8-jährige auf ein Sportfest lassen, mit 2 x Übernachten?

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von barbarelle 30.01.10 - 10:42 Uhr

Ich muss euch mal die Situation schildern und um eure Meinung bitten.

Unser Sportverein fährt für 3 Tage mit den Kindern (ohne Elternbegleitung) auf ein Sportfest. Zwei Nächte werden die Kinder dort in einem Sammelschlafplatz untergebracht.

Kinder dürfen ab dem 6ten bis 10ten Lebensjahr teilnehmen. Es werde so ca. 35 Kinder mit 2 Betreuerinnen hinfahren.

Meine Tochter würde gerne mitfahren aber keine ihrer Freundinnen darf mit. Ihre 3 Jungs-Freunde dürfen. Allerdings sind das Rabauken die sie gerne auch mal ärgern.

Gründe die für mich dagegen sprechen: Sie ist in manchen Dingen sehr selbständig aber in anderen gar nicht. Sie traut es sich zwar zu, aber ich vermute, dass sie Nachts ziemlich weinen wird, zumal keine ihrer Freundinnen dabei ist.

Da die Veranstaltung 300 KM von unserem Wohnort entfernt ist, können wir auch nicht einfach mal kurz hinfahren und sie abholen.

Wie sähe es bei euch aus? Würdet ihr eure Kinder schicken? Nächstes Jahr werde ich es ins Auge fassen aber dieses Jahr ist sie mir definitiv noch zu unselbständig, zu verhuscht und zu ängstlich.

Bin ich da eine zu grosse Glucke - wie mir unterstellt wurde - oder sehe ich das realistisch? Schliesslich soll es für sie eine schöne Erinnerung werden und das ganze kostet auch nicht gerade wenig Geld.

In den Sommerferien darf sie ins Zeltlager. Mit Übernachtung etc. Das Lager ist 60 KM entfernt. Da könnte man sie locker abholen, wenn was wäre.

So. Nun bin ich gespannt auf eure Meinungen zu dem Thema.

Grüße
Barbarelle

Beitrag von dominiksmami 30.01.10 - 10:50 Uhr

Huhu,

schwer zu sagen, das mußt du wirklich von deinem Gefühl abhängig machen denke ich.

Als ich mal 3 Wochen im Zeltlager war, hatten wir eine Menge 8 und 9 jähriger Kinder dabei, die hatten keinerlei Probleme damit 3 Wochen lang weg zu sein und das war über 700 Km von hier entfernt.

300 Km lassen sich in 3 Stunden fahren...also wenn alle Stricke reissen könntet ihr deine Tochter abholen denke ich.

lg

Andrea

Beitrag von barbarelle 30.01.10 - 12:10 Uhr

Hallo Andrea,

ich habe gerade mit einer anderen Mutter gesprochen. Deren Kind (10 Jahre alt) wird mitgehen und evtl. ein Auge auf meine haben.

Mein Kind würde sich sehr freuen sich und traut sich das zu. Vermutlich werden wir sie dann doch fahren lassen. Wenn alle Stricke reissen, fahren wir die 600 km.

Für ihr Selbstbewusstsein und Selbstwert wäre es eine gute Erfahrung.

LG
Barbarelle

Beitrag von dominiksmami 30.01.10 - 12:17 Uhr

#pro find ich prima...sie wird sicher Spaß haben.

lg

Andrea

Beitrag von axaline 30.01.10 - 11:52 Uhr

Zur Klassenfahrt lässt Du sie doch auch mitfahren oder ?

Ich denke das ist nichts viel anderes. Das kind möchter gern mit, es ist Betreuung da und alles. Sie ist 8 Jahre und nicht 8 Monate alt , richitg ?

Ich bin als Kind auch oft auf solche Sportfreizeiten gefahren und war immer total begeistert. Mein Kinder sind noch nicht ganz so in dem Alter aber,wenn sie wollten dürften sie dann da auch mit !

Gruß Janine

Beitrag von dominiksmami 30.01.10 - 12:01 Uhr

Huhu,

gehört nicht zum Thema...ich frage nur rein interessehalber:

gibts bei euch wirklich schon so früh mehrtägige Klassenfahrten?

lg

Andrea

Beitrag von axaline 30.01.10 - 12:09 Uhr

Ja, hier werden ab der ersten Klasse 5 Tägige Klassenfahrten gemacht.
Es geht zwar nur 30 km weit weg, aber das Kind muss schon krank sein, bevor abgebrochen wird. Heimweh oder so versuchen die allein zu regeln.
Ich kannte das zwar vorher auch erst ab der dritten Klasse, aber hier wird das so gemacht. Da fahren auch die ersten vier Klassen zusammen !

Gruß Janine

Beitrag von dominiksmami 30.01.10 - 12:16 Uhr

Huhu,

wow... das ist ja mal was.

Hier werden mehrtägige Klassenfahrten erst am Gruppe 8 ( wäre in D die 6. Klasse) gemacht.

lg

Andrea

Beitrag von 3wichtel 30.01.10 - 14:16 Uhr

In Deutschland gibt es mittlerweile flächendeckend Klassenfahrten ab der 3. Klasse.
Die dauern dann 3-4 Nächte, je nach Entfernung und Lehrer.

Beitrag von barbarelle 30.01.10 - 12:08 Uhr

Ja klar lass ich sie zur Klassenfahrt mitfahren. Aber meist ist da keine Übernachtung dabei und die geht auch nicht über 2 Tage.

Nun gut...ich habe noch eine Woche Zeit mir Gedanken zu machen.

Danke dir für deinen Beitrag

Gruß
Barbarelle

Beitrag von s30480 30.01.10 - 13:39 Uhr

Hallo,
ich war mit 8 das erste Mal auf einer Ferienfreizeit vom Kreisjugendring, 3 Wochen in den Sommerferien und zwar knapp 800km von uns daheim... auch ohne Freunde, da meine beste Freundin in einer anderen Freitzeit gelandet ist...Ich hatte zwischendurch schon Heimweh und hab definitiv ziemlich viel abgenommen, meine Eltern sind dann gleich mit mir zum aufpäppeln in Urlaub gefahren ;-)
Aber es war toll! Ich war allerdings auch schon immer sehr selbstständig und lieber unterwegs als daheim.
Ich denke wenn mein Sohn gerne mitfahren würde würde ich ihn fahren lassen, die sind ja tagsüber so beschäftigt und abends sowieso länger wach, irgendwann schlafen sie dann schon. Und wenn es gar nicht ginge würd ich hinfahren..
ICh wünsche deiner Tochter viel Spass!!!

LG Sandra

Beitrag von gismomo 30.01.10 - 14:37 Uhr

Liebe B.,

ich hab ja schon oft gedacht, dass sich unsere beiden Kinder in vielem ähneln, wenn ich deine Beiträge gelesen habe.

Genau das gleiche Thema wird dieses Jahr bei uns auch aktuell sein, nur geht es um eine Chorfreizeit mit zwei Übernachtungen. Mein Sohn möchte gern in diesem Chor mitsingen, er wird einer der Jüngsten sein. Das Problem ist, dass dieser Chor kein reiner Hobbychor ist, sondern einen recht hohen Anspruch hat und die Chorleiterin ganz klar sagt, es ist ein Leistungschor und kein reiner Freizeitchor. So, nun das Problem: Mein Sohn will im Chor mitsingen und er hat laut Chorleiterin eine sehr schöne Stimme und sie hätte gerne, dass er im Chor mitsingt. (Ich hatte ja fast ein bisschen gehofft, dass er entweder nicht möchte oder dass er "nicht gut genug" ist, dann hätte sich das Thema von allein erledigt gehabt). Das Problem ist, dass alle Kinder auf eine Chorfreizeit mitgehen müssen/sollen, auf der natürlich sehr viel geprobt wird. Alles kein Problem - das Problem ist aber, dass die Kinder dort auch übernachten müssen und sie dürfen die Eltern NICHT anrufen.

Die Chorleiterin hat das alles ein bisschen heruntergespielt, von wegen die Kinder haben ja so viel Spaß dort und sie sind ja alle zusammen und kommen dann gar nicht dazu, Heimweh zu haben. Ich kenne mein Kind und er ist ein Kind, welches sich mit neuen Situationen und vielen Reizen sehr schwer tut. Er ist heute noch so, dass er abends oft einen Tiefpunkt hat und dann braucht er es, dass ich da bin. Das ist ganz extrem bei ihm. Vor allem wenn der Tag anstrengend war (und für ihn sind schon wenig Reize relativ anstrengend, d.h. was sein jüngerer Bruder locker wegsteckt und was für diesen absolut normal ist, kann für meinen Großen schon viel zu viel sein).

Es kommt vor, dass er abends heulend da sitzt und sagt: "Mama, mir geht es gar nicht gut. Ich brauch dich ganz arg." Es ist sehr schwierig, das einzuschätzen, weil beim ihm schon wenig ausreicht, dass es emotional einfach zu viel ist - ach, schwer zu erklären, aber er reagiert auf relativ wenig und schwache Reize schon sehr stark und ist dann sehr aus dem Gleichgewicht. Ich kenn das ja alles von mir als Kind und kann ganz gut damit umgehen.

Ich musste mir auch schon häufig sagen lassen, dass ich eine Glucke bin. Inzwischen steh ich drüber. Ich weiß ganz genau, mein jüngerer Sohn reagiert total anders, und mein Ältester war seit der Geburt so. Versuche, ihn zu ändern oder ihm zu sagen "Reiss dich zusammen, ist doch gar nicht schlimm" bewirkten genau das Gegenteil, dass es nämlich noch viel schlimmer wurde. Erst als ich ihn so annehmen konnte wie er ist, wurde es besser. Erst als ich mich (in den Augen der anderen) wie eine Glucke benahm, wurde er gefestigter und konnte besser damit umgehen, dass er so ist wie er ist.

Deshalb lass ich mir von anderen gar nichts mehr einreden. Mein Kind reagiert in manchem anders als andere Kinder, und ich kenne es und kann es einschätzen - ich hab früher viel zu oft gegen meinen Instinkt gehandelt, was mein Kind angeht, und bin dann prompt immer auf die Nase gefallen und es wurde schlimmer statt besser.

Deshalb steht für mich ganz klar fest: Er darf und wird nicht mit auf die Chorfreizeit gehen, solange nicht gewährleistet ist, dass er eine Möglichkeit hat mich anzurufen und ich ihn dann abholen kann. Fertig. Und sollte das bedeuten, dass er dann generell nicht am Chor teilnehmen kann, dann ist das halt so. Es wird sich ein anderer Chor finden lassen, der meinetwegen von der musikalischen Ausbildung her nicht so hochwertig ist, aber das ist das geringere Übel.

lg
K.

Beitrag von gismomo 30.01.10 - 14:49 Uhr

Noch ein Nachtrag, ich hab grade einige der anderen Beiträge gelesen:

Ich denke, es hängt wirklich davon ab, wie dein Kind ist.

Ich habe es als Kind gehasst, wenn ich woanders übernachten musste, ich hab mich total entwurzelt gefühlt - schwierig, das Gefühl zu beschreiben, aber es war so, als hätte man mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Und das war noch so, als ich mit 16 Jahren auf eigenen Wunsch und mit meinem eigenen selbstverdienten Geld (Ferienjob) eine Sprachreise nach England gemacht habe. Ich fand es ganz furchtbar, dass ich nichts Vertrautes hatte und alles so fremd war.

Selbst heute noch mag ich es nicht so gerne, irgendwo zu sein, wo alles "neu" ist. Ich kann natürlich inzwischen anders damit umgehen und es ist auch nicht mehr so extrem wie früher. Aber selbst heute plane ich solche Dinge sehr genau weil ich weiß, dass das für mich ein großer Stressfaktor ist. Ich brauch selbst im Urlaub immer ein paar Tage, bis ich nicht mehr dieses Gefühl des "Entwurzeltseins" habe. Und mehrtägige Fortbildungen sind schon deshalb Stress für mich, weil ich dann in einer anderen Umgebung bin.

Ich versuche einfach zu akzeptieren dass ich so bin, so wie ich es auch bei meinem Sohn zu akzeptieren versuche. Was anderes macht auch gar keinen Sinn, und immerhin arbeite ich daran, zieh mich nicht in mein Schneckenhaus zurück sondern setze mich auch solchen Situationen aus. Aber immer wohlüberlegt und dosiert und ich stelle mich vorher schon darauf ein, dass es für mich schwierig wird- dann kann ich besser damit umgehen wie wenn ich dann plötzlich dort von dem Gefühl "überfallen" werde. Auf gut Deutsch, ich habe Strategien entwickelt, damit umzugehen und das Gefühl auszuhalten. Bei meinem Sohn jedoch vermute ich, dass ihn das Heimweh so überfallen würde, dass er nicht mit einer Stragegie dagegen angehen kann. Dazu ist er noch zu klein. Selbst mich kostet das ja immer noch sehr viel Kraft und ich hab lang gebraucht, bis ich es überhaupt konnte.

Wie gesagt, es kommt auf das Kind an. Bei meinem jüngsten Sohn hätte ich keine Bedenken. Er kann damit umgehen, selbst wenn er Heimweh hätte würde er es schaffen die Zeit auszuhalten, sich abzulenken oder was auch immer. Es würde ihn nicht im Innersten treffen. Meinen Ältesten aber schon.

lg
K.

Beitrag von barbarelle 30.01.10 - 15:22 Uhr

Hallo K.,

danke für deinen Beitrag. Ich schätze deine Ratschläge übrigens sehr :-) .

Tja was tun? Sie möchte und ist sich unter Umständen gar nicht bewusst, was das bedeutet. Andererseits ist ihr Selbstwert häufig im Keller und wir denken es würde ihr gut tun.

Das ältere Mädchen ist sehr verantwortungsbewusst und hilfsbereit. Unserer Tochter liebt sie und sieht sie als ihre "grosse Schwester". Gerade weil es so ist, wollen wir es wagen. Vielleicht überrascht und das und alles kommt anders als erwartet.

Loslassen fällt mir leider sehr schwer. Da muss ich an mir aber arbeiten, sonst werde ich noch wie meine Mutter #zitter die sich furchtbar an mich geklammert hat...

LG
Barbarelle

Beitrag von gismomo 30.01.10 - 15:47 Uhr

Hallo Barbarelle,

danke! :-)

So wie du schreibst würde ich es an deiner Stelle auch wagen. Vor allem wenn ein anderes, älteres Kind dabei ist, das sie als "große Schwester" ansieht - das ist ja dann sowas wie eine "Ersatzmama auf Zeit", emotional gesehen.

Und wenn du selber es so einschätzt, dass dir Loslassen schwer fällt und du an dir arbeiten möchtest, dann könnte es ja schon sein dass sie ab und an spürt, dass du dich damit schwer tust. Ich glaube Kinder sind sehr empfänglich dafür.

Ein "Restrisiko" ist ja immer bei den Entscheidungen dabei, man weiß einfach nie im Voraus, war es nun die absolut richtige Entscheidung oder nicht - man kann immer nur die Wahrscheinlichkeit einschätzen. Aber so wie du schreibst klingt es so, als sei es das Richtige, deine Tochter fahren zu lassen!

Alles Gute und liebe Grüße (meine Kinder sind von der Oma zurück, deshalb wird der Computer nun ausgemacht und Diktat geübt),

K.

Beitrag von barbarelle 30.01.10 - 19:04 Uhr

Wir haben heute sehr viel Mathe hinter uns gebracht. 1x1 ist bei uns drann und sobald ich den Freibrief der Lehrerin habe, kommt die CD drann (weisst ja, die ich dir empfohlen habe 1x1 in Rap-Version ;-) )

Morgen üben wir Diktat. Ein Glück tut sie sich in Deutsch gar nicht schwer.

LG und viel Spass bei allem was du mit den Kindern tust (der darf NIE zu kurz kommen)

Barbarelle

Beitrag von anira 31.01.10 - 11:44 Uhr

ist wiklich schwer
aber so vom lesen her tendiere ich zum nein
das hat doch auch nix mit glucke zu tun

und da ihre freundinen nicht fahren und nur jungs dabei sind die sie war kennt aber nicht sich auf sie verlassen kann so wie ich das verstanden habe
wwürde ich sie nicht mit schicken sie auf den sommer fürs camp verdtrösten und nächstes jahr im auge behalten mit einem vieleicht und schauen wir mal wie es da ist

Beitrag von barbarelle 31.01.10 - 13:15 Uhr

Puhhh Anira,

nun hast du mich ins Wanken gebracht. Die Anmeldung liegt vor mir und das schlimmste: Die kleine freut sich wie Bolle.

Mit den Betreuerinnen habe ich gesprochen. Es gehen nun statt einer, zwei Freundinen von ihr mit, welche schon lange die Funktion der "grossen Schwester" bei ihr haben.

Nun müssen wir wohl durch und das Auto gut auftannken. Das ganze findet Ende Juli statt...da ist sie schon etwas über 8...hoffen wir das Beste.

Liebe Grüße
Barbarelle