Avatar schauen

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von einfachich68 02.03.10 - 15:16 Uhr

Mein Sohn, 10 Jahre alt, möchte unbedingt Avatar im Kino sehen. Klassenkameraden von ihm hätten den Film schon gesehen, in Begleitung von Erwachsenen soll das wohl möglich sein. Hat jemand den Film gesehen und könnte man den Film einem Zehnjährigen zumuten ?

LG

Beitrag von jazzbassist 02.03.10 - 15:33 Uhr

Mein Sohn ist im Feburar 11 geworden; eine Woche vorher gab es Halbjahreszeugnisse und als kleine Belohnung sind wir daher am Abend (auch noch in die Spätvorstellung) mit ihm in Avatar gegangen. Wenn Sie kein übersensibles Kerlchen haben, sollte das bei dem Film kein Problem sein; ein ab 12 freigegebener Harry Potter ist da extremer.

Blut gab es in dem Film nicht zusehen, die Geschichte ist sehr moralisch und hat viele schöne Momente; es gibt aber auch Gewalt (m.E. aber nicht zu gewaltvoll für einen 10-Jährigen) und Explosionen/Gefecht im Film. Eine Nebenhandlung im Film ist eine militärische Operation, notfalls gewaltsam die Einwohner des Planeten, auf den der Film spielt, auszutreiben. Ist aber keines Falls als Kriegsfilm oder vergelichbares aufgebaut; ich würde es wirklich eher als Nebenhandlung betrachten, die zur Geschichte, die erzählt wird, unabdingbar ist.

Ich muss aber gestehen, dass ich eher ein Mensch bin, der weniger auf Altersfreigaben achtet und eher selbst darauf vertraut, zu wissen, was er seinem Sohn zumuten kann und was lieber nicht.

Hier: http://www.avatar-derfilm.de/ finden Sie weitere Informationen zum Film sowie einen kleinen Trailer; vielleicht hilft es ja, sich ein eigenen Bild von dem Film zu machen. Im Zweifelsfall würde ich empfehlen, schicken Sie jemanden, dessen Meinung Sie vertrauen, einfach mal vor ins Kino :-p Ich denke aber, dass der Film - gerade in 3D - für einen 10-Jährigen eine sehr schöne Erfahrung sein wird.

Beitrag von baerbelino 02.03.10 - 17:31 Uhr

ich finde nicht, dass der Film für einen 10jährigen geeignet ist.

Die Kriegsszenen sind schon brutal und außerdem darf man auch die Lautstärke im Kino nicht außer Acht lassen.
Ich war mit meiner 12jährigen Nichte drin, die fand ihn schon heftig.

Lass ihn lieber einen Film anschauen, der für sein Alter geeignet ist. Avatar kann er sich in einem Jahr auch auf DVD ansehen!

Grüße
Barbara

Beitrag von xxtanja18xx 02.03.10 - 16:30 Uhr

Also, wenn es nur ums Alter und ob es mit einem Erwachsenen rein kann geht, kann ich nur sagen, Wir wollten mir unseren damals 3 und 5jährigen in den Film Bolt...der war Frei ab 6 jahre....wir durften nicht rein, da unsere kids noch nicht 6jahre sind....auch nicht in begleitung von uns...

Gruß

Beitrag von dominiksmami 02.03.10 - 18:04 Uhr

Huhu,

das gilt aber eigentlich nur für unter 6 jährige:

http://www.spio.de/index.asp?SeitID=247

lg

Andrea

Beitrag von marion2 02.03.10 - 17:03 Uhr

Hallo,

wenn es danach ginge, was die Klassenkameraden meines Sohnes schon alles gesehen haben.... ;-) wir kämen aus dem Kino gar nicht mehr raus.

Ich orientiere mich nicht an dem, was andere Kinder behaupten gesehen zu haben. Das selbe empfehle ich auch für dich ;-)

Als mein Sohn noch in den Kindergarten ging, gab es einen Jungen der am PC irgendsoein Ballerspiel spielen durfte (Kenner meinten, ab 18) Das wollten die anderen Kinder auch...

Gruß Marion

Beitrag von emmapeel62 02.03.10 - 17:05 Uhr

Mein Sohn ist 11 Jahre und wir waren in Avatar 3 D im Kino. Viele seiner Klassenkameraden haben den Film auch bereits gesehen. Mein Sohn hat auch schon Harry Potter 5 und 6 im Kino gesehen, der ist ebenfalls ab 12 Jahre.

Pauschal kann man das schlecht beurteilen, man kennt ja schließlich Dein Kind nicht. Schau' Dir einfach mal den Trailer an und entscheide dann, du kennst dein Kind am Besten.

Gruß
emmapeel

Beitrag von blaue-rose 02.03.10 - 17:41 Uhr

Hallo,


ich habe den Film gesehen und fand ihn bis sehr gut. Ich persönlich hätte den Film erst ab 16 freigegeben und würde auch nicht unbedingt mit einem Kind unter 16 den Film anschauen.

Aber alles in allem ist es ein sehr guter Film, das einzigste was mich daran stört sind die brutalen Kampfzenen in der zweiten Hälfte.


Freundliche Grüße

Beitrag von anja676 02.03.10 - 20:26 Uhr

Hallo,

meine 10jährige Tochter war mit ihrem Vater in dem Film. Sie war komplett begeistert. Man kann den Film wirklich 10jährigen "zumuten". ;-)

LG Anja

Beitrag von connie36 02.03.10 - 20:51 Uhr

hi
meine tochter ist 9 und in der 4.klasse. aus ihrer klasse waren schon einige drin, udn als belohnung für das halbjahreszeugnis, bzw. noch zwei guten noten zuvor, ging ich mit ihr in den film. ich hatte ihn vorher schon mit meinem mann angeschaut. meine tochter war von dem 3D erlebnis auch total begeistert, udn ausser einer szene wo ein viech den avatar jagt(ca1.5 min) ist der film nicht angsteinflössend.
lg und viel vergnügen
conny

Beitrag von supikee 02.03.10 - 23:33 Uhr

Es kommt auf dein Kind an.

Mein Sohn ist auch 10 und eher zart besaitet.
D.h. Harry Potter ist schon Horror...
und in Avatar darf/will er auch nicht rein.

Sein gleichaltriger Freund hat den Film gesehen und fand ihn gut.

Also kommt es auf das Gemüt deines Sohnes an.
Wir gucken weiter "Mr. Bean" :-p

Beitrag von einfachich68 03.03.10 - 11:32 Uhr

Hallo liebe Urbianer,

vielen Dank erst mal für eure Meinungen und Hinweise.

Ich werde noch mal drüber nachdenken.

VG Dirk

Beitrag von seikon 03.03.10 - 11:41 Uhr

Ich habe Avatar gesehen, aber ich würde sicherlich nicht mit einem 10 jährigen Kind da rein gehen. Völlig egal, ob es von seiner geistigen Reife den Film verkraften könnte oder nicht.
Der Film hat FSK 12.
Bei Computerspielen wird laut rum geschrien, wenn sich der Handel nicht an das Verkaufstverbot an Jugendliche für FSK 18 Spiele hält, aber bei Filmen liegt es im Ermessen der Eltern, die empfohlene Altersgrenze mal eben zu halbieren.
Und wenn sich so viele Eltern NICHT an die FSK halten und mit ihren 6-11 jährigen Kindern in einen FSK 12 Film gehen, dann macht die FSK doch überhaupt keinen Sinn mehr. Im Gegenzug dürfen sich dann aber diese Eltern auch nicht darüber aufregen, wenn ein FSK 18 Spiel an einen 16 jährigen verkauft wird.

Beitrag von emmapeel62 03.03.10 - 11:55 Uhr

Du weisst aber schon, dass es bei Filmen mit FSK 12 erlaubt ist mit jüngeren Kindern reinzugehen ?

http://de.wikipedia.org/wiki/Freiwillige_Selbstkontrolle_der_Filmwirtschaft

Kinofilme, die ab 12 Jahren freigegeben sind, dürfen seit dem 1. April 2003 von Kindern ab 6 Jahren in Begleitung von personensorgeberechtigten Erwachsenen, also nur mit Personen, die Erziehungsberechtigte im Sinne des § 1626 BGB oder Vormund nach § 1773 BGB des Kindes sind, besucht werden.

Das gilt NICHT für Filme mit FSK 6, 16 oder 18 !!!

Beitrag von seikon 03.03.10 - 12:19 Uhr

Ja, das weiss ich. Dennoch wird der Film ja nicht umsonst ab 12 Jahre empfohlen. Ist ja schön und gut, dass es erlaubt ist, dass ein unter 12 Jähriger in Begleitung eines Erwachsenen so einen Film schauen darf. Aber wenn sich die Eltern schon nicht an die Empfehlung halten, dann weiss ich auch nicht.

Beitrag von emmapeel62 03.03.10 - 13:51 Uhr

Jazzbassist hat es perfekt erklärt !

Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahre sind absolut unterschiedlich in der Entwicklung deshalb hat man sich 2003 entschieden die Empfehlung zu ändern. Die Empfehlung FSK 12 soll ja nun gerade den Eltern die Möglichkeit geben, zu entscheiden ob das Kind den Film sehen darf oder nicht.

Ein 10 Jähriger kann theoretisch jederzeit ins Kino gehen und alleine einen Film mit FSK 0 oder 6 schauen, in einen Film ab FSK ab 12 Jahre kann er aber nur mit seinen Eltern gehen.

Beitrag von jazzbassist 03.03.10 - 12:36 Uhr

Der Film ist im skandinavischen Raum ab 11-Jahren freigegeben, in Island ab 10 und in Portugal gar ab 6 Jahren.

In Deutschland gibt es halt nichts zwischen FSK 6 und FSK 12 und, wenn Sie ein Kind in diesem Alter schon mal großgezogen haben, werden Sie feststellen, dass sich ein 10-Jähriger bereits GANZ HERBLICH von einem 6-Jährigen unterscheidet. Noch lustiger wird es, wenn Sie einen 10/11-Jährigen großziehen, der bereits in die Pubertät gekommen ist. Selbst wenn man also zu dem Schluss kommt, dass der Film wirklich absolut unschädlich für einen 10-Jährigen ist, bleibt in diesem Land nichts anders übrig, als diesen Film dennoch ab FSK 12 zu kennzeichnen. Ansonsten würden ihn selbst 6-Jährige bereits sehen "können".

Genau für diese Probleme gibt es den Ermessensspielraum, wo man die Kompetenz hier den Eltern übergibt: "Liebe Eltern, wir können Verantworten, dass der Film für einen normal entwickelten 12-Jährigen nicht mehr schädlich ist, wenn ihr der Meinung seit, dass dieser Film bereits für IHREN 10-Jährigen nicht mehr schädlich ist und auch der Meinung sind, dass dieser Film eine bereicherung für dieses Kind sein kann, dürft ihr auch mit einem jüngeren Kind ins Kino gehen." Kinder sind hier einfach viel zu unterschiedlich, um ein pauschales Urteil bilden zu können. Sehen Sie die FSK also hauptsächlich als etwas, was das Kind vor sich selbst schützt (da ohne die Eltern wird ein 10-Jähriger alleine nicht in Avatar kommen) oder als etwas, was den Eltern zumindest schon mal eine Empfehlung an die Hand drückt. Ich würde Eltern im Zweifelsfall hier also immer raten, sich den Film zunächst einmal alleine anzugucken und dann ganz individuell zu entscheiden, ob das eigene Kind diesen Film unbeschadet gucken kann oder nicht; genau dies kommt der elternliche Fürsorge, die im BGB verankert ist, am nähsten. Denn niemand kennt ein Kind besser als die eigenen Eltern; nicht einmal die Filmwirtschaft. Ich würde auch nicht jedem Film, der ab 12 freigegeben ist, jedem 12-Jährigen zeigen.

Sie dürfen selbstverständlich auch ein Computerspiel, dass eine Alterskennzeichnung von 12 hat, ihrem 10-Jährigen Sohn/Tochter kaufen. Was hingegen nicht funktioniert, ist, dass sich der 10-Jährige dieses ALLEINE (ohne dem Wissen der Eltern) kauft; gleiches gilt für den Kinobesuch. Die Empörung rührt daher, dass, gerade wenn Kinder/Jugendliche Älter aussehen als sie tatsächlich sind, der Verkäufer sich falsch verhält und halt nicht mehr nach einem Ausweisdokument fragt. Eine weitere Empörung ist, dass Titel (Filme/Spiele), die keine Jugendfreigabe haben (bitte NICHT mit FSK 18 verwechseln) doch von Kindern/Jugendlichen konsumiert werden.

Beitrag von josili0208 04.03.10 - 17:11 Uhr

ICH lasse ihn MEINE Tochter (knapp 10) nicht sehen. Mir sind da zuviele Kampf/Schiess/Baller/Bumsszenen drin ;-)

lg jo

Beitrag von desertrose75 04.03.10 - 18:20 Uhr

Hallo,

mein Mann und ich waren auch neulich in dem Film. Ich fand ihn einerseits technisch sehr gut gemacht, die Avatarwelt ist toll dargestellt, aber mir waren die Ballerszenen in der 2.Hälfte auch zu viel.
Mit einem 10 jährigen Kind würde ich nicht reingehen. Ich fand sogar, daß es auch für 12 Jährige zu viel ist.
Ist aber nur die Meinung einer "spießigen" Erzieherin ;-)

LG
Desertrose

Beitrag von jazzbassist 04.03.10 - 20:27 Uhr

Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft GmbH hat die Alterskennzeichnungen eigentlich sehr schön begründet.

Zwar schreibt sie selbst, dass bei 6- bis 11-jährigen beträchtliche Unterschiede in der Entwicklung zu berücksichtigen sind. Wobei aber etwa mit dem 9. Lebensjahr die Fähigkeit beginnt, fiktionale und reale Geschichten unterscheiden zu können; eine distanzierende Wahrnehmung also überhaupt erst ermöglicht.

Völlig im Unterschied zu bsw. einem 6-Jährigen, der noch vollständig in die Filmhandlung eintaucht; mit der Identifikationsfigur leidet und fürchtet. Zwar können kurze Spannungs- und Bedrohungsmomente verkraftet werden, diese dürfen aber nicht zu lange dauern; auch ist das positive Ende eines Konfliktes maßgebend. Das Kind darf also nicht lange daran zweifeln, dass die Geschichte negativ enden wird.

Bei 12-Jährigen geht man hingegen davon aus, dass eine Fähigkeit zur distanzierten Wahrnehmung und rationaler Verarbeitung bereits ausgebildet ist auch auch Genre-Kenntnisse vorhanden sind. Eine höhere Erregungsintensität (Thriller, SciFi) also verkraftet wird. Problematisch sind hier eher Filme, die zu einer großen Identifikation mit dem „Helden“ einladen und der Held selbst durch antisoziales, destruktives oder gewalttätiges Verhalten auftritt; was pubertierende dann gerne imitieren. Das sind auch die Begründungen, wieso Spidermans und Harry Potters selbst mit (ziemlich prägenden Bildern und Sprache) noch durch die FSK 12 kommen. Ich will nicht leugnen, dass sicherlich einige 12-Jährige noch mit Alpträumen aus Harry Potter gekommen sind; ich denke aber schon, dass den Eltern dass dann nicht mehr neu war, sondern diese schon wussten, ob man noch ein „sensibleres“ Kind hat oder nicht.

So gesehen denke ich nicht, dass der durchschnittliche 12-Jährige mit einen ausrangierten Rollstuhlsoldaten, der auf einen fremden Planeten geschickt wird und mit einem „Avatar“ eine Alien-Liebe findet, noch großartig sympathisiert, um ihn als Vorbildrolle zu sehen. Wenn, ist es aber auch nicht schlecht, da er ein sehr schönes Vorbild war. Ansonsten geht es bei dieser Alterskennzeichnung gar nicht mehr darum, wie lang eine Gewalthandlung noch andauert. Problematisch ist nur die Verherrlichung von Gewalt; nicht aber mehr die undetailierte Darstellung einer epischen Schlacht; sie sollte halt nur nicht der Haupthandlungsstrang des Filmes sein oder einem Kind zeigen, dass man damit Konflikte lösen kann. Ob da aber jetzt Elfen wie in Narnia, Hobbits wie in Herr der Ringe oder futuristisches Militärspielzeug „kämpfen“, ist so gesehen ziemlich egal. Ein 12-Jähriger kann das abstrahieren. Und ich fand schon, dass ein Kind, dass bereits diese Trennung von Fiktion und Realität hinbekommt, schon die prägnante Botschaft, dass Gewalt keinen Konflikt lösen kann und nur Gegengewalt erzeugt, sehr gut mitbekommt.

Zumal ich schon lange nicht mehr die Tageszeitung oder die Nachrichtensendungen vor meinem Sohn verstecke. Ihm ist also durchaus (altersgerecht) bewusst, dass wir eben nicht ein einer perfekten Welt leben und anderorts (genau wie auf dem Schulhof) Konflikte oft noch mit Gewalt gelöst werden. Nur das das bei Erwachenen i.d.R. unschöner endet. Darum wüsste ich nicht, warum ich ihm noch eine fiktive Handlung (die wesentlich harmloser als die Wirklichkeit in den 8-Uhr Nachrichten ist) noch vorenthalten müsste. Zumal ich es ja mit ihm zusammen gucken kann und auf der Rückfahrt vom Kino nach Hause auch mal mit ihm darüber sprechen kann. Es ist hoch interessant, zu hören, wie ein „damals“ fast 11-Jähriger den Film wahrgenommen hat.

Aber - wo sähen Sie denn noch potentielle Gefahren für die Entwicklung eines 12-Jährigen, wenn er solche Szenen sieht?

Beitrag von miss-lacrima 04.03.10 - 23:03 Uhr

"Zumal ich schon lange nicht mehr die Tageszeitung oder die Nachrichtensendungen vor meinem Sohn verstecke."

Wie auch. Ich werde mir den Film Dienstag mit meiner Mutter und meinem kleinen Bruder (11) anschauen. Mein Bruder kann an den Computer / das Internet. Er hört Radio (Nachrichten) und schaut auch gerne mal Nachrichtensender im TV. Als ich in der Schule war wurden wir mit 10 / 11 ermutigt Zeitung zu lesen und Nachrichten zu gucken. Und beim lesen / hören funktionier mE die Vorstellungsgabe noch viel viel besser als wenn man irgendetwas sieht.

Als Kind habe ich bspw. Albträume von einfachen Beschreibungen v. Horrorfilmen in der Fernsehzeitung bekommen.

Ihre Antwort finde ich schon sehr schön und aufschlussreich.
Ich denke dieses pauschalisieren von wg. FSK 12 greift viel zu weit um sich. Jedes Kind empfindet solche Filme anders.

Ich hatte mal einen Sandkastenfreund der konnte sich seeehr lange nicht "Arielle" angucken weil er Angst vor der bösen Meerhexe hatte - mit 9!
Und ja - mein kleiner 11-jähriger Bruder hat auch schon Filme FSK 18 geschaut - ohne Wissen meiner Eltern- "Inglorious Basterds" und man wird es nicht glauben, vllt. lag es an der Tatsache dass er 3 wesentlich ältere Geschwister hat, aber den ironischen Unterton und die Anspielungen hat er definitiv begriffen. Ich habe ihn gefragt, er sah diesen Film weder als gewaltverherrlichend noch als reinen Actionfilm.
So viel zur FSK Vorgabe.

Grüße,
Jenny

Beitrag von jazzbassist 05.03.10 - 01:07 Uhr

Was mein Sohn so alles hinter dem Rücken seiner Eltern treibt, weiß ich natürlich nicht. Aber, ich war in meiner Kindheit auch mal 11 Jahre alt. Von daher muss ich gestehen, dass ich darüber eigentlich auch sehr froh bin, nicht immer alles zu wissen :-p

Aber, ob ich meinem 11-Jährigen die Höhepunkte von Quentin Tarantino zeigen würde, (zumal er zusammen mit Robert Rodriguez ja eigentlich eine ganze „Generation“ geprägt hat), weiß ich ehrlich gesagt nicht. Eine meiner Nichten (18) gehört aber - würde ich behaupten - zu dieser geprägten Generation. Zumindest fand man in derem Jugendzimmer auch mal Poster von From Dusk Till Dawn oder Kill Bill. Sie wird in den nächsten Monaten ein ganz vortreffliches Abitur hinlegen und hat sich auch sonst zu einer ganz tollen Persönlichkeit entwickelt; es scheint ihr also in keinster Weise geschadet zu haben. Ich denke, man macht hier sehr viel Wind um das Thema, um politisch einfach vom eigenen Versagen abzulenken.

Ironischerweise lebt mein Sohn momentan mit seiner Cousine in einem Haushalt; sie übernimmt da so ziemlich die Rolle der „großen coolen Schwester“. Ich weiß, dass die beiden sich zusammen auch schon mal DVDs angucken. Und ich tippe mal darauf, dass das nicht mehr „Die wilden Kerle“ sein werden :-p Aber ich weiß, dass er die dann mit einer ganz reifen und verantwortungsvollen 18-Jährigen zusammen guckt; von daher habe ich da null bedenken.

Und da ich - kraft eigener Arroganz - davon überzeugt bin, zu wissen/merken, wenn etwas im sozialverhalten oder der Entwicklung meines Sohnes nimmt mehr stimmt und ich auch noch davon überzeugt bin, dass er in einem ganz liebevollen Umfeld aufwächst, kann ich jetzt trotzdem noch ruhigen Gewissens schlafen gehen ;-)

Beitrag von jazzbassist 07.03.10 - 11:26 Uhr

Wir haben uns gestern Abend Inglourious Bastards angesehen; mein kleiner Spatz musste leider in seinem KiZi bleiben.

Ich denke, die Alterskennzeichnung (16) geht in Ordnung. Bei meinem 11-Jährigen zumindest habe ich nicht das Gefühl, dass sein Wissen über das 3. Reich ausreicht, um dort Wahrheit und Fiktion sicher trennen zu können. Als Vater fände ich es bedenklich, wenn mein Spatz davon ausginge, dass das 3. Reich so (oder ähnlich) untergegangen ist. Ich denke auch, dass er den Film erschreckend langweilig gefunden hätte; da das so überhaupt nicht sein Genre ist. Da gibt es ganz andere FSK 16 Titel, die ihn wesentlich mehr interessieren würden. Wo ich als Vater glücklicherweise auch nicht mehr das Problem der Trennung von Fiktion basierend auf realen Ereignissen habe :-p

Vom Gewaltanteil her fand ich es über 2 1/2 Stunden erstreckend, gar nicht so wild; vielleicht die Szene mit dem Baseballschläger im Wald. Der Rest war eher eine satirische Auslegung von Gewalt; ich denke, die hätte er auch so verstanden. Summa summarum: Ist kein Film, denn ich ihn grundlos erlauben würde. Auf der anderen Seite war er wesentlich harmloser als bsw. „Das letzte Glühwürmchen (FSK 6)“.

Ich weiß nicht, ab welchem Alter solche Filme bei Jugendlichen das Interesse wecken (ich denke mal, hauptsächlich durch ältere Geschwisterkinder); ab dann hätte ich da aber keine bedenken mehr, da ich schon denke, dass Filme von Tarantino einen Kultstatus bei gewissen Jugendgruppen erreichen. Sicherlich aufgrund von Sprache, Gewalt und Kreativität; die ja schon unverkennbar waren :-p Wenn wir der Politik glauben schenken, verdirbt die Jugend so oder so - ob die das nun mit 12,14 oder erst 16 sieht :-p