Tierheimkatzen

Archiv des urbia-Forums Mein Tier & ich.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Mein Tier & ich

Welches Haustier passt zu unserer Familie? Wie oft muss ein Hund geimpft werden? Woher bekommen wir Rennmäuse? Tierliebhaber finden in diesem Forum Antworten auf alle Fragen rund um die Tierhaltung. Achtung: Über unser Forum dürfen keine Tiere weitergegeben werden.

Beitrag von puuh83 01.03.10 - 14:24 Uhr

Hallo zusammen,

wollte mal fragen, wie eure Erfahrungen mit Tierheimkatzen so sind?

Wir haben zwei Katzen, eine aus dem Tierheim und eine von Privat. Nun zu unseren Erfahrungen:
Die Katze aus dem Privathaushalt ist dort mit ihren Geschwistern und der Mutter groß geworden und kam mit 5 Monaten zu uns. Wir hatten mit ihr nie Probleme und sie ist eine ganz Liebe.
Die Katze aus dem Tierheim wurde als Kitten in der Fundklappe entdeckt und kam nach ihren ersten 8 Monaten im Tierheim zu uns. Sie war das komplette Gegenteil zu der Erstkatze. Sie hat uns gekratzt und gebissen was das Zeug hielt und hat auch vor Besuch nicht halt gemacht. Jetzt ist bald ein Jahr vergangen und sie hat sich um 180 Grad gedreht. Sie ist ganz verschmust geworden und wenn sie beißt, dann sind das eher "Liebesbisse" die kein bißchen wehtun.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit Katzen gemacht, die im Tierheim groß geworden sind? Liegt das anfängliche aggressive Verhalten allein daran dass sie ohne Mutter aufgewachsen ist oder am mangelnden Vertrauen uns gegenüber?
Ich möchte den Tierheimmitarbeitern da keinen Vorwurf machen, da ich ihre Arbeit wirklich zu schätzen weiß. Mich interessiert einfach nur, ob da vielleicht nicht genug Zeit investiert werden konnte.

Liebe Grüße (und ich hoffe, es fühlt sich keiner auf den Schlips getreten)

Beitrag von glu 01.03.10 - 14:43 Uhr

< Mich interessiert einfach nur, ob da vielleicht nicht genug Zeit investiert werden konnte. >

Das war auch mein erste Gedanke! Die TH sitzen voll mit Katzen, auch mit jungen Katzen, vor allem ab Mai, da kann man gar nicht viel Zeit investieren!

Umso schöner das Ihr die Zeit hattet/habt und nun eine Vorzeigekatze zuhause habt :-)

lg glu

Beitrag von puuh83 01.03.10 - 15:18 Uhr

Na ja, Vorzeigekatze würd ich nicht sagen ;-), aber lieb ist sie trotzdem geworden und man merkt ihr an, dass sie froh ist ein Zuhause zu haben.
Das macht all den Stress wieder wett, den wir anfangs mit ihr hatten.

Liebe Grüße

Beitrag von maybelle 01.03.10 - 16:41 Uhr

Hallo!

Wir haben 2 Tierheimkatzen.
Unseren Kater haben wir mit 3 Jahren im Tierheim geholt, er war zu dem Zeitpunkt 4 Monate dort. Er ist nie verhaltensauffallig gewesen seit wir ihn haben. Weder aggressiv noch ängstlich. Er hat aber seinen eigenen Kopf.
Unsere Katze haben wir mit 2 Jahren aus dem Tierheim, sie war 2 Monate da. Sie war total abgemagert, hatte stumpfes Fell und einen Wahn sich ständig zu lecken und zu putzen.
Anfangs hat sie unheimlich viel gefressen, wahrscheinlich um alles aufzuholen. Sie hatte dann sogar ein bisschen Übergewicht. Jetzt ist sie ein halbes Jahr bei uns. Putzen tut sie sich nur noch im normalen Maße und Fressen auch. Sie hat glaube ich, vertrauen gefasst, dass es immer was zu Fressen gibt. Das einzige, was sie noch nicht macht ist spielen.
Ich glaube, dass die Tierheimmitarbeiter wenig Zeit haben, sich um die Katzen im Einzelnen zu kümmern und für ihre Sozialisierung zu sorgen. Die Katzen haben dort keine festen Bezugspersonen. Und die Vorgeschichte kennt man oft nicht. Katzen sind dort meiner Meinung nach Riesenstreß ausgesetzt, sie müßen sich anpassen an viele andere Katzen, ständig kommen irgendwelche neue Menschen, die sie anschauen und streicheln und dann doch nicht mitnehmen. Dann kommt der Tierarzt, was für viele Katzen sicher auch das erste Mal ist und dann werden sie gleich noch kastriert.
Das sie dann, wenn sie endlich doch jemand mitnimmt, brauchen sie eine Weile, bis sie wirklich begreifen, dass es anders ist ab jetzt. Das sie ein zu Hause haben, ein eigenes Revier usw. Kein Wunder dass sie anfangs irgendwie verstört wirken oder auch mal aggressiv sind.
Aber das können die Mitarbeiter im Tierheim nicht ändern, wo sollen die die Zeit denn hernehmen bei etwa 90 Katzen und 2-3 Mitarbeitern in dem Bereich?
Zum anderen kommt es ja auch darauf an, ob sie bei einer Mutter aufgewachsen sind, die an Menschen gewöhnt ist oder von einer total scheuen Katze abstammen, die ihre Jungen irgendwo versteckt zur Welt bringt.

LG Yvonne

Beitrag von puuh83 01.03.10 - 16:52 Uhr

Unsere hat anfangs auch total viel gefressen, wahrscheinlich auch aus Angst nichts mehr zu kriegen.

Ist echt Wahnsinn, was in den Tierheimen los ist! Nur schade, dass es immer noch so verantwortungslose Menschen gibt, die ihre Katzen nicht kastrieren lassen.

LG