Wo wir früher noch spielen konnten *silopo*

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Beitrag von qayw 03.03.10 - 12:40 Uhr

Hallo,

ich bin gestern nach längerer Zeit mal wieder an meinem Elternhaus gewesen. Ich hatte eigentlich bedauert, daß ich es verkauft habe, und wir nicht dort eingezogen sind (wegen unserer Arbeitsplätze und weil da nur 1 Kinderzimmer ist), weil wir als Kinder in der Umgebung richtig viel Spaß hatten.

Oberhalb unserer Straße gab es einen großen alten Schuppen mit ehemaligem Hühnerstall, wo Leute ihr Boot und andere interessante Sachen untergestellt hatten und daneben ein olles Plumsklo (ja ich weiß, igitt, aber als Kinder fanden wir es witzig. ;-)) und eine Pferdeweide mit Obstbäumen.
Daneben war eine riesige Baugrube für mehrere Reihenhäuser, wo die Baufirma pleite gegangen war. Da konnte man prima Buden in die Wände bauen und Lagerfeuer machen.
Unterhalb unserer Straße gab es ein Wäldchen mit einer Schonung und einem Bach. Daneben eine Wiese mit Himbeersträuchern und noch einem ganz kleinen Wäldchen, wo man ganz toll spielen konnte.
Unsere Straße war eine Sackgasse, an deren Ende eine weitere Pferdeweide mit Shetland-Ponies drauf, lag. Man konnte auf der Straße spielen, weil wenig Autos unterwegs waren.

Und heute:
Die Baugrube wurde bebaut als ich ca. 10 war. Da wurde auch der Schuppen abgerissen, und dieses Gelände mit der Pferdeweide ebenfalls bebaut.
Die Pony-Weide wurde so vor 5 oder 6 Jahren bebaut und mit den ganzen neuen Häusern gibt's natürlich mehr Verkehr.

Und was sehe ich gestern? Jetzt bebauen die auch noch unten die Wiese. Das kleine Wäldchen ist abgeholzt. Die kleine Brücke über den Bach ist kaputt, so daß der Bach aufgestaut wird und jetzt eine Art Sumpf bildet. Die Schonung ist auch weg. Da stehen Häuser.
Mal sehen, wann die dem größeren Wald auch noch den gar aus machen. :-[

Was es da jetzt noch für Kinder gibt: einen kleinen Spielplatz (irgendwann ziemlich öde) und einen Sportplatz direkt neben der KOT (wo früher nur die Idioten waren) und das Wäldchen, wo reihenweise die Hundebesitzer rein marschieren und Tretminen verteilen.

Super! Warum beschweren die sich eigentlich, wenn die Kinder heutzutage nur noch vor der Glotze oder dem PC hocken? Was bleibt denen denn anderes übrig, wenn jedes Fleckchen grün in der Stadt gleich zugepflastert wird? :-[

Mal sehen, wie unsere Kinder aufwachsen. Wir wohnen jetzt immerhin auf dem Dorf, auch wenn es da nicht so schön ist, wie früher da, wo ich aufgewachsen bin.
Aber das hätte sich dort für unsere Kinder definitv nicht mehr gelohnt.

LG
Heike und Merle (2 3/4 Jahre) und Ole (11 Wochen)

Beitrag von purpur100 03.03.10 - 13:02 Uhr

Das ist der ganz "normale" Lauf. Frage mal die alten Leute, wie es früher dort, wo sie gewohnt haben, ausgesehen hat. Außerdem darfst du nicht vergessen, daß du mit Kinderaugen vieles ganz anders siehst.

Klar ist es traurig, wenn Wälder und Wiesen verschwinden. Aber irgendwo müssen die Menschen doch schließlich wohnen.

Beitrag von qayw 03.03.10 - 13:34 Uhr

Ja natürlich, aber ich finde, man sollte Gebiete nicht beliebig dicht bebauen dürfen bzw. nicht nur Parks und ähnliches, wo man als Kind kaum was darf, übrig lassen. Dann müssen die Leute eben ein vorhandenes Haus kaufen oder woanders hin ziehen.

In dem Dorf, wo wir jetzt wohnen, könnten z.B. durchaus noch diverse Häuser gebaut werden ohne, daß jegliche Spielmöglichkeit für Kinder zerstört würde, und da das Dorf 6 km vor Bonn liegt, ist die Lage auch nicht unattraktiv.

Beitrag von purpur100 03.03.10 - 14:15 Uhr

Probleme in der Stadt bezüglich Spielmöglichkeiten für Kinder gibt es schon sehr lange für Leute, die in der Stadt wohnen.

"In dem Dorf, wo wir jetzt wohnen, könnten z.B. durchaus noch diverse Häuser gebaut werden ohne, daß jegliche Spielmöglichkeit für Kinder zerstört würde, und da das Dorf 6 km vor Bonn liegt, ist die Lage auch nicht unattraktiv. "

Du kannst den Leuten aber nicht sagen, wo sie gefälligst zu bauen und zu wohnen haben. Das entscheidet jeder selbst.

Beitrag von gingerbun 03.03.10 - 13:17 Uhr

Hallo,
ich finde das echt traurig was Du da beschreibst und kann mir das ursprüngliche Gelände sehr gut vorstellen und gewiss war das ein Paradies für Kinder. Wir hatten sowas auch in der Art. Ich habe mich gerade gestern erst mit einer alten Frau unterhalten (das finde ich immer so interessant) und nicht erst seit gestern frage ich mich warum es heute so anders ist. Ich denke es sind viele Aspekte und man kann es nicht aufhalten. Wir haben noch so ein Wäldchen bei uns in der Nähe und eine Wiese (bis jetzt noch) auf der wild Brombeersträucher wachsen. Als wir im Sommer mit unserer Tochter losmarschierten um welche zu pflücken haben uns unsere Nachbarn ganz "kariert" angeschaut. Genauso waren sie letztens irritiert dass wir in den Wald gegangen sind bei nicht gerade bestem Wetter. Was ich damit sagen will, selbst wenn es die Möglichkeiten noch gibt finde ich dass sehr viele Eltern heute einfach scheinbar selbst zu träge sind einfach mal rauszugehen. Ich ziehe einen Waldspaziergang, Brombeerpflücken oder Pilzesuchen einem Besuch im Indoorspieleparadies selbstverständlich vor. Wobei ich keinen Indoorspielplatz irgendwie schlecht machen will. Ich finde den Kindern wird heute viel zu viel vorgesetzt, der Markt ist nahezu unendlich.. Aber schau Dich um: Das Haus und das Auto können nicht gross genug sein, in diversen Vereinen sind viele Kinder schon in sehr jungen Jahren (Freizeitstress), der Urlaub muss pompös ausfallen, viele wollen ihren Kindern etwas bieten.. Aber ist es wirklich das grosse Auto, der tolle Urlaub und das grosse Haus? In meinen Augen ganz und gar nicht..
Verständnisvolle Grüße!
Britta (die als Kind auch Dämme gebaut hat und das Wasser noch aus dem Fluss getrunken hat..)

Beitrag von bezzi 03.03.10 - 13:33 Uhr

Ja, das kenne ich. Genz in der Nähe von meinem Elternhaus gab es eine Freifläche, ca. 4 Fußballfelder groß, die voller Ginsterbüsche stand. Da konnte man super verstecken und Cowboy/Indianer spielen, Hütten bauen u.s.w.

Die Fläche ist seit Jahren bebaut. Geblieben ist nur der Name "Im Ginsterbusch" :-(

Beitrag von dani.m. 03.03.10 - 13:42 Uhr

Bei uns ist es nicht ganz so schlimm. Nur unser schöner Schlittenberg wurde vor ein paar Jahren bebaut :-( Nun ja, nebenan ist auch noch ein kleiner Hügel, bei weitem nicht sooo schön, aber wenigstens was. Und unsere Bürgermeisterin meinte jetzt, sie wolle das Grundstück kaufen und NUR den Kindern überlassen. Eine schöne Geste, finde ich!

Beitrag von sonnenstrahl1 03.03.10 - 13:51 Uhr

Hallo
Da bin ich doch froh hier zu Wohnen. Wir wohnen am Feld. Lauter Wiesen und dann der Wald zwischen durch eine Koppel.
Meine Schwiegereltern haben noch ein Grundstück direkt an dem wo das Haus steht. Da stehen lauter hohe Tannen und es gibt Apfelbäume und Brombeersträucher und direkt daran grenzt wieder eine Kuhweide. Alles total Ländlich. Wir wohnen ganz oben auf dem Berg und können ca 10km weit schauen. Auf Wälder aber auch auf unseren Ort und die nächste Stadt.


LG
Jelena

Beitrag von robingoodfellow 03.03.10 - 18:15 Uhr

Zum Teil kann ich dich verstehen, wir wohnen direkt am Acker da können die Kinder auch noch toben.

ABer ich bin heilfroh dass hier keine Bau-Kies- oder sonstwelche Gruben sind.

Letztes Jahr in den Sommerferien ist hier im Nachbardorf ein Junge in einer verlassenen Baugrube gestorben weil er und seine Kumpels dort in den Wänden gebuddelt haben. Irgendwann kam dann die halbe Wand runter. Zwei haben überlebt, der 3. leider nicht.

Daran musste ich gerade denken, und ich weiß jetzt auch warum ich gerade jetzt hier gelandet bin.
Liebe Grüße an die NAKler unter den Urbianer.