frage zu psychischen krankheiten

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von großesfragezeichen 31.01.10 - 19:28 Uhr

Gehen Depressionen nieganz weg? Ich meine muss man damit leben das es irgendwann wieder schlimmer ist,man wieder hilfe und Medis benötigt? Oder auch Angstzustände,kann man sowas wirklich nicht für immer besiegen?

Nach dem Tod meines Mannes geht es mir sehr schlecht ich rutsch immer tiefer und mir wird nun schon mehrfach gesagt das man da nie mehr raus kommt,also aus depressionen meine ich. Mein mann ist 8 jahre tot ich bin seit dem immer mal in Behandlung,dann gehts wieder aber es kommt alles immer wieder und scheinbar dann doppelt so schlimm wie davor...

Beitrag von sniksnak 31.01.10 - 19:46 Uhr

Was heißt denn "immer mal in Behandlung"?

Beitrag von gh1954 31.01.10 - 19:50 Uhr

Hast du eine Therapie gemacht und beendet.?

Ich schließe mich sniksnaks Frage an... was bedeutet "immer mal in Behandlung"?

Beitrag von großesfragezeichen 31.01.10 - 19:57 Uhr

ich hab 3 mal eine behandlung gemacht die letzte dann auch in einer klinik,danach kur etc.

mal hab ich halt das gefühl alles ist gut und dann kommen wieder die phasen wo es richtig schlecht ist und ich total rein rutsche

Beitrag von sniksnak 31.01.10 - 21:52 Uhr

Und über welchen Zeitraum gingen die Behandlungen? Hast du sie abgeschlossen?

Beitrag von sandra7.12.75 31.01.10 - 20:13 Uhr

Hallo

Ganz weg gehen die wohl nie.Ich war 5 Wochen in Reha und erst dort kamen ganz andere Probleme ans Tageslicht.Dann geht es mir schlecht,komme aber mittlerweile gut klar.Ich versuche dann wirklich ruhig zu bleiben inne zu gehen und versuchen den Auslöser zu finden.
Versuche mal Muskelentspannung(geht nicht bei einer Panikattake) und viel Sport.
Dann besorge dir was gutes zu lesen über Ängste.

lg

Beitrag von sandra7.12.75 31.01.10 - 20:16 Uhr

ganz weggehen weiß ich selber noch nicht da ich noch nicht so weit bin.Ich wünsch dir alles Gute.

Beitrag von alpenbaby711 31.01.10 - 20:25 Uhr

Ich würde mal sagen sie gehen nie ganz weg, aber du wirst Wege finden, bei einer Therapie, wodurch du möglicherwiese nicht mehr so absackst und lernst damit umzugehen. Dann wirds nicht mehr so schlimm.
Also ne Chance auf ein gutes LEben hast du. Ich weiß wovon ich rede.
Ela

Beitrag von suriya 31.01.10 - 23:51 Uhr

versuche mal kriyayoga

Beitrag von lbunny 01.02.10 - 06:07 Uhr

Ich möchte jetzt zwar nicht für alle sprechen, aber meiner Meinung nach können Depressioen für immer " weggehen". Nämlich dann wenn man es für sich beschließt und keinen Nutzen mehr aus einer solchen Erkrankung zieht. Also sich aktiv um das Leben kümmert und die Depressionen nicht " hinnimmt".
Es gibt unterschiedliche Formen ( Episoden, auch mal eine Episode oder eine chronische Erkrankung). Der Dopaminhaushalt zeigt sich verändert.

So extreme Erlebnisse wie der Tod deines Mannes zeigen einem die " Hilflosigkeit" auf, mit denen wir im Leben Situationen " hinnehmen" müssen. Vielleicht verlieren wir dann den Mut, aktiv das eigene Leben zu gestalten, wenn doch alles wieder zerstört werden kann, ohne das wir was tun können.
Diese " Starre" läßt es dann nicht zu, den Mut aufzuzbringen, innere Veränderungen zuzulassen, die zur vollständigen Heilung notwendig wären.
Depressionen haben etwas von : Ich halte mir selbst die Augen zu und sage zu jemand anderen, jetzt siehst du mich nicht!.
Das Leben berücksichtigt dich trotzdem, es sieht dich und es könnte eine Erleichterung sein festzustellen, das man die Verantwortung für sich trägt, das das Leben unmittelbar mit einem selbst zusammenhängt.
Manchmal kann man das Ergebniss einer Situation nicht beeinflussen, aber sein inneres Erleben und sein Handeln, hat man selbst in der Hand.

Vor neun Jahren, hatte ich eine schwere, depressive Episode. Seither habe ich viel über mich gelernt und sie ist nie wieder gekommen.
Natürlich bin ich manchmal traurig und unglücklich, aber es hat nichts mehr mit der Tiefe von damals gemeinsam. Ich habe mein Leben noch nicht zu Ende gelebt und kann dir nicht sagen, ob ich mich nochmal anders entscheide. Aber ich selbst, glaube nicht, dass ich eine solche Depression nochmal zulassen werden, bzw es kann. Es ist einfach nicht mehr mein Weg. So fühlt es sich zumindest an.

Es ist nur meine Sicht der Dinge und ich möchte diese Sicht niemanden aufdrängen, es ist eine Möglichkeit von Vielen. Sie hat keine Allgemeingültigkeit.

lieben Gruß

E.

Beitrag von luci82 06.02.10 - 23:36 Uhr

"Keinen nutzen mehr aus seiner erkrankung zieht"
. heute wird das wort "depression" einfach viel zu häufig gebraucht, ist irgendwie mode geworden. oft ist es einfach nur selbstmitleid etc. oft steckt aber auch viel mehr dahinter: veranlagung, traumata, stoffwechselerkrankungen im gehrin....und da kannst du dich nicht einfach selbst "rausziehen".
das krankheitsbild ist so komplex, dass man sich nicht einfach "in behandlung" begeben kann, und denken, man wird geheilt. ich glaube, man kann viele formen der depression heilen oder zumindest soweit behandeln, dass man damit leben kann...du musst nur die richtige behandlungsform und evtl auch medikamentation finden- das ist nicht so leicht, aufgrund der komplexität- dann wirst du- auch wenn du zu denen gehörst, bei denen es ein leben lang bleibt-gut damit leben können.
aber verallgemeinernd zu sagen, man wäre selbst schuld und müsse sich nur genügend anstrengen um da wieder rauszukommen, stimmt einfach nicht!

Beitrag von lbunny 07.02.10 - 18:25 Uhr

das du jetzt eine Schuldfrage draus machst, ist bezeichnend für unsere Lebensauffassung und ist auch eins der Aspekte warum Menschen mit dem wachsenden Druck nicht mehr zurecht kommen.

Ich habe keine Schuldzuweisung gemacht, sondern lediglich darauf hingewiesen, dass die Verantwortung für das eigene Leben nicht bei anderen liegt. Ich habe auch klar gemacht, dass es MEINE Meinung ist und keine Allgemeingültigkeit hat. Also ob meine Wahrheit stimmt oder nicht, kannst du nicht wirklich beurteilen. Du kannst nur feststellen ob deine Wahrheit mit meiner übereinstimmt.

Ich schrieb auch in keinem Satz, dass es einfach ist, oder das man sich nur genügend anstrengen muss.
Hier eine ausführliche Darstellung meiner Meinung kund zu tun sprengt den Rahmen, also kann das hier höchstens ein Gedankenanstoß sein. Wenn er ihr gefällt kann sie das Ganze selbst vertiefen.


"das krankheitsbild ist so komplex, dass man sich nicht einfach "in behandlung" begeben kann, und denken, man wird geheilt."
>Genau<

Was das Stoffwechselbild im Gehirn angeht, ja, das ist bei Depressionen verändert.
Aber, erstens : was war zuerst da?
zweitens: muss man sich deshalb ergeben?

Auch bei ein Gehirn mit veränderten Stoffwechsel ist ein trainieren und automatisieren von gewünschten Gedankengängen möglich.


Wie gesagt einfach ist es nicht, aber der Weg ist einfacher, erträglicher und weniger anstrengend als eine Depression, nur muss man erstmal dahinter kommen und dann Geduld mit sich haben.
Schon meine Mama hat gesagt, der erste Schritt ist immer der schwerste :-D


Beitrag von :-:- 01.02.10 - 12:13 Uhr

hi, ich kann aus eigener erfahrung schreiben, dass ich da wieder raus gekommen bin.

14 wochen klinik und 3 jahre ambulante therapie haben geholfen. ich nehme keine tabletten mehr und komme mit mir und meinem leben klar. es hat lange gedauert aber ich habe es geschafft. auch wenn ich mein leben lang besonders auf mich achten muß um nicht "rückfällig" zu werden. aber man lernt auch die anzeichen richtig und vor allem früh genug zu deuten und dementsprechend zu handeln.

alles gute