Betreutes Wohnen - Erfahrungen gesucht

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von kikou 30.01.10 - 17:10 Uhr

Hallo,

Meine Mutter ist über 80 und verwitwet. Bisher lebt sie noch alleine und kommt auch mehr oder weniger alleine klar. Ihre altersbedingten Gebrechen sind alle "körperlich", geistig ist sie noch total fit. Meine Schwester und ich wohnen 500 bzw. 200 km von ihr weg, wir sind also nicht eben mal zu ihr hingefahren, wenn etwas ist.

Jetzt würden wir ihr eigentlich gerne den Vorschlag unterbreiten, im Wohnort der einen oder der anderen Tochter in eine betreute Wohnung zu ziehen. Wir Kinder würden finanziell dafür aufkommen, bzw. sie unterstützen (ihre Rente ist sehr gering), keine Frage. Wir haben beide nicht die Möglichkeit, sie bei uns zu hause aufzunehmen.

Ich bin jetzt auf der Suche nach Erfahrungen, vor allem, wie es ist, einen so alten Menschen nochmal "umzusiedeln". Meine Mutter ist eigentlich ein geselliger und kontaktfreudiger Mensch, und hat auch noch ein paar Freundinnen in ihrem Alter am jetztigen Wohnort.
Kann sie nochmal Fuss fassen in einem neuen Umfeld? Oder sollen wir doch lieber abwarten, bis es gar nicht mehr geht, und dann an ein Altersheim denken? Aber das ist ja noch schwieriger, oder?

Ich würde mich über Rückmeldungen freuen.
Danke,
Kikou

Beitrag von brotli 30.01.10 - 17:49 Uhr

hallo

meine ex schwiegermutter hatte enorme schwierigkeiten ins betreute wohnen zu gehen, da war auch die frage ob man wartet und dann sie irgendwann muss.
mit viel überreden ist sie dann doch ins betreute wohnen gegangen und weißt du was sie nach einer woche gesagt hat? wieso hab ich das nicht früher gemacht, ich fühl mich so wohl....
ja, so ist es auch. es geht ihr sehr gut da, sie hat neue bekannte gefunden und ist nie alleine.

schaut euch einmal alleine um was es bei euch gäbe und dann könnt ihr schonmal eine vorauswahl treffen was gut ist.

l.g.

Beitrag von blahblah 30.01.10 - 21:08 Uhr

Wenn deine Oma noch fit im Kopf ist und ihren Haushalt allein schmeißen kann ist sie im Betreuten Wohnen gut aufgehoben. Allerdings ist dort zu bedenken das jeder Handschlag den die Betreuer tun extra kostet. Wenn sie auf absehbare Zeit nicht mehr allein klar kommen wird würde ich mit dem Wohnheim absprechen ob sie im Ernstfall auch vom WH ims Altersheim umsiedeln könnte.
Meine Oma ging mit leichten Gedächtnislücken aber ansontsten Fit ins Wohnheim, hatte dort ne eigene Wohnung. Es endete in einer Katastrophe, weil sie wie sich nachher rausstellte Alzheimer hatte und das ne Zeitlang irgendwie geschafft hat das zu überspielen. Irgendwann wurden aber ihre Lücken so groß und ihre Wahnvorstellungen so schlimm das das nicht mehr dort ging. Ein Umzug ins Heim ging aber so leicht auch nicht.
LG
#bla

Beitrag von windsbraut69 31.01.10 - 09:03 Uhr

Wenn sie geistig noch so fit ist, laßt SIE doch entscheiden, wo sie leben möchte.
Wenn sie an ihrem jetzigen Wohnort noch Kontakte hat, die ihr wichtig sind, möchte sie evtl. dort bleiben und ggf. auch da in eine betreute Wohnung ziehen?

Ihr könnt sie doch weiterhin dort besuchen.

Gruß,

W

Beitrag von kikou 31.01.10 - 17:35 Uhr

Hallo Windsbraut,

klar könnte sie auch in ihrer jetztigen Heimatstadt ins betreute Wohnen, für uns würde es dann allerdings sehr aufwendig werden, sie zu besuchen (weil ja dnan keine Wohnung mehr da wäre, wir müssten dann quasi ins Hotel). Und mal ehrlich, leider werden die Freundinnen ja von Jahr zu Jahr weniger, in absehbarer Zeit werden diese auch nicht mehr da sein, dann ist sie ganz alleine.
Insofern dachten wir, dass es für alle bequemer und stressfreier wäre, wenn sie im Wohnort der einen Tochter wohnt (die dann alle 2 - 3 Tage mal nach ihr schauen könnte) und die andere Tochter hätte dann quasi eine Unterkunft, wenn sie mal nach Muttern schauen kommt.

Selbstverständlich soll sie das selber entscheiden, ich habe ja auch eher nach Erfahrungen gefragt, eben wie es so ist, in diesem Alter noch umzuziehen. Ich dachte ja, es sei besser, das jetzt noch in Angriff zu nehmen, wo sie noch halbwegs fit ist, damit sie noch neue Bekanntschaften schliessen kann als später, wenn sie gleich in ein Pflegeheim muss. Vielleicht ist das aber auch falsch gedacht, keine Ahnung.

Gruss,
Kikou

Beitrag von windsbraut69 01.02.10 - 07:14 Uhr

Ja, ich versteh eben einfach nicht, warum Du hier fragst und nicht erstmal bei ihr klärst, ob sie warten möchte, bis ihre Freundinnen nicht mehr leben.

Bequemer wird es in erster Linie für Euch, wenn sie umzieht...

Wenn Du aber nach Erfahrungen fragst - meine Großtante ist jetzt seit einigen Jahren im Heim und hat das lange vor sich hergeschoben, weil sie ihre Unabhängigkeit nicht aufgeben wollte. Sie hat darauf bestanden, in ihrer Wohngegend zu bleiben wegen ihrer Kontakte dort und ihrer Gewohnheiten. Ihre Töchter haben sie vorher besucht und tun das heute genau so und nehmen dafür sehr weite Fahrten in Kauf.
Erkundigt Euch doch mal, wenn die beiden nicht ins Hotel oder eine Pension wollen, gibt es im Heim die Möglichkeit, günstig zu übernachten.

LG

Beitrag von leahhh 31.01.10 - 15:06 Uhr

Hallo Kikou,
meine Mutter ist mit 80 Jahren ins Betreute Wohnen gezogen. Sie war durch Krankheit körperlich so geschwächt, dass wir schon glaubten, sie müsse auf eine Pflegestation. Sie wollte eigentlich nicht gehen, aber alleine in ihrer Wohnung war nicht mehr möglich. Ich lebe auch 200 km weg. Jetzt lebt sie seit 2 Jahren dort und fühlt sich sehr wohl. Wir haben ihr die Wohnung schön hergerichtet und sie hat viele Kontakte geknüpft. Wenn sie alleine sein will, geht sie in ihre Wohnung. Letztens hat sie mir voller Stolz mitgeteilt, heute hätten sich mehrere zusammengetan und sie haben Pizza bestellt. Sie kann nicht mehr selber kochen, bekommt dort allerdings Vollpension - sie isst im Speisesaal. Also für uns war es eine gute Entscheidung.
Viele Grüße Leah

Beitrag von wort75 01.02.10 - 13:14 Uhr

die idee ist gut. man muss über solche sachen reden. dass man omi nicht mehr heimholt ist heute üblich - sie wird damti auch nicht rechnen.

aber das wohnheim sollte im ort der oma sein, nicht in deinem oder dem deiner schwester.
alte leute sind oft stark verwuzelt. da gibts den frauenverrein, die kirchgemeinde, strick- und sticknachmittage - da kannst du sie nicht rausreissen. als mein schwiegervater starb haben wir aus lauter mitleid angeboten, grosmutter bei uns aufzunehmen. hey, war die ärgerlich: wie sollte sie dann zum jodlerverein, zum walliserverein und zu ihrem computerkurs? oder zum weibernachmittag im freibad?

wenn sie ablehnt ists noch nicht vorbei: sowas muss sich erst setzen. mein opa war am schluss auch im wohnheim. hat er nie gewollt, aber dann gings eine weile gut. leider gab er geistig bald ab und er hätte nicht mehr im wohnheim bleiben können. er hat dort fast die küche abgefackelt...