Schule verweigert die Einschulung!

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von ummhilal 03.03.10 - 06:53 Uhr

Hallo,

Wir hatten das gefuerchtete Einschulungsgespraech und meine Intuition hat sich leider bewahrheitet: sie wollen meinen Sohn nicht einschulen.

Begruendung war: durch seine ADHS-Erkrankung und Ticstoerung sei er ohne Medikamentengabe in den UAE in der Grundschule nicht einschulbar, weil diese Schule keine integrative Foerderschule sei. Und auf solch eine muesste er, wenn wir in Deutschland waeren.Sie werden aber im September nur EINE erste Klasse mit 24 Kindern haben und niemanden der ihn begleiten kann.

Der Einschulungstest wurde ohne mein Wissen vorgenommen, vom Leiter der Grundschule, nicht von der Schulpsychologin obwohl wir eine haben. Ist das rechtens?
Den Test hat er bestanden. Sein IQ ist in Deutschland auf Durchschnitt getestet worden. Also soweit alles gut.

Das er die Medikamente verweigert habe ich ja schon weiter unten im letzten Post beschrieben.
Der Grundschulleiter wollte nicht auf meine Fragen eingehen, ich habe das Gefuehl sie wollen uns loswerden. Es gibt angeblich kein einziges Kind in dieser Schule mit ADHS. Als ich wissen wollte wie sie sich das vorstellen, wenn mein Sohn im September immer noch nicht die Medikamente nimmt,(natuerlich bleiben wir am Ball und werden das irgendwie hinkriegen muessen) wo ich mit ihm hin soll, kam nur Achselzucken.

Die Leiterin des Kiga meinte noch, er wuerde doch bestimmt arabisch verstehen(mein Mann ist Araber)so koennten wir ihn doch auf eine arabische Special-Need-School geben.
Aber mein Sohn spricht ueberhaupt kein arabisch, wir haben das ganz zu Anfang vor fast drei Jahren mal probiert und er hat ganz fuerchterlich reagiert, kam ueberhaupt nicht mit arabisch zurecht und ist dreimal aus diesem Kiga weggelaufen. Es war eine Riesenbelastung fuer ihn und damals wussten wir noch nicht von seiner Erkrankung.

Abgesehen davon dass die Special-Need-Schools hier auch nicht jeden nehmen.
Ausserdem sind mein Sohn und auch mein Mann deutsche Staatsbuerger. Es gilt doch auch hier Schulpflicht.
Kann das sein dass eine deutsche Auslandsschule sich ihrem Bildungsauftrag so entziehen kann? Es gibt uebrigens ein geistig behindertes Maedchen auf der deutschen Schule. Wieso klappt das bei ihr und mein Sohn, der einen normalen IQ hat, darf nicht eingeschult werden? Darauf habe ich den Leiter noch nicht angesprochen auch wenn ich denke er wird sich rauswinden.
Ich verstehe es nicht und fuehle mich allein gelassen.
Wer hat einen Denkanstoss fuer mich? Jemand hier der aehnliche Erfahrungen gemacht hat?

gruß

Ummhilal

Beitrag von manavgat 03.03.10 - 07:45 Uhr

Also:

Du bist in einem Land, in dem die deutsche Schulpflicht nicht gilt. Richtig?

Warum nutzt Du das nicht und versuchst es mit Homeschooling. Hier bei uns in Deutschland ist das verboten, ob es in der Schweiz und in Österreich erlaubt ist und Du von dort Infos über Schulabschlüsse erhalten kannst, müsstest Du prüfen.

Hätten wir keine Schulpflicht, mein Kind würde da nicht hingehen. So wie hier Schule organisiert ist.

Hinzu kommt: für ein ADS-Kind ist ein normaler Schulalltag erheblicher Stress. Damit er mit anderen in Kontakt kommt, müsstest Du halt was anderes organisieren. Sport, Musik - ich habe nicht wirklich Ahnung, was es bei Euch gibt.

Wenn Du von mir Infos haben willst, dann schreib mich an über VK.

Gruß

Manavgat

Beitrag von swety.k 03.03.10 - 08:08 Uhr

Hallo,

sorry, aber ich fürchte, das Problem mußt Du allein lösen. Hier kennt sich doch keiner mit dem Schulrecht bzw. der Schulpflicht in den Vereinigten arabischen Emiraten aus!!! Selbst wenn es sich um eine deutsche Schule handelt, wird sie doch den Rechtsgrundlagen der Emirate unterliegen.

Gibt's da kein Jugendamt oder Schulamt, wo Du nachfragen kannst?

Fröhliche Grüße von Swety

Beitrag von ummhilal 03.03.10 - 08:29 Uhr

Hallo,
in den Emiraten gilt keine Schulpflicht. Das Schulamt hier muss sich mit 2000 verschiedenen Lehrplaenen beschaeftigen, die haben kein Ohr fuer uns. Die Loesung waere nur Home-Schooling.

Dieses Forum wird ja nicht nur von Deutschen in Deutschland benutzt wie du an mir siehst, sondern auch von Deutschen im Ausland. Somit koennte sich sehr wohl jemand mit dem Schulrecht in den UAE auskennen und mir seine Erfahrungen mitteilen. Oder: vielleicht kennt ja hier auch jemand so einen aehnlichen Fall wie meinen und kann mir weiterhelfen.

Trotzdem danke fuer deine Antwort.

Ummhilal

Beitrag von swety.k 03.03.10 - 08:49 Uhr

Hallo,

Du hattest doch oben geschrieben, daß es Schulpflicht gibt???

Na, ich drück Dir die Daumen, daß Du hier Hilfe findest. Aber vielleicht guckst Du mal, ob Du ein Forum für Deutsche in den Emiraten findest. Die Chance, daß sich hier wirklich jemand mit Eurem Recht auskennt, ist doch sehr gering.

Fröhliche Grüße von Swety

Beitrag von ummhilal 03.03.10 - 09:53 Uhr

Hallo,

ja, es gibt fuer die deutschen Kinder Schulpflicht, aber wenn man in den Emiraten lebt dann nicht. Das Problem ist , ich muss herausfinden ob ich DA den Hebel ansetzen kann. Das heisst, ob ich eine Chance habe ueber die deutsche Schulpflicht zu argumentieren. Demnach muessen!sie ihn naemlich beschulen. Berufen sie sich aber auf die emiratische Schulordnung, habe ich ein Problem.
Gruss,

Ummhilal

Beitrag von bezzi 03.03.10 - 11:08 Uhr

Du kannst von den Emiraten nicht verlangen, dass sie die deutsche Regeln beachten.

Umgekehrt kann ein Kind aus den Emiraten, das in Deutschland lebt, auch nicht verlangen, daheim beschult zu werden, nur weil es in den Emiraten möglich ist.

Andere Länder, andere Sitten.

Dein Problem ist so speziell, dass es besser wäre, Du wendest Dich an die Anlaufstellen vor Ort.

Beitrag von windsbraut69 03.03.10 - 13:37 Uhr

Das halte ich für völlig abwegig und aussichtslos.

Warum sollten sich die Arabischen Emirate an deutsches Recht gebunden sehen???

Beitrag von muggles 03.03.10 - 09:05 Uhr

Hallo,

ich kenne mich mit den Schulgesetzen in Eurem Land nicht aus, aber ein wenig mit Deutschen Schulen im Ausland (lebe in Italien, hier gibt es eine in Mailand).

Die Deutschen Schulen im Ausland unterliegen strikt deutschem Schulrecht, z. B. duerfen vor Ort nur Lehrkraefte unterrichten, die nach dem deutschen Schulrecht zugelassen sind (hat mir seinerzeit der Schulleiter erklaert).

In Eurem Fall wuerde das wohl bedeuten, dass Du Dich nach den deutschen Schulgesetzen erkundigen solltest. Hat das geistig behinderte Maedchen, von dem Du schreibst, eine besondere Betreuung?

Frage: Warum nimmt Dein Sohn seine Medikamente nicht?

LG,

Claudia

Beitrag von ummhilal 03.03.10 - 09:58 Uhr

Hallo

Genau. Soviel weiss ich naemlich auch, aber trotzdem ist es wohl eine private Schule die nur zum Teil durch Bundesmittel gefoerdert wird. Das heisst sie duerfen wahrscheinlich aussuchen wer in die Schule darf und wer nicht. Leider bringen da die deutschen Schulgesetze wenig weil Auslandsschule noch mal ganz anders sind.
Das geistig behinderte Maedchen hat einen Klassenlehrer der ein sogenannter Integrativ-Lehrer ist. Da muss ich sowieso noch mal selber nachhaken, evtl.hat die Schule nur einen einzigen zur Verfuegung.
Mein Sohn hat Angst die Kapsel runter zu schlucken, man darf sie nicht oeffnen. Also muessen wir jeden Tag neu versuchen das er sie nimmt. Das dauert und wir muessen uns immer was neues einfallen lassen! Und mit so!einem Druck im Ruecken wirds nicht einfacher...

Gruss,

Ummhilal

Beitrag von katjafloh 03.03.10 - 14:09 Uhr

Frage doch mal beim Arzt nach, ob es die Medis nicht in einer anderen Form gibt. Kapseln für ein Kind ist nicht schön. Vielleicht gibt es die als Tropfen/Saft oder kleinere Dragees.

LG Katja

Beitrag von dany2308 03.03.10 - 09:39 Uhr

Hallo Ummhilal,

ruf doch in Deutschland bei der ZfA (Zentralstelle für das Auslandsschulwesen) an, vielleicht können die dir weiterhelfen.

Trotzdem solltest du, wie schon zuvor erwähnt, deinen Sohn unbedingt dazu bringen, seine Medis zu nehmen, das macht es nicht nur für die Lehrer, sondern v.a. für ihn selber viel leichter!

Liebe Grüße
Dany

Beitrag von ummhilal 03.03.10 - 09:50 Uhr

Hallo,

das habe ich eben gemacht. Der Sachbearbeiter dort war sehr nett und hat, nachdem er einen schriftlichen Bericht von mir bekommt, versprochen sich der Sache anzunehmen, weil, so O-Ton:So gehts ja nicht.
Bin schon etwas gelassener jetzt.

Auf jeden Fall muss mein Sohn das Medikament nehmen, ganz klar. Es dauert nur, und so schwierig haben wir es uns nicht vorgestellt.

Gruss,

Ummhilal

Beitrag von h-m 03.03.10 - 11:05 Uhr

Die Schulpflicht gilt in Deutschland. Für deutsche Staatsbürger im Ausland gilt sie meines Wissens nicht, dort gilt ja das Recht des jeweiligen anderen Staates. Vor ein paar Wochen war doch in den Medien der Fall von der in die USA ausgewanderten Familie, die ihre Kinder jetzt zu Hause unterrichten und wegen der Schulpflicht in Deutschland Asyl gewährt bekommen.

Beitrag von anira 03.03.10 - 12:35 Uhr

ich kann dir leider nicht helfen
aber
wegne der einnahme der tabletten könnt ihr nicht einfach auf andere umsteigen
die man dann mit joghurt essen kann das fällt ihm dann gar nicht auf usw....
ich denk mal ihr habt imo Ment die Stratteras
da kenn ich das problem mit dem nicht öffnen dürfen

allgemein zum thema ADHS wo es auch manchmal darumg eht bekommt die tabletten nicht runter,)

würde ich dich gerne hier her einladen
http://www.adhs-anderswelt.de

Beitrag von ummhilal 03.03.10 - 18:55 Uhr

danke!

Beitrag von baltrader 04.03.10 - 18:32 Uhr

Hm, ich kann die Schule schon verstehen, wenn keine Möglichkeit besteht, Deinen Sohn zusätzlich zu betreuen, wird er wahrscheinlich eine ganz schöne Belastung für den Rest der Klasse.
Er tanzt euch ja nun auch schon auf der Nase herum, wenn ein Kind Medikamente nehmen muß, dann kann ich da nicht groß fragem, ob es will. Wenn das mit den Kapseln nicht klappt, gibt es doch bestimmt auch andere Darreichungsformen.
Wie lange wollt Ihr denn da noch leben? Muß er nicht über kurz oder lang eh mit der Sprache im Alltag leben?
Man kann doch nicht in einem fremden Land so abgeschottet leben...

Lg,

Mimi

Beitrag von ummhilal 05.03.10 - 08:10 Uhr

Aus der Entfernung laesst sich leicht urteilen...

Wir leben nicht abgeschottet. Meine beiden grossen Kinder besuchen arabisch/englische Schulen.

Beitrag von baltrader 05.03.10 - 09:11 Uhr

Du wolltest Meinungen, bzw. Beurteilungen der Situationen aus der Ferne, dann antworte nicht so patzig.
Ich kann nur nicht nachvollziehen, wie sich ein 6./7. jähriges Kind so gegen seine Eltern durchsetzen kann.
Habe auch eine Tochter in dem Alter und auch schon Diskussionenen über die Einnahme von Medikamenten geführt, sie hat sie immer genommen. Sie hat sich immer seeeeehr angestellt, aber irgendwie ging es.

Wie flippt Dein Sohn aus, wenn mit ihm Arabisch gesprochen wird? Und vor allem warum?

Ich will hier keine bitterböse Diskussion, aber ich kann die Probleme, so wie Du sie beschreibst nicht nachvollziehen.

Vielleicht schilderst Du da einfach mal den Hintergrund.
Hast Du denn mal nach einem alternativen Medikament gefragt?

Lg,

Mimi

Beitrag von ummhilal 05.03.10 - 19:09 Uhr

Mein Sohn reagiert nicht gut auf Fremdsprachen seit er diese kurze Zeit im arabisch/englischen Kiga verbracht hat. Er war komplett ueberfordert und der Kiga bzw die Erzieherin hat sich nicht um ihn gekuemmert sondern ihn angeschrien und wenn er nicht gehoert hat(weil er es nicht verstanden hat)wurde er ignoriert oder alleine an einen Tisch gesetzt.
Das haben wir so nach und nach aus ihm rausgekriegt und er hat es uns auch gezeigt, die paar Woerter arabisch die er bis dato sprach hat er dann wieder eingegraben und sie nicht mehr gebraucht und das hat bis heute angehalten!
Er spricht auch nicht mit seinen arabischen Cousins sonder mit Haenden und Fuessen.
Du fragst wie sich ein so kleines Kind gegen seine Eltern durchsetzen kann? Haetten wir auch nicht gedacht dass es so! ein Kampf werden wuerde. Irgendwas haben wir falsch gemacht, obwohl wir am Anfang kein Larifari gemacht haben; wir haben ihm erklaert:du musst das nehmen, das ist wichtig.Punkt.
Er hat gleich rebelliert. Sofort. Vielleicht haetten wir erstmal eine Belohnung in Aussicht stellen sollen aber fuer uns war das keine so grosse Sache, eine Mini-Kapsel zu schlucken sollte drin sein dachten wir...

Alternativ-Medikamente wie z.B.Ritalin darf er nicht nehmen, da er einige Tic-Stoerungen hat und diese Psychostimulanzien das verstaerken wuerden.
Heute habe ich ihm erklaert, wenn er die Kapsel
nicht schluckt, kann er nicht in die Schule. Ganz klipp und klar.

Er hat mich gross angeschaut und garnichts gesagt. Kein Aufstand, nichts.
Dann meinte er, wenn er das kann sagt er es mir. Das war schon ein kleiner Anfang, aber wir lassen natuerlich nicht locker, irgendwie muss !er begreifen dass er tun soll was wir ihm sagen.
Das ganze nimmt uns sehr mit und natuerlich bin ich da emotional auch sehr betroffen, deswegen sorry wenn was unhoeflich rueber kommen sollte, das ist keine Absicht.
Gruss,

Ummhilal

Beitrag von baltrader 05.03.10 - 22:09 Uhr

Hey, ich bin nicht nachtragend *g*

Freut mich, daß ihr da einen Anfang gefunden habt, ist doch schonmal was.
Wenn auf ein deutsches Kind da so eingegangen wird, kann ich die Ablehnung nachvollziehen, aber übt doch trotzdem zu Hause mit ihm weiter. Vielleicht hilft es, wenn die großen Geschwister sich auch mit einbringen.
Klar ist das bei Dir ein emotionales Thema, aber versuch auch mal die Seite der Schule zu verstehen.
Bei uns im Englischkurs hatten wir auch ein Kind, daß seine Medis nicht genommen hat (ADHS) und der hat den ganzen Kurs aufgemischt, so daß ich soweit war, meine Tochter da rauszunehmen, weil es für sie so nichts mehr brachte und die Lehrerin kam damit überhaupt nicht klar. Inzwischen bleibt der Junge daheim, war für den Rest des Kurses eine Erleichterung.

Lg und alles Gute,

Mimi