Schwierigkeiten mit Elternteil im Kiga

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von danuska 03.03.10 - 14:22 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

ich bin Erzieherin in einem sehr kleinen Kindergarten.15 Kids haben wir im moment.Also sehr familiär.Wir sind ein privater kiga und die Eltern sitzen im Vorstand.

Diese Situation an sich find ich schon schwierig.Für beide Seiten.Ich denke neutrale Personen wären da besser.Aber nun ist es mal so.Und wir finden das auch toll,dass es so engagierte Eltern gibt :)

Nun haben wir aber eine Mama,wie sag ich es...Sie ist ein wenig überengagiert.Sie ist ebenfalls im Vorstand,da zuständig für die Finanzen.Das nimmt viel Zeit in Anspruch und sie macht das prima.

Bis letztes Jahr gab es eine andere LEitung,nun bin ich die leitende Erzieherin.Muss sicher noch viel lernen und mich grade aber auch ganz schön durchbeisen.

Die besagte Mama sagt uns sehr oft,was wir tun sollen,was geht und was (angeblich) nicht geht.Das geht dann soweit,dass meine Kollegen schon sehr verunsichert sind.Und da die Mama eine sehr barsche Art hat,frage ich zur Sicherheit die Vorstandsvorsitzende öfter nochmal was denn nun wirklich stimmt.( Da ich noch unsicher bin und nichts falsch machen will).

Nun gab es gestern 2 Vorkommnisse

.Erstmal hat sie sich eine Erzieherin eines anderen kigas ,welcher im selben HAus ist verlangt,um mit dieser etwas zu besprechen,was den anderen kiga gar nichts angeht.Die andere Erzieherin ist sehr freundlich,hat mit der MAma geredet,ihr aber mehrere Male gesagt,sie hat grad eigentlich gar keine Zeit.

Das hat mich schon sehr geärgert.Denn eigentlich ist das meine Aufgabe mich um die Dinge zu kümmern.Nicht die der Mama und sicher ist es nicht ihre Aufgabe nicht beteiligte anzurufen.

Ausserdem hat mir meine Kollegin gesagt,dass sie mit ihr geredet hat und wohl gesagt hat mit meiner >Vorgängerin war diies und das einfacher und sie sei genervt von der Arbeit die sie zu tun hat ,die kollegin soll das aber für sich behalten.
Ich finde,das geht gar nicht.Wenn es Probleme gibt,soll sie mit mir selbst reden und nicht hinter meinem Rücken mit meinen Kollegen und die dann auch in eine sehr unangenehme Situation bringen.

Das habe ich ihr gesagt.Sie alles bestritten und nur gemeint sie hat ein ganz schlechtes GEfühl nun.Und wenn sie das hat will sie ihre Tochter nicht in unserem Kindergarten lassen.( und dass sie jemanden gebraucht hat zum Reden,und das eben meine Kollegin war,und sie dann eben nun mit keinem mehr reden kann.)

Ich weiss nicht recht,wie mich nun verhalten.Ich kann verstehen,dass Eltern natürlich besorgt sind um ihre Kinder.Aber wie soll ich denn etwas klären,wenn mir dann gleich mit Abmeldung gedroht wird.

Das wurde nun doch sehr lange!!Also vielen Dank fürs Lesen!!!

Hat jemand einen Tipp? Von Erziehern oder Eltern vllt?
Liebe Grüße,danuska

Beitrag von ss120875 03.03.10 - 14:32 Uhr

Hallo,

ich würde sagen, du bist die Leitung und du hast auch das Sagen.

Wenn dir mit Abmeldung des Kindes gedroht wird, dann ist das eben so. Als Leiterin darfst du dich davon nicht beeindrucken lassen. Ansonsten kommen dir die andereren gleich drauf und nutzen das ebenfalls aus.

Sprich mit den anderen Vorstandsmitgliedern und dann geht zusammen auf die Dame zu, denn das geht nicht. Schließlich hat sich ja sowas wie eine "Schweigepflicht". Der würd ich sowas von den Marsch blasen!

LG Silke

Beitrag von h-m 03.03.10 - 14:46 Uhr

Ich war auch eine Zeitlang im Vorstand der Kita meiner Tochter (Elterninitiative). Aber es gab monatliche Vorstandssitzungen, bei der die Leitung auch anwesend war. Da konnte eigentlich alles geklärt werden, ohne dass immer noch mal nachgefragt werden musste.

Es kommt ganz drauf an, worum es geht. Der Vorstand ist vertritt den Kindergarten und hat schon auch der leitenden Erzieherin was zu sagen. Wenn es um finanzielle Dinge z.B. geht, also ob bestimmte Anschaffungen getätigt werden können oder halt nicht, entscheidet der Vorstand.

Ich finde es nicht gut, dass die Mutter mit der Erzieherin eines anderen Kindergartens Angelegenheiten Eures Kigas besprochen hat. Es kommt aber auch drauf an - hat sie ihr vertrauliche Interna weitergegeben? Oder wollte sie z.B. wegen eines Vorfalls mit ihrer Tochter die Meinung einer unbeteiligten Erzieherin hören?

Beitrag von danuska 03.03.10 - 16:07 Uhr

Erst mal euch beiden super lieben Dank für die Zeit,die ihr euch zum Lesen und Antworten genommen habt :)

Das Problem ist,dass wir eben wirklich so wenig Kinder haben,dass ich ganz dolle aufpassen muss,dass keine abspringt.Sonst sieht es ganz finster aus mit dem Geld.


Sie hat nicht eine MEinung einholen wollen,sondern der Person einen Auftrag übergeben.Die sollte sich um eine Angelegenheit unseren Kindergartens kümmern.Für mich total unverständich.Ich ruf doch auch nicht,wenn ich bei Karstadt einkaufe bei Kaufhof an und sag,ruft Karstadt jemanden,der denen den Parkplatz sauber macht.(So als Beispiel).

Wie würdet ihr als Eltern das den geklärt haben wollen?

Beitrag von emeliza 03.03.10 - 15:54 Uhr

Genau aus diesem Grund hätte ich meine Kinder nicht in einer Elterninitiative angemeldet. Sowas geht meistens schief.

Ich denken, Du mußt dich durchsetzen. Es muß einfach ganz klar (schriftlich) klar sein, wer welche Aufgaben und welche Befugnisse hat. Als Leiterin der Kita obliegt es auch Dir den Ablauf und alle Interna zu bestimmen. Die Eltern können Dir in ihrer Funktion als Träger natürlich gewisse Richtlinien vorgeben und haben auch ein Mitbestimmungsrecht wenn es um die Finanzen im Allgemeinen geht, aber das sollte es dann auch sein - leider ist es meistens nicht so. In Deinem eigenen Interesse solltest Du das klären und alles schriftlich festhalten. Wenn Du dich als Kiga-Leiterin herumschubsen läßt machst Du dich unglaubwürdig.

Ich weiß, dass sowas schwer sein kann, ich regel auch immer alles lieber im Guten und versuche es allen möglichst recht zu machen, aber genau dass kannst Du gar nicht. Es gibt 15 Kinder bei Euch mit insgesamt ca. 30 Elternteilen, dazu noch die Kolleginnen. Das sind so viele verschiedene Meinungen, die wirst Du nie unter einen Hut bekommen.

In unserem (kath.) Kiga gibt es nur die Möglichkeit 35 oder 45 Std. die Woche zu nehmen. Wir haben 35 Std., d.h. ich kann die Kinder ab 7 Uhr bringen und sie bleiben bis nach dem Essen um 14 Uhr dort. Wir haben eine Köchin, die frisch kocht. Nun gibt es aber auch Eltern, die nicht möchten, dass ihre Kinder dort essen. Also hat die Leitung ganz klar gesagt, entweder, die Kids essen dort oder man muß sie um 12 Uhr abholen und kann sie dann nochmal von 14-16 Uhr hinbringen (was keiner macht). Sie wollte einfach keine 2 Klassengesellschaft beim Essen. Gut, das kann dem ein oder anderen nun gefallen, oder auch nicht. Wem es nicht paßt, der kann sich ja einen Kiga suchen in dem es anders läuft. Ich finde es einfach nur wichtig, dass es klar formulierte Regelungen gibt an die sich jeder zu halten hat. Wenn irgend etwas in einem Kiga so gar nicht mit meinen Überzeugungen übereinstimmt, dann ist das halt nicht der richtige Kiga für mich - punkt.

Ich persönlich bin froh, dass ich weiß, dass meine Kids im Kiga gut versorgt sind und sich wohl fühlen. Ich helfe gerne, wenn Hilfe gebraut wird, werde mich aber sicher nicht aufdrängen. Leider erlebe ich das aber auch immer wieder bei einigen Supermüttern. Ich habe selbst eine Zeit in einem Kiga gearbeitet. Dort hat sich damals eine Mutter beschwert, dass ihre kleine süße Tochter Ärger bekommen hat, nur weil sie mit einem anderen Jugen zusammen das ganze Bad unter Wasser gesetzt hatte (hatten Handtücher in den Ablauf gestopft und die Hähne aufgedreht). Hallo? Natürlich gab es da Ärger. Die Erzieherin hat zu den beiden gesagt, sie sollen das aufwischen und danach in die andere Gruppe gehen, sie sei sehr enttäuscht von ihnen und wolle heute nicht mehr mit ihnen spielen. Ich bin da wahrscheinlich in meiner Meinung etwas veraltet, aber ich denke schon, dass Erzieherinnen zum erziehen ausgebildet wurden. Und solange da keine Grenzen überschritten werden, werde ich mich da auch nicht einmischen.

Man muß einfach jeden seinen Job machen lassen. Setz dich durch, sonst hast Du verloren.

LG Sandra

Beitrag von gismomo 03.03.10 - 16:39 Uhr

Hallo Danuska,

ich sag dir mal ganz offen, was ich denke. Ich bin Mutter eines Grundschülers und eines Kindergartenkindes und ich bin Lehrerin an einer weiterführenden Schule - habe also wirklich sowohl beruflich als auch privat eine Menge Erfahrungen sammeln können.

Die Art und Weise, wie du schreibst, legt den Schluss nahe, dass du eher der zurückhaltende Typ Mensch bist, der es am liebsten jedem Recht machen würde und der sich von andern schnell verunsichern lässt. Ich denke mal, ich kann das deshalb so gut erkennen, weil ich selber auch so bin.

Wenn du aber in einem Beruf arbeitest, der derart viel potentiellen Konfliktstoff bietet (wenn du an die Menge der Kinder bzw. Eltern denkst, die alle unterschiedliche Vorstellungen haben), musst du lernen, gut damit umzugehen.

Ich musste das lernen und ich hab mich schwer damit getan. Selbst heute noch bin ich eher jemand, der sich von anderen "niederreden" lässt - wenn jemand absolut von sich und seiner Meinung überzeugt ist, tue ich mich schwer dagegenzuhalten. Du kannst deine Art zwar nicht ändern, ABER du musst lernen, damit umzugehen, und zur Not musst du hinstehen und "schauspielern" und dich selbstbewusster geben als du bist. Und wenn du innerlich vor lauter Anstrengung Schweißausbrüche bekommst.

Du musst einfach von dir und deiner Meinung/Einstellung überzeugt sein. Lass dich da nicht von Eltern verunsichern. Du kannst und sollst Konflikten nicht aus dem Weg gehen und du sollst so neutral und sachlich wie möglich bleiben, nach Möglichkeit nicht emotional werden. Immer wieder auch die andere Partei daran erinnern, dass es um die Sache geht und man einen Weg finden will, den man gemeinsam gehen kann. Auf emotionale Angriffe nach Möglichkeit nicht eingehen.

DU bist die, die professionell zu sein hat! Das gehört zu deinem Beruf dazu. Wir Lehrer haben diese Themen leider relativ oft, auch wir sind am Anfang unseres Berufslebens ins "kalte Wasser " gestoßen worden (mein erstes Elterngespräch fing so an: Ich begrüßte die Mutter freundlich, lächelte sie an, und sie sagte als ersten Satz zu mir - ohne eine Miene zu verziehen -: "Sie sind aber noch jung." Tja. Leider bin ich nicht der Typ Mensch, dem dann spontan einfällt zu sagen: "Tut mir leid, dass ich so schnell mit meinem Studium fertig war und dann auch noch so gute Noten hatte, dass ich sofort anschließend daran eingestellt wurde." Oder was in der Art.)

Vermittle der Mutter gegenüber Selbstbewusstsein, auch wenn es nur gespielt ist. Lass dich durch die finanzielle Abhängigkeit nicht unter Druck setzen. Drohungen gibt es immer wieder. Ich tu mich auch schwer damit, aber wer sich davon einschüchtern lässt, kann kein guter Pädagoge sein. Was glaubst du, was ich bei Kollegen da alles schon an Anfeindungen von Eltern mitbekommen hab! Ganz übel - anstelle mit dem Kollegen zuerst ein Gespräch zu führen, haben die sich sofort ans Schulamt gewandt, mit einem bitterbösen Beschwerdebrief. Und es war eine sehr engagierte und wirklich faire Kollegin, die übelst angegriffen wurde - es gibt ja schon Kollegen,bei denen kann ich eher die Elternseite nachvollziehen als die Seite des Kollegen, aber in dem Fall war das wirklich nicht so.

Vielleicht kannst du ein Gespräch mit der Mutter führen und eine dritte, neutrale Seite mit dazunehmen? Eventuell jemand Neutrales aus der Elternschaft? Oder eine Kollegin? Oder, wenn sie schon mit Abmahnung droht, jemand vom Personalrat oder von der Gewerkschaft - habe keine Ahnung, wer da bei euch Erziehern zuständig ist, aber da wird es doch jemanden geben.

Ich bin von meiner Persönlichkeit jemand, der sehr gut mit den Eltern meiner Schüler auskommt. Weil ich nicht so rechthaberisch bin wie viele meiner Kollegen ;-) und immer versuche, die Position der Eltern zu verstehen und dann im Interesse des Kindes die bestmöglichste Lösung zu finden, die die Situation der Eltern/der Familie und die Anforderungen der Schule berücksichtigt.
Aber auch ich kann, wenn es sein muss, hinstehen und sagen (im übertragenen Sinn): "Bis hierher und nicht weiter." Das musst du lernen und entsprechend auftreten. Ich habe lange dafür gebraucht, einige Jahre. Also nicht aufgeben, wenns nicht gleich perfekt klappt, aber immer daran arbeiten und Fortschritte machen!

lg
K.

Beitrag von woodgo 03.03.10 - 16:54 Uhr

Na da mußt Du Dich aber wirklich langsam mal durchsetzen;-)

LG

Beitrag von danuska 03.03.10 - 17:16 Uhr

Vielen lieben Dank euch allen für eure Zeit zum Lesen und Antworten:) und dann noch so ausführlich.

Hab schon mal geantwortet,aber es scheint ich habs eher wieder gelöscht als abgeschickt:D

Also,die Mama wollte sich keine dritte Meinung einholen.Sie hat der Erzieherin des anderen Kigas gesagt sie soll sich um etwas kümmern womit der kiga nix zu tun hat.Sondern worum ich mich kümmern muss( habsch auch).

Ja,das is genauso.Ich bin mich meist am rechtfertigen und da ich auch noch ausseh wie 17 und nicht der selbstbewussteste Mensch bin,nehmen mich Menschen eben auch so wahr.

Es ist manchmal so so schwer zu wissen,was richtig ist und wo ich das recht habe auch mal deutlich zu sagen,das ist nicht ok.Naja das hab ich ja dann gemacht.Aber dann,wie ihr sagt,lass ich mich doch wieder niederreden und verunsichern.

Es ist recht schwer einfach,wenn die Person schlichtweg bestreitet,dass es so war.In Teilen das aber wieder zu gibt und der Rest ist einfach nur noch unlogisch.

ICh werd das mal mit dem schauspielern versuchen.

Ich meld mich,wenn es etwas neues gibt und wie es gelaufen ist.Ich danke euch für eure ehrlichen Worte!:)

Beitrag von .nefur. 03.03.10 - 20:03 Uhr

Hallo Danuska,

ich kann dir nur sagen, wie es in unserem Kindergarten ist. Es gehen dorthin über 100 Kinder. Genauso viele Erwachsene gehen zwei Mal täglich ein und aus. Unter denen gibt es immer ein paar, die es so, andere, die es so machen wolle.

Unsere Erzieherinnen sind für ein Gespräch immer bereit und hören sich Probleme an.

Ich bin immer sehr glücklich, wenn ich ein Problem angesprochen habe, da sie es verstehen, auf schlaue Art und Weise nicht auch noch emotional zu werden.

Höre der Frau einfach zu, nimm dir fünf Minuten Zeit und dann sind die Kinder wieder dran. Die Frau darf keine derartig große Rolle in deinem Leben spielen. Trage so etwas nicht mit. Rede mit einer Kollegin, sie werden das verstehen.

Wenn die Frau ungehobelt wird, antworte sachlich. Wenn es zu nichts führt, würde ich sagen, dass du das Gespräch einstellst und zu einer besseren Zeit vorführt. Beende den Schmarn und übernehme das Gespräch.

LG