plötzlich weint sie in der Kitaund mag nicht mehr essen

Archiv des urbia-Forums Kleinkind.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von comfort 02.03.10 - 14:29 Uhr

Mona geht seit September (ihrem zweiten Geburtstag) in die Kita. Bis sie morgens nicht mehr geweint hat, dauerte es drei Monate!!! Die Erzieherinnen versicherten mir aber, dass sie sofort aufhöre zu weinen, wenn ich den Raum verlassen hätte. Zuerst blieb die Kleine bis 12:00 Uhr, mittlerweile bis 15:00 Uhr und dann weint sie, weil sie lieber noch dort spielen will-also scheint es ihr zu gefallen. Sie sagte bisher auch, sie gehe gerne, nur der Abschied fällt auch heute oft noch schwer.
Meine Tochter ist sehr zurückhaltend und musste erst lernen, dass sie ich nicht alles wegnehmen lassen muss. Die Gruppe besteht aus 10 Kindern zwischen 2 und 3 Jahren-es sind immer zwei Erzieherinnen, nebst Azubis anwesend. Leider gibt es in der Gruppe drei Kinder, die sehr viel hauen und beißen. Mona zieht sich sofort zurück, wenn eines dieser Kinder in ihre Nähe kommt. Wenn sie z.B. mit dem Laufrad fahren will und ein anderes Kind kommt forsch auf sie zu, steigt sie sofort ab und gibt es her. Die Erzieherinnen schreiten nicht ein, da Mona lernen soll, sich zu behaupten. Meine Tochter wurde leider auch schon öfter gebissen und gehauen-aber das sei laut Erzieherinnen in dem Alter normal-Mona wirft das leider aber total aus der Bahn und sie weint nach solchen Ereignissen insbesondere nachts.
Seit über einer Woche isst sie nun nicht mehr in der Kita zu mittag. Sie weint stark und will auf keinen Fall essen. Die Erzieherinnen sind zuerst darauf einggangen, sagten mir aber heute, sie würden das nun ignorieren, damit Mona das nicht als Druckmittel nehme. Zudem entwickelten sich sehr sensible Kinder gerne mal zu Tyrannen, da man dazu neige, zu viel Rücksicht auf diese Kinder zu nehmen. Bisher ist die Kleine aber alles andere als ein "Terror-Zwerg" im Gegenteil.
Mona will nun immer häufiger nicht in die Kita. Nachmittags will sie aber auch nicht nach Hause, weil es so schön wäre?!
Ich habe das Gefühl, dass Mona dort vielleicht etwas untergeht? Ist es der richtige Weg, das mit dem Essen zu ignorieren? Wenn ich sie frage, warum sie nicht gegessen hat, sagt sie, sie wisse es auch nicht. Wenn ich sie frage, warum sie in der Kita geweint hat, sagt sie, ihr Knie täte weh. Die Erzieherinnen sagen, ich soll das zu Hause gar nicht ansprechen.
Ich finde es unglücklich, wenn man sie ignoriert-oder ist genau DAS der richtige Weg? Kinder, die schlagen, rufen auch nach Aufmerksamkeit und bekommen sie dann. Kinder, die weinen lässt man links liegen???
Ich bin sehr verunsichert und freue mich sehr auf Eure Antworten.
Lieber Gruße, Tina

Beitrag von ssf74 02.03.10 - 15:26 Uhr

Also meine Tochter hat teilweise in der Kita auch geschlagen. Vorallem dann, wenn man ihr was wegnehmen oder sie unbedingt etwas haben wollte. Für mich war das sehr unangenhem - vorallem, wenn sie das gemacht hat, wenn ich dabei war. Unglücklicherweise hat sie es gerade dann gemacht, WENN ich daneben stand, um meine Aufmerksamkeit zu erhalten, was ihr dann natürlich gelungen ist. Ich habe auf Anraten der Erzieherin ihr Verhalten auch ignoriert (sofern das ging) und/oder ihr erklärt, wie sie sich ohne Einsatz ihrer Körperkraft - nämlich verbal - wehren bzw. durchsetzen kann. Das hat ganz gut geklappt.
Ich denke schon, dass Deine Kleine ihre Essenverweigerung auch dazu "einsetzt", um Aufmerksamkeit zu erhalten. Evtl. bekommt sie ja ihres Erachtens gerade nicht genug Aufmerksamkeit. Klar, ziehen immer die aktiven Kinder die Aufmerkamkeit auf sich. Die ruhigeren Kinder "laufen nebenher". Das ist in unserer Kita nicht anders. Aber Du kannst - denke ich - den Erzieherinnen schon vertrauen und Dich auf Ihre Tipps und Anregungen verlassen. Sie kenne Deine Kleine nun schon eine Weile und glaub´mir : schon aufgrund ihrer Erfahrung "durchschauen" sie manche Verhaltensweisen schneller, als wir Eltern. Zumal wir halt auch emotional ganz anders "eingebunden "sind, wie sie.
Übrigens hat Anna gerade auch wieder die Masche morgens "nicht Kita gehen, Hause bleiben". Und sie weint auch wieder, wenn ich sie abgebe (sie ist jetzt schon seit 1 Jahr in der Kita und fühlt sich dort wohl!). Wenn ich sie mittags abhole sagt sie aber immer, dass es schön war in der Kita. Deshalb denke ich, sie wil mich einfach morgens nur "testen".

LG Steffi

Beitrag von comfort 02.03.10 - 16:16 Uhr

Danke, das beruhigt mich. Man will als Mutter/Eltern nunmal nicht, dass das eigene Kind leidet. In fremde Hände abgeben ist nicht so leicht. Aber Du hast Recht. Die Erzieherinnen haben ihren Job gelernt und sollten das auch richtig machen. Vermutlich muss ich nur lernen, ihnen zu vertrauen.
Bin nur so unsicher....

Beitrag von fbl772 02.03.10 - 15:40 Uhr

Das ist echt ein schwieriges Thema, wo es bestimmt keine "Regel" gibt, die jedem Kind gerecht gleichermaßen wird.

Ich würde persönlich wahrscheinlich versuchen, so wenig wie möglich Aufhebens darum zu machen. Also nicht intensiv fragen, warum nicht gegessen etc. weil sie es oft eben gar nicht wissen (Trotzphase) und es dann nach einer Zeit des ständigen Erinnerns vielleicht selbst als Problem begreifen. Das findest du heraus, indem du das mal ein paar Tage machst, ob sie "nur" mehr Aufmerksamkeit will. Wenn sie nachts weint, ist es dann immer nach solchen Ereignissen?

Es gibt Kinder, die hauen und beißen in einer Phase besonders stark. Daran können die Erzieher auch nicht viel ändern, als in besonders extremen Fällen einzuschreiten. Unser Kleiner hat auch häufiger mal (aus meiner Sicht sehr starke) Bißabdrucke - er schlägt und beißt aber nicht zurück, obwohl er ein sehr großer und sehr kräftiger Kerl ist. Allerdings habe ich noch nicht festgestellt, dass es ihn so arg aus der Bahn wirft, dass er davon nachts schlecht schläft.

Wann bringst du sie denn in die Krippe? Eventuell bringt es was, wenn du sie direkt zum Frühstück bringst. Unserem Kleinen ist dann quasi alles egal, da vergessen wir schon auch mal Mama einen Tschüsskuss zu geben, wenn er die Wurst und den Käse auf dem Tisch sieht. Oder der Papa übernimmt das morgens ... bei Papa gehen viele Sachen ohne so viel Gemeckere wie bei Mama!

Trotzdem, allein die Tatsache, dass sie nachmittags auch nicht gehen will - sei beruhigt, ihr gefällt es bestimmt!

LG
B

Beitrag von comfort 02.03.10 - 16:14 Uhr

Danke für die beruhigenden Worte!!!
Den Tipp mit dem Frühstück kann ich leider nicht anwenden, das das Frühstück "offen" von 7:30 Uhr bis 9:30 Uhr ist. Trotzdem eine gute Idee.
Wenn sie nachts weint, dann wirklich nur wenn sie krank ist, oder eben nach solchen Ereignissen. Aber als ich sie eben abgeholt habe (jetzt speilt sie gerade schön mit Papa), hat sie geweint, weil sie noch weiter draußen spielen wollte....

Denke, es wird schon alles gut werden, oder?
Danke nochmal und liebe Grüße

Beitrag von fbl772 03.03.10 - 10:33 Uhr

Das wird ganz bestimmt !!! Wir haben doch auch Hochs und Tiefs und wenn uns aus unserer Sicht jemand ungerecht behandelt (Gott-sei-Dank hat sich das Beißen/Hauen dann bis zum Erwachsenenalter gelegt :-)), dann kann uns das manchmal auch noch eine Weile beschäftigten.
Sie wird ja auch älter und die großen Kinder kommen nach und nach in den Kiga und kleine Kinder rücken nach ... so langsam verschiebt sich dann alles.

LG
B

Beitrag von berry26 02.03.10 - 20:18 Uhr

Hallo Tina,

also ich finde die Erziehungsmethoden in dieser KITA nicht richtig. Mein Sohn geht in die Kita seit er ein Jahr alt ist und die Gruppen sind altersgemischt. Also 10 Kinder von 0-3 Jahren mit 2 bis 3 Erziehern und Praktikanten. Also in etwa vergleichbar.

Wenn dort ein Kind gebissen, gehauen oder irgendwie unterdrückt wird, läuft das allerdings anders. Der "Angreifer" wird abgesondert und darf sich erstmal im Ruheraum oder auf dem Gang abreagieren und muss sich dann auch entschuldigen! Das "Opfer" wird erstmal getröstet und dann wieder ins Spiel integriert. Wenn ein Kind sehr schüchtern ist, wird darauf eingegangen und immer versucht es miteinzubeziehen.

Das die Essensverweigerung "ignoriert" wird ist vielleicht nicht schlecht. Je mehr man Essen thematisiert desto mehr wird es zum Thema und kann von den Kleinen tatsächlich auch als "Druckmittel" verwendet werden. Allerdings denke ich das in diesem Fall die Ursache erstmal aus der Welt geschafft gehört.

Die Beschreibung der Erziehungsweise an eurer Kita erinnert mich sehr an meine eigene Kindergartenzeit. Ich war nur 8 Monate im Kindergarten aber ich wurde dort von einigen Kinder regelrecht gemobbt und die Erzieherinnen haben zugesehen. Ich war auch ein schüchternes Mädchen und diese Zeit hat mich sehr geprägt. Wie sehr kann man schon daran erkennen das ich mit fast 30 mich immer noch sehr lebhaft daran erinnern kann und vor allem wie es mir dabei ging.

LG

Judith