Was wenn man einfach nicht mehr..

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von ..reden kann? 30.01.10 - 16:33 Uhr

Ist ein "bisschen" lang geworden aber vielleicht wollt und könnt ihr euch ein wenig Zeit nehmen und euch meine Geschichte anhören.

Ganz typisch auch für uns.. Am Anfang war alles toll. Nein, PERFEKT. Mein Freund war ein Mensch der mich damals aus meinem schweren Leben "rausholte". Keiner verstand mich so wie er.
Keiner war so für mich da. Wahrlich DIE große Liebe meines Lebens!

#verliebt Irgendwann fingen wir an über die Zukunft zu reden.. Heirat, Kinder.

Seltsamerweise (warum seltsamerweise lest ihr später..) kamen diese Dinge zu allererst von ihm. Ich wusste er meinte "irgendwann" aber irgendwann fing ich dann an über die Familienplanung nachzudenken und sprach ich ihn drauf an. Es war ein inniger Moment.. Er nahm meine Hand
und meinte ich soll die Pille absetzten. Es war so wunderschön!

Ich wollte schon immer Kinder aber nur bei ihm war ich mir in dieser Sache sicher. Er war 100 % familien- und vatertauglich *g* Ich hatte die Pille also abgesetzt und als ich ihn dann nach einiger Zeit drauf ansprach änderte er schlagartig seine Meinung: "Doch erst in drei
Jahren, oder so!"

Anfangs war ich sehr perplex. Ich war verwirrt aber auch verletzt und wütend. Später wurde mir klar, dass er die typische Torschlusspanik hatte. Es half aber alles nichts.. ER WAR NICHT SOWEIT. Wir verhüteten anderweitig.. (Kondom)

Fast ein Jahr später wurde ich dann ungeplant schwanger. Ich wusste gar nicht wie ich ihm das beibringen sollte. Grad hatten wir uns wieder besser verstanden.

#zitter

Es kam letztendlich einfach wie aus der Kanone geschossen aus mir raus. Wir haben viel geredet und entschieden nicht abzutreiben. Vorallem ich entwickelte eine sehr starke und emotionale Bindung zu diesem Kind. Leider er nicht. Unr er fing an sich zu distanzieren.

Wir sahen uns daraufhin fast zwei Wochen nicht.. In diesen zwei Wochen bekam ich dann Blutungen. Als ich das Kind verlor war er bei mir aber kurz darauf hatte er mich verlassen. Wirklich verlassen. NIE fühlte ich mich so einsam!

#kerze

Irgendwann fing ich an mein Leben Stück für Stück wieder aufzubauen. Ich lernte neue Leute kennen.. und einen neuen Mann. Es war als hätte mich jemand an die Hand genommen
und mich "da raus geholt". Endlich konnte ich wieder raus.. Raus ins Leben!

Doch dann.. Dann kam der Anruf. Es brauchte seine Zeit aber am Ende ließ ich mein Herz entscheiden.. Ich nahm ihn zurück. DIE große Liebe meines Lebens halt.

Die erste Zeit war schwer aber wir versuchten alles hinter uns zu lassen und zusammen neu anzufangen.. ALS FAMILIE. Bald darauf erwarteten wir ein Kind. Unser Wunschkind. Und
nach dem Umzug in eine neue Wohnung schien bzw. WAR alles wieder PERFEKT.

#verliebt

Natürlich wird man nie wirklich vergessen können was die Vergangenheit mit sich brachte. Und manche Dinge bleiben vielleicht für immer unverziehen.. Doch eine Sache schien er vor sich
zu haben. Das "Happy End". Heiraten! Oft redete er davon. Oft wünschte ich es mir.

Ich war mittlerweile hochschwanger und Entscheidungen mussten getroffen werden. Ich sprach ich also drauf an und er meinte er hätte schon "was geplant". Er nannte mir sogar ein Datum.

Schnell vorspulen: ICH TRAGE BIS HEUTE KEINEN RING!

Tage, Wochen, MONATE vergingen bis zu diesem Datum. Es kam nichts. Nichts bei der Geburt unseres Sohnes, nichts nach der Geburt und auch nichts danach.

Er hatte es mir "versprochen". Unser Kind trägt nun seinen Namen weil ich von einer Heirat ausging. Sogar mein Umstands- hochzeitskleid hängt noch im Schrank.

Irgendwann fragt man sich was los ist.
Irgendwann macht man sich über die Beziehung Gedanken.
Irgendwann wird man mißtrauisch.
Irgendwann wird man wütend, traurig und verletzt..

#schmoll

Unsere Vorgeschichte und das Mißtrauen welches ich dadurch ihm gegenüber erlernen musste
so wie all die leeren Versprechungen danach die bis heute anhielten brachten uns wieder auseinander. Heute sitzen wir in einer noch größeren Wohnung, mit Kind und Kegel.
Ein aufgebautes Leben welches nicht weitergebaut wird. Nicht wirklich.

Wir haben das Reden verlernt. Wir schmeißen uns unwichtige Dinge an den Kopf. Wir sehen Fehler aneinander die keine sind. Wir gehen uns nur noch aus dem Weg.

Tagsüber denk ich.. Wenn er zu Hause ist, wird alles gut. ABER ES IST NIEMALS SO!

Ja.. Ich weiß was mein Problem ist: Ich kann ihm nicht verzeihen!

Nicht dass er mich damals verlassen hatte und auch nicht, dass er mich mit einem Hochzeitskleid sitzen ließ. Doch noch viel mehr kann ich ihm nicht verzeihen, dass es ihn nicht mehr stört wenn ich weine und auch nicht, dass er keinen Drang hat zu sehen dass manche Dinge zwar un-
verzeihlich sind und bleiben aber es sich denoch lohnt sie gut zu machen. Vielleicht GERADE mit den kleinen Dingen!

Also:

Was wenn.. man einfach nicht mehr reden kann?

:-( Trennen? "Endlich" einen entgültigen Schlusstrich ziehen?
:-) Zusammen bleiben? Weiter kämpfen.. auch für´s Kind?

Beitrag von kenne ich 30.01.10 - 16:48 Uhr

Hallo.
Ich glaube derne Geschichte könnte meine sein.
Wir führen das gleiche Leben.
Ich weiss wie du dich fühlst und wie weh das tut

Beitrag von ..reden kann? 30.01.10 - 16:54 Uhr

Und wie gehst du damit um?

Beitrag von kenne ich 30.01.10 - 17:02 Uhr

Gar nicht. Ich sitze genauso da wie du. Immer in der Hoffnung das sich etwas ändert. Wenn ich weine sitzt er neben mir und guckt weiter fern. Es interessiert ihn nicht.
Wenn ich mit ihm reden möchte, wie ich mich fühle und was mich bewegt, verdreht er schon die Augen.
Heiraten wollten wir auch und unser Kind trägt aus diesem Grund auch seinen Namen, aber er möchte im Moment nicht mehr.
In meinem ganzen Leben hat mich noch niemand so verletzt. Aber ich sitze zu HAuse und hoffe, weil ich ihn über alles liebe.
So gehe ich damit um und merke wie ich langsam neben ihm Kaputt gehe.

Beitrag von ..reden kann? 30.01.10 - 17:05 Uhr

Ich glaube uns geht es wirklich ähnlich..

Beitrag von kenne ich 30.01.10 - 17:08 Uhr

Ich glaube auch.
Das schlimme ist , jedesmal wenn ich meine das es langsam wieder schön und wie früher wird, rutscht mir irgendwas dummes raus und wir sind wieder ganz unten.
Ich überlege manchmal schon dreimal was ich sage

Beitrag von ..reden kann? 30.01.10 - 17:11 Uhr

So geht´s mir auch.. Die letzte Zeit reden wir deswegen auch kaum noch. Ich hab Angst was falsches zu sagen. Wenn er redet, dann nie über uns.

Beitrag von kenne ich 30.01.10 - 17:15 Uhr

Was seltsam ist , das ich mich nach seiner Nähe sehne und drauf warte das er mich mal in den Arm nimmt und küsst. Wenn er es dann tut, kann ich es aber nicht geniessen und drauf eingehen. Ich versteh das nicht. Genau das möchte ich doch. geht es dir auch so?

Beitrag von ..reden kann? 30.01.10 - 17:18 Uhr

Ja!

So auch wie ich geschrieben hab.. Z.B. wenn ich tagsüber auf ihn warte sehne ich mich nach ihm und denk ich mir, ich umarm ihn wenn er kommt.. aber kaum ist er da GEHT DAS NICHT!

Ich glaube irgendwann hält man unterbewusst Abstand.. vielleicht um nicht verletzt zu werden!?

Beitrag von kenne ich 30.01.10 - 17:22 Uhr

Da könntest du recht haben.
Sagt er dir denn noch das er dich liebt?
Meiner nicht bzw er hat gesagt das er es noch tut aber er kann nicht ich liebe dich sagen so wie er es früher fast jeden Tag getan hat. Das tut noch viel mehr weh


Beitrag von ..reden kann? 30.01.10 - 17:26 Uhr

Mhh.. schwer. Erst gestern meinte er noch, dass er mich liebt aber zwischen Worten und Gefühlen sind manchmal Welten. Manchmal denke ich er weiß selbst nicht was er mit
Liebe meint.. zumal er oft sagt, dass er auch noch mit mir zusammen ist weil er
mich von früher liebt.. vermisst. Und DAS nicht aufgeben will.

Aber wo ist der Kampf dafür..?

Beitrag von kenne ich 30.01.10 - 17:29 Uhr

Ich denke das Männer irgendwann aufhören zu kämpfen

Beitrag von ..reden kann? 30.01.10 - 17:32 Uhr

Ich denke Männer hören irgendwann auf zu sehen dass man kämpfen muss..

Beitrag von kenne ich 30.01.10 - 17:37 Uhr

Stimmt.
Eine Freundin hat mal zu mir gesagt, das er sich zu sicher ist und das er wieder merken muss, das auch andere Männer interesse an mir haben.
Wenn ein mann sich zu sicher ist, lässt er alles laufen.
Ich denke sie hat recht.
Warum sollten unsere Männer sich Mühe geben, wir bleiben doch eh bei ihnen

Beitrag von ..reden kann? 30.01.10 - 17:43 Uhr

Du hast es erfasst!!

Das Problem ist es auch bei uns. Darum kümmert´s sie wahrscheinlich nicht mehr wie früher vielleicht, dass wir weinen, etc.

Wir haben so oft über Trennung geredet. Oft sagte ich, ich will mich trennen aber tat es nicht - UNS zu liebe. Er denkt nun natürlich "Sie trennt sich eh nicht." Ich glaub sie nehmen es nicht mehr ernst.. Aber sie verwechseln, dass wir kämpfen.. sie nicht aufgeben wollen/können.

Klar, es gibt oft Situationen wo ich denke und sage, dass wenn alles einfacher wäre.. und alles schnell geklärt, (Wohnung, etc.) ich sofort gehen würde. Es hängt natürlich auch viel mit der Angst und Umständlichkeit einer Trennung zusammen aber halt NICHT NUR..

Ich kann einfach nicht wahrhaben, dass all die Jahre und die ganzen Schwierigkeiten in der Beziehung einfach beentet werden sollen. Auch wg. unserem Kind.

Es ist so schwer :-(

Beitrag von Dein Leben? 30.01.10 - 16:49 Uhr

Willst du bis an dein Lebensende rumsitzen und warten?
Der erste Mann holt dich aus deinem schweren Leben raus, der zweite Mann holt dich auch irgendwo raus.
Der erste Mann sagt dir ein Hochzeitsdatum, du sitzt da und wartest, nichts passiert.
Kannst du dein Leben nicht selber in die Hand nehmen, selber etwas entscheiden, etwas TUN und nicht nur warten, dass andere was tun?

Beitrag von ..reden kann? 30.01.10 - 16:54 Uhr

Mein ganzes Leben habe ich alleine gemeistert! Davon abgesehen gibt es aber Dinge im Leben die schafft man nicht oder nur schwer alleine!

Beitrag von kenne ich 30.01.10 - 16:54 Uhr

Ich finde manche Antworten könnten mit etwas mehr Feingefühl geschrieben werden.
Ihr geht es doch schlecht und für was ist dieses Forum denn da?
Um sich Rat und Meinungen anderer zu holen.
Manchmal ist man Gefühlsmässig so tief drin, das man nicht mehr weiter weiss und einfach nur hofft das es besser wird.
Wenn man Liebesdinge mit dem Verstand lösen könnte, dann wäre alles prima

Beitrag von nick71 30.01.10 - 17:25 Uhr

Jaja...die Hoffnung stirbt zuletzt.

Leider verändert sich durch Hoffnung aber nix zum Besseren.

Und sein Leben in die eigene Hand zu nehmen, halte ich grundsätzlich für den einzig wahren Tipp. Wenn ich schon höre, "er hat mich da rausgeholt" (und das nicht nur auf einen, sondern gleich auf zwei Männer bezogen), wird mir schlecht...da würde ich an Stelle der betreffenden Person dringend mal anfangen, an meinen Defiziten zu arbeiten.

Feingefühl hin oder her...wem bringt das letztendlich was?

Beitrag von ..reden kann? 30.01.10 - 17:27 Uhr

1. "Irgendwann fing ich an mein Leben Stück für Stück wieder aufzubauen."

ICH ALLEINE!

2. "Es war als hätte mich jemand an die Hand genommen
und mich "da raus geholt"."

Damit meinte ich nicht den anderen Mann!

Beitrag von ..reden kann? 30.01.10 - 17:30 Uhr

"Ist er prinzipiell ein Mensch, der vor Konflikten flüchtet?"

Ja.. das stimmt! Das war leider von Anfang an sein (unser) Problem.

Beitrag von madame.de.pompadour 30.01.10 - 17:18 Uhr

Habe ich das jetzt richtig verstanden, Du lebst jetzt wieder mit dem Mann zusammen, mit dem Du das erste Baby verloren hast?

Habt Ihr jemals aufgearbeitet, warum er Dich damals verließ? Es klingt jedenfalls nicht danach, da es Dir noch durch den Kopf schwirrt.

Darf ich fragen, ob Ihr jemals über die nicht stattgefundene Hochzeit geredet habt? Du hattest ja schon ein Kleid, wie hat er darauf reagiert?

Für mein Gefühl hängen zu viele unausgesprochene Themen bei Euch im Raum. Habt Ihr Euch eigentlich überhaupt einmal in Eurer Beziehung so richtig gestritten oder umschleicht Ihr prinzipiell jeden Konflikt?

LG
M

Beitrag von ..reden kann? 30.01.10 - 17:21 Uhr

Er kam mit der Situation nach der Fehlgeburt nicht zurecht und floh sozusagen.

Die Trennung haben wir nie wirklich aufgearbeitet. Stimmt. Verzeihen kann man sowas wohl nie, aufarbeiten vielleicht schon aber er redet nicht mehr über die Vergangenheit.

Und auch über die Hochzeit haben wir geredet. Oft. Sehr oft. Zu oft. Er hatte immer anderer "Ausreden". Warum er mich nicht fragte nachdem er es vor hatte..!? Ich weiß nicht. Ich
glaub er wohl auch nicht..

Beitrag von madame.de.pompadour 30.01.10 - 17:27 Uhr

Ja, das hatte ich mich fast schon gedacht. Es ist für mein Gefühl unmöglich eine Beziehung bzw. Vertrauen wieder aufzubauen, wenn man nicht die Vorfälle klärt.

Ist er prinzipiell ein Mensch, der vor Konflikten flüchtet? Es klingt jedenfalls so, wenn ich Deine Zeilen lesen.

Ich würde Dir raten, es wirklich noch ein Mal zu versuchen. Was hast Du zu verlieren? Wenn Du es nicht schaffst, ihn zum Reden zu bringen, kannst Du immer noch gehen aber so lange Du noch Gefühle für ihn hast, würde ich zumindest alles versuchen.

Simone schrieb weiter unten, dass Du ihm schreiben sollst. Ich finde das ist ein super Vorschlag. Auf jeden Fall solltest Du ihm klar machen, wie unglücklich Du bist, sonst fährt sich die Situation nur weiter fest.

LG
M

Beitrag von ..reden kann? 30.01.10 - 17:31 Uhr

"Ist er prinzipiell ein Mensch, der vor Konflikten flüchtet?"

Ja.. das stimmt! Das war leider von Anfang an sein (unser) Problem.

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