Griechenland

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Beitrag von elsa345 03.03.10 - 14:19 Uhr

Was meint Ihr zur aktuellen Diskussion über Griechenland?
Ich bin der Meinung, daß der massive Betrug der Griechen zu bestrafen ist. Wir müssen seit Jahren Einschnitte in allen Bereichen hinnehmen und die griechischen Taxifahrer streiken, weil sie eine vollständige Jahresabrechnung vorlegen sollen. Also ich finde, es reicht. Meiner Meinung nach ist jeder Euro der an die Griechen geht weggeworfen und verschwendet. Wenn wir dort jetzt Geld reinpumpen, werden die nächsten kommen wie Spanien, Portugal, Italien, Irland und es wird zur Pleite der gesamten Union kommen. Mir macht das ehrlich Angst.#zitter

Beitrag von seelenspiegel 03.03.10 - 15:00 Uhr

<<<Wenn wir dort jetzt Geld reinpumpen, werden die nächsten kommen wie Spanien, Portugal, Italien, Irland und es wird zur Pleite der gesamten Union kommen.>>>


Das Problem liegt meines Erachtens nach nicht in der Finanzierung, sondern in der Mentalität der Helenen bezüglich Korruption und Bestechungsgelder (Ist dort an der Tagesordnung), sowie die Akzeptanz einer notwendige Reform an sich.

Was ich mir als Hilfe im finanziellen Bereich vorstellen könnte, ist eine Senkung der Sollzinsen der Aussenstände (Staatsschulden) Griechenlands, aber NICHT noch mehr Wasser in ein Fass ohne Boden oder auch nur nur ein Gedanken an Schuldenerlass, was die Finanzmärkte noch mehr schwächen würde, und den Euro verdammt ins wackeln bringt....der wackelt seit einigen Tagen eh schon !

Das Deutschland als griechische Sparsau herhalten soll wird nicht passieren, auch wenn der Chef der Deutschen Bank schon weit das Maul aufgerissen hat, und gegenteiliges versprach. (Im Gespräch waren 20-30 Milliarden Euronen)

Wenn die Griechen nur ein kleines bisschen was in der Birne haben, legen sie den kindischen Streik schnell nieder, und krempeln zum ersten Mal seit langem wieder die Ärmel hoch, und ziehen den Karren selbst aus dem Dreck.

Heute soll Art und Umfang evtl. Hilfeleistungen festgelegt werden. Gibts da schon was neues? Ich bin da leider noch auf dem Stand von gestern.

Beitrag von .doctor-avalanche. 03.03.10 - 15:16 Uhr

Mit Griechenland verhält es sich wie mit der HRE: Man kann retten und muß dafür Geld in die Hand nehmen. Oder man lässt es und das Unterlassen bewirkt ein weitaus grösseres Desaster.

Wohin würde der Euro wohl fallen, wenn man einem Mitgliedsstaat finanzielle Hilfe verweigert und diesem der Bankrott droht oder es gar - wie einige wenige ganz Unterbelichtete - aus der EU werfen möchte ?

Abgesehen von den politischen und sozialen Verwerfungen in Griechenland selbst.

Wir sind eine Gemeinschaft und Mitglieder einer Gemeinschaft helfen sich üblicherweise. Natürlich mit den entsprechenden Auflagen.

Für deutsche Firmen ist Griechenland überdies ein sehr wichtiger Handelspartner mit einem Handelsüberschuss aus deutschen Exporten in Höhe von ca. 6 Mrd. Euro.

Allein aus diesem Grund MUSS Deutschland sehr daran interessiert sein, mit finanziellen Hilfenn die griechische Volkswirtschaft zu stützen.

Ein Staatsbankrott Griechenlands jedenfalls wäre weitaus fataler als die Hilfen, die jetzt anstehen......

Beitrag von gunillina 03.03.10 - 15:30 Uhr

Wichtig sind da aber wirklich die Auflagen. Denn wie Seelenspiegel schon schrieb, Korruption und co. sollten bekämpft werden. Es gibt kein wirkliches Steuersystem, wenn ich das richtig verstanden habe etc.
Ansonsten nutzt es nix, jetzt Geld hinein zu stecken in das Land und in ein paar Jahren sind wir (nein, die Griechen) am selben Punkt angelangt...
Viele finanziellen Hilfen, die Griechenland nach Beitritt in die EU erhalten hat, sind umgehend in die Bauwirtschaft gesteckt worden. Reichlich kurzfristig gedacht, denn dass irgendwann die Häuser fertig gebaut sind, war ja wohl abzusehen. Nun sollen sie es also besser machen, denn ich bin der Meinung, jeder Staat sollte sich zumindest ein wenig selbst "versorgen" können.
Irgendwie erscheint mir die ganze Welt immer mehr wie ein Kindergarten: Wir denken nie an Morgen, wir tun nur, was für uns gerade jetzt gut ist, was geht uns der Rest der Welt an. Ob das jemals anders wird? Ich bezweifle es...

Beitrag von ostsonne 03.03.10 - 16:55 Uhr

Und woher soll Deutschland das Geld nehmen ?

Nein, ich bin da anderer Meinung.....

Beitrag von .doctor-avalanche. 03.03.10 - 17:09 Uhr

Genau daher, wo man auch Geld für die Bürgschaften von Banken hernahm - diesmal in ganz enger Abstimmung & Zusammenarbeit mit den anderen EU-Ländern.

Was ist denn Deine Meinung?

Beitrag von seelenspiegel 03.03.10 - 18:13 Uhr

Das stimmt schon was Du sagst, ich denke mal die Leute haben nur Angst, dass Deutschland wieder den Löwenanteil übernehmen soll, und von den anderen Mitgliedsstaaten kommen die Erdnüsschen.

Beitrag von .doctor-avalanche. 03.03.10 - 19:49 Uhr

Ach, diese Diskussion haben wir doch schon so oft geführt: Deutschland als Zahlmeister der EU. Bla bla blubb tröööt....

Leider übersehen diese Leute mit leicht schmalem Horizont, daß D wie kein anderes Land als Exportnation von der EU profitiert. 80% der Exporte gehen zu unseren europäischen Clubpartnern und bescheren deutschen Unternehmen sehr gute Umsätze.

Folglich: Jeder Euro in die EU, auch als Nettozahler, war und ist gut investiert.

So auch hier bei Griechenland. 6 Mrd. Exportüberschuss (pro Jahr ) ist ein nettes Sümmchen. Da ist es nur weise und klug seitens der Regierung bzw mit der EU zusammen Beihilfen in Form von z.B. Bürgschaften zu leisten.

Natürlich muß Griechenland sich zuallervorderst auch selbst helfen und eine Sanierung der Wirtschaft vorantreiben. Nur eben, zugucken und nix tun, schadet uns am Ende selbst.

Das übersehen natürlich gerne die Leute, die nur den Wirtschaftsteil der Bildzeitung lesen.....:-)

Beitrag von elsa345 03.03.10 - 20:30 Uhr

>Ach, diese Diskussion haben wir doch schon so oft geführt: Deutschland als Zahlmeister der EU. Bla bla blubb tröööt.... <

Blablablubbtrööt.... D hat bisher 200Mrd in das EU Säckl eingezahlt. Allein GRE hat 100Mrd aus dem EU Säckl erhalten.

>Folglich: Jeder Euro in die EU, auch als Nettozahler, war und ist gut investiert. <

#rofl#rofl#rofl JA z.B. in den Skiurlaub von EU Beamtenkindern, aber nur von Beamten, die weniger als 6500€ netto haben.

>Leider übersehen diese Leute mit leicht schmalem Horizont, daß D wie kein anderes Land als Exportnation von der EU profitiert. 80% der Exporte gehen zu unseren europäischen Clubpartnern und bescheren deutschen Unternehmen sehr gute Umsätze.<

Ein Hoch auf die EU, sie und nur sie hat aus einem Volk von Bauern eine Exportgröße gemacht und auch nur die blöden Griechen kaufen uns unseren Schrott ab aus Solidarität. Andere würden deutsche Produkte gar nicht anfassen.

>Das übersehen natürlich gerne die Leute, die nur den Wirtschaftsteil der Bildzeitung lesen.....<

Die Bild hat einen Wirtschaftsteil? Da muß ich sie doch direkt mal kaufen. Danke für den Tip!

Deine Überheblichkeit ist ziemlich daneben.#contra




















































































Ach ja, vor der Union haben wir ja gar nichts produziert und von Exporten konnten wir nur träumen. Mensch Wahnsinn, was aus dem Bauernvolk seitdem geworden ist.

Beitrag von .doctor-avalanche. 04.03.10 - 09:34 Uhr

Dein populistisches und undifferenziertes Stammtischgeschwafel ist stellenweise unerträglich.

Eine Mischung aus nationalistischen Plattitüden der Vorkriegszeit mit dummdreister Stimmungsmache und einer wohl nicht zu übersehenden Phobie gegen alles, was ausserhalb deutscher Grenzen liegt.

Woher hast Du die Zahlen? Über welchen Zeitraum hat Griechenland 100 Mrd Euro bekommen? Weisst Du was eine Handelsbilanz ist? Und wenn ja, weisst Du, wie sich die für D entwickelt hat seit dem Beitritt Ds zum europäischen Wirtschaftsraums?

Ich empfehle Dir für den Anfang, damit Du erstmal als ernstzunehmender Diskussionspartner wahrgenommen werden willst:

http://de.wikipedia.org/wiki/Nettozahler
http://de.wikipedia.org/wiki/Handelsbilanz%C3%BCberschuss#Handelsbilanz.C3.BCberschuss_in_Deutschland

Alternativ die Homebase der Statistischen Bundesamtes sowie die des Auswärtigen Amtes.....

Beitrag von seelenspiegel 04.03.10 - 10:05 Uhr

Mhh....ich lese schon lange keine Bild mehr, aber früher war da kein "Wirtschaftsteil" zu finden ;-)

Zudem glaube ich nicht dass es etwas damit zu tun hat, dass Leute evtl einen schmalen Horizont haben wie Du so schön sagst, sondern dass den Leuten langsam nunmal das Verständnis fehlt, dass dauernd Gelder verteilt werden (sollen), wo man selbst den Gürtel Tag für Tag enger schnallen muss.

In Griechenland wird demonstriert, weil in näherer Zukunft Leistungen wegfallen die eh sehr überzogen waren. 13+14 Monatsgehalt......wo gibt es das bei uns noch?

Der FPA (Foros Prostithemenis Axias=Mehrwertsteuer) wird von 19 auf 21% angehoben, was durchaus Sinn macht, aber auch das ist vielen Helenen nicht recht, und anstatt den Arsch zu bewegen und anzupacken, wird lieber alles lahm gelegt und Parolen gebrüllt.

Auch die Forderungen im Zusammenhang mit Nazideutschland, und der überaus anschauliche Stinkefinger in den Griechischen Medien hilft nicht gerade dabei, das Verständnis für die Situation in einem Rahmen zu halten, der einer Kooperation förderlich wäre.

Ich sehe es halt immer noch "altmodisch": Wenn ich auf jemanden angewiesen bin und was von ihm will, trete ich ihm nicht erst mal vorab in die Fresse.

Im Rahmen der Wiederwahl wird Merkel natürlich dem Ganzen erst ablehnend gegenüber stehen, aber letztendlich wird der deutsche Michel doch wieder in die Tasche greifen dürfen.

Konkrete Zahlen zur Exportwirtschaft konnte ich nicht finden, aber ich weiss, das speziell Italien ähnliche Gewinne/Summen speziell mit Exporten nach Griechenland erwirtschaftet (lag etwa 1% unter dem von Deutschland)......seltsamerweise hört man dort nichts von irgendwelchen Subventionen, die AUSSERHALB der regulären EU Förderung geleistet werden sollen.

Und da wunderst Du Dich dass sie Volksseele köchelt?


Griechenland wird weder untergehen, noch werden dort Leute verhungern. Es stellt sich aber momentan einfach das Bild dar, dass die Griechen sich weigern wollen den Gürtel etwas enger zu stellen, sondern so weitermachen wollen wie bisher....und das geht nunmal nicht.

Ohne den Druck der EU wäre noch nicht mal das Sparpaket beschlossen worden (übrigens das dritte...ist ja nicht so, dass der Zusammenbruch von heute auf morgen kommt).

Zudem gibt es auch Theorien, dass ein nicht mehr ganz so starker Euro den Export nach Übersee wieder ankurbeln würde, so dass es gar nicht so sicher sei, dass ein Einbruch der Exportumsätze wirklich stattfinden würde, sondern nur eine Verlagerung.....was ich selbst übrigens als gar nicht soooo unlogisch ansehe.

Beitrag von .doctor-avalanche. 04.03.10 - 11:19 Uhr

"Zudem glaube ich nicht dass es etwas damit zu tun hat, dass Leute evtl einen schmalen Horizont haben wie Du so schön sagst, sondern dass den Leuten langsam nunmal das Verständnis fehlt, dass dauernd Gelder verteilt werden (sollen), wo man selbst den Gürtel Tag für Tag enger schnallen muss. "

Die Frage muß doch lauten, wie weit enger wäre der Gürtel zu schnallen, hätte man diese Gelder nicht ausgegeben.

Mir gefallen Rettungsaktionen, ob nun bei der HRE oder Griechenland, auch nicht sonderlich, v.a wenn sie aufgrund massiver Fehleinschätzungen/-leistungen einzelner zu begründen sind. Nur (!), bei genauerem Hinsehen stellt sich heraus, das eine Zahlleistung - und die EU wird den Griechen helfen - besser als das Alternativszenario ist.....

Und genau hier scheitern Menschen mit begrenztem Horizont, die hier nur ihre neuesten Stammtischerkenntnisse ausbreiten. Ob es dabei um Hartz4 oder Eu-Hilfen geht. Immer schwingt diese tumbe und tendeziöse Stimmungsmache mit, die v.a auch noch auf unwahren Erkenntnissen beruht.

"Ich sehe es halt immer noch "altmodisch": Wenn ich auf jemanden angewiesen bin und was von ihm will, trete ich ihm nicht erst mal vorab in die Fresse."

Hier muß man doch etwas differenzieren. Populistischer Boulevard ist auch in Greichenland an der Tagesordnung, wie hier auch. Ich glaube aber kaum, daß diese Haltung die mehrheit der Griechen repräsentiert.

"Und da wunderst Du Dich dass sie Volksseele köchelt? "

Nö. Aber ich gebe einen Dreck um die Volksseele wenn damit Hetze und Stimmungsmache gemeint ist.

"Konkrete Zahlen zur Exportwirtschaft konnte ich nicht finden, aber ich weiss, das speziell Italien ähnliche Gewinne/Summen speziell mit Exporten nach Griechenland erwirtschaftet (lag etwa 1% unter dem von Deutschland)......seltsamerweise hört man dort nichts von irgendwelchen Subventionen, die AUSSERHALB der regulären EU Förderung geleistet werden sollen. "

Erstens gibt es diese Stimmen aber zweitens darf man nicht vergessen, daß D von seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit stärker als Italien agiert. Deutschland ist mit einem verfügbaren Gesamteinkommen von 2.360.000 Millionen (Sprich 2,36 Billionen) Euro die absolute No 1 in Europa, weit vor Frankreich mit rund 1,9 Billionen Euro.
Italien kommt mit ca. 1,4 Billionen nur auf rund 60% der deutschen Einkommensfähigkeit.

Aber das ist alles Zahlenschnickschnack. Zuallervorderst gilt es ja auch, Solidarität für Mitglieder zu zeigen. Was im Übrigen gegenüber den sehr sensiblen Finanzmärkten wichtig ist.
Was der HWSinn (Beitrag weiter unten) da wieder von sich gibt, halte ich für brandgefährlich. Die Botschaft an andere leistungsschwache EU-Mitglieder wäre fatal: Kommt ihr in bestimmte Schwierigkeiten, fliegt ihr raus.

"Zudem gibt es auch Theorien, dass ein nicht mehr ganz so starker Euro den Export nach Übersee wieder ankurbeln würde, so dass es gar nicht so sicher sei, dass ein Einbruch der Exportumsätze wirklich stattfinden würde

Zugegeben, ein zu starker Euro macht deutsche Waren teurer. Aber, 80 % der deutschen Exporte gehen in EU-Länder und da gibt es kein Wechselkursrisiko resp. -schwankungen. Zweitens hat ein schwacher Euro auch eine Vertreuerung der Importe zur Folge, was wieder die Handelsbilanz negativ belastet.

(BTW: Vor der Finanzkrise hatten wir ebenfalls einen extrem straken Euro gegenüber dem Dollar. Dennoch haben sich deutsche Produkte hervorragend verkauft.)

"Ohne den Druck der EU wäre noch nicht mal das Sparpaket beschlossen worden"

Ich sage ja nicht, daß man das griechische Dolce Vita weiter hinnehmen soll (aber übrigens: 13. und 14. Monatsgehalt zahlen auch hier noch sehr viele Firmen). Es gibt einige EU-Länder, die noch einiges an ihren Hausarbeiten machen müssen. Aber auch hier: Deutschland hat als Nettozahler (und eine Menge Gelder fliessen in die Infrastruktur der Nehmerländer) immer letztlich Vorbereitungen dafür geleistet, daß deutsche Unternehmen ihr Produkte besser und leichter im europäischen Ausland absetzen konnten. Und davon profitiert Dein deutscher Michel ganz nett......Unter'm Strich weit mehr als er gibt.......

"Im Rahmen der Wiederwahl wird Merkel natürlich dem Ganzen erst ablehnend gegenüber stehen, aber letztendlich wird der deutsche Michel doch wieder in die Tasche greifen dürfen. "

Wenn sie klug ist, ja!

BTW: Es ist nach europäischem Recht gar nicht erlaubt, daß sich einzelne Länder seperat Kohle zuschieben. Die Einnahme und die Verteilung geht immer über Brüssel....


Beitrag von seelenspiegel 04.03.10 - 14:59 Uhr

Mit dem Einkommensabgleich ist das ja ganz nett, aber es ging in erster Linie ja nur um den reinen Export, und auch nur der, der Griechenland direkt betrifft, und da sehen die Zahlen und Statistiken ein klein wenig anders aus, aber das nur am Rande :-)

Mit der köchelnden Volks-Seele meinte ich auch nicht irgendwelche Stammtisch Dummschwätzer mit Schnaps im Kopf und Geist im Glas, sondern ganz normale Leute, die das ganze kritisch und unsicher verfolgen, sich Gedanken darüber machen, und versuchen zu verstehen.....und als solchen verstehe ich mich auch, da ich ganz sicher KEIN Fachmann dahingehend bin, mir aber versuche ein komplettes Bild darüber zu machen, und beide Seiten zu sehen....und mich auch darüber freue, wenn ich neue Ansichten entdecke, die mir logisch erscheinen und das Bild aufwerten und ergänzen.

<<<Die Botschaft an andere leistungsschwache EU-Mitglieder wäre fatal: Kommt ihr in bestimmte Schwierigkeiten, fliegt ihr raus. >>>

Mhh....das sehe ich anders.

Es geht nicht um eine kurzfristige überraschende Schwierigkeit, sondern um eine langfristig selbst verursachte, die durchaus absehbar war.

Die Botschaft soll nicht lauten "wenn ihr Hilfe braucht seht zu wo ihr sie bekommt" sondern "wir helfen Euch, aber wenn ihr Euch derart selten dämlich anstellt, könnt ihr nicht erwarten dass wir es komplett für euch ausbügeln, ihr müsst schon selbst auch was tun".

Wenn ich sämtliche Rücklagen aufgebraucht habe, weil ich sehr lange Zeit weit über meinen Verhältnissen gelebt habe, ist Hilfe durchaus angebracht damit ich wieder auf die Beine komme.

Nur: Wie oft wurde Griechenland schon geholfen? Sicher nicht nur ein- oder zweimal.

<<<Es ist nach europäischem Recht gar nicht erlaubt, daß sich einzelne Länder seperat Kohle zuschieben. Die Einnahme und die Verteilung geht immer über Brüssel.... >>>

Wie kommt es dann, dass Französische und Deutsche Banken bereits mit ca. 115-119 MILLIARDEN Dollar (nicht Euro) in griechische Verbindlichkeiten verstrickt sind?

Es gibt immer ein Hintertürchen wie Kredite abgewickelt werden können, besonders wenn Institutionen wie die Deutsche Bank selbst darin verstrickt sind. Was glaubst Du warum dem Oberboss der D-Bank momentan so der Allerwerteste auf Grundeis geht?

Sicher nicht wegen EU Geldern oder Subventionen. Da war die vorangegangene Bankenpleite aber nur ein warmer Luftzug im Vergleich zu dem Lagerfeuer jetzt.


Zur Liquidität der Helenen folgendes Zitat :

>>Das von der griechischen Regierung vergangenen Mittwoch präsentierte Sparpaket im Volumen von 6,5 Milliarden Dollar schürte an den Finanzmärkten Hoffungen auf ein finanzielles Überleben des hochverschuldeten Landes. Über Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen soll die Bezahlung einer im April und Mai fälligen 30 Milliarden Dollar schweren Verbindlichkeit ermöglicht werden<< (Börsenwelt.de)

Bis Mai ist es laut meinem Kalender nicht mehr allzu weit hin. Wenn bis dahin solche Summen aufgebracht werden können (man sieht es scheint zu gehen wenn man nur will), kann ich es als Laie nunmal nicht wirklich verstehen, warum noch mehr bezuschusst werden soll.


Was übersehe ich, bzw. wo bin ich gedanklich falsch abgebogen?

Beitrag von .doctor-avalanche. 04.03.10 - 15:54 Uhr

"Mit dem Einkommensabgleich ist das ja ganz nett, aber es ging in erster Linie ja nur um den reinen Export, und auch nur der, der Griechenland direkt betrifft, und da sehen die Zahlen und Statistiken ein klein wenig anders aus, aber das nur am Rande"

Moment, jetzt nicht zwei Sachen verquicken! Beim deutschen Gesamteinkommen ging es mir um die Leistungsfähigkeit Nettozahler vs. Nettonehmer und ob D mehr oder weniger als andeer EU-Staaten zur aktuellen Krise beistuern soll.....

Die Exportzahlen betreffen den direkten Vergleich GR <> D und hier reden wir natrülich über weit kleinere Hausnummern - die aber im Vergleich zu dem, was D am Ende beisteuern wird, doch wieder so aussehen, daß sich eine Hilfe zur Stabilsierung der lage auch unmittelbar für die Geschäfte deutscher Unternehmen mit GR lohnt.

"Die Botschaft soll nicht lauten "wenn ihr Hilfe braucht seht zu wo ihr sie bekommt" sondern "wir helfen Euch, aber wenn ihr Euch derart selten dämlich anstellt, könnt ihr nicht erwarten dass wir es komplett für euch ausbügeln, ihr müsst schon selbst auch was tun". "

Da bin ich doch auch völlig bei Dir. Habe ich an anderer Stelle auch so geschrieben.
Nur: Die Intention der TE war doch eine ganz andere: Jeder solle sich am besten um sich selbst kümmern und Geld "zu verschenken" haben wir keins......

So. Und diese Art von "Problemlösungsstrategie", zu dessen intellektueller Leistungsfähigkeit sich sogar mein 7-jähriger Sohn aufraffen könnte, ist mit zu 1. zu flach 2. zu blöde und 3. zu falsch.

">>Das von der griechischen Regierung vergangenen Mittwoch präsentierte Sparpaket im Volumen von 6,5 Milliarden Dollar schürte an den Finanzmärkten Hoffungen auf ein finanzielles Überleben des hochverschuldeten Landes. Über Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen soll die Bezahlung einer im April und Mai fälligen 30 Milliarden Dollar schweren Verbindlichkeit ermöglicht werden<< (Börsenwelt.de) "

Völlig korrekte Analyse. V.a weil bei GR die kurzfristigen Verbindlichkeiten so drücken. GB hat übrigens eine ähnliche hohe Verschuldung (+ einer Verschuldung von 170% (!!! > noch mehr als in den Staaten) des Jahresbruttoeinkommens der privaten Haushalte), hat aber das Glück das die durchschnittliche Kreditlaufzeit bzw. Rückzahlung der Kredite bei ca. 14 Jahren liegt.

Aber trotz der sicherlich hohen Schulden von GR und ja, sie müssen sich auch an den eigenen Haaren packen und etwas tun, was schmerzhaft genug wird), würde ich nicht von einer generellen Überschuldung sprechen, eher von einer Liquiditätskrise. Nicht, um zu relativieren aber um die Sinnhaftigkeit kurzfristiger Bürschaften zu rechfertigen. Und sei es nur, um GR von Rating Agenturen nicht (weiter) abzuwerten, daß somit Kredite noch teurer würden.

Übrigens ist die Schuld nicht bei den Griechen alleine zu suchen. Brüssel ist da eine ganze Zeitlang mit geschlossenen Augen rangegangen. So wie sie bei Portugal und anderen schwächelnden Kandidaten immer noch macht.

Dennoch, der jetzige Weg ist alternativlos. So wie schon bei den Banken. Schmerzlich, ärgerlich aber überwindbar.

Beitrag von elsa345 03.03.10 - 19:16 Uhr

Das genau dieses Geld aber auch schon auf Pump verteilt wurde, ist Dir wohl bewusst oder?

Wo soll das Deiner Meinung nach eigentlich hinführen? Ist Dir eigentlich klar, was es bedeutet, immer nur Geld der zukünftigen Generation auszugeben? Wir erleben doch die Folgen des "über die Verhältnisse gelebt haben" heute schon. Hätte unsere Elterngeneration ein wenig mehr gespart und mit Sinn und Verstand gewirtschaftet, hätten wir heute weniger Einschnitte hinzunehmen. Ich sehe es ähnlich wie bei Hilfen für kranke Unternehmen in D. Ich sah immer nur verschleppte Pleiten. Egal ob Herr Schröder Baufirmen oder Herr Seehofer Versandhäuser finanziell unterstützt hat, es kam schlußendlich zur Pleite. Griechenland sehe ich ähnlich, das System krankt und wenn die Union jetzt Geld reinsteckt, wird es versickern wie alles andere bisher auch. Sie müssen auf die Nase fallen um die Notwendigkeit einer grundlegenden Reform ihres Systems einzusehen. Was passiert denn mit der Union, wenn Griechenland keine Hilfe bekommt? Wo ist das Problem? Schlimmer soll es werden? Wer sagt das? Irgendwelche Gutachter oder Wirtschaftsweisen? Vielleicht die, die gesagt haben wir brauchen eine Abwrackprämie, oder die erklärt haben, die Wälder sterben, oder die vom absoluten Konjunktureinbruch in 2009 sprachen?

Ich glaube diesen Prognosen nicht mehr. Es ist nur das Totschlagargument für unsere Regierungen immer mehr Schulden zu machen und uns in Angst und Schrecken zu halten vor der absoluten Katastrophe und bei den meisten wirkt es hervorragend.

Beitrag von happy_mama2009 03.03.10 - 20:07 Uhr

Besser kann man es nicht schreiben. #pro

Beitrag von ostsonne 04.03.10 - 10:37 Uhr

"Genau daher, wo man auch Geld für die Bürgschaften von Banken hernahm "

Nämlich von UNS, dem kleinen Bürger, von seinen Steuergeldern.
Und genau DAS macht mich so wütend, denn haben wir als Staat nicht schon genug Schulden ? Warum müssen wir so einen Staat unterstützen ?

Beitrag von marion2 04.03.10 - 11:17 Uhr

Weil ein zusammengebrochener Staat ziemlich teuer wird. Noch teurer als wenn man ihm kurzfristig hilft um ihn langfristig zu sanieren.

Beitrag von ostsonne 04.03.10 - 15:40 Uhr

Aber warum müssen WIR dann her halten ? Warum macht Griechenland nicht ersteinmal selber was dagegen ? Die Menschen dort sehen überhaupt nicht ein, warum jetzt gespart werden muß und solange das nicht in den Köpfen der Menschen dort ist, können wir reinbuttern wie wir wollen. In 5 Jahren steht dann Griechenland wieder an der selben Stelle, weil sie das sparen nicht gelernt haben, sondern sich ja auf andere verlassen konnten.

Es geht einfach nicht in meinen Kopf, warum sich die Leute so derartig drüber aufregen, wenn Tabak und Spirituosen teurer werden.

Oder die Benzinpreise steigen....na und ? dann sollen die mal zu uns kommen und tanken !

Sie streiken, weil das Rentenalter hoch gesetzt wird, auf 63 Jahre...tja..auch da sag ich: Kommt zu uns, dann wißt ihr, wie gut es euch geht.

Sie streiken, weil Beamtengehälter gekürzt werden, weil dort keiner mehr in den Beamtendienst eingestellt werden soll, weil das 14 ( !! ) Monatsgehalt wegfallen soll.....

Nein, sorry....aber das geht über meinen Horizont !

Ich bin der Meinung, sie die sollen erstmal schön selber rudern !

ostsonne

Beitrag von marion2 04.03.10 - 18:21 Uhr

Sparen ist ja auch ganz falsch. Im Falle von Griechenland wäre dies Kaputtsparen was noch zu kitten wäre.

Da haben die Griechen schon Recht.

Unser Rentenalter ist lediglich eine versteckte Rentenkürzung.

Wenn die Griechen selber rudern, erzeugen sie einen Strudel - groß genug um uns mitzuziehen.

So einfach ist das ;-)

LG Marion

Beitrag von ostsonne 05.03.10 - 08:34 Uhr

"Wenn die Griechen selber rudern, erzeugen sie einen Strudel - groß genug um uns mitzuziehen"

Und deshalb dürfen die dann so weitermachen wie bisher, weil sie ja wissen, das Hilfe von außen kommt....
Wie hat meine Mama immer gesagt: "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr."

Will sagen, das die Griechen JETZT lernen müssen zu sparen, sonst wird das nie was.

Und das sie sich jetzt auch noch drüber empören, das sie Inseln verkaufen sollen, geht auch über mein Verständnis. Jeder Mensch, der Schulden hat, muß ersteinmal alles zu Geld machen, was geht, um seine Gläubiger zu bedienen......warum nicht auch jedes LAND ? Was haben sie dadurch zu verlieren ?

Hach, sorry.....aber da bekomm` ich nen dicken Hals bei diesem Thema ;-)

die ostsonne

Beitrag von strandnudel 03.03.10 - 23:00 Uhr

Ahoi!

Der feine Herr Sinn hat auch einen Vorschlag: Griechenland soll wieder austreten...

http://tinyurl.com/ydro7qr

Beitrag von timan.faya 03.03.10 - 16:22 Uhr

Die Dinge, die momentan und noch in Zukunft in Griechenland passieren, werden wir zeitversetzt auch bei uns und in ganz Europa erleben.

Da werden Dinge mit bei sein, die kann sich so mancher Urbianer nicht einmal mit ausgeprägter Fantasie vorstellen.

Beitrag von janavita 04.03.10 - 12:21 Uhr

Hi... also ich bin der Meinung, wenn Deutschland an Griechenland zahlen wird, da kann Deutschland auch wegen Armut bei anderen Anträge stellen... #hicks

Es gibt wirklich wichtigere "Baustellen" im eigenen Land - und es reicht wirklich mit "Großmütigkeit"... Es sind bereits Milliarden gesponsort worden, das Geld, was Deutschland nicht hat...

Woher soll bitte schön das Geld für Grichenland kommen? Wenn das Land nicht mal Geld für eigene Leute hat???

Also - Europa hier oder da - Gemeinschaft... #bla .. aber wer und wann hat den Deutschland was gegeben? Ich bin dagegen... Die Regierung soll zu sehen, wie sie aus eigener Schei*** rauskommt und dann anderen Hilfe anbieten..

Gruß´

Beitrag von .doctor-avalanche. 04.03.10 - 13:18 Uhr

"Es gibt wirklich wichtigere "Baustellen" im eigenen Land - und es reicht wirklich mit "Großmütigkeit"... "

Zum letzten Mal für die Tauben in der allerletzten Reihe!

Hier geht es nicht um Grossmütigkeit. Wie kommen Leute wie Du auf dieses schmale Brett?

Es geht darum, einem Land zu helfen, mit dem Deutschland wirtschaftlich mehr oder weniger eng verknüpft ist.

Wie sollen deutsche Unternehmen ihre Produkte nach Griechendland verkaufen, wenn das Land sich diese Produkte nicht (mehr) leisten kann?

Z.B. weil die aus der Euro-Zone fliegen und der Drachmen erstmal abgewertet wird.

Wie würden deutsche Unternehmen ihr Warenkreditrisiko absichern in Länder, die nicht (mehr) zu EU gehören? Richtig! Auch wieder über den Staat!

Wer glaubst Du eigentlich zahlt Warenkreditausfälle?

Diese deutsche Unternehmen sichern z.B. auch Dein Einkommen und Deinen Arbeitsplatz damit Du hier mit sonnigem Gemüt Nonsens verbreiten kannst. Und selbst wenn Du nicht arbeitest, dieses System sichert auch Arbeitsplätze von morgen......

Dieser ganze Murks-Thread ist nur wieder ein weiteres Beispiel für kurzsichtiges Denken und eine weitere (völlig überflüssige) Neiddebatte.

"Die Regierung soll zu sehen, wie sie aus eigener Schei*** rauskommt"

Genau! Scheiß was auf Griechenland, Scheiß was auf die europäische Union, Scheiß was auf Reise- und Arbeitsfreiheit, Scheiß was auf Zollfreiheit und Exportüberschüsse, Scheiß was politisches und kulturelles Zusammenwachsen.....am besten wieder Nationalstaatlichkeit wie im 19. Jahrhundert und wenn wem was nicht passt, gibt's eine auf's Maul.......

Mann mann mann, das Schlimme ist, das es von Blitzbirnen Deiner Sorte 'ne ganze Menge gibt........