Wo soll ich anfangen?

Archiv des urbia-Forums Ungeplant schwanger.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Ungeplant schwanger

Was ist, wenn eine Schwangerschaft überraschend und ungeplant kommt? Hier kannst du fragen, wie andere diese Situation bewältigt haben. Grundsatz-Diskussionen um das Thema Schwangerschafts-Abbruch sind allerdings besser im Forum "Allgemeines" aufgehoben.

Beitrag von tinazoe 31.01.10 - 21:34 Uhr

Ungewollt schwanger bin ich nicht mehr... Aber ich weiß nicht, wo es sonst rein passt.

Einige von euch haben vielleicht vor einiger Zeit meine Beiträge gelesen.

Wir haben 2 Kinder und plötzlich war ich durch vergessene Verhütung ungewollt und auch sehr unpassend schwanger.

Über uns brach eine Welt zusammen. WIr haben viel geweint und noch mehr geredet, wie schon seit langem nicht mehr.
Schlussendlich entschieden wir uns für einen Abbruch.
Ich war in der 7. Woche. Das war im September.

Danach war es, als ob eine schwere Last wegfällt. Die ersten 2 Wochen ging es mit prächtig. Die 2 Wochen darauf war ich ein totales Wrack. Mir gings total mies, hab nichts mehr auf die Reihe gebracht.

Es ging zwar wieder "Berg auf", aber irgendwie bin ich nicht wieder ich selbst.
Schwer zu beschreiben. Die Probleme, die wir damals gesehen haben, erscheinen mir jetzt absolut nichtig.

Ich muss laufend dran denken, wie weit ich wär, Mädchen oder Junge etc...
Ich mache mir selbst Vorwürfe, wie ich das nur tun konnte. Es gibt gute Tage, es gibt aber auch schlechte Tage, an denen ich nur heule und mir alles egal ist.
Auf dem Weg in die Arbeit ist es mir total egal, ob ich zu schnell fahre und einen Unfall bauen würde. Ich denk an nichts. Noch nicht mal an meine 2 Süßen.
Und das macht mir gewaltig Angst.

Mein Mann versucht mich zu trösten, versteht mich aber nicht wirklich. Wir haben zusammen entschieden. Für ihn ist es immer noch richtig. Gerade jetzt. Er ist Anfang des Jahres arbeitslos geworden und ist froh, das wir so entschieden haben.

Ich stelle aber alles in Frage und habe an manchen Tagen einen unbändigen Kinderwunsch. Totaler Schwachsinn, denn genau DAS Würmchen bringt mir niemand wieder. Auch die Probleme, die damals so schwer wogen sind noch nicht beseitigt.

Die Beziehung zu meiner Mama hat unendlich gelitten. Ich habe mit meinen Eltern darüber geredet und hätte ihre vollste Unterstützung bekommen.
Sie konnte/kann es überhaupt nicht nachvollziehen.

Nun ja, ändern kann man es nicht und ich habe es auch überhaupt nicht auf Mitleid abgesehen.
Eher auf Informationen/Rat, wie ich diese schlechten Phasen überstehen kann. Wie ich wieder ich selbst werde.

Danke
LG
TIna

Beitrag von tany35 31.01.10 - 22:01 Uhr

Hallo Tina!!!!
Ich lese gerade deine Geschichte und fange an zu weinen.Weiß nicht ob ich die Richtige für dich bin aber ich bin bald evtl in einer sehr ähnlichen Situation!
Mal von vorn.Ich bin seit 9 Jahren mit m Mann zusammen und seit 1 1/2J verheiratet.
Das war schon ein Kampf!
Er war verheiratet und hat 2 Kinder.
Damals bat er mich um Zeit,denn ich wünschte mir nichts mehr als ein Kind mit ihm.
Ich liess ihm Zeit-zuviel wohl.
Vor 3 Jahren zog überraschend sin jetzt fast 15j Sohn zu uns.Nicht leicht,aber für mich keine Frage.
Doch dann kam das Thema Kind wieder hoch und er meinte nur-ich hab mich dagegen entschieden,ich will keines mehr!
Für mich brach eine Welt zusammen.Die Beziehung bröckelte,ich hab viel gearbeitet.Er hat fast etwas mit einer anderen angefangen,so fertig war er.Bereute seinen "fast-Fehltritt"sehr.Ich trennte mich.Liebe ihn aber und bin zurück.
Immer wieder das Thema Kind.Immer ein NEIN von ihm,obwohl er mir Jahrelang Hoffnung machte!
Jetzt ist es passiert!Seit Freitag weiß ich,dass ich in der 7.Woche schwanger bin.Gestern hab ich es ihm gesagt.Wie bei dir Verzweiflung,Tränen,Angst.
Er ist richtig fertig,hat angst das er das allesnicht zahlen kann und die Kraft noch mal alles von vorn durchzumachen hätte er nicht!Ich liebe ihn sehr-er mich wohl auch,aber es ist mein größter Wunsch und letzte Chance(bin 37),was soll ich nur tun???
Es wäre mein erstes Kind.
So wie du es bei dir beschreibst
so fürchte ich es bei mr auch!
Was soll ich nur tun?
Würde dir so gern helfen und hoffe du bist nicht böse,aber ich erkenne meine Situation in deiner wieder!
Wünsche dir Kraft es durchzu stehen!
Denk daran-du hast 2 süße Kinder,sie brauchen dich und das ist wunderbar!!!!!
Liebe Grüße Tanj

Beitrag von salida-del-sol 31.01.10 - 22:25 Uhr

Hallo, liebe Tanj,
Du weißt seit gestern dass Du schwanger bist und da sind Tränen, Verzweiflung und Angst weil Du nicht weißt was Du tun sollst.
Es kann nicht darum gehen, was Du tun sollst, sondern was Du tun möchtest. Dass Du eine Entscheidung treffen kannst, auf die Du in vielen Jahren noch stolz zurückblicken kannst.
Du hast Dir immer ein Kind gewünscht, und nun bist Du diesem Wunsch greifbar nahe. Lass Dir Dein Wunschkind von nichts und niemand nehmen. Denn eine Abtreibung für einen anderen lohnt sich nicht. Nicht nur Dein Mann hat Recht auf seinn Sohn, auch Du hast ein Recht auf ein Kind.
Deine Angst vor den Folgen einer Abtreibung sind nicht unberechtigt. Es kann eine Verlusterfahrung werden, die Dich über Jahre hinweg körperlich und psychisch belasten kann. Du weißt tatsächlich nicht welche Chancen Dir das Leben noch bieten wird.
Du hast ihn lieb, und wenn Du ihm wertvoll bist, dann wird er Dich verstehen. Und wenn er Dich an diesem Punkt nicht versteht, dann ist er Dein nicht wert.
Denn es sind 2 Paar Stiefel kein Kind zu wollen oder kein Kind zu wollen, wenn sich eines auf den Weg gemacht hat.Liebe kann nicht immer eine Einbahnstraße sein.
Eine Beziehung wird durch eine Abtreibung nicht gerettet. Es kann sein, dass dadurch ein tiefer Riß zwischen Euch käme.
Ich persönlich glaube nicht das Kinder passieren, vielleicht ist es eher ein Tritt von höherer Instanz, dass Du zu Deinem Recht kommst. Fange an für Dich und Dein Kind zu kämpfen.
Sei ganz lieb gegrüßt von salida-del-sol

Beitrag von tweety83 31.01.10 - 23:53 Uhr

Hallo,

ich stimme meiner Vorrednerin zu!#pro

Lass dir dein Baby nicht nehmen von niemanden!#liebdrueck

Hinterher wirst du es bereuen, hör auf dein Herz!

LG tweety#blume

Beitrag von stella12 01.02.10 - 10:18 Uhr

hallo Tanja,
deine geschichte berührt mich sehr. es scheint mir, du bist immer am kämpfen...um eure beziehung...ums heiraten...um ein kind.
und jetzt wächst wirklich dein größter wunsch in dir, dein erstes baby! ich wünsch dir ganz viel kraft, dass du dich nun schützend vor dein kind stellen kannst, auch wenn dein mann gerade gar keine perspektive mit diesem kind sieht. aber aus deinen zeilen spricht, dass dein baby für dich dein ein und alles ist!
vielleicht braucht gerade auch dein mann jetzt jemanden, der ihm den weg zeigt und den rücken stärkt, damit er zu einem ja zu eurem gemeinsamen kind findet.
ruf doch mal bei den beraterinnen von profemina.de an und erzähl denen deine not. die sind sehr einfühlsam und kompetent. und das sind richtige mutmacherinnen, die sich voll für eine ganz individuelle lösung für dich einsetzen.
versuchs, du und dein baby, ihr seid es wert!
glg stella

dir liebe Tina, wünsche ich ganz viel kraft und helfende menschen an der seite, die dir wieder mut machen!

Beitrag von sonneblume5 01.02.10 - 10:36 Uhr

Da hast du etwas falsch verstanden.
Tina hat schon 2 Kinder, ist verheiratet, und hat abgetrieben, um wieder pers. unabhängiger zu sein und weil sie keine Lust hatte, wieder nachts aufzustehen usw. DAs hatte sie damals selbst geschrieben.
Von daher hat sie leider selbst schuld daran, wie es ihr jetzt geht, da helfen auch keine Beschönigungen.

Und ich bin immer für klare und wahre Worte.

Beitrag von blahblah 01.02.10 - 14:41 Uhr

Hallo!
Also wenn du dich selber nicht kaputt machen willst dann behalte das Kind. Du willst es ja und wenn du es nun abtreiben lässt weil dein Mann es nicht will, wirste deines Lebens nimmer froh!
LG
#bla

Beitrag von sonneblume5 01.02.10 - 16:02 Uhr

Sie ist nicht ss, zum Glück, sie hat abgetrieben und vespürt nun einen Ki-wunsch. Hoffe, das sie nicht mehr so einfach ss wird, denn eins hat sie ohne wirklichn Grund, aus Bequemlichkeit, wie sie früher selbst schrieb, einfach beseitigt.

Beitrag von salida-del-sol 31.01.10 - 22:13 Uhr

Hallo, liebe Tina,
es tut mir bis in die tiefste Herzwurzel weh, was Du gerade durchleben mußt. Und das Notvollste in der Situation scheint zu sein, dass weder Deine Eltern noch Dein Mann Dich verstehen. Allein geht man ein.
Nun bist Du am überlegen wie Du die schlechten Phasen überstehen kannst. Google doch nal unter Hilfen nach Abtreibung, vielleicht ist da etwas für Dich dabei, was für Dich in Frage kommt. Denn Du bist nicht die Einzigste, die diese Erfahrungen macht, und da kann ein einfühlsamer Austausch gut tun.
Ich wünsche Dir, dass Du bald wieder Du selbst sein kannst, und Du Dich wieder am Leben freuen kannst und fürDeine 2 mit voller Kraft wieder da sein kannst. Ich weiß dass die logischen Argumente des Verstandes häufig anschließend nicht mehr viel zählen, wenn das Herz blutet.
Sei ganz lieb gegrüßt von salida-del-sol

Beitrag von surprised 01.02.10 - 11:23 Uhr

Liebe Tina,
als ich Deinen Namen las, konnte ich mich sofort wieder an Dich und Deine Geschichte erinnern. Auch Deine Bilder hab ich mir oft angschaut im Sommer. Es war ganz kurz vor unserem Urlaub - und ich hab oft noch an Dich gedacht!
Es tut mir sehr sehr Leid, dass alles so gekommen ist für Dich!!!
Was Du erlebst, erleben nicht wenige Frauen nach einer Abtreibung. Post-abortion-syndrom (PAS) ist - soweit ich weiß - in Deutschland kein anerkanntes Krankheitsbild. Was Du von Dir erzählst, beschreibt es allerdings ganz treffend.
Ob es für Eure Entscheidung etwas bedeutet hätte, wenn Du darüber informiert gewesen wärst?
Wenn die Angst vor der Zeit mit einem neuen Kind so groß ist, überhört man(n) lieber solche Warnzeichen und hofft, dass "Nebenwirkungen" nicht eintreten.
Ja, und nun? Ich denke, die ersten wichtigen Schritte bist Du schon gegangen: Du nimmst wahr, wie es Dir geht und fasst es in Worte. Du suchst Hilfe für Dich.
Leider kann ich Dir keine Adresse nennen, die ich gut kenne, um Dich dahin zu verweisen. Aber wenn Du googelst, findest Du unter PAS hoffentlich etwas Hilfreiches für Dich.
Hattest du damals gar nicht mit Deiner Mutter geredet? Macht Sie Dir nun Vorwürfe oder ist sie einfach verständnislos?
Ich hoffe so sehr für Dich, dass Dein Leben wieder froh wird und Eure ganze Familie in Zukunft bewahrt bleibt vor so schweren Erfahrungen.
Liebe Grüße von surprised