Verzweifelt, kann keine Entscheidung treffen...

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von ---sabi--- 01.03.10 - 21:50 Uhr

Hallo an Alle!

Ich bin neu hier und war bisher auch noch nie wirklich in einem Forum angemeldet, aber ich hoffe, dass mir eine neutrale Sichtweise und Meinung von anderen vielleicht besser helfen kann, als die meiner Familie und Freunde!

Nehmt euch Zeit zum Lesen :-)

Ich bin seit über 5 Jahren mit meinen Mann (davon 1 einhalb Jahre verheiratet) zusammen. Er hatte im November 2004 einen schweren Autounfall und ist seitdem von der Brust ab querschnittsgelähmt. Wir kannte uns vor dem Unfall ein halbes Jahr und waren gute Freunde (er war von Anfang in mich verliebt) und sind dann komischerweise erst während seiner Reha zusammen gekommen.

Durch die Querschnittslähmung war er leider auf natürlichem Weg Zeugungsunfähig. Ich habe ihm öfters darum gebeten, ob wir nicht mal in eine Kinderwunschklinik gehen, da mein Wunsch nach einem Baby sehr groß war. Leider hat er immer abgeblockt und wollte das nicht.

Desweitern muss ich dazu sagen, dass er nach dem Unfall nie in psychologischer Behandlung war und sich seitdem komplett isoliert hat (von Freunden und der Realität). Sein Lebensinhalt war seine XBox. Ich habe immer versucht ihm zu helfen, damit er sein Leben nicht wegschmeißt! Da uns alle Türen offen standen, uns das Leben so schön wie möglich zu gestalten, da er von der Unfallversicherung eine ziemlich hohe Schmerzensgeldsumme bekommen hat, da der Unfall nicht seine Schuld war.

Ich habe ihn immer geliebt, sonst hätte ich ihn auch nicht geheiratet, und wir hatten auch schöne Zeiten, aber seit einem Jahr ist alles aus dem Ruder gelaufen. Seine Spielsucht ist immer extremer geworden (er war nachts immer wach und hat dann geschlafen wenn ich wach war). Er hat angefangen Drogen zu nehmen, unsere Kommunikation ist vollkommen eingeschlafen, jeder hat sein Ding gemacht und gegen Ende hat er auch gar nicht mehr im Bett geschlafen, sondern nur noch auf der Couch (sprich: auch unser Sexleben war tot).

Ich war so unglücklich und habe sooft versucht was an der Situation zu ändern, doch durch die Drogen, war es unmöglich an ihn ran zu kommen. Also habe ich mich distanziert und habe einen neuen Mann kennengelernt, mit dem ich jetzt seit Anfang November 2009 zusammen bin und ungeplant nun in der 19. Woche schwanger bin.

Ich wohne immer noch in der gemeinsamen Wohnung mit meinem Mann, und nun ist er plötzlich wach geworden, und kämpft um mich (er sagt mir ständig, dass er mich liebt, macht mir Geschenke, bemüht sich nett zu sein), er will unsere Ehe retten und ist sogar bereit das Kind von einem fremden Mann groß zu ziehen.

Mein Freund merkt, dass ich mich verändert habe, und will, dass ich so schnell wie möglich aus der Wohnung ausziehe... weil er sich auf das Kind freut und natürlich nicht will, dass mein Mann die Vaterrolle übernimmt!

Noch eine kurze Info über mein Freund: er kommt aus Kamerun (Afrika) und studiert hier in Deutschland. Er hat ziemlich viele Geld Probleme (Mietschulden, Dispo überzogen, und diverse andere Sachen). Durch das Baby würde er dann mit in meine neue Wohnung ziehen wollen, was mir aber ehrlich gesagt nicht so recht ist, da ich selbst erstmal auf öffentliche Förderung angewiesen bin (sprich Arbeitslosengeld 2, da ich all die Jahre die ich meinem Mann gepflegt habe, nicht in meinen erlernten Beruf als Zehntechnikerin arbeiten konnte). Ich habe auch noch 3 Katzen zu versorgen, und habe einfach Angst, dass er dann auf meine Kosten bei mir wohnen will und dass ich ihn auch noch verpflege.

Hier bei meinem Mann wäre ich definitv auch finanziell abgesichert, aber ich weiß nicht, ob wir das nochmal hinkriegen, denn das Vertrauen wäre dann erst einmal komplett zerstört, und die Frage ob er wirklich ein farbiges Kind großziehen und mit den Vorurteilen andere leben kann, bezweifel ich auch noch sehr stark!

Seine einzige Voraussetzung ist übrigens, dass ich den Kontakt zum Vater komplett abbreche und er will auch nicht, dass er dann später Kontakt zum Kind hat... das kann ich doch auch nicht bringen, der Vater freut sich auf sein Kind!

Ich bin mit der Situation einfach total überfordert, alle verlangen eine Entscheidung von mir. Und gerade in dieser Phase wo die Hormone sowieso verrückt spielen, kommt ich auf keinen grünen Zweig!

Mich würde eure Meinung mal interessieren!

Ps. Ich weiß momentan noch nicht mal, ob ich überhaupt einen von beiden richtig liebe!

Liebe Grüße

Sabrina

Beitrag von anyca 01.03.10 - 22:03 Uhr

Puh, ganz schön verzwickt ... und wenn Du Dir erst mal allein eine Wohnung nimmst, wo Du doch von keinem der Männer im Moment so wirklich überzeugt bist? Könntest Du die Wochenbettzeit vielleicht bei Deinen Eltern o.ä. verbringen?

Den Kontakt zum Kindsvater komplett abbrechen dürfte schwierig werden, der hat schließlich Umgangsrecht ... allerdings ist rein rechtlich ja erst mal der Ehemann der Vater (auch wenn er hier ziemlich offensichtlich ;-) nicht der genetische Vater sein kann), da müßte Dein Freund wohl erst mal klagen ...?

Beitrag von nurmalsooooo 02.03.10 - 07:28 Uhr

lies mal in foren etwas über jetzige konstellationen einer paarbeziehung, wie du sie mit deinem freund hast...wenn ihr zusammenzieht, wird sicherlich dein dispo auch bald überzogen sein, denn die jungs brauchen einfach keine frau sondern eine gut gefüllte brieftasche, die sich immer wieder selbst füllt ohne eigenes zutun...muss bei dir nicht so sein, hab aber bereits von vielen gelesen....also ich würd dann meine eigene wohnung behalten und da ziehen nur deine katzen,deine kids und du ein.
und lass dich nicht melken...finanziell....anderes kann sehr lustig sein :-D...und beginn ein neues leben...scheint mir bei beiden partnern nicht das gelbe vom ei zu sein...beziehungsmäßig...kannst dich nur zwischen mist und mist entscheiden...also entscheid dich für ein neues leben .

Beitrag von ---sabi--- 02.03.10 - 09:35 Uhr

Guten Morgen!

Erst einmal danke für eure Antworten, hatte ehrlich gesagt nicht mitgerechnet, dass sich jemand meldet :-)

Die Meinung von euch beiden teilt auch meine Mutter. Sie meint es wäre das Beste, wenn ich erstmal alleine für mich ausziehe, mich nur auf das Kind und mich konzentriere und mir dann im Klaren werden, was ich eigentlich wirklich will.

Ich wollte mir schon längst ein Gedenkpause verschaffen, aber leider bin ich durch die Katzen total gebunden, und fast alle in meiner Familie und Freundeskreis haben selbst Katzen, sodass es unmöglich war meine dort mit hinzunehmen. Mein Mann hätte sich nicht um sie kümmern können, da er ja selbst pfegebedürfig ist (was mich auch immer gebunden hat).

Um nochmal auf meinen Freund zu kommen... Ich weiß über den Ruf Afrikaner bescheid und habe mich auch schon übers Internet informiert! Er distanziert sich komplett von diese Art von Menschen, da ich ihm das anfangs auch unterstellt habe. 100%ig kann ich es jedoch nicht ausschließen, dass es vielleicht doch nur Show ist, was er mir vorgibt zu sein. Schließlich habe ich ihn die letzten Wochen auch schon mehr oder weniger durchgefüttert, da er das letzte Semester nicht bezahlen konnte (sprich nicht studiert hat), durfte er auch nicht arbeiten (steht so im Visum). Jetzt erzählt er mir die ganze Zeit, dass sein Antrag für das nächste Semester noch nicht bearbeitet worden ist... das fängt allerdings schon im April an und ich finde es merkwürdig, dass er bis jetzt noch keine Antwort hat. Und auf die Frage wie er die 200 Euro Studiengebühr bezahlen will, habe ich keine Antwort bekommen.

Die andere Seite ist dann wieder, dass meine Familie ihn super toll aufgenommen hat und ihn mittlerweile auch alle mögen (anfangs waren auch die meisten skeptisch). Er hat vor 2 Wochen sogar für alle afrikanisch gekocht, da waren sie total begeistert. Und auf die Fragen meiner Eltern, ob er es denn ernst mit mir meine, hat er gesagt, dass er mich liebt und zu mir und dem Baby steht und mich auch nicht im Stich lassen wird. Und was das Baby betrifft ist er wirklich vorbildlich, geht zu allen Vorsorgeuntersuchungen mit etc.

Ich habe aber auch klar gestellt, dass er sich keine Hoffnungen machen braucht, dass ich ihn heiraten werde (was er ganz am Anfang schon erwähnt hatte). Und dass ich erstmal alleine wohnen möchte hat er nicht so gut aufgenommen, ich denke er hofft wahrscheinlich insgeheim, dass ich andere Meinung bin, wenn ich erstmal ausgezogen bin.

Wenn ich nun wirklich ausziehe, gibt mir mein Mann keine Chance mehr, er sagt entweder wir versuchen es jetzt oder gar nicht mehr. Und der Gedanke, dass ich hier finanziell abgesichert bin, beruhigt mich schon, aber was bringt es mir, wenn ich den Mann nicht mehr liebe? Das wäre ja auch unfair seine Gefühle auszunutzen, damit ich hier bleiben kann.

Ich glaube schon, dass es vielleicht das Beste wäre erstmal alle Beziehungsgeschichten auf Eis zu legen, auch wenn ich davor Angst habe, alleine zu sein. Mein größtes Problem, ist glaub ich, ich weiß nicht, wie ich es beide beibringen soll, dass sich keiner von beiden weiterhin Hoffnungen machen soll. Ich bin so ein Mensch, der es jeden Recht machen will, ohne an sich selbst mal zu denken, bin ziemlich sensibel und habe keine starken Nerven. Beide wollen mich überreden und von sich überzeugen, und ich weiß schon im Voraus, dass ich wieder schwach werde, obwohl ich das nicht will!

Ich bin jetzt in der 19. SSW und kann meine Schwangerschaft gar nicht genießen, weil ich ständig unter Druck stehe eine Entscheidung zu treffen. Mein Bauch wird immer dicker, und obwohl ich mir jahrelang ein Kind gewünscht habe, kann ich mich durch die ganze verzwickte Situation und Umstände nicht drauf freuen.

Manchmal fühlt sich mein Kopf so an, als würde er gleich explodieren... ich wünsche mich manchmal so sehr, dass jemand anderes das alles für mich lösen könnte, damit ich endlich wieder Ruhe in meinem Kopf und Seele habe!

Aber das geht ja leider nicht #gruebel

Beitrag von anyca 02.03.10 - 16:37 Uhr

"Ich bin so ein Mensch, der es jeden Recht machen will, ohne an sich selbst mal zu denken,"

Nun ja, jedem Recht machen ist in Deiner Situation eindeutig nicht drin ... und wenn es Dir schwer fällt, an DICH zu denken, dann denk an Dein Kind und versuch, das Beste für das Kind zu tun!:-)