Übernahme der Krankenkasse bei Selbständigkeit?

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Beitrag von littledream 01.03.10 - 22:05 Uhr

Eigentlich bin ich ja eher nur stille Leserin.
Nun hatte ich heute eine Diskussion mit einem Bekannten. Leider sind wir nicht so wirklich weitergekommen.

Wenn man selbständig ist, dann sind die Krankenkassenbeiträge ja doch recht heftig. Nun hab ich mal irgendwo gelesen, dass die Krankenkassenbeiträge übernommen werden könnten, wenn man durch Zahlung selbiger in die Bedürftigkeit fallen würde.

Weiß jemand wie das berechnet wird?
Also kurz zu meinen Gedanken ein Beispiel.

Person A hat 1000 Euro Einkommen aus Selbständiger Arbeit. bezahlt 320 Euro Krankenkasse. Ergo bleiben zum Leben 680 Euro.
Gut würde es laut Alg2 Rechner etwas dazu geben.
Aber würde dann auch die Krankenkasse übernommen? Wenn ja dann würden Person A ja wieder 1000 Euro zum Leben bleiben, somit wäre er dann aber wiederum nicht mehr bedürftig ...

Hab ich nen Denkfehler? Helft mir doch mal bitte :)


lg
dream

Beitrag von marion2 01.03.10 - 22:40 Uhr

Hallo,

bei 1000 Euro Einkommen zahlt man keine 320 Euro Krankenkasse.

Gruß Marion

Beitrag von littledream 01.03.10 - 22:42 Uhr

Was bezahlt man denn bei 1000 Euro Einkommen als Selbstständiger .. wenn man sich freiwillig gesetzlich versichert?

Beitrag von marion2 02.03.10 - 09:24 Uhr

ca. 210 Euro

Beitrag von anyca 01.03.10 - 22:55 Uhr

Doch, tut man. Ich zumindest.

Beitrag von vwpassat 02.03.10 - 09:36 Uhr

Und wieder ne teilweise falsche Info von Dir.

Bei einem Selbständigen wird generell ein Einkommen von ca. 1900 € "angenommen" - das kommt hin.

Wenn der/diejenige aber um die 1000 € verdient, kann er/sie bei der KK einen Antrag auf Beitragsermäßigung stellen.

Dieser ist die Schikane schlechthin, denn hier ist das gesamte Familieneinkommen, Ersparnisse auch des Partners etc. gefragt.

In den Genuss dieser Ermäßigung kommt demzufolge nicht jeder.

Beitrag von marion2 02.03.10 - 09:59 Uhr

Wenn auf deinem Bescheid steht, dass ein Einkommen von 1900 Euro angenommen wird, du aber nur 1000 Euro verdienst, wirst du doch hoffentlich in der Lage sein, mal bei deiner Krankenkasse anzurufen. Die geben dann die restlichen Infos und schicken dir ein Formular zum Ausfüllen.

Beitrag von vwpassat 02.03.10 - 10:11 Uhr

Von selbst machen das nicht alle KK.

Und viele Selbständige haben halt nicht den Überblick über alles.

Das ist die legale Abzocke schlechthin, bei nem Arbeitnehmer musst Du auch kein Formular mit dem Verdienst des Ehepartners ausfüllen.

Beitrag von marion2 02.03.10 - 11:59 Uhr

Wird deine KV von der ARGE bezahlt, musst du sogar offenlegen wie viel dein Nichtehemann verdient.

So ist das eben, wenn man in den Genuss von Vergünstigungen kommen will *schulterzuck*

Beitrag von vwpassat 02.03.10 - 12:38 Uhr

Ich weiß nicht, ob Du verstehst, auf was ich herauswill.

Wenn X sich jetzt selbständig macht und dies seiner gesetzl. KK mitteilt, diese ihn aber nicht genau über alles aufklärt und ihn "normal" einstuft, er aber z.B. nur 950 € verdient, dann zahlt er mal eben 30 % Krankenkassenbeitrag. Und das völlig legal.

Beitrag von marion2 02.03.10 - 13:17 Uhr

Ich weiß worauf du hinauswillst, ....

Als mein X sich selbständig machte, bekam er diese Infos von allen Seiten. ;-)

Beitrag von oldma 01.03.10 - 23:57 Uhr

...denkfehler:

du musst einnahme-ausgaberechnung vorlegen und bekommst dann ergänzendes hartz 4. allerdings kommen mir 320 € nur für krankenversicherung auch definitiv zu hoch vor!!! das ist doch sicher eine kombi mit rente??? mit unfallvers.+au??? dann ist das eine summe sozialbeitrag mit freiwilliger altersvorsorge.....l.g.c.

Beitrag von littledream 02.03.10 - 00:07 Uhr

Was ich dazu jetzt im Netz gefunden habe:

Hat ein Selbstständiger geringere Einnahmen (dazu zählen auch Einkünfte aus Kapitaleinnahmen) und kann dies nachweisen (durch Vorlage des aktuellen Einkommenssteuerbescheides), so wird die Bemessungsgrundlage für die Beitragszahlung entsprechend reduzieren bis zur Mindesthöhe von 1.863,75 EUR.

Den Einheitsbeitragssatz der gesetzlichen Krankenkasse haben Selbständige und Freiberufler seit 01.01.09 finanziell deutlich zu spüren bekommen. Während es bisher auch von der Krankenkasse einen Tarif mit Krankentagegeld gab (allgemeiner oder erhöhter Beitragssatz), fiel dieser weg. Es gibt für Selbständige und Freiberufler nur noch den ermäßigten Beitragssatz ohne Krankentagegeld. Dieser betrug zunächst 14,9 Prozent und wurde ab 01.07.09 auf 14,3 % gesenkt.



Quelle: http://www.selbstaendigen-kv.de/

Würde nach meiner Rechnung bedeuten:

266 Euro Krankenkassenbeitrag. Wobei ich aber irgendwo noch was von einem Aufschlag von 0,9% gelesen habe. Würde dann bedeuten so in etwa 283 Euro.

Also sind die 320 Euro jetzt gar nicht soo unrealistisch. Reine Krankenversicherung plus Pflegeversicherung.

Beitrag von vwpassat 02.03.10 - 09:39 Uhr

Genau so ist es.

Unter bestimmten Vorraussetzungen kann man (Verdienst unter 1280 oder so ähnlich) einen Antrag auf Beitragsermäßigung stellen. Hier wrden aber auch sämtliche Daten der/des Partners/Freundes/Mannes erfragt, wie Einkommen und Ersparnisse.

Dann Beitrag ca. 210 €.

Beitrag von littledream 02.03.10 - 15:07 Uhr

Danke für Deine Antwort .. es war wie gesagt auch rein fiktiv .. wie das halt manchmal so ist, wenn man in gemütlicher Runde sitzt und ein paar Überlegungen anstellt, was man noch so beruflich machen könnte.

Und dann kommen halt auch Sachen auf den Tisch, die vielleicht nicht umsetzbar sind und natürlich beleuchtet man auch das ganze drum herum .. wenn .. dann .. sonst :)