Nebenkosten 2007 nachfordern?!

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Beitrag von orchidee30 01.03.10 - 18:18 Uhr

Hallo,

ich brauche mal Eure Hilfe.

Bei folgendem bin ich mir nun doch unsicher geworden:

Wir haben bis 06/2007 eine Zweizimmerwohnung bewohnt und sind zum 01.07.2007 umgezogen. Die Wohnungsübergabe lief ohne Probleme und die Kaution habe ich auch nach einigen Wochen ohne Abzug wieder bekommen. Doch die Abrechung der Nebenkosten ließ auf sich warten.
Ich habe den Vermieter damals mehrmals angemahnt, da ich das Thema "alte Wohnung" endlich ad acta legen wollte.
Selbst auf ein Einschreiben im Dezember 2008 hat er nicht reagiert.
Im Januar (!) 2009 habe ich dann die NK-Abrechnung in Höhe von knapp 400Euro bekommen - per Email!! :-[
Da ich im Februar 09 sowieso beim Mieterschutzbund war, hab ich mich gleich mal beraten lassen. Dort wurde mir gesagt, ich muss diese Nachzahlung nicht mehr leisten, da der Vermieter dies bis 31.12.2008 einfordern hätte müssen.
Das habe ich ihm dann auch so mitgeteilt. Er hat mir nur per Email geantwortet, die Zahlung stehe ihm zu und ich solle es so schnell als möglich überweisen.
Ich habe nicht reagiert und keine Zahlung geleistet, nun kam vor ca. 2 Wochen wieder eine Email und er erinnerte mich an meine Zahlung.#wolke

Wie soll ich mich jetzt verhalten?

Ich sehe es einfach nicht ein, dass ich ihn über 18 Monate daran erinnern musste, die Abrechnung zu machen und jetzt nicht auf mein Recht bestehen darf, diese nicht zahlen zu müssen.

Bin dankbar für Denkanstöße

LG

Beitrag von deborahw 01.03.10 - 18:25 Uhr

Laß dir vom Mieterschutzbund oder einem Anwalt ein Schreiben aufsetzen und das laß ihm zukommen. Ich denke eine Nebenkostenabrechnung per eMail ist eh nicht ganz rechtens
LG
Deborah

Beitrag von manavgat 01.03.10 - 18:30 Uhr

Nicht mehr antworten.

Sollte er versuchen zu klagen, fällt er hinten runter. Das Ding ist verjährt.

Gruß

Manavgat

Beitrag von orchidee30 01.03.10 - 18:33 Uhr

Du meinst wirklich, ich soll so tun, als hätte ich die Email nie bekommen?

Daran habe ich auch schon gedacht. Schliesslich kann er ja nicht davon ausgehen, dass diese Emailadresse für mich noch aktuell ist. Meine Anschrift hat er - aber da kam nie was. Immer nur per Email.

LG

Beitrag von manavgat 01.03.10 - 18:49 Uhr

Darum geht es nicht.

1. entspricht eine e-mail nicht einer ordentlichen Zustellung einer Abrechnung!

2. ist die Rechnung sicher auch nicht nach den gesetzlichen Erfordernissen.

3. Ist die Forderung verjährt, was Du dem Vermieter mitgeteilt hast.

Also warum willst du hier weiterdiskutieren?

Gruß

Manavgat

Beitrag von myimmortal1977 01.03.10 - 19:20 Uhr

"1. entspricht eine e-mail nicht einer ordentlichen Zustellung einer Abrechnung!"

Der Punkt ist nicht korrekt. Es gilt noch nicht mal die Ausrede, man würde die bekannte E-Mail-Adresse nicht mehr betreiben. Denn rechtlich ist der Empfangsberechigte verpflichtet, dem Versender neue Daten zukommen zu lassen.

http://209.85.135.132/search?q=cache:fZ6K07JOFfMJ:www.ummelden.de/nebenkostenabrechnung.html+Nebenkostenabrechung+e-mail&cd=9&hl=de&ct=clnk&gl=de

Eine Nebenkostenabrechnung ist an keine Form gebunden, der Mieter muss diese nur schriftlich erhalten. Das heißt, der Vermieter kann auch per Fax oder E-Mail die Betriebskostenabrechnung zukommen lassen.

Beitrag von orchidee30 01.03.10 - 20:06 Uhr

Was mich nur ägert, ist, dass auf dem Wohnungsübergabeprotokoll eindeutig unsere neue, und immer noch gültige Adresse, vermerkt ist. Aber wir haben niemals von unserem ehemaligen Vermieter Post erhalten - eben nur per Email.

Erst lässt er sich fast 20 Monate Zeit überhaupt eine Abrechnung zu erstellen und dann mahnt er mich nach 12 Monaten mit einem lapidaren Satz! :-[

Soll er mich doch gerichtlich anmahnen...

Beitrag von manavgat 02.03.10 - 07:53 Uhr

Das ist nicht korrekt.

Das gilt nur, wenn die Zustellung der Rechnung per e-mail vereinbart war.

Ich spreche regelmässig mit einem Rechtsanwalt über diese Dinge.

Da ich selbstständig bin, bin ich hier sehr gut informiert.

e-Rechnungen sind nur mit Signatur gültig. Ich gehe mal davon aus, dass der Vermieter keine hat.

Auch Kündigungen sind per mail nicht gültig. Per Fax schon. Allerdings obliegt der Beweis der Zustellung!!! dem Versender. Das Protokoll reicht nicht.

Gruß

Manavgat

Beitrag von melli-1981 01.03.10 - 18:42 Uhr

würde auch noch mal zum mieterschutzbund gehen das ist eigentlich verjährt

Beitrag von susannea 01.03.10 - 18:53 Uhr

Teile dem Vermieter auch einfach per Mail mit, dass du bis heute keine Formgerechete Nebenkostenabrechnung erhalten hast und damit die Nebenkostenabrechnung zum 31.12.2008 verjährt war und du keinerlei Zahlungen mehr leisten musst.

Beitrag von myimmortal1977 01.03.10 - 19:17 Uhr

Eine Nebenkostenabrechnung per E-Mail ist auch eine formgerechte Nebenkostenabrechnung!

Bei dem Wort formgerecht geht es lediglich um den Inhalt der Nebenkostenabrechnung, jedoch nicht um den Empfangsweg.

http://209.85.135.132/search?q=cache:fZ6K07JOFfMJ:www.ummelden.de/nebenkostenabrechnung.html+Nebenkostenabrechung+e-mail&cd=9&hl=de&ct=clnk&gl=de

Eine Nebenkostenabrechnung ist an keine Form gebunden, der Mieter muss diese nur schriftlich erhalten. Das heißt, der Vermieter kann auch per Fax oder E-Mail die Betriebskostenabrechnung zukommen lassen.

Beitrag von myimmortal1977 01.03.10 - 19:06 Uhr

http://dejure.org/gesetze/BGB/556.html

Siehe speziell Absatz 3 (!!!). Er kann nachfordern, unter bestimmten Voraussetzungen.

Ich meine aber, dass er diese Voraussetzungen schon verwirkt hat, da er Euch spätestens nach einem Jahr (sprich 31.12.2008) eine Pseudoabrechnung hätte machen müssen. Denn dieser Punkt beläuft sich nur auf Nachforderungen aus einer Abrechnung. Denn der Vermieter ist verpflichtet, Euch spätestens nach 12 Monaten nach der Abrechnungsperiode eine ordentliche Abrechnung zukommen zu lassen.

Ich würde mich in dem Falle aber zwingend rechtlich beraten lassen!!!

LG Janette

Beitrag von grafzahl 01.03.10 - 19:28 Uhr

> Dort wurde mir gesagt, ich muss diese Nachzahlung nicht mehr leisten, da der Vermieter dies bis 31.12.2008 einfordern hätte müssen.

Das war doch eine ziemlich deutliche Aussage, oder?


> Wie soll ich mich jetzt verhalten?

Wenn du nett bist, weist du ihn nochmals ausdrücklich auf § 556 BGB hin.

Eigentlich reicht es aber, wenn du auf einen gerichtlichen Mahnbescheid wartest und gegen den Mahnbescheid Widerspruch einlegst. Dann geht das vor Gericht, wird vom Richter abgewiesen und der Vermieter zahlt richtig Gebühren.

Dafür brauchst du weder Anwalt noch Mieterschutzbund.

Wenn ich hier lese: "vom Mieterschutzbund Schreiben aufsetzen lassen..."

Geht´s noch? Kann man so eindeutige Sachen vielleicht auch mal alleine regeln? Atmung klappt doch auch ohne Anwalt und Mieterschutzbund.