Elterngeld, Arbeitslosigkeit, Hartz IV usw.

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von angeleye1983 01.03.10 - 21:19 Uhr

Hallo ihr lieben,

heute frage ich mal im Auftrag von einer Freundin. Die is gerade schwanger in der 8. Woche und arbeitslos. 2 Wochen vor Beginn des Mutterschutzes rutscht sie in Hartz IV. Jetzt hat sie ein Stellenangebot ab April 2010. Nun die Frage... Normalerweise wird das Elterngeld ja anhand des durchschnittlichen Nettoeinkommens der letzten 12 Monate gerechnet und im Falle der Arbeitslosigkeit bekommt man dann doch 300 EUR als Elterngeld.

Wie wird das ganze berechnet, wenn man 7 Monate vor der Entbindung arbeitslos ist und nur 5 Monate Arbeit hatte?

Dann noch eine Frage. Wenn Sie die Stelle nicht antritt (das Arbeitsamt lässt es ihr wohl offen, wegen der Schwangerschaft) dann rutscht sie ja in Hartz IV rein. Ihr Freund verdient wohl recht gut und bei Hartz IV wird das Einkommen des Partners ja auch mit berücksichtigt. Ist dies auch während der Schwangerschaft so oder wird das dann anders gerechnet?

Das Arbeitsamt hat ihr geraten, beim neuen Chef mit offenen Karten zu spielen, da dieser im Ernstfall wohl den Vertrag anfechten könnte und Schadensersatzansprüche geltend machen könnte. Deswegen weiß sie jetzt noch nicht ob er sie trotzdem einstellt, oder ob sie in Hartz IV rutscht.

Ich hoffe, hier können mir bzw. ihr einige helfen, da ich mit meinem Latein auch am Ende bin.

Dankeschön!!!

Beitrag von schwarzesetwas 01.03.10 - 21:22 Uhr

Wohnen die beiden zusammen?

Lg,
SE

Beitrag von angeleye1983 01.03.10 - 21:25 Uhr

Ja, die wohnen zusammen.

Beitrag von anyca 01.03.10 - 21:25 Uhr

"Wie wird das ganze berechnet, wenn man 7 Monate vor der Entbindung arbeitslos ist und nur 5 Monate Arbeit hatte?"

Dann rechnet man fünf Gehälter plus sieben mal Null und das alles durch 12!

"Dann noch eine Frage. Wenn Sie die Stelle nicht antritt (das Arbeitsamt lässt es ihr wohl offen, wegen der Schwangerschaft) dann rutscht sie ja in Hartz IV rein. Ihr Freund verdient wohl recht gut und bei Hartz IV wird das Einkommen des Partners ja auch mit berücksichtigt. Ist dies auch während der Schwangerschaft so oder wird das dann anders gerechnet?"

Warum sollte es da anders gerechnet werden?

"Das Arbeitsamt hat ihr geraten, beim neuen Chef mit offenen Karten zu spielen, da dieser im Ernstfall wohl den Vertrag anfechten könnte und Schadensersatzansprüche geltend machen könnte."

HÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ? Sie darf doch sogar lügen beim Einstellungsgespräch, was ist denn das für ein dämlicher Ratschlag?

Beitrag von angeleye1983 01.03.10 - 21:27 Uhr

Ja, lügen darf sie, aber die Firma is anscheinend schon dafür bekannt, dass sie schon öfters schwangere kündigen konnte und gerade anfangs dann noch SE-Ansprüche geltend machen konnte. Das is eine Gesetzeslücke, wenn die nachweisen, dass es arglistige Täuschung war oder so... Ich arbeite zwar beim Anwalt, war bisher aber auch der Überzeugung, dass schwangere überhaupt gar nie nicht gekündigt werden können (außer in extremen Ausnahmesituationen natürlich).

Beitrag von anyca 01.03.10 - 21:34 Uhr

Wie kann es arglistige Täuschung sein, wenn die Frage nach Schwangerschaft gar nicht erlaubt ist im Vorstellungsgespräch?

Klar, Stress kann die Firma natürlich auch machen, ohne Recht zu haben, und den Streß will man natürlich nicht haben als Schwangere ...

Beitrag von angeleye1983 01.03.10 - 21:42 Uhr

ja das hab ich mich dann auch gefragt, wie das arglistige Täuschung sein kann. Ich glaub auch net wirklich, dass die damit durchkommen. Ich denke, dass sie sie halt dann beim nächstmöglichen Zeitpunkt, also nach der Elternzeit kündigen werden.

Junge, das is alles ganz schön kompliziert, weil wir jetzt gerade am rechnen sind, was finanziell rentabler is... und mit Hartz IV und Elterngeld blick ich einfach net durch *gg*

Beitrag von windsbraut69 02.03.10 - 12:29 Uhr

"Junge, das is alles ganz schön kompliziert, weil wir jetzt gerade am rechnen sind, was finanziell rentabler is... und mit Hartz IV und Elterngeld blick ich einfach net durch *gg* "

Entschuldige mal, aber Ihr könnt doch nicht ernsthaft eine Rentabilitätsrechung Job vs. ALGII aufstellen wollen?

Davon mal abgesehen kann Ihr frühestens nach der Elternzeit gekündigt werden und solange hat sie finanzielle Vorteile durch den Job.
ALGII wird sie eh nicht bekommen, wenn der KIndsvater gut verdient.

Beitrag von windsbraut69 02.03.10 - 12:27 Uhr

Das halte ich für groben Unfug.
Eine Schwangerschaft zu verschweigen ist Ihr gutes Recht und keine arglistige Täuschung.

Gruß,

W

Beitrag von mela05 01.03.10 - 21:56 Uhr

habe ich gerade mal ganz schnell gefuden

http://www.logistik-inside.de/arbeitsrecht-schwangere-duerfen-luegen-56075.html

Alle Liebe
Mela 11SSW

Beitrag von windsbraut69 02.03.10 - 12:26 Uhr

Ausschlaggebend für die Berechnung des Elterngeldes ist der Durchschnitt der 12 Monate. Sie kann mit jedem Monat Einkommen das Elterngeld erhöhen.

Natürlich wird das Einkommen ihres Partners "auch in der Schwangerschaft" mit berücksichtigt, bzw. gerade dann. Immerhin ist er Mutter und Kind gegenüber unterhaltspflichtig.

Dass das Amt ihr geraten hat, mit offenen Karten zu spielen, ist absoluter Unsinn. Sie darf die Schwangerschaft verschweigen und auch lügen und darauf dürfen Ihr KEINE Nachteile entstehen.
Sie sollte alles tun, diesen Job zu bekommen und ALGII nach Kräften zu vermeiden!

Gruß,

W