Kann nicht mehr stillen und bin todtraurig

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von zwerg07 02.03.10 - 14:07 Uhr

Hallo,

unser Kleiner ist jetzt fast 14 Tage alt.

Von Anfang an hatte ich keinen richtigen Mil,cheinschuss!!
Der Kleine und ich haben uns die ganzen Tage 1-2 stündlich mit dem Stillen gemüht, es kam nicht viel, er wurde nicht satt und ich musste zufüttern.

Seit Gestern war dann fast ganz Schluss, die Brüste werden immer schlaffer und die Milch fast Null. Ich versteh das Ganze nicht, habe alles dafür getan.

Vorhin war gerade meine Hebamme da und hat mich getröstet.

Es war nicht mein Plan, aber mein Kleiner kriegt dann jetzt Aptamil Pre, was er sehr gut verträgt !!!!!

Trotzdem fühl ich mich etwas als Versagerin und bin traurig!!!!

Wem ging es genau so?????


LG

Beitrag von jackie-33 02.03.10 - 14:09 Uhr

Hi du,

kann dich gut verstehen! Mir war stillen auch sehr wichtig. Ich stille selbst und alles geht gut.

Wollte dich nur trösten! Bin aber nicht sicher dass du nicht stillen kannst, ich habe das Stillbuch in dem steht das fast 95% der Frauen stillen können. Kannst du nicht noch was versuchen?

Liebe Grüsse

Beitrag von christianeundhorst 02.03.10 - 14:20 Uhr

Hallo Du Arme #liebdrueck
ich verstehe Dich gut. Hatte am Anfang auch ganz viele Probleme. Ich gebe Dir den dringenden Tipp: Hole Dir eine ausgebildete Stillberaterin ins Haus! Die findest Du unter www.lalecheliga.de oder www.afs-stillen.de.
Wenn sie ins Haus kommen kostet das zwar was, ABER Du wirst zu 99,9% wieder stillen können und auch voll ( ohne zufüttern ). Nur eine ausgebildete Stillberaterin kann herausfinden wo das Problem ist, aber es ist mit Sicherheit NICHT zu wenig Milch. Auch wenn Deine Brüste jetzt schlaff werden kann da noch gaaaaaaaaanz viel passieren, aber dazu brauchst Du fachliche Hilfe, die Dir NUR eine Stillberaterin geben kann.
Mir hat es geholfen:-) Ich stille immer noch ( Frieda ist 19 1/2 Monate alt )und wir sind alle sehr glücklich damit.

Ich drücke Dich herzlich und wünsche Dir viel Erfolg!!!!!!!!!

Wenn ich Dir noch weiter helfen kann oder Du Fragen hast schreib mir ruhig eine PM.

Ganz liebe Grüße,
Chris mit Frieda Lina 19 1/2 Monate

Beitrag von marie1088 02.03.10 - 14:29 Uhr

Jaaa... ich würde dir auch auf jeden Fall zu einer Stillberaterin raten! Manche Hebamme hat keine Ahnung..

Beitrag von karbolmaeuschen 02.03.10 - 20:07 Uhr

Liebe Chris!

>>Wenn sie ins Haus kommen kostet das zwar was,<<

Stillberaterinnen abeiten Ehrenamtlich. D.H. sie dürfen für ihre Beratung nicht einen Cent nehmen.
Lediglich die Frau, die eine Stillberatung in Anspruch nimmt, darf der Stillberaterin eine Aufwandsentschädigung in Höhe der Auslagen (Fahrtkosten) zahlen. Daher wirst Du auch kaum eine Stillberaterin finden, die zu Dir nach Hause kommt.
Meist kommen die Frauen dann in eine Stillgruppe.

Gruß Silke
Stillberaterin AFS

Beitrag von mukmukk 02.03.10 - 14:37 Uhr

Hallo!

Ich kann Dich gut verstehen, mir ging es ähnlich. Einen "richtigen" Milcheinschuss, so wie ich ihn von meinen Freundinnen kannte, hatte ich nie. Meine Hebi hat sich total bemüht, leider ist sie keine ausgebildete Stillberaterin. Ich habe also auch von Anfang an zufüttern müssen (und mich extrem schwer damit getan). Zur Stillberatung bin ich erst gegangen als Finja schon 9 Wochen oder so war. Dort hätte man mir mit Sicherheit helfen können, wenn ich nicht so lange gewartet hätte. :-( Zu diesem Zeitpunkt wollte Finja nämlich schon nicht mehr an der Brust trinken (habe irgendwann angefangen,das bissel Milch, das ich hatte, abzupumpen). Das KH, in dem ich entbunden habe, bietet ein sog. "Stillbrunch" an, wo sich Stillmamis treffen und man Beratung bei Stillproblemen bekommt. Dort habe ich viele Mütter kennen gelernt, die ähnliche Probleme hatten - und inzwischen voll stillen konnten!

Mir war sooooooo wichtig, dass die Kleine gestillt wird, da mein Mann und ich beide Heuschnupfen haben. Es war unfassbar für mich, dass diese natürliche und für mich selbstverständliche Sache nicht klappen kann! Meine Familie und mein Freundeskreis haben mich ganz lieb aufgebaut. Mach Dir bitte keine Vorwürfe! Dein Kind wird auch mit Säuglingsmilch groß, stark und zufrieden sein! Finja hat auch von Anfang an die Flasche gut akzeptiert und war bisher mit jeder angebotenen Milch (haben zweimal gewechselt) zufrieden!

LG,
Steffi, die (sollte es noch eines geben) beim nächsten Kind SOFORT zur Stillberatung gehen wird wenn es wieder nicht klappen sollte...

Beitrag von marysa1705 02.03.10 - 17:01 Uhr

Hallo,

ich gebe Dir hier einfach mal ein paar Informationen, weil Du schreibst, Du verstehst das Ganze nicht...

#aha Nicht alle Frauen spüren den "Milcheinschuss" oder empfinden diesen als schmerzhaft, trotzdem produziert ihr Körper genügend Milch für ihr Kind.
http://www.medela.ch/CH/breastfeeding/challenges/coming.php
Beim ersten Kind kam bei mir der Milcheinschuss erst, als ich schon aus dem Krankenhaus zu Hause war, also erst nach dem 5. Lebenstag.
#aha Die meisten Frauen haben eine falsche Vorstellung davon, wie viel Milch in den ersten Tagen aus ihrer Brust heraus kommen "sollte". Wenn man allerdings weiss, wie winzig der Magen eines Neugeborenen ist und dass da überhaupt nur wenige ml hinein passen, dann versteht man vielleicht, dass schon wenige Tropfen Muttermilch in den ersten Tagen genug sind.
http://www.afs-stillen.de/shop/download/FB-ErnNeugeborenes2010-shop.pdf
#aha Als ich im September mein 4. Kind auf die Welt gebracht habe, haben mir die Schwester im Krankenhaus einen "Still-Zettel" gegeben. Ich sollte jeweils aufschreiben, um wie viel Uhr ich stille. Ich habe nur gesagt, das brauche ich nicht, sie soll einfach rein schreiben, dass ich IMMER stille. Die Schwester hat dann zwar erstmal komisch geschaut, aber dann hat sie recht bald gemerkt, dass ich das wirklich so meine. Unser Kleiner war ständig bei mir an der Brust. Da schaut man weder auf die Uhr noch schreibt man da irgendwas auf - man stillt einfach, sobald das Kind wach ist. Vergiss 1-2 Stunden....
#aha Die Milch KANN nicht mehr werden, wenn man zufüttert. Ich hatte bei unserem ersten Kind eine tolle Stillberaterin im Krankenhaus. Sie hat mir gesagt: Überlegen Sie sich jetzt, ob Sie stillen wollen oder nicht. WENN Sie stillen wollen, dann lassen Sie alles andere (Pumpe, Becher, Flasche, ...) weg und STILLEN Sie.
Und ja, ich hatte bei allen unseren Kindern Tage, da habe ich nur von einer Brust zur anderen hin und her gewechselt.
#aha Kontrolliert wird nicht mit Waage oder abgepumpter Milchmenge. Kontrolliert wird einzig und allein, ob ein Baby nasse Windeln hat und wie sein Allgemeinzustand ist.
#aha Anhand des Links der afs, den ich Dir oben gegeben habe, kannst Du sehen, dass mit 10 Tagen in den Magen eines Babys ca. 45-60ml passen. Mit knapp 14 Tagen ist es jetzt bei Deinem Baby nur wenig mehr.

Wende Dich doch bitte an eine Stillberaterin, entweder bei der AFS oder der LLL. Hebammen sind dafür leider nicht immer die optimalen Ansprechpartner.

LG Sabrina

Beitrag von jumarie1982 02.03.10 - 17:13 Uhr

Tolle Antwort!!!

#pro #pro #pro

da ist alles gesagt!


Beitrag von frau_e_aus_b 02.03.10 - 17:29 Uhr

*unterschreib*

Beitrag von ginni10 02.03.10 - 20:05 Uhr

Hätte ich das alles auch mal vor 6 Monaten gewusst...

Beitrag von mamafant 02.03.10 - 20:29 Uhr

#pro

Beitrag von ginni10 02.03.10 - 20:16 Uhr

Mir!
Hatte nach dem Kaiserschnitt keinen Milcheinschuss (haben ihn aber auch nicht direkt angelegt - ich denke mal, wegen des Antibiotikums), erst nach 5 Tagen. Kleiner hatte dann schon in 2 Tagen seine 10% abgenommen.

Da er ein zu kurzes Zungenbändchen hatte, was die im KH auch nicht auf mein Drängen festgestellt haben, konnte er garnicht an der Brust trinken.
Er wurde im KH mit Aptamil und meinem bisschen abgepumpter Milch ernährt.

Zuhause habe ich mit Stillhütchen gestillt und als mit 3 Wochen sein Zungenbändchen durchgeschnitten war, haben wir 2 Wochen gebraucht, bis er einigermassen ohne konnte (so ganz ohne allerdings erst mit 4 Monaten!).

Resultat des Stresses: als er 6 Wochen war, kam das erste Mal garnichts mehr! Meine Hebamme hat mich innerhalb von 3 Tagen wieder hochgepäppelt.
Wie?
Minimal 3 Liter am Tag trinken. Viel Kalorien (gesunde, und auch ungesunde :-) ) und viel Ruhe.

Mit 2 Monaten Umzug ins Ausland, wieder fast keine Milch. Dazu kam, dass er immer nur kurz trank und dann schrie. (Diagnose nach 4 Monaten: Reflux Syndrom). Also auch Stress.

Ich habe auch soviele Tränen verflossen, weil es mein grösster Traum war, gut zu stillen.
Jetzt haben wir mit Mittagsbrei angefangen und trotz dass jedes Stillen ein Drama ist, bin ich wieder sehr traurig, diese Verbindung langsam ab zu bauen.

Mein Tip tatsächlich: viel trinken, gut essen, viel Ruhe, nicht zufüttern und eine Stillexpertin ins Haus holen. Schnell!

Alles Gute! Halte durch!
Ginni mit Elias, 6 Monate (genau)

Beitrag von doz301 02.03.10 - 20:22 Uhr

Hallo,

mein Tipp: halte durch! Mindestens 6 Wochen. Dann pendelt es sich ein. Und hole dir fachkundige Hilfe (La Leche Liga).

Ich musste auch zufuettern, habe aber stur weitergestillt. Jetzt stille ich voll, ohne zuzufuettern.
Der Knackpunkt bei mir war, dass ICH zu wenig gegessen habe. Also: reingehaun, je mehr Kalorien, desto besser #koch . Denn essen und trinken vergisst frau oft, wenn sie sich ums Baby kuemmern muss :-)

Alles Gute und nicht zu frueh aufgeben,
doz