"Du bist hier nicht der Chef": Wie reagiert ihr da?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von anro 03.03.10 - 11:13 Uhr

Hallo...

mein Großer (4,5) führt sich in den letzten tagen ganz schön auf, wenn ich ihn wegen irgendwas zurechtweise (z.B. auf Tischmanieren, Ausdrücke)

Und das neuste daran ist, dass er sich dann dermassen aufregt und sagt: "Du bist hier nicht immer der Chef"

Ich weiß garnicht wie er auf das Wort Chef kommt? Ich finde dieses Wort im Familienalltag unpassend, aber ich bin nun mal (neben dem Vater) derjenige der zu Hause die Richtlinien bestimmt, wie man sich zu verhalten hat.

Würdet ihr diese Äußerung überhören oder immer wieder klarstellen.

LG Anro & 2 Jungs (2,5 und 4,5)

Beitrag von h-m 03.03.10 - 11:16 Uhr

"Doch, bin ich."

Beitrag von hellmi 03.03.10 - 11:21 Uhr

#pro

Beitrag von juniorette 03.03.10 - 11:24 Uhr

Ganz genau :-)

Beitrag von mutterschaf 03.03.10 - 14:05 Uhr

Richtich!

Beitrag von espirino 03.03.10 - 11:36 Uhr

Hallo,

das hab ich von meinen Jungs auch schon gehört.

Folgende Begebenheit: (Wir wohnen noch nicht so sehr lange in unserem Haus)

Jonas hat mit Papa eine heftige Auseinandersetzung am Abendbrotstisch (wegen Spielerei). Das schaukelt sich so hoch, daß Papa beschließt mit Jonas den Tisch zu verlassen (unter Protest natürlich). Ich sitz nun mit Flo alleine da und er schaut mich mit großen Augen an.
Plötzlich die Frage: "Hat Papa das Haus gebaut?"
Ich so: "Nein, das waren Handwerker, aber Papa baut jetzt weiter am Haus, wie kommst du denn da jetzt drauf?"
Und er: "Also ist er nicht der Bestimmer hier."

Ich wieder:
"Oh doch, er und ich, weil wir dieses Haus finanzieren, alles bezahlen, dafür arbeiten gehen, für euch Verantwortung haben, daß ihr lernt und euch nichts schlimmes passiert."

Deswegen sind wir die Chefs und dabei bleib ich auch. #schein

LG Jana

Beitrag von erstes-huhn 03.03.10 - 11:40 Uhr

Natürlich bist Du der Chef !

Wäre ja schlimm, wenn das anders wäre.

Beitrag von engelchen28 03.03.10 - 11:45 Uhr

ganz einfach: "doch, papa & ich sind diejenigen, die hier bestimmen"

Beitrag von gismomo 03.03.10 - 11:47 Uhr

Hallo,

das ist in dem Alter ganz normal. Es zeigt, dass er sich so langsam bewusst wird, dass Regeln von Menschen gemacht werden und keine Naturgesetze sind. Also eine ganz normale Entwicklung.

In der entsprechenden Situation würde ich kurz erklären, warum ich hier das Sagen habe, würde mich aber nicht unbedingt auf lange Diskussionen einlassen. Eine kurze Erklärung wie "weil ich es bezahle" oder "weil ich dafür verantwortlich bin, dass ihr gesund aufwachst" etc. reicht vollkommen. Außer du hast so ein Kind wie meinen ältesten Sohn, der wirklich darüber reden will und auch immer neue Argumente bringt. Der würde sich dann nicht ernst genommen fühlen, das ist dann etwas komplizierter. Bei meinem Kleinen (4 1/2) reicht eine kurze Erklärung aus, der akzeptiert es.

Wenn du denkst, dass dies ein wirkliches Problem ist also bei euch momentan häufiger auftaucht oder ihn sehr beschäftigt, würde ich gucken, in welchen Situationen er "ein bisschen der Chef" sein darf. Z.B. wenn es darum geht, beim Einkaufen einen Joghurt auszusuchen, dann kann er ja für sich evtl. selber einen auswählen (falls du bisher immer die Joghurts ausgewählt hast). Oder so was in der Art.

lg
K.

Beitrag von gismomo 03.03.10 - 11:50 Uhr

Hab ich noch vergessen: Es geht dir ja um Tischmanieren, Ausdrücke sagen, etc.

In diesem Fall hab ich meinen Kindern immer gesagt: "Das sind die Regeln, die in unserem Haus gelten. Daran hält sich jeder - Erwachsene und Kinder." Oft hat das schon ausgereicht, es ging dann gar nicht mehr darum, WER der Bestimmer war, sondern es waren einfach Regeln, die man einzuhalten hatte. Das ist heute noch so - meine Kinder wissen inzwischen, wenn ich mit diesem Satz komme, dass da nichts verhandelbar ist, und probieren es im Normalfall auch gar nicht mehr.

Ansonsten bin ich durchaus bereit, Kompromisse zu finden, wenn sie gute Argumente haben - aber manche Dinge gehören zu den "Regeln" und die sind nicht verhandelbar.

lg
K.

Beitrag von nakiki 03.03.10 - 11:54 Uhr

Hallo!

Ich kenn es von meiner Tochter auch, nur das sie nicht das Wort "Chef" benutzte sondern, "Bestimmer".
Die Kinder lernen in der Kita sich gemeinschaftlich zu benehmen. Nicht einer macht den Bestimmer, sondern alle haben eine Meinung und dürfen diese äußern.
Dies finde ich sehr wichtig!

Es ist für die Kinder jedoch schwer zu verstehen, wenn sie sobald sie wieder zu Hause sind, doch einen Bestimmer vor sich haben.

ICH bin nicht der Bestimmer zu Hause, jeder darf seine Meinung äußern und vertreten. Es gibt jedoch Regeln bei uns die gemeinschaftlich festgelegt werden und an die wir uns alle halten. Man kann Kindern auch Dinge erklären ohne einen auf "Chef" zu machen, das geht in die Richtung von "Solange du deine Beine unter meinen Tisch...."

Gruß nakiki

Beitrag von engelchen28 03.03.10 - 12:03 Uhr

sich gemeinschaftlich benehmen hat doch nichts damit zutun, ob es einen "chef" gibt oder nicht! das eine schließt das andere nicht aus.

natürlich gibt es in jedem kindergarten einen bestimmer - die leitung, die erzieher...! und auch innerhalb einer kindergruppe gibt es immer jemanden, der das sagen haben möchte - damit richtig umzugehen, DAS ist einer der bildungsaufträge der erzieher.

jeder hat immer jemanden "über sich", der dinge bestimmt. im kindergarten, in der schule (lehrer), im arbeitsleben (chef, höhergestellter kollege)! es gibt immer jemanden, der anweisungen erteilt, die befolgt werden müssen.

mein kind muss auch nicht jede meiner entscheidungen gut heißen und ich diskutiere auch nicht jede entscheidung. manches ist so, wie ich es sage - und andere dinge wieder werden gemeinschaftlich geregelt / bestimmt.

gruß,
julia

Beitrag von nakiki 04.03.10 - 13:12 Uhr

Hallo!

Chef zu sein bedeutet Macht zu haben. "Ich bin der Chef" ist gleichbedeutend mit "ich habe Macht".
Kleinere Kinder lassen sich davon noch beeindrucken und gehorchen dann vielleicht auch, aber je älter die Kinder werden, desto weniger Macht hat man und die Chefposition geht verloren.

Ich finde es falsch, den Diktator raushängen zu lassen, denn das führt irgendwann zu Problemen. Ich finde es wichtiger, dass man den Kindern erklärt, das man Rücksicht aufeinander nehmen muss, das Gesetze und Regeln eingehalten werden und es auch gewisse Benimm-Regeln gibt. Das kann ich aber alles erreichen ohne darauf hinweisen zu müssen, das ich der Chef bin.
Die Erzieherinnen beziehen bei uns die Kinder in alles mit ein, was die Kinder auch dirket betrifft.

Die geltenden Regeln in der Kita wurden von Leitung UND Mitarbeitern festgelegt.

Das man einen Chef in der Arbeitswelt über sich hat, würde ich hier als Vergleich nicht gelten lassen, denn ich werde in meinem Job auch bezahlt und dort gibt es diese Hierachie nunmal.
Wenn ich meinen Chef privat treffen würde und er sagen würde "Holen Sie mir etwas zu trinken, los, ich bin der Chef" würde ich dumm anschauen.

ICH habe keinen über mir, denn was meine Eltern (also meine Chefs) mir erlauben wollen oder nicht ist mir völlig wurscht. Genauso wird es irgendwann mit den Kindern sein.
Versuch doch mal einen Teenager mit dieser Methode von einer Party fernhalten zu wollen "Nein, du gehst nicht hin, ich bin hier der Bestimmer und du hast zu folgen".
Teenager geht erst recht und was machst du? Den Satz "Solange du deine Füße...." hinterherschieben?
Keine Macht, kein Chef sein!

"und auch innerhalb einer kindergruppe gibt es immer jemanden, der das sagen haben möchte - damit richtig umzugehen, DAS ist einer der bildungsaufträge der erzieher." - Genau und deswegen gibt es unter gleichgestellten den Satz "Du bist nicht der Bestimmer".

Gruß nakiki

Beitrag von h-m 03.03.10 - 12:16 Uhr

Natürlich kann meine Tochter ihre Meinung äußern und vertreten.

Aber viele Entscheidungen treffe ich dennoch allein (bin ae, sonst würde ich mich natürlich mit ihrem Vater abstimmen).

Einige Dinge kann man sicher gemeinschaftlich festlegen, andere Regeln müssen einfach von Erwachsenen aufgestellt werden (Zähne müssen morgens und abends geputzt werden, Kind darf nicht allein den Herd anstellen, etc.). Wichtig ist für mich, dass ich letztere Regelungen meiner Tochter nachvollziehbar erklären kann.

Beitrag von dani.m. 03.03.10 - 12:00 Uhr

Macht mein Große im Moment auch. 1. Reaktion: "doch, bin ich!" ;-) Irgendwann fing er dann mal an zu erklären, wer wessen Chef ist: Papa ist meiner, ich bin seiner und er ist Papas Chef. Das Ganze variiert immer mal, jedenfalls ist inzwischen bei uns Jeder der Chef ;-)

Beitrag von lisabet 03.03.10 - 12:00 Uhr

"Wir leben in einer Demokratie, aber das letzte Wort habe ich. Will heißen: Du kannst zwar deinen Senf dazu geben und vielleicht hast du auch ein paar tolle Vorschläge wie wir es besser machen können, aber ich trage die Verantwortung und entscheide deshalb was und wie es gemacht wird."

Wenn meine Söhne das Gefühl haben Mitspracherecht zu besitzen, können sie Regeln besser annehmen. Allerdings muss klar sein das das letzte Wort immer bei mir und meinem Mann liegt. Denn der "Chef" trägt auch immer die Konsequenzen wenn etwas schief läuft.

LG Lisabet

Beitrag von engelchen28 03.03.10 - 12:03 Uhr

ganz genau meine meinung!!!

Beitrag von .manduca. 03.03.10 - 12:31 Uhr

Ich sag dann" Doch bin ich und wenn dir das nicht passt kannst du gerne in deinem Zimmer spielen für den Rest des Tages";-)

Beitrag von .nefur. 03.03.10 - 12:42 Uhr

Das geht ja noch,

Meiner wollte mir neulich ein Bein abschneide, weil ich ihm kein Buch vorlesen wollte. #kratz

Du siehst, wir sind bereits auf einem ganz anderen Aggressionsniveau.

LG

Beitrag von schnullabagge 03.03.10 - 21:14 Uhr

wow

Beitrag von anyca 03.03.10 - 12:42 Uhr

Ich würde sagen, ich bin hier die Mama, und Du kannst zwar einiges mitbestimmen (welchen Pullover, welchen Brotbelag, welches Vorlesebuch ...), aber dies, das und jenes bestimme ich.

Beitrag von manavgat 03.03.10 - 13:04 Uhr

Wer sonst?

wäre meine Antwort.

Gruß

Manavgat

Beitrag von tascha3577 03.03.10 - 13:06 Uhr

Hallo,
das geht doch noch *grins* wenn ich überlege wie es bei uns gelaufen ist:

Nico kam irgendwann mal nach Hause. Hatte was angestellt und ich schimpfte das ich das nicht möchte. Als Antwort bekam ich dann von ihm ganz trocken:

Ich sag Papa das Du mit mir geschimpft hast, dann haut er dich und Du mußt ins Krankenhaus !

Glaubst du das ich da sprachlos war ? Haben uns dann alle 3 abends zusammengesetzt und das geklärt seit dem sagt er es noch ab und an aber wir hören da auch nicht mehr zu.

Wir haben ihm zu deinem Thema erklärt das wir beide mein Mann und ich bestimmen was hier sache ist. Im Kindergarten die Erzieherinnen und das war dann auch für ihn ok.

lg

Beitrag von agostea 03.03.10 - 13:58 Uhr

Ich sage auch öfter zu meinen Söhnen: "ICH bin hier der Boss - klar!?"

Demzufolge hätte ich an deiner Stelle geantwortet: "Doch, bin ich!" :-)

Gruss
agostea

Beitrag von sabibi 03.03.10 - 16:40 Uhr

ganz kurz und knapp: DU BIST DER CHEF!!!!
zumindest sag ich das zu meinen kindern. Und nach einigen tage war das geklärt und ich hörte diesen satz nicht mehr!!!

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