nach FG Depressionen!?

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von kleiner-traum 02.03.10 - 15:33 Uhr

Hallo zusammen,

ich muss mich jetzt einfach mal melden und fragen, wie es Euch so geht. Mir geht es wirklich nicht gut. Nach drei FGn im letzten Jahr fällt mir das Leben sehr schwer. Auf der Arbeit schaffe ich mit Ach und Krach das Nötigste - würde aber am liebsten gar nciht mehr hingehen. Zuhause bekomme ich kaum noch etwas gebacken und ich ziehe mich in mein Schneckenhaus zurück. Die angefangene Therapie scheint mich manchmal mehr runterzuziehen als dass sie mir hilft ... kurzum mir geht es gar nicht gut. Manchmal wäre ich am liebsten gar nicht mehr da. Keine Angst, ich würde mich nicht trauen, meinen Mann, meine Eltern und meine Schwester im Stich zu lassen. Aber irgendwie ...
Es besorgt mich, dass meine Lebensfreude so abhanden kam. Geht es Euch ähnlich?
Ob das Depressionen sind, weiß ich nicht. Vielleicht stelle ich mich auch nur an.
Außerdem habe ich noch eine Frage: Denkt Ihr, dass man in einem solchen Zustand besser gar nicht mehr schwanger werden sollte.
Ich danke Euch schon jetzt für Eure Beiträge und grüße Euch herzlich.

Euer trauriger kleiner Traum

Beitrag von cordelchen 02.03.10 - 15:58 Uhr

Hallo Kleiner Traum,
von ner Depression würde ich erstmal nicht sprechen, eher von einer depressiven Stimmung.
3 FG innerhalb eines Jahres zu verkraften und letztendlich immer noch einen unerfüllten Wunsch zu haben, ist ja auch kein Pappenstiel. Damit musst man erstmal klar kommen.
Hinzu kommen vielleicht auch noch andere Faktoren: und wenn es nur die Jahreszeit ist. Der Winter war ja auch ziemlich bescheiden...
Aber: Es wird besser, der Frühling kommt und damit schon mal die natürliche Lebensfreude.
Deine persönliche Lebensfreude kommt auch wieder, du musst nur daran glauben. Außerdem verfügt deine Psyche über Selbstheilungskräfte, die auch die Erinnerung verblassen lassen. Irgendwann wird das von neuen Erfahrungen überlagert.
Geh deinen Weg weiter, auch den des Kinderwunsches, mach die Therapie weiter und glaube an die Zeit.
cordelchen

Beitrag von kleiner-traum 02.03.10 - 18:54 Uhr

Liebes cordelchen,
danke für Deine Antwort. Das mit den Selbstheilungskräften gefällt mir besonders gut. Denn diese haben es bei mir schon einmal geschafft.
Liebe Grüße
kleiner Traum

Beitrag von sheeva13 02.03.10 - 16:20 Uhr

Hallo,

ich hatte letztes Jahr 2 FG und dieses Jahr schon 1. Gestern hatte ich eine Ausschabung.

Vor ein paar Jahren litt ich schonmal unter Depressionen aber aus andern Gründen.

Ob man bei Dir schon von einer Depression sprechen kann, kann ich nicht beurteilen aber ich würde was dagegen tun, bevor es zu einer Depression wird. Ich habe mich damals mit meinem Hobby beschäftigt und dies hat mir gut getan (ausserdem hatte ich eine Therapie und musste ein Medikament nehmen).

Die Rückschläge mit den FG haben mich gott sei dank nicht wieder in die Depression fallen lassen, denn ich schöpfe jedes Mal wieder neue Hoffnung.

Gib die Hoffnung nicht auf und freue Dich wieder aufs hibbeln.

Wir werden irgendwann unsere Babys in den Armen halten. #verliebt

Kopf hoch! #liebdrueck

Liebe Grüsse

Sheeva

Beitrag von kleiner-traum 02.03.10 - 18:56 Uhr

Liebe Sheeva,
es tut mit Leid, dass Du das auch schon dreimal mitmachen musstest. Danke für Deine Antwort. Bewundernswert, dass Du jetzt schon wieder ans Hibbeln denkst. Aber als ich das gelesen habe, freute ich mich sogar ein bisschen auf das Gefühl, auch wenn direkt die Angst wieder hochkam. Ich wünsche Dir für Deine Zukunft alles Gute!
Liebe Grüße
kleiner Traum

Beitrag von kleinefee79 02.03.10 - 16:20 Uhr

Hallo!

Das kann schon eine Depression sein. Depressionen können sich unterschiedlich äußern.
Mir ging es letztes Jahr nach meiner 2. FG auch ganz schlecht.
Mein Leben ist mir komplett aus dem Ruder gelaufen.
Neben schlechter Stimmung und auch genau wie bei Dir, auf der Abend nur das nötigste geschafft und auch zu Hause mit dem Haushalt total überfordert.
Irgendwie keinen Antrieb mehr gehabt und alles war mir zu viel. Auch körperliche Symptome kamen dazu. Herzrasen und ein ständiges Krankheitsgefühl.
Wobei ich natürlich kerngesund war. Die 2. FG war im Jan 09 und das ganze fing an im Apr.. Hat sich dann so gesteigert, dasss wir im Juli unseren Urlaub abrechen mussten.
Hab dann mit meinem FA gesprochen, der meinte aber nur das geht vorbei. Im Sept. ging dann gar nichts mehr und ich bin zu meiner Hausärztin. Ich hatte irgendwie das Gefühl, das Leben geht an mir vorbei und ich krieg nichts mehr geregelt. Dazu kamen dann auch noch Angstzustände und Panikatacken.
Auch Angst evtl. Selbstmord zu begehen, obwohl ich das natürlich überhaupt nicht wollte, aber die Gedanken waren da.
z.B: machte ich mir gerade was zu essen und denke schönes Messer, damit kann man das auch machen.
Ich habe vor mir selber Angst bekommen und mich gefragt, wie man auf solche Gedanken kommen kann!
Meine Hausärztin war echt super und ich konnte ganz offen mit Ihr sprechen. Sie hat mich am gleichen Tag zum Neurologen geschickt, damit der entscheiden kann,
ob medikamentös behandelt werden muss, oder nicht.

Ich hatte Glück und brauchte keine Medikamente und habe ab Okt. 09 eine Verhaltenstherapie (heißt halt einfach so) bei einer Psychotherapeutin begonnen.
Das hat mir sehr geholfen im Anfang Jan hatten wir unser vorerst letztes Gespräch. Ich darf mich aber jederzeit bei Ihr melden, wenn ich Hilfe brauche.

Mein Leben ist noch nicht wieder wie es war und natürlich habe ich auch noch Ängste, aber es gelingt mir damit umzugehen und es wird immer besser.

Diese Woche habe ich meine 3 FG hinter mir und es geht mir natürlich nicht so gut, aber ich denke vielleicht schaff ich es doch alleine mit meiner Familie und wenn nicht, weiss ich wo ich Hilfe finde.

Also wenn Du denkst es wird Dir zuviel und es geht Dir einfach nur schlecht, dann trau Dich proffesionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ich bin mit der jetzigen Fehlgeburt auch offener umgegangen. Alle meine Arbeitskollegen wissen Bescheid. Das habe ich bei den letzten beiden FGs nicht so gemacht und das war ein großer Fehler!!!

Drück Dich ganz fest und wenn die jetzige Therapie nichts bringt, mir gings danach immer besser dann wechsel einfach den Therapeuten. Ich wollte auch unbedingt mit diesem Thema zu einer Frau.

Wünsch Dir alles Gute und hoffe, dass es Dir bald besser geht !

kleinefee mit #stern #stern #stern im #herzlich

Beitrag von kleiner-traum 02.03.10 - 19:01 Uhr

Liebe kleinefee,
danke für Deine lange Antwort. Ich kann mich genau wiederfinden.
Ich sollte mit meinem Therapeuten offen darüber sprechen (beim letzten Mal kam ich mir irgendwie blöd vor und hatte Angst, dass er mich nicht mehr nach Hause gehen lässt), dann kann er mir hoffentlich helfen.
Dir wünsche ich alles Gute und viel Kraft! Außerdem möcht ich Dir noch mein Mitgefühl für Deine Sternchen aussprechen.
Liebe Grüße
kleiner Traum

Beitrag von lacura 02.03.10 - 16:38 Uhr

Hallo KleinerTraum,

ich kann nur zu gut nachvollziehen wie es dir geht...ich hatte letztes Jahr auch 3 Fehlgeburten...das schlimmste ist wenn man nicht weiß wieso...

ihr habt wahrscheinlich auch Untersuchungen angestellt..weißt du denn woran es liegt

diese depressive Stimmung kenne ich nur zu gut...leider musste ich auch meine Stern Yuna ziehen lassen(35.ssw)...das setzt allem noch die Krone auf.

Man hat das Gefühl nie an sein Glück zu kommen. Aber geb nich auf...versuche mit etwas Abstand neuen Mut zu finden.
Ich weiß wie schwer ist...ich mache z.ZT nach meiner 3 Fehlgeburt im Januar 2010 eine Pause...habe mit die Pille verschreiben lassen für ein halbes Jahr um entspannt die Pause für mich zu nutzen (denn SS werden klappt ja gut, bei dir anscheinend auch). Ich freue mich darauf im Sommer wieder mit dem Üben anzufangen, dennoch tut es mir gut nicht zu hibbeln oder Angst zu haben das etwas passiert.
Denn die Angst ist wahrscheinlich auch bei dir da sobald es geklappt hat...bei mir ist sie schon richtig panisch. Und das hat mich auch sehr fertig gemacht.
Es wird wahrscheinlich noch ein langer steiniger Weg, aber auch wir werden an unser Glück kommen. Ich glaube fest dran. Auch wenns hart ist manche haben 10 Fehlgeburten und dann haben sie 2 oder mehr gesunde Kinder.

Unsere Zeit wird kommen. Mit Sicherheit! Verlier nicht den Glauben in dich selbst auch wenn alles so aussichtslos erscheint. Mit der Therapie machst du genau das richtige.

Mit meiner Arbeits wars das gleiche wie bei dir, ich war eh nich so glücklich dort und habe einfach gekündigt und mache jetzt wieder Schule und hole mein Abi nach. Mir tut das gut auch wenn immer wieder Situationen kommen die einen tierisch runter ziehen.
Dann muss man Augen zu und durch auch wenns weh tut. Sonst geht man Kaputt daran.
Wenn du eine Auszeit brauchst dann nehm sie dir...vieleicht könntest du auch eine Kur machen um wieder klar zu kommen.

Eine schöner Spruch ist...

Hoffnung ist der Vorschuss auf das zukünftige Glück.

LG

P.S.: Jetzt habe ich einen halben Roman geschrieben...:-p
Du kannst mir auch gerne über PN schreiben


Beitrag von kleiner-traum 02.03.10 - 19:04 Uhr

Liebe Lacura,
danke für Deine lieben Worte. Das ist ja schrecklich, was Du durchleben musstest und umso erstaunlicher, woher Du die Kraft zum Kämpfen nimmst. Vielleicht aus dem Spruch ... ;-) Der ist wirklich schön.
Ich wünsche Dir eine gute Pause, in der Du Kraft für die "neue Runde" schöpfen kannst.
Liebe Grüße
kleiner Traum

Beitrag von hannah.25 02.03.10 - 16:46 Uhr

hallo,

ich weiß nicht, ob das schon depressionen sind. ich denke, die grenze dahin ist sehr fließend und meist erkennt man es erst, wenn es zu spät ist.

aber wenn du jetzt schon merkst, wie sehr du unter der trauer leidest, wie wenig lebenswert dein leben geworden ist, dann bitte such dir professionelle hilfe.
ein psychologe ist alles andere als schlimm und man muss sich nicht dafür schämen.
ich hab das selbst in anspruch genommen, weil meine lebensfreude auch nicht mehr da war. sicher wirst du immer traurig sein und es wird gute und schlechte tage geben. aber der psychologe kann dir helfen, dass es überhaupt wieder gute tage geben kann.

ob du in dem gefühlszustand schwanger werden solltest, weiß ich auch nicht. das kann man so pauschal sicher nicht urteilen. aber ideal ist es sicher nicht, wenn du mit den trüben gedanken an eine neue schwangerschaft gehst.

ich kann dir nur raten, dir professionelle hilfe zu holen.

ich wünsch dir alles gute! #klee

liebe grüße
hannah

Beitrag von kleiner-traum 02.03.10 - 19:08 Uhr

Liebe Hannah,
danke für Deine Antwort. Ich habe mir ja bereits schon Hilfe geholt. Aber ich bin damit (momentan) nicht so zufrieden. Vermutlich liegt es daran, dass ich (vorallem beim letzten Mal) nicht ehrlich war, weil ich mich schämte und Angst hatte, er würde mich nicht nach Hause gehen lassen. Ich sollte ihm wirklich sagen, wie es mir geht, wenn ich möchte, dass er mir hilft. Auch werde ich ihn bzgl. schwanger werden fragen.
Ich wünsche Dir für Deine Zukunft alles Gute.
Liebe Grüße
kleiner Traum

Beitrag von hannah.25 02.03.10 - 19:36 Uhr

hallo kleiner traum,

das ist gut, dass du professionelle hilfe hast. ich kann dir nur raten, dort auch ehrlich zu sein. sonst kann dir der pychologe nicht helfen. du brauchst gar keine angst bei ihm haben. er wird nie was weiter erzählen, er hat ja schweigepflicht.
und er ist dazu da, dir zu helfen. da muss dir nichts peinlich sind und du musst dich nicht schämen.

ich wünsch dir alles, alles liebe!

liebe grüße
hannah

Beitrag von besen5 03.03.10 - 15:27 Uhr

Hallo,

schau mal in meinen Thread zur internettherapie von heute. Vielleicht hilft Dir das weiter.

Alles Gute!!

B.