Gute Ratschläge gegen schlechtes Gewissen

Archiv des urbia-Forums Allein erziehend.

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von aleha 02.03.10 - 18:12 Uhr

Hallo zusammen,

Ich mache mir gerade ziemlich Vorwürfe, weil ich so wenig Zeit habe für meine 2,5 Jahre alte Tochter.

Seit ich mit ihr allein bin, gehe ich 30 Std./Woche. Ab September muss ich wieder Vollzeit arbeiten, dann muss meine Heidi 10 Std am Tag in den Kindergarten. Das finde ich schlimm.

Wer hat Erfahrung? Wie kann man das Famiienleben trotzdem am Leben erhalten?

Vielen Dank für Eure Antworten.

Aleha

Beitrag von frau.mecker 02.03.10 - 19:56 Uhr

Ich habe das mehr als fünf Jahre durchgezogen.
Meinem Kind tat es nicht gut.

Wir haben auf mehrere Arten versucht entgegen zu wirken, so daß neben Tagespflegestell, Kita und einer Tagesmutter.
Mein Kind hatte auch eine 40-60h Stunden Woche, was ihm mehr schadete. Heute würde ich vieles anders machen und nicht auf biegen und brechen den Job halten.

Vom täglichen Stress und Alltagsbewältigung abgesehen, wurde ich gekündigt, wegen vielen Fehlzeiten und sinkendem Leistungsniveau.

Heute studiere (ich arbeite mehr Stunden als vorher), aber ich kann mir meine Zeit einteilen und dann arbeiten wenn ich will und vorallem, wenn ich krank bin, bin ich krank und muss keine Rechenschaft ablegen.
Ist mein Kind krank, dann ist er krank und ich muss mir keine Sorgen machen, was die ARbeit wieder sagt etc.....

mfg

Beitrag von aleha 05.03.10 - 20:06 Uhr

Hm... Das kling so, als hätte es bei euch wirklich nicht geklappt.

Ich muss mals sehen, wie es wird. Ich möchte auch wieder studieren, nachdem ich jetzt endlich meinen Traumjob im Museum bekommen habe. Dabe wäre es meinem AG egal, ob ich 20 od 39 Std. abeiten muss.

Ich bekomme leider nur ein bescheidenenes Gehalt und der Kindsvater zahlt als Selbstständiger nur Minimum. Ich hoffe, bald geht es aufwärts und ich kann mich finantiell verbessern, was mit Plan B (Promotion / Teilzeit) ermöglichen könnte.

Viel Erfolg,

Alexandra

Beitrag von xyz74 03.03.10 - 08:38 Uhr

Hallo Aleha,

ich kann nur aus meiner Erfahrung als Kind sprechen.
Meine Mutter hat Vollzeit Schicht gearbeitet.

Mir hat es nicht geschadet. Eher im Gegenteil, ich war immer sehr selbstständig. Meiner Mutter manchmal fast schon zu selbstständig ;-)

Aus meiner Erfahrung kann ich Dir sagen, dass ich Familienleben nicht an der Quantität sondern an der Qualität festmachen würde.

Meine Schwiegermutter war ihr Leben lang Hausfrau und immer für die Kinder da.
Ganz ehrlich... Hinter vorgehaltener Hand sagen meine Schwägerin und mein Partner, dass sie von ihr extrem genervt waren. Als Kinder hätten sie sich auch eine arbeitende Mutter gewünscht.

Meine Mutter und ich haben die Zeit, die wir gemeinsam hatten einfach für uns genutzt.

In Deinem Fall würde ich einfach abwarten wie sich das alles entwickelt.
Sich im Vorfeld Gedanken zu machen ist sicher gut aber verrückt machen auf keinen Fall.
Lass alles auf die Zukommen, überleg Dir wie Du Dich und Euer Leben organisieren willst, damit Zeit für Euch bleibt.

Vielleicht ein Kleiner Tipp. Ich habe oft beobachtet, dass viele Eltern als Zeit für ihre Kinder nur die Zeit sehen, in der sie mit den Kids spielen können.
Das würde ich nicht so definieren. Ich beziehe meinen Sohn ganz stark in meinen Alltag ein. Er liebt es zb mir beim Kochen zuzugucken. Wenn ich die Whg putze schwingt er ebenfalls immer seinen Kleinen Besen und freut sich wie Bolle.
Für ihn ist das alles ein Spiel.
Ich hab das als Kind ebenfalls geliebt bei so was mitzuhelfen. Die Aufgaben wurden entsprechend dem Alter sukzesive erweitert. Noch darf er zb beim Kochen nur schauen. Wenn er soweit ist, wird er die Zutaten in den Topf werfen dürfen, irgenwann auch mal umrühren etc.
So verbringen wie einerseits trotz 30/Std Job viel Zeit miteinander und nebenbei lernt er auch noch was fürs Leben.

Beitrag von aleha 05.03.10 - 20:12 Uhr

Vielen Dank!

Im Alltag läuft es auch meistens gut. Gemeinsam das Abendessen vorbereiten, aufräumen, noch ein Puzzle machen, Zähneputzen und umziehen, Gute Nacht Geschichte und ab ins Bett. 30 Std. finde ich für alle noch tragbar.

Ich stelle nur fest, dass meine Heidi of davon redet, dass Sie alleine ist. Das bricht mir das Herz.

Vielen Dank!

Alexandra

Beitrag von stjeanny 03.03.10 - 12:58 Uhr

Hallo!
Ich kenn das Problem, ich kämpfe auch dagegen an.
Ich arbeite Vollzeit.
Allerdings denke ich auch, dass man die verbleibende Zeit dann viel intensiver nutzt.
Ich weiss, jetzt kommen wieder viele Angriffe, aber ich finde es auch wichtig, dem Kind finaziell was bieten zu können.
Ich möchte gerne min. 1x im Jahr in den Urlaub fliegen, ich möchte ihr gerne Klamotten kaufen, wenn wir das Wollen und nicht, wenns das Sparbuch hergibt.
Ja ich möchte auch gerne spontan am WE ans Meer fahren,wenn ich möchte.
Ich bin auch selber noch eine Frau, die auch Hobbys ect. hat.
Ach ja und den Schwimmverein und weitere Hobbys möchte ich meiner Tochter auch bieten.
Ohne Job könnte ich das nicht.
Auch wenn das schlechte Gewissen immer wieder anklopft, so weiss ich, dass meine Maus in der Schule, in der OGS und auch danach Zuhause sehr gut aufgehoben ist.
Ich war ne Zeit arbeitslos und es war schlimm.
Man muss dazu sagen, dass ich einfach nicht dder Typ bin, der gerne zuhause ist und die Hausmutter spielt, nicht nur des Geldes wegen nicht.
Und das merken Kinder auch und so ist es dann auch ganz gut, denn man kommt fröhlich von der arbeit. Besser als depremiert zuhause zu hängen.

So, lass dich also nicht runter ziehen von deinem Gewissen.
Vielleicht hast du die Möglichkeit, dass Sie dann ab und an aus dem Kiga mit ner Freundin mitgehen kann, dann ist das für sie auch schön. Oder hast du ne Mama, die sie 1x pro Woche zum Sport/Schwimmen/ Reiten/Tanzen o.ä. bringen kann????
Alles eine Sache der Organisation.

Auch wenn jetzt alles leicht und einfach klingt was ich schreibe, manchmal ist es auch schwer, das gebe ich zu.

Nur bedenke, es lohnt sich!!!!!!!

Beitrag von aleha 05.03.10 - 20:19 Uhr

Ich verstehe Dich. Ich bin es auch nicht gewohnt, finantiell abstriche zu machen.

Bis zu einem gewissen Punkt war es auch noch möglich, Zeit vor Geld zu stellen. Jetzt sind die Reserven aufgebraucht und vom Leben im Luxus kann nicht die Rede sein. Aber jeden Morgen ins Auto zu steigen und drei Kreuzzeichen machen, dass man nicht einen Unfall hat, den man sich nicht leisten kann, geht ja auch nicht lange gut.

Mit dem Urlaub stimme ich Dir zu. Meine beste Freundin heiratet in Pisa und hat uns alle eingeladen, mit ihr zu feiern. Die 400 EUR Flug haben echt weh getan. Aber da ich ja sonst auch so gut wie nie aus gehe, wollte ich mir das (mit meiner Tochter) gönnen.

Es ärgert mich, dass Männer mit napp 200 EUR aus der Afäre sind und wir uns 300 EUR Krippe aus den Rippen schneiden können, um überhaupt arbeiten zu gehen.

LG

Alexandra

Beitrag von felix.mama 04.03.10 - 14:02 Uhr

Aus diesem Grund werde ich nur 20std./Woche arbeiten gehen. Ich habe gott sei dank eine starke Familie hinter mir, nur will ich für mein Kind da sein!
Das ist auch immer eine sache ob man sich das leisten kann, ob man ganz alleine ist oder ob man rückhalt hat!