Wie reagiert ihr auf hauen, Haare ziehen etc.?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von kess79 03.03.10 - 14:36 Uhr

Hallo,

Nachdem ich mich durch sämtliche Erziehungsratgeber und Artikel gelesen habe, muss ich nun doch mal hier nachfragen.

Meine Tochter (22 Monate) hat gerade eine extreme "Hauphase". Sie haut ständig ihren kleinen Bruder (4 Monate) auf den Kopf. Nehme ich sie von ihm weg, haut sie auch mich oder reisst mir an den Haaren.

Ich habe (glaube ich) schon verstanden, warum sie das tut. Es ist im Alltag auch eher so, dass das Baby "mitläuft" und sie viel Aufmerksamkeit bekommt. Vielleicht braucht sie gerade noch mehr.

Allerdings weiss ich trotzdem nicht wie darauf reagieren soll. Sie hat heute auch wieder ihrer Freundin richtig doll an den Haaren gezogen und auch nicht aufgehört nachdem ich sie mehrmals weg vom Spielen auf meinen Schoß genommen habe.

Lange Rede kurzer Sinn. Ich würde einfach gern mal wissen wie bei euch so die Praxis aussieht in diesen Situationen.

Liebe Grüße
Kerstin

Beitrag von agostea 03.03.10 - 15:07 Uhr

Aus der Situation rausnehmen.

Gruss
agostea

Beitrag von xxtanja18xx 03.03.10 - 17:16 Uhr

kann leider nicht aus erfahrung berichten, da keines meiner Kinder (heute 3jahre und 6jahre) jemals irgendjemanden ständig gehauen noch an den Haaren gezogen haben....oder gebissen gekratzt...so phasen hatten wir nie.

Aber ich denke, du solltest dein Kind aus der Situation rausnehmen und ihr sagen das man das nicht macht, vieleicht versteht sie es ja irgendwann...oder alleine in ein zimmer setzten für 2minuten oder so.

Beitrag von dodo0405 04.03.10 - 09:08 Uhr

Wenn sie ihren Bruder schlägt, weg nehmen, die beiden Händchen sanft, aber bestimmt festhalten, sich zu ihr runter beugen und sagen: "Ich möchte, dass du damit aufhörst..."

Vermeide Sätze wie "Das macht man nicht"; oder "nein", es sind Sätze und Wörter, die sagt man als Kleinkindmutter (und wohl auch danach noch) ohnehin schon am Tag gefühlte 100x, die wirken schnell überstrapaziert. Klare Ansagen, mit Gesten verknüpft, dazu immer sich auf Augenhöhe mit dem Kind begeben.

Ach ja, es wird dann wohl vorkommen dass sie sich auf den Boden wirft und protestiert. Das ist dann ganz normal, weil sie ja noch nicht weiß, wohin mit ihrer Wut. Wenn sie dich lässt, nimm sie in den Arm, wenn nicht, lass sie spinnen :-)

Beitrag von nane29 04.03.10 - 16:19 Uhr

Wenn das Hauen in einem Konflikt mit einem anderen Kind entsteht, finde ich auch ganz wichtig, ihr zu zeigen, wie sie das anders - ohne Hauen - hätte lösen können.

Auf Dauer bleibt davon was haften :-)

LG Jana

Beitrag von twins 04.03.10 - 18:07 Uhr

Hi,
es kommt vielleicht aufs Kind drauf an, welche Maßnahmen die Besten sind.

Das Kind von unserer Nachbarin hat 3 Jahre lang gebissen, ohne Grund, bis Blut gespritzt ist. Die Mutter auch immer aufgelöst, lieb geredet, zugeredet, aus dieser Situation genommen, etc. etc. und es hat nichts gebracht.

Unser Sohn hat es sich dann abgeschaut, nachdem er auch oftmals gebissen worden ist. Ich war auch am Anfang verständnissvoll, nett dahingeredet, etc. aber das hat ehrlich gesagt niemanden geholfen, seine Schwester hatte dann zum Schluss 5 Bißwunden am Rücken. Sorry, ich habe ihn echt die Meinung gesagt und das sicherlich nicht nett und ruhig sondern auch laut und herb.

Was soll ich sagen, er hat sofort aufgehört damit.

Grüße
Lisa

P.S. Achja, besorge Dir vom Doc eine Wundsalbe für Bißwunden, für die anderen Kinder! Bißwunden die Bluten sind sehr gefährlich, da im Mund sehr viele Bakterien sind!!!

Beitrag von grashopper73 05.03.10 - 22:10 Uhr

Hallo

Mein Sohn war auch so in dem Alter. Es ist anstrengend und man zweifelt an sich selbst. Aus der Situation rausnehmen, keine Aufmerksamkeit schenken (meiner hat dann noch immer jämmerlich geweint, weil er so im "Zeugs" war und nichts mehr verstanden hat), d.h. zuerst das Ofper trösten und dem Opfer Zuwendung schenken. Danach kannst Du dann mit der Kleinen reden und vielleicht auch Konsequenzen ziehen (vom Spielplatz gehen, etc.)
Kleiner Trost: Mein Sohn war so bis er sprechen konnte. Je besser er reden konnte, desto mehr hat das nachgelassen. Mein Glück war, dass er hier sehr früh dran war.

Ich wünsche Dir alles Gute & gutes Durchhalten!

Sandra