Er ist Verhaltensauffällig - Wie gehts weiter?!

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von aennsche 01.03.10 - 09:28 Uhr

Hallo

Irgendwie anders war er schon immer. Bei der Tagesmutter fiel es nicht so auf, da waren es zuwenig Kinder, in der Krippe schon ehern und jetzt im Kindergarten sind wir (ich!) einem Nervenzusammenbruch nahe.

Ich möchte nicht ins Detail gehen, was er alles macht. Letztendlich ist er mit der großen Gruppe überfordert. Sein Sozialverhalten ist im kleinen Kreis (Kernfamilie, bei seinen besten Freunden) super, im Kindergarten eine Katastrophe.
Die Kindergartenleitung machte mir letzten Freitag deutlich, dass er überdurchschnittlich Intelligent ist und dies sehr auffällt.

Heute mittag werden wir gemeinsam (Leitung+ Ich) ein Bericht für den Kinderarzt schreiben, damit dieser mich an eine entsprechende Stelle verweisen kann.

Ich bin mit dieser Situation überfordert und von selbstzweifeln geplagt. So sehr ich gehofft hatte, dass sein Verhalten sich noch anpassen wird, desto ängstlicher steh ich dem ganzen Gegenüber.

Hat hier jemand Rat, Trost, oder ähnliches mitgemacht?

Danke jetzt schonmal. Anne

Beitrag von maikiki31 01.03.10 - 09:37 Uhr

Hey,

na das hört sich doch erstmal nicht so schlimm an.

Wenn die Leitung erkannt hat das er super intelligent ist, sei froh!

Ev. ist er einfach unterfordert und mit der entsprechenden Hilfe von Förderung spielt sich das alles wieder ein


Lg Maike

Beitrag von bine3002 01.03.10 - 09:49 Uhr

Ich weiß ja nicht, was er alles macht, aber ich tue mich ein wenig schwer damit bei einem 3jährigen Kind schon von "verhaltesnauffällig" zu sprechen. Wenn Du einen kompetenten Kindergarten hat, der sich so ein Urteil erlauben kann - sehr gut. Allerdings sind oftmals nicht die Kinder das Problem, sondern die Erzieherinnen bzw. der Kindergarten als solches.

Kleines Beispiel:
Ein Junge in unserem Kindergarten galt in seinem früheren Kindergarten als verhaltesnauffällig. Er machte viel kaputt, hat andere Kinder gehauen usw. Die Eltern wollten sich damit nicht abfinden und haben ihn in unserem Kindergarten angemeldet. Das ist ein Waldkindergarten, d.h. der Junge geht täglich 3 bis 4 Stunden in den Wald. Seine "Zerstörungswut" spielt keine Rolle mehr und weil er sich austoben kann, ist er auch nicht mehr "aggressiv". Er ist dort ein zahmes kleines Lämmchen und macht überhaupt keine Probleme. Also alles relativ.

Beitrag von aennsche 01.03.10 - 09:59 Uhr

Hallo

Nein, gewalttätig ist er nicht. Er lebt mehr in seiner kleinen Welt. Wenn ihn eine Situation überfordert, sei es daheim oder woanders, macht er "zu". Brüllt, Schreit oder Weint zusammengekauert und keiner kommt an ihn ran.

Die Leitung meinte nur, das würde gerade ihre Kompetenzen überschreiten und es möge noch jemand andres "drübergucken"

Ich steh selbst öfters vor ihm, möchte ihm helfen aber es kommt nichts an. Wenn er wenigstens dann sagen würde, was er hat. So bleibt einem meist nur übrig zu warte, dass die Situation vorübergeht ohne selbst aggresiv oder laut zu werden.

Ich brauch ne Bedienungsanleitung

Beitrag von bine3002 01.03.10 - 10:25 Uhr

Dieses Zusammenkauern kenne ich von der Tochter einer Freundin. Die wippt sogar noch hin und her. Und es ist auch schwierig an sie ranzukommen. Aber es hat sich gegeben seit sie in den Kindergarten geht.

Also kurz gesagt: Ich würde mir da erstmal keine Sorgen machen, so lange dieses Zusammenkauern nur vorkommt, wenn er sich aufregt. Jedes Kind hat halt eine andere Art mit Frust umzugehen.

Und dass ein Kind in dem Alter seine Gefühle noch nicht beschreiben kann ist ebenfalls normal. Das muss er erst lernen, deswegen kauert er sich ja im Moment auch noch zusammen.

Trotzdem würde ich das dem Kinderarzt mal sagen. Aber ich würde halt nicht gleich eine riesen Aktion daraus machen und ihn als "verhaltensauffällig" betiteln. Das steckt ihn - vielleicht unberechtigt - in eine Schublade.

Und eine Bedienungsanleitung würde ich mir auch manchnmal wünschen, das ist ganz normal.

Beitrag von sandra1610 01.03.10 - 10:53 Uhr

Er ist aber verhaltensauffällig. Dieser Begriff ist ja sehr umfassend und bezeichnet eben alle Verhaltensweisen, die nicht der "Norm" entsprechen. Und das Verhalten des Jungen entspricht nun mal nicht der Norm. Dass das nicht schlimm sein muß/ist, sei mal dahingestellt.

lg, Sandra

Beitrag von sparrow1967 01.03.10 - 11:36 Uhr

>>die nicht der "Norm" entsprechen<<

Was ist die Norm? Wer legt die fest? Jeder Kindergarten für sich, oder? Jedes Elternpaar für sich, jeder Kinderarzt für sich.

Es gibt aktive Kinder, passive Kinder, Kinder die mit Frust umgehen, Kinder die nicht damit umgehen können. In dem Alter sollte man nichts dramatisieren. Darauf achten schon- aber nicht gleich den Teufel an die Wand malen.


sparrow

Beitrag von sandra1610 01.03.10 - 13:20 Uhr

Ich würde sagen, die "Norm" legen wir ALLE fest, also die Gesellschaft. Die "Norm" ist das, was der Großteil der Gesellschaft als normal erachtet. Und im Fall des Jungen aus dem thread wird es wohl so sein, dass der Großteil der Gesellschaft sein Verhalten nicht als normal ansehen würde.
Aber du hast schon recht, man sollte nichts dramatisieren. Wer ist schon "normal"?? Jeder hat wohl die eine oder andere Eigenart, Schwäche, Marotte,... die andere nicht "normal" finden. Handlungsbedarf besteht erst dann, wenn der Betroffene oder sein Umfeld daran leiden. Möglicherweise ist das bei dem Jungen aus dem thread der Fall. Also sollte auch geholfen werden und nicht einfach alles hingenommen werden unter dem Motto "er ist eben so".

lg

Beitrag von silkes. 02.03.10 - 21:53 Uhr

Hallihallöle...

es gibt aber eben Kinder, die für einen Kindergarten mit dem derzeitigen Personalschlüssel nicht tragbar sind.
Dass die Leitung sich MIT der Mutter zusammensetzt um eine Lösung zu finden, finde ich sehr mutig- weil eben nicht alle Eltern so kooperieren wie die TE.

Grüssle Silke

Beitrag von sandra1610 01.03.10 - 10:07 Uhr

Hallo Anne!

Ich kann verstehen, wie du dich jetzt fühlst. Ich hab zwar kein "verhaltensauffälliges" Kind, aber ich bin Erzieherin und habe oft mit auffälligen Kindern zu tun.

Natürlich ist es schwierig für mich, dir einen Rat zu geben, wenn du das Verhalten deines Sohnes hier nicht näher beschreibst. Dass du aber erstmal überfordert bist, ist ganz normal. Aber du bekommst ja Hilfe und stehst nicht alleine da. Zweifle nicht an dir selber! Sondern versuche jetzt gemeinsam mit Fachleuten an eurem Problem zu arbeiten. Mit der Zeit wirst du besser mit der Situation klarkommen. Wichtig ist, dass du dein Kind so annimmst wie es ist und es nicht mit anderen vergleichst. Das ist schwer, ich weiß. Sogar ich habe da oft meine Probleme, wenn meine Tochter (3,5) mal nicht so "funktioniert" wie sie "soll".

Ich denke, dass die Kindergartenleitung nicht wirklich beurteilen kann, ob dein Sohn überdurchschnittlich intelligent ist oder normal intelligent, denn sie ist keine Expertin auf diesem Gebiet. Also verlaß dich nicht auf diese Aussagen. Erzieherinnen neigen leider öfter mal dazu, ihre Kompetenz zu überschätzen und irgendwelche "Diagnosen" aufzustellen.

lg, Sandra

Beitrag von urmel-30 01.03.10 - 11:32 Uhr

Hallo Anne ....

Ich kann dich nur zu gut verstehen wir machen genau das selbe durch und das schon seit er im kindergarten ist :-[
haben uns auch so sehr sorgen gemacht ob wir vielleicht was falsch gemacht haben....!? #kratz
unser war auch von Anfang an anders irgendwie ....
So nun mal kurz beschrieben ...
Kindergarten meint ADHS Kind wir uns total verrückt gemacht und sind von einem Doc zum anderen alle sageten uns kein ADHS Kind !!! Einfach unterfordert im Kindergarten ..!!!!
So nach dem ganzen hin und her sind wir einfach lockera damit umgegeangen und haben uns nicht mehr vom kindergarten verrückt machen lassen ...
Kommt jetzt im Sommer in die schule und hoffe das der spuck endlich ein Ende hat !!!!!!
Lass dich nicht verrückt machen vom kindergarten !!!!
Wenn du genaueres wissen möchtest dann schreib einfach über VK...

Ganz viel nerven für dich !!!!;-)
Liebe Grüße urmel-30

Beitrag von smr 01.03.10 - 11:55 Uhr

Hallo!
Ich bin da zwiegespalten. Viele Kinder verhalten sich im Kindergarten anders als zuhause und bei einem noch so kleinen Kind von verhaltensauffällig zu sprechen, finde ich doch etwas verfrüht. Wie lange geht Dein Sohn denn schon in den Kiga? Es ist ja auch erstmal eine Umstellung und da drehen die Kinder dann schon mal auf und man meint, sie nicht wieder zu erkennen.
Du wirst ja sehen, was der Kinderarzt sagt, aber ich kann mir nicht vorstellen, daß in diesem Fall schon was unternommen wird.
LG
Sandra

Beitrag von kuschelweich23 01.03.10 - 12:23 Uhr

Hallo

Also uns ging bzw ging es genauso.
Der alte Kindergarten war ein Graus.
Wir haben ihn dann zur Ergo geschickt und diese meinte testen lassen da verdacht auf Hochbegabung.

Naja haben wir dann machen lassen und dort kam raus das er überdurchschnittlich Intelligent ist.

Wir sind dann umgezogen und im neuen Kiga direkt dieses Thema angeschnitten.

In diesem Kiga wird er viel mehr gefordert. Er Rechnet total gerne und mit Leidenschaft und damit beschäftige ich ihn im moment wenn ich merke das es ihm langweilig wird. Zahlen sind seine Welt und ich bin schon manchmal genervt *lach* Nun möchte er UNBEDINGT Lesen lernen, aber ich habe Angst das er dann in der 1 Klasse alles schon kann und sich wieder langweilt :(

Leider hält das auch nie lange an weil er einfach alles sofort versteht und kann :(.

Aber wir haben trotzdem diesen Jojo Effekt.
Er ist zwar super Intelligent, aber er kann seine Emotionen nicht unter Kontrolle halten.

Er wird schnell Agressiv, weint sehr sehr schnell und kann egal was passiert die Schuld nicht bei sich suchen. Also auch wenn er z.b Hüpft und hinfällt ist immer der Boden etc Schuld.

Die Ergothe. meinte das dies wahrscheinlich erst mit dem Teeniealter weg geht.

Es ist sehr anstrengend, aber wir wissen nun warum und versuchen damit umzugehen.

Ich sage mir immer. Wenn dieses Wissen bei ihm Standhält und die blöden Nebeneffekte irgendwann abklingen vll hat er dann eine gute Zukunft durch diese Lernbereitschaft. Das hält mich eigentlich über Wasser.

Meine Tochter ist 2 geworden und fängt auch langsam an das mir schon das Blut in den Adern gefriert. Aber ich lasse alles auf mich zu kommen und werde sehen wie es läuft.

Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen. Versuch einfach ihn zu verstehen, schau wo er Spass dran hat und Förder ihn damit.

Beitrag von visilo 01.03.10 - 17:27 Uhr

Versuche ihn in eine kleinere Gruppe zu bekommen, das macht viel aus. Bei 25 Kindern ist unserer schier durchgedreht es klappte nichts, jeden Tag Beschwerden vom Kiga und anderen Eltern. Nun ist er in einer I-Gruppe mit 15 Kindern und 3 Erziehern, das klappt recht gut. Er bekommt noch zusätzlich Ergo und Heilpädagogik, das hilft etwas. Seine Gefühle hat er aber meist nicht unter Kontrolle.
Last ihn in einem SPZ testen, die geben Euch dann weitere Tipps.

LG
visilo

Beitrag von manavgat 01.03.10 - 18:17 Uhr

Wende Dich an ein SPZ.

Sollte etwas sein, findet man es dort raus.

Gruß

Manavgat

Beitrag von zickl2000 01.03.10 - 21:39 Uhr

Hallo,
vom Verhalten her klingt das wie mein Sohn zur Zeit. Er ist gerade aus der Musikschulgruppe geflogen. Auch er ist laut Kindergärtnerinnen seinem Alter weit voraus. Allerdings haben wir herausgefunden, daß er mit seinem Verhalten einfach nur Aufmerksamkeit möchte. Er ist bis zum Herbst in seiner Gruppe (20 Kinder, 3 Erzieherinnen) der Kleinste gewesen. Das garantierte ihm die Aufmerksamkeit aller Erzieherinnen. Hinzu kam, daß er mit knapp 3 alle Buchstaben kannte etc. Also hatten zusätzlich die zukünftigen Schulkinder Spaß daran ihn "abzufragen". Im Herbst kamen 2 kleinere Jungs in seine Gruppe. Das scheint für Ihn gewesen zu sein, als wenn er 2 Geschwister auf einmal bekommt. Zu Hause haben wir wenig Probleme, halt die normalen kleinen Trotzatacken und Machtspielchen, aber im Kindergarten ist es teilweise wirklich schlimm. Ich arbeite inzwischen mit den Erzieherinnen sehr eng zusammen und es scheint zu funktionieren. Bei einem 3-jährigen von verhaltensauffällig oder hochbegabt zu sprechen finde ich zu früh..genau wie ADHS. Setz' Dich mal mit den Erzieherinnen zusammen und überleg' wann das angefangen hat und in welchen Situationen genau die "Auffälligkeiten" stattfinden. Vielleich geht es Euch ähnlich und es gibt eine Erklärung.
lg und viel Glück
Nicole