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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von shadow-91 02.03.10 - 15:26 Uhr

Seit nun fast zehn jahren bin ich halbwaise. und mir ist es als währe es gestern das ich mich von meinem papa verabschiedete.
ich war gerade 9 jahre alt, es waren Sommerferien und meine große schwester war bei uns in lausnitz zu besuch. da mein papa unser haus renovierte nahm mich meine schwster mit nach gera. meine letzten worte zu meinem papa wahren: tschüss papa, bis nächste woche. ich sehe es immernoch vor meinem inneren auge wie ich nach hinten aus dem auto meiner schwetser sah und mein papa auf der treppe vor unserem haus saß und mir zu winkte.
meine schwester war im 8 monat schwanger, es war der 19.august 2000. und dann bekam meine schwster eine anruf, sie schickte mich in ein nebenzimmer. und dann hörte ich sie weinen. sie saß bei ihrme mann im arm und weinte. sie sagte es mir nicht was los ist. kurzerhand schickten sie mich zu einem bekannten, während dessen holte meine schwester meine muuter und meine kleine schwester nach gera. am abend kam ich freudestrahlen zu meiner schwester zurück. doch dann taf mich der schlag, alle weinten, alle hatten rote augen und sahen sehr traurig aus. nur meine kleine schwester (damals 3) verstand es nicht. ich fragte meine mutter was los ist und wo mein papa ist. sie nahm mich mit auf den balkon und sagte mir unter tränen dass mein papa am nachmittag gestorben ist.

ich war das absolute papa-kind, und dann lässt er mich allein.
siet diesem tag ist mein leben durcheinander. noch immer kann ich nicht darüber reden und habe borderlinesydrom. ich zeige keinem meine trauer um meinen papa, außer meinem freund.

ich kann mir aber gut vortsellen warum ich mit dem tot meines papas noch so zu kämpfen habe. mein papa war immer der mit dem man pferde stehlen konnte, er hatte nie was mit uns zu schümpfen, er war der ruhepohl. dafür schlug mich meine mutter. seit dem ich noch ganz klein war schlug mich meine mutter regelmäßig blau und grün.
nach dem mein papa gestorben war, war ich am ende. dann kam der hammer, ich durfte nicht zur verabschiedung.
nach dem tot meines papas erfuhr ich dass ich einen erwachsenenbruder habe. dann richtete meine mama eine große verabschiedung aus, welche sie aus der lebensversicherung meinen papas bezahlte. ich durfte nicht mit. meine ganze familie zerstritt sich, die einen sagten ich solle mit die nächsten meinten es währe nicht gut für mich. ich konnte mich nie verabschieden. und das setzt mir noch heute zu.
und dann die beerdigung. wir waren 5 leute. der friedhof ist runtergekommen und meines vaters nicht würdig. er liegt in einem anonymen gemeinschaftsgrab. bei der beerdigung wurde einfach nur ein loch gebuddelt die urne meines papas rein gestellt, loch zu und feritg.

er fehlt mir einfach so. jedes jahr aufs neue an seinem geburtstag, an seinem todestag, an weihnachte und silvester(silvester hatte er sich immer besonders viel mühe gegeben, weil ich am 1.1. geburtstag habe) breche ich zusammen und kann nicht mehr klar denken.

mir wird immer gesagt ich solle eine therapie machen, ich trau mich nicht. ich habe angst ihn dadurch zu vergessen.
es gibt zeiten in den geht es mir super, aber es muss nur der name meines papas falles oder mich etwas an ihn erinnern und mit reist es den boden unter den füßen weg.

sry fürs#heul
ich habe das mal gebraucht
tut echt gut

Beitrag von hannah.25 02.03.10 - 17:00 Uhr

hallo shadow,

zunächst möchte ich dir sagen, wie leid es mir tut, dass dein papa gegangen ist. eine #kerze für ihn.
lass dich fest drücken #liebdrueck

ich weiß nicht, wie es sich anfühlen muss, wenn man seinen papa verliert. ich habe meine zum glück.
aber ich weiß, wie es ist, wenn man geliebte menschen verliert. meine beiden kindern sind gegangen. ich kenne daher den schmerz und die trauer.

das, was du beschreibst, klingt alles andere als gut und auch nach wenig verarbeitung.
die leute, die dir sagen, du sollst eine therapie machen, meinen es sicher nicht böse. denn sie haben in meinen augen recht. ich denke, dass du wirklich dir professionelle hilfe holen sollest. du klingt komplett überfordert und ich denke, dass du es allein nicht mehr schaffst. das borderlinesyndrom ist doch schon ein hilfeschrei.

wenn du eine therapie machst, wirst du deinen papa nicht vergessen. ganz sicher nicht. im gegenteil in meiner therapie reden wir sehr viel über meine beiden kinder. und ein psychologe würde sicher auch mit dir über deinen papa reden und dir wirklich helfen, diesen verlust zu verarbeiten.

dass es zeiten gibt, wo es dir besser geht und wo es schlechter ist, ist auch normal. diese höhen und tiefen wird es immer geben.

ich wünsch dir alles, alles gute! #klee

liebe grüße
hannah