ohne Au-Pair machen :-)

Wenn es jedoch nicht schnell besser wird, sprich mit der Agentur (falls ihr das Mädel über eine Au-Pair-Agentur habt) und schildere das Problem. Vielleicht haben sie einen geeigneteren Platz für sie, z.B. mit älteren Kindern. Vielleicht können sie euch auch ein anderes Au-Pair vermitteln, das mehr Erfahrung hat?

Das mit den Deutschkenntnissen finde ich übrigens nicht so schlimm. Ich persönlich möchte Deutsch nicht als Fremdsprache lernen müssen #zitter, aber wenn ihr viel mit ihr redet und sie dazu anhaltet, deutsches Fernsehen zu schauen, wird das schnell besser. Deiner großen Tochter solltest du unbedingt sagen, dass es nicht schön ist, andere dafür zu verspotten, dass sie etwas nicht so gut können.

Liebe Grüße
Dany

Beitrag von wetterleuchten 30.01.10 - 12:34 Uhr

Hmmmm

schwer zu sagen...

ich bin grundsätzlich jemand, der die Kinder nur schwer einer Person vertraut - nur die Omis und die Patentante von dem kleinen haben bis jetzt meins und der Kinder Vertrauen gewonnen. Aber einen fremden Menschen würde ich kaum lassen, meine Kinder zu betreuen.

Einerseits verstehe ich meine Vorrenderin, die zur Toleranz und Geduld aufruft, andererseits - wenn es um meine Kinder ginge - würde ich das nicht länger dulden, kann dir ehrlich sagen. Ich würde die Situation abbrechen.

Wünsche euch eine richtige Entscheidung zu treffen, die ihr dann nicht bedauert.

LG

Beitrag von woelkchen1 30.01.10 - 12:55 Uhr

Ich würd ihr auch mehr Zeit geben. Und einen Plan aufstellen, das heißt, sie bekommt anfangs wenige Aufgaben, die sie zu erledigen hat, und die sprecht ihr durch- ganz genau.
Zum Beispiel wenn sie eine Mahlzeit am Tag kocht- sag ihr, alle Sachen müssen zur gleichen Zeit fertig sein, die Kinder dürfen nicht an die heißen Dinge ran.

Oder sie muß immer Vormittags die Kinder anziehen, zeig ihr genau, wie.

Fang mit wenigen Dingen an, mach den Rest allein.
So hat auch sie eine feste Struktur, an die sich sich halten kann, kann sich erstmal nur auf wenige Sachen konzentrieren. Klappt die eine Sache super, kannst du was anderes dazu nehmen.

So würd ich es machen.