Frage zu der Sache mit Steuerklasse IV/IV bei Ehepaar

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Beitrag von pummelchen7182 30.01.10 - 17:07 Uhr

Eine Bekannte hat mich darauf angesprochen ob wir jetzt auch mehr aus unserem Brutto rausbekommen, weil wir beide Steuerklasse IV/IV haben, da wir unmerklich gleich viel verdienen haben wir diese Steuerklasse seit unserer Hochzeit vor 3 Jahren.

Nun soll man einen "Faktor"? dazubekommen und man würde mehr Netto haben. Stimmt dass? Kenn mich nun gar nicht damit aus #schwitz

Den wir haben diesen Monat beide das gleiche ausgezahlt bekommen wie schon immer.

Würde mich über ne nette Antwort freuen.

LG

Beitrag von wemauchimmer 30.01.10 - 18:03 Uhr

Also ich kann Dir soviel verraten: Versteuert wirst Du nicht nach der Steuerklasse, sondern nach der Splittingtabelle.
Du kannst Steuerklassen so wählen, daß Du weniger Abzüge vom Bruttolohn hast, dafür mußt Du halt bei der Einkommensteuererklärung nachzahlen oder bekommst weniger raus. Oder Du hast mehr Abzüge vom Bruttolohn und dafür bekommst Du mehr bei der Steuererklärung zurück. Unterm Strich hast Du in beiden Fälllen für ein Jahr genau dasselbe an Steuern bezahlt (nur eben vielleicht früher oder später). Jetzt kannst Du vielleicht einen gefühlten Vorteil davon haben, wenn Du mehr vom Brutto rausbekommst, oder einen Zinsvorteil, der sich jedoch auch nicht auf Deine Lebensqualität auswirken wird.
Insofern mußte Dir da nicht soviel Gedanken machen. Die Sache sieht nur dann etwas anders aus, wenn Du Lohnersatzleistungen beziehst, die sich aus dem Nettolohn berechnen (z.B. Mutterschaftsgeld, Elterngeld). Aber das ist natürlich auch wieder eine ganz andere Baustelle.
LG

Beitrag von pummelchen7182 30.01.10 - 18:04 Uhr

#danke

Beitrag von miau2 30.01.10 - 19:08 Uhr

Hi,
nagel mich nicht fest, für uns war und ist das eher uninteressant, da es aller Voraussicht nach für die nächsten XX Jahre noch einen gewaltigen Einkommensunterschied zwischen meinem Mann und mir geben wird.

Aber ich glaube gehört zu haben: bis 2009 gab es entweder
IV/IV oder III/V

Bei IV/IV hatte man relativ hohe Abzüge, Nachzahlungen sind aber eher die Ausnahme (ausgenommen bei noch anderen Dingen wie Lohnersatzleistungen). Empfohlen war das für alle die wir ihr entweder ungefähr gleich viel oder zumindest nicht sehr deutlich unterschiedlich viel verdienen.

Bei III/V hat man niedrigere Abzüge, da derjenige mit dem höheren Einkommen alle Freibeträge auf sich nimmt. Empfehlenswert war das bei Einkommenversteilung ab 2/3 / 1/3...also doch sehr deutlichen Unterschieden. Die Chance, dass man zu wenig Steuern abführt und nachzahlen muss ist naturgemäß deutlich höher (ein Muss ist es aber nicht - aber weil die Chance deutlich höher ist ist man bei diesen Steuerklassen zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet).

Einen Mittelweg gab es nicht. Den soll es jetzt über irgend einen Faktor geben. Wie genau das funktioniert weiß ich nicht, aber es soll meine ich so aussehen, dass Ehepaare mit geringem, aber vorhandenen Einkommensunterschied auch weniger Lohnsteuer abführen- aber das Risiko der Nachzahlung geringer ist, weil nicht ganz so wenig abgeführt wird wie bei III/V.

Ich denke, wenn ihr nur einen sehr geringen Einkommensunterschied habt wäre auch das nichts für Euch. Google doch mal ein bißchen, würde mich wundern, wenn du in den Medien der letzten Wochen nichts darüber findest.

Im Endeffekt (übers Jahr gesehen inklusive gemachtem Lohnsteuerjahresausgleich) kommt bei allen Modellen das gleiche raus, wenn man mal den Faktor "Verzinsung" vernachlässigt. Man zahlt bei keinem (wenn man eine Steuererklärung abgibt, was man bei IV/IV ja nicht automatisch muss, soweit ich weiß) insgesamt mehr oder weniger Steuern - nur der Zeitpunkt, wann man sie zahlt ist unterschiedlich.

Viele Grüße
Miau2