1 Klasse, ADHS lt. Lehrerin, Streß in der Schule, was NUN???

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von marina1808 01.03.10 - 14:38 Uhr

Hallo bin neu hier, benötige aber dringend Rat.

Mein Sohn ist seit September `09 in der 1-ersten Klasse und seitdem gibt es ständig Probleme.

Im Kindergarten war er durch seine offene und herzliche Art sehr beliebt, auch wenn er nicht unbedingt ruhig und manchmal zappelig war. Es gab hin und wieder Beschwerden über sein Verhalten aber meistens ging alles gut. Er hat sich mit Freunde und Ausdauer an der Vorschule beteiligt und sich auf die Schule gefreut.

Leider ist er in eine Klasse gekommen wo viele Buskinder ( aus anderen Dörfern ) und Kinder aus einem anderen Kindergarten sind. Er und seine Freundin aus dem Kindergarten sind die einzigen die sich kennen und damit auch Probleme haben. Die Beiden kommen nicht in die Gruppen rein und werden oft ausgeschlossen ( lt. Lehrerin soll das zwar nicht so sein, aber die Aussagen der Kinder und das Verhalten anderer Eltern bestätigen es – z.B. kein Interessen an gem. Beschäftigungen außerhalb der Schule )

Mein Sohn sitzt seit Monaten allein und in der Nachmittagsbetreuung ist er meist nur mit älteren Kindern und nicht mit seiner Klasse zusammen.

Im Mathe kommt er super gut mit ( obwohl er daheim super bis 10 rechnen kann –vor/rück alles wie in der Schule- hilft er sich in der Schule zur Sicherheit -wie er selbst sagt- mit den Fingern).

Mit Lesen hat er so seine Probleme. Ich bin zwar der Meinung, daß er für 1 Klasse gut lesen kann. Wir lesen oft Kinderbücher zusammen oder kleine Texte ganz alleine. Es handelt sich hier meistens um Texte die er sich selber heraussuchen darf und für Ihn interessant sind ( Natur und Wissenschaft)

Mit Schulbuch klappt es meistens nicht, entweder kennt er die Texte schon auswendig oder er möchte nichts neues lesen da es in der Schule gelesen wird.

Das schreiben gestaltet sich ähnlich, was mich Interessiert kann ich einigermaßen, sonst nicht.

Die Leh. beschwert sich über alles. Wir haben ständig Einträge, die Heftführung ist zu schlampig, die Schrift zu ungenau, die Ausmalbilder nicht gut ( die waren im Kindergarten mit mehr Sorgfalt als jetzt bearbeitet worden ) Also: alles ungenügend und mit viel zu viel unruhe.

Mittlerweile ist mein Sohn 2 Std./Woche in der Ergotherapie ( lt. Therap. wird jetzt an der inneren Ruhe gearbeitet, sonst wird er gelobt über seine Art, Leistungen und Genauigkeit )
und 1 Std/Woche bei der Logopädie ( lt. Therap. sollte jetzt Schluss sein da kein Bedarf besteht, nach unserem Zeugnis hatte sie beschlossen aber auf Lese- Rechtsschreibschw. zu achten und doch noch ein paar Therap.-Einheiten zu machen).

Die Lehrerin möchte das wir unser Kind auf ADHS testen, sie bombardiert mich ständig mit Anrufen und Briefen und teilt uns Tel.Nr., Adressen von Kliniken und Ärzten ( da meine Ärztin der Meinung ist es sein noch nicht notwendig) Sie hat sogar mit der Lernpraxis bei uns im Ort kontaktet und hatte Termine und einen Platz für Ihm reserviert.

Mein Sohn ist zwar kein ruhiges Kind, die ganze Familie und Freunde keiner hat mit Ihm aber Probleme, im Gegenteil alle sind der Meinung, daß er ruhiger und erwachsener geworden ist. Die Lehrerin sieht das aber anders:
Er stärt massiv den Unterricht, ist leicht ablenkbar, hält sich an keine Regeln, kommt nicht mit, ist zappelig, kann mit Klassenkameraden nicht umgehen, macht Unfug………

Ich in berufstätig und mein Sohn ist bis 15:30 Uhr in der NA-Betreuung, danach eben Logo, Ergo, Fußball, wir haben kaum Zeit mehr. Ich will Ihm helfen und nicht überfordern. Ich möchte mit Ihm Hausaufgaben machen ( werden in der NA-Betr. schlampig gemacht ) und Lernen. Wenn er noch mehr Termine hat, komme ich absolut nicht mehr mit und mein Kind ist Daheim nur noch zum Schlafen da, eigentlich weigere ich mich gegen weitere Maßnahmen, da ich der Meinung bin, ich kann ihm ( wenn er die Zeit dafür hat ) und muß als Elternteil helfen.

Seit ein paar Wochen ist er nachts nicht mehr Trocken ( hin und wieder )und das mit 6,5 Jahren, er geht gerne zur Schule und freut sich darauf, er hat sich nicht aufgegeben ich habe aber Angst, daß er den Druck/ständigen negativen Einflüsse nicht mehr stand halten kann.
Es wird nicht positives bei Ihm gesehen, er wird nur nieder gemacht und ausgeschlossen. Er kämpft um die Freunde, leider mit falschen Mitteln ( Blödsinn und Übermut ) und wird dadurch immer bestraft.
Er ist ein sehr kluges Kind und viel weiter wie andere in seinem Alter, interessiert sich für Natur, Wissenschaft usw. Schaut auch solche Sendungen, Bücher, will alles erklärt bekommen was bei uns immer gemacht wird, er wird von uns sehr gefördert und schnappt alles sofort auf und behält es auch, tut mit mir Kochen, Backen, immer selbst. Tischdecken ( mit Deko, Kerzen…), wir unternehmen sehr viel ( Schwimmen, Fahrradfahren, Ausflüge) wir sind sehr spontan und er macht alles gerne mit, ein fröhlicher, höflicher, aufgeschlossener Junge. Nur mit der SCHULE KLAPST NICHT.

Ich habe mich mich mit Schüssler Salzen beschäftigt und werde meine Sohn damit "behandeln". Werde voraussichtilig die Nr. 2, 5, 7, 10 nehmen.

Am Donnerstag habe ich wieder einen Termin in der Schule. Vertreten: Lehrerin, Mitarbeiter v. Förderkurs ( gibt’s bei uns 1 Std/Woche für ganze Klasse), Ergotherap. und ich.
Ich habe jetzt schon schlaflosen Nächte und Angst davor. Was soll ich tun oder was würdet ihr tun????

Beitrag von muggles 01.03.10 - 15:22 Uhr

Hallo,

ich habe auch eine Tochter (6 1/4) in der ersten Klasse. Ein lebhaftes, neugieriges, nettes und sehr sportliches Maedchen.

Du schreibst, dass er in seiner Klasse eine Aussenseiter-Funktion hat, die darin begruendet liegt, dass sich die anderen Kinder schon vorab gut kannten.

In der Klasse meiner Tochter gab es eine aehnliche Ausgangssituation: Die KL hat aber darauf geachtet, dass sich die Kinder auch "mischen", z. B. rotariende Sitzordnung, neue Arbeitsgruppen etc. Jetzt, 1 halbes Jahr spaeter, laesst sich nicht mehr erkennen, wer mit wem im Kindergarten war. Hat die Lehrerin sich auch entsprechend bemueht?

Warum sitzt er alleine? Weil er "stoert", oder weil er niemanden hat, der neben ihm sitzen will?

Ich kann verstehen, dass Du Deinem Kind noch mehr Therapie zumuten willst. Interessant waere zu erfahren, ob objektiv Handlungsbedarf besteht (z. B. durch eine andere Lehrkraft) oder nicht. Bestuende die Moeglichkeit, in eine Parallelklasse zu wechseln?

Auf der einen Seite betonst Du, wie weit Dein Sohn ist, andererseits sind die Vorwuerfe der Lehrerin schon starker Tobak.

Sind seine Hefte denn schlampig? Stoert er denn den Unterricht? Wie war sein Zeugnis?

Hat er auch andere Lehrer? Wie beurteilen diese ihn?

Bist Du der Meinung, die Lehrerin kritisiert ihn zu Unrecht oder meinst Du, dass sie mit Ihren Vorwuerfen Recht haben koennte? In zweitem Fall muesst ihr natuerlich Ursachenforschung betreiben.

Vielleicht schreibst Du noch ein bisschen mehr.

LG,

Claudia

Beitrag von anja1968bonn 01.03.10 - 16:02 Uhr

Mmh, auf der einen Seite kann ich gut verstehen, dass Du Deinem Sohn nicht noch mehr Termine zumuten willst, auf der anderen Seite steht natürlich schon die Frage im Raum, inwieweit Dein Sohn tatsächlich in der Klasse "auffällig" ist.

Was sagen denn z. B. die Mitarbeiter vom Förderkurs, was sagen die Betreuer von der OGS über Deinen Sohn, gibt es evtl. noch andere Lehrer, die etwas sagen könnten? Das Urteil "ADHS" wird heutzutage ja oft viel zu schnell ausgesprochen.

Auch mein Sohn macht die Aufgaben in der Betreuung oft sehr schludrig, aber mehr als 30 Minuten, um Aufgaben noch einmal zu korrigieren oder zu beenden, lasse ich am Abend nicht zu. Vielleicht kann Dein Sohn zu Hause in ruhiger Atmosphäre besser lernen, aber wirkliche Hilfe durch die Eltern sollte ein Erstklässler nicht benötigen, und wenn er sonst Bücher eigenständig anschaut, braucht Lesen doch eigentlich nicht gesondert geübt zu werden.

Wenn Dein Sohn darunter leidet, wenig Kontakte zu haben, kannst Du vielleicht versuchen, ihn zu unterstützen, indem Du ihn ermutigst, sich mal außerhalb zu verabreden. Eigentlich sollten aber die Schule und auch die Nachmittagsbetreuung ein Auge darauf haben, dass die Kinder sich mischen - bei uns klappt das ganz gut.

LG

Anja

Beitrag von manavgat 01.03.10 - 17:10 Uhr

Ich würde mir eine unabhängige Meinung holen.

Entweder, da ist was dran. Dann finden die es raus.

Oder die Lehrerin spinnt und ist unfähig. Dann wird Dir die Kinderpsychiaterin schon bescheinigen, dass alles in Ordnung ist.

Allerdings würde ich mir selbst ein SPZ oder eine kinderpsychiatrische Praxis suchen.

Ich bin immer wieder erstaunt, dass Lehrer sich erdreisten und den Mut haben, ärztliche Diagnosen zu stellen. Da sag ich nur: Schuster bleib bei Deinen Leisten.

Ich würde niemals nie nicht, Eltern meiner Schüler mit so einem Verdacht wuschig machen. Wenn ich AD(H)S, Asperger, Hochbegabung oder was auch immer vermute, dann versuche ich die Eltern zu bewegen eine entsprechende Einrichtung aufzusuchen. Falls gewünscht gebe ich einen schriftlichen Bericht mit, was mir aufgefallen ist (Beschreibung von erlebten Situationen), bzw. die Wochenberichte über den betreffenden Schüler.

Du kannst im übrigen auch zum staatlichen Schulamt gehen und Kontakt mit der zuständigen Schulspychologin aufnehmen und sie bitten, sich Dein Kind mal anzusehen. Das ist kompetent, ergebnisoffen und vertraulich. Solange Du es nicht willst, erfährt die Lehrerin/die Schule nichts und nötigenfalls setzen die sich auch mal in den Unterricht. Nötigenfalls kriegt die Lehrkraft dann auch mal was zu hören...

Ferndiagnosen sind schwierig. Es hat keinen Sinn hier zu mutmaßen.

Alles Gute

Manavgat

Beitrag von tattletale 01.03.10 - 20:14 Uhr

"Ich bin immer wieder erstaunt, dass Lehrer sich erdreisten und den Mut haben, ärztliche Diagnosen zu stellen. Da sag ich nur: Schuster bleib bei Deinen Leisten. Ich würde niemals nie nicht, Eltern meiner Schüler mit so einem Verdacht wuschig machen. Wenn ich AD(H)S, Asperger, Hochbegabung oder was auch immer vermute, dann versuche ich die Eltern zu bewegen eine entsprechende Einrichtung aufzusuchen."

Hat die Lehrerin nicht genau das gemacht? Dass die Lehrerin eine Diagnose gestellt hat, kann ich so leider nicht im Text erkennen.

"Die Lehrerin möchte das wir unser Kind auf ADHS testen, sie bombardiert mich ständig mit Anrufen und Briefen und teilt uns Tel.Nr., Adressen von Kliniken und Ärzten ( da meine Ärztin der Meinung ist es sein noch nicht notwendig)"

Die Lehrerin möchte, dass die Eltern testen und nennt ihnen Adressen. Was ist daran denn bitte anders als an deiner Vorgehensweise?? Oder darf die Lehrerin nun noch nicht mal mehr das Wort ADHS in den Mund nehmen, ohne dass es sich gleich um eine Diagnose handelt?

Beitrag von manavgat 02.03.10 - 08:01 Uhr

Die Lehrerin möchte das wir unser Kind auf ADHS testen,


Hier hat sie sich eindeutig aus dem Fenster gehängt.

Ich arbeite mit Schülern die Schulschwierigkeiten haben.

Wenn ich an entsprechende Fachleute verweise, dann verkneife ich mir "Krankheitsbezeichnungen" wie AD(H)S, Asperger, Hochbegabung, Lernbehinderung, xy Störung oder was auch immer.

Es gibt viele Auffälligkeiten, die nur im Gesamtrahmen einen Sinn ergeben.

Zappeligkeit z. B. kann bedeuten: Allergie, Asperger, Hochbegabung, Wahrnehmungsstörung (Reifeverzögerung), Langeweile, kognitive Schwierigkeiten, Stress in der Familie (auch Gewalt, alkoholabhängige Eltern, vernachlässigende Eltern) usw. usw. usw.

Wenn ich mit einer Krankheitsbezeichnung/konkreten Vermutung an Eltern herantrete, dann mache ich die nur wuschig, hysterisch, manchmal auch bockig.

Es gibt auch Eltern, die eine Ahnung haben, was es sein könnte, weil andere Familienmitglieder betroffen sind. Spreche ich das dann aus, dann wird völlig abgeblockt.

Das Verhalten der Lehrerin ist unprofessionell.

Gruß

Manavgat

Beitrag von mauerbluemchen86 02.03.10 - 17:35 Uhr

Da stimme ich Manavgat zu.

Es ist schon was anderes, ob man Eltern rät, dass sie mal schauen könnten, ob es (medizinische) Gründe für ein bestimmtes Verhalten gibt.
Aber ich würde mich niemals (bin selbst im letzten Semester, Lehramt) dazu berechtigt oder auch nur ansatzweise kompetent fühlen, eine derartige Diagnose oder Vermutung laut zu äußern.

Ganz abgesehen davon, dass das Kind ja schon bei der Ergotherapie ist und da NICHT auffällig ist.

Da liegt es, meiner Meinung nach, eher nahe, auch mal an sich selbst zu arbeiten als Lehrer und zu schauen, welche Alternativen es gibt (abgesehen von irgendwelchen Störungen).

LG,
#blume

Beitrag von viofemme 02.03.10 - 10:59 Uhr

Vermutlich ist es abhänging vom jeweiligen Bundesland. Hier jedenfalls "erdreisten" sich Lehrer nicht zu Diagnosen, sondern sind per Erlass seit einigen Jahren zur Diagnostik von Schulschwierigkeiten angehalten.
Kein Wunder, auf deultlich über 20 000 Schüler kommt ein Schulpsychologe. (Nds.) Man kann also erahnen, wie lange es Dauer kann, bis der schulpsychologische Dienst tätig werden kann.
Die Lehrerin hätte hier absolut richtig gehandelt, da dieser konkrete Verdacht die Eltern unmittelbar an die richtige Stelle verweist.
Zudem spielt das Thema Diagnostik in der Ausbildung und auch der Fortbildung eine immer wichtigere Rolle.

Beitrag von manavgat 02.03.10 - 11:36 Uhr

Klar kannst Du einem Bäcker zeigen, wie man ein Wurstbrötchen belegt.

Kannst Du dann auf den Fleischer verzichten?


Gruß

Manavgat

Beitrag von viofemme 02.03.10 - 12:06 Uhr

Oder anders ausgedrückt, als Lehrerin sollte man Erlasse des Dienstherren schlicht ignorieren?
Müsste man mal schauen, wie weit sich das rechtlich verhielte...

Wie gesagt, den Verweis an eine kompetentere Stelle mit konkretem Verdacht zeugt doch von Verantwortungsbewusstsein.

Ich selber habe zwar gymnasiales Lehramt studiert, weiß aber, dass der Fleischervergleich doch ausgesprochen konstruiert ist. Gerade für LA Grundschule spielen pädagogische und psychologische Inhalte schon im Studium ein große Rolle, sodass es ein wenig überrascht, dass hier jegliche Kompetenz abgesprochen werden soll.
Natürlich kann die entsprechende Lehrerin im Irrtum sein, deshalb verweist sie die Eltern ja auch weiter! Sie wird aber Gründe für ihren Anfangsverdacht haben, selbst wenn das Thema ADS/ADHS zugegebenermaßen überstrapaziert wird.

Die Gefahr, dass Eltern "bockig" werden besteht zudem selbst dann schon, wenn man nur um ein Gespräch bittet.

Aber über den Umgang mit Erlassen muss ich dann doch schmunzeln. Jetzt, wo die Schulinspektion geschafft ist, werde ich das so mal bei uns Vorschlagen. Es würde eine Menge Arbeit ersparen... ;-)

Beitrag von tattletale 02.03.10 - 20:17 Uhr

Seh ich genauso#pro

Beitrag von sternschnuppe24 01.03.10 - 19:10 Uhr

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