Was mach ich denn nu? Gibt´s noch irgendwas für mich?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von dolby11 01.03.10 - 21:40 Uhr

Hallo ihr Lieben,

ich muss einfach mal "reden" und euch um Erfahrungen und Tipps fragen.

Ich werde 33 und habe mich Anfang 2009 nach fast zwölf Jahren Beziehung von meinem Mann getrennt. Nun bin ich alleinerziehend (zwei Mädels, 3 und 5), bekomme ALG 2 und arbeite noch auf 400,-Euro. Ich habe keine Ausbildung, nur den schulischen Teil der Fachhochschulreife. War natürlich nicht nur zuhaus, habe im Einzelhandel gearbeitet, auch als Filialleitung. Nach der Trennung möchte ich nun endlich mein Leben in die Hand nehmen und etwas daraus machen. Eine Ausbildung wäre toll, aber ich bekomme da nicht wirklich eine Stelle :-( Eine Umschulung wird mir nicht finanziert, da ich ja keine Ausbildung habe...

Hat irgendjemand einen Tipp für mich?? Wie ist es mit einer schulischen Ausbildung? Würde ich die gefördert/finanziert bekommen?

Bin für alle Tipps dankbar #blume

Liebe Grüße, Anika

Beitrag von mamavonyannick 01.03.10 - 21:48 Uhr

hallo Anika,

meine Bekannte - wohnhaft in München - bekommt vom Amt eine Ausbildung zur Immobilienkauffrau "finanziert". Auch sie hat keine Ausbildung und ist alleinerziehend mit einem Kind.

vg, m.

Beitrag von miss.cj 01.03.10 - 22:13 Uhr

Hallo,

ich hatte heut meinen ersten Tag meiner Umschulung zur Immobilienkauffrau. Es ist gleichzeitig meine Erstausbildung. Ich bin 29 und habe immer gearbeitet, habe aber durch die Elternzeit meinen Job verloren.
Eine Ausbildung ist keine Vorraussetzung für eine Umschulung, wichtig ist die Berufserfahrung, die man hat.

Außerdem habe ich mich um alles selbst gekümmert, sprich Umschulungsangebote eingeholt (z.B. DAA), Initiativbewerbungen an Ausbildungsbetriebe geschickt, und bin dann mit den Angeboten und einer Zusage eines Unternehmens, welches mich gern im praktischen Teil ausbilden möchte, zu meiner Sachbearbeiterin gegangen.

Ich habe ihr meine Lage als zweifache Mama erklärt, ihr die Vorteile der Umschulung aufgezeigt und mit bedachten Argumenten überzeugt. Ich habe drei Wochen lang immer wieder bei meiner Sachbearbeiterin angerufen und nicht locker gelassen. Letzte Woche hat sie zugestimmt.

Und nun schule ich um, bzw. lerne endlich einen Beruf.

Versuch es einfach, das Anrecht hast du.

Hier noch ein wichtiger Hinweis:

> § 77 Grundsatz (SGB III) Nr.2 / 2

(2) Anerkannt wird die Notwendigkeit der Weiterbildung bei Arbeitnehmern wegen fehlenden Berufsabschlusses, wenn sie (...)
2. nicht über einen Berufsabschluss verfügen, für den nach bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften eine Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren festgelegt ist. <

Lg Conni

Beitrag von miss.cj 01.03.10 - 22:16 Uhr

Ach so , erinnere deine Sachbearbeiterin ruhig mit Nachdruck an den §77. Manche Mitarbeiter des A-Amtes "vergessen" diesen Punkt gerne ;-)

Beitrag von dolby11 02.03.10 - 20:36 Uhr

Hey du,

du glaubst gar nicht, wie ich mich über deine antwort gefreut habe. war richtig guter dinge heute morgen ;-)

im laufe des tages hab ich dann auf arbeit noch ein wenig darüber nachgedacht und meine laune ging wieder ein wenig runter:
mein freund möchte zu uns ziehen, sobald wir eine größere wohnung gefunden haben. wie ist das dann mit der finanzierung? ich denke nicht, das die kosten dann übernommen werden oder?

trotzdem #danke für deine antwort, sie hat mir sehr, sehr, sehr geholfen :-)

einen schönen abend wünsch ich dir, die anika

Beitrag von miss.cj 02.03.10 - 20:45 Uhr

Dein Freund hat mit deiner beruflichen Zukunft überhaupt nichts zu tun und das braucht dir auch kein Sachbearbeiter einreden. Natürlich wird er in die Bedarfsgemeinschaft eingerechnet, aber deswegen bist du ja immer noch nicht in Arbeit.
Lass dich nicht abwimmeln und führ dir und deiner Sachbearbeiterin immer dein Ziel vor Augen.
Nur wer selbst davon überzeugt ist, kann auch andere überzeugen.

Beitrag von dolby11 03.03.10 - 19:03 Uhr

Stimmt schon. Und seit der Trennung ist mir mein Leben echt wichtig geworden.
Ja, das mir im Prinzip sämtliche Leistungen vom Amt gestrichen werden wenn wir zusammenziehen, damit rechnen wir. Aber eine Ausbildung würde ich mir wirklich wünschen. Denn ich bin einfach noch zu jung um einfach so weiterzuleben und möchte beruflich noch etwas erreichen.

#liebdrueck danke, danke, danke

Beitrag von dolby11 04.03.10 - 15:42 Uhr

Hab heut morgen kurz mit meinem Fallmanager (der eigentlich suuuuper nett ist )telefoniert und ihn auf den Paragraphen angesprochen.
Er meinte, es sei ein KANN-Paragraph... und eine Voraussetzung sei u.a. das ich insgesamt drei Jahre sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben muss. Bei mir sind es knapp 2 3/4 Jahre, in der restlichen Zeit habe ich auf 400,-Euro gearbeitet bzw. war fünf Jahre zuhaus bei den Kindern.
Ausserdem meinte er, dann könne ich doch auch so in dem Job als Verkäuferin weiterarbeiten (hatte mich nach einer Umschulung bzw. Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau erkundigt, erscheint mir logisch, da ich halt immer in dem Job gearbeitet habe, würde mich dann halt noch zum Handelsfachwirt weiterbilden können), würde doch auch so was kriegen.
Das ich dann aber keine Ausbildung habe, deswegen ganz anders bezahlt werde und mich auch nicht weiterbilden kann ist anscheinend irrelevant :-(
Soviel zum Thema "Deutschland braucht Fachkräfte" (jaja, als Einzelhandelskauffrau ist man nun nicht unbedingt eine zwingend benötigte Fachkraft, aber Aus- bzw. Weiterbildung einer Hartz-4-Empfängerin scheint nicht so wichtig zu sein #aerger Sparen wir lieber bei der Förderung, als das wir es später durch die Sozialbeiträge wieder rausbekommen :-( :-( :-( :-(

Konnte leider nicht allzulange mit ihm telefonieren, war auf Arbeit, aber er meinte, wir müssten mal einen Termin zu einem Beratungsgespräch vereinbaren, dann erklärt er mir alles.