Ich mag nicht immer schimpfen...:-(

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von sanne24081 03.03.10 - 19:19 Uhr

Hallo ihr Lieben,

Lotte ist jetzt 20 Monate und stellt alles was ich sage in Frage und denkt gar nicht daran. Ich gehe voll arbeiten und ich freu mich immer auf den Nachmittag/Abend mit ihr-aber in letzter Zeit bin ich nur noch am schimpfen, weil sie überhaupt gar nicht mehr hört. So dann liegt sie im Bett nach ewigen Diskussionen. Dann sag ich ihr auch das ich sie lieb hab usw. aber dann zerfrisst mich mein schlechtes Gewissen. Geht es euch auch so? Manchmal denk ich irgendwann hat sie mich nicht mehr lieb, was natürlich Quatsch ist. Aber ich kann ihr doch auch nicht alles durchgehen lassen, dann ist sie ja um 23 Uhr noch nicht im Bett. Oder unser Wohnzimmer liegt dann in Schutt und Asche :-)
Hört diese Phase wieder auf???

Lg Sanne-die nicht mehr schimpfen mag

Beitrag von babylove05 03.03.10 - 19:40 Uhr

Hallo

Mir selber geht es nicht so , da ich noch nicht weider arbeiten gehe....

Aber ich kann dir von meiner Schwester berichten ....

Sie hat ihren Sohn mitten in der Ausbildung bekommen , ist dann nach 8 wochen gleich wieder arbeiten gegnagen um die Ausbildung fertig zumachen .... Auch sie hatte dann immer das gefühl das sie ja schon den ganzen Tag nicht da ist und dann eben nicht zu Konzeqent ist mit Ihrem Sohn ... leider bereut sie das heute sehr , da er ihr versucht bei jeder gelegenheit auf der Nase rum zutanzen ....

Mittlweile arbeitet sie nur noch halb tags, aber trotzdem ist er noch im "Schon" phase, da sein papa in der US Army ist ( wie mein sohn auch , aber ich fühl mich da nicht schuldig ) und sie eben sich schuldig fühlt und wieder sehr unkonzqent mit ihm in vielen dingen ist....

Seit ein paar Wochen ist bei ihr ein Schalter umgestellt worden , und sie hat feste Regeln eingefügt , an die er sich auch super hält... Ihr sohn ist jetz 3,5jahre

lg Martina

Beitrag von breeze86 03.03.10 - 20:06 Uhr

Ich kann mir nicht vorstellen, dass du den ganzen Nachmittag damit verbringst sie ständig zu schimpfen. Ich denke eher das du konsequentes Verhalten an den Tag legst und die aufgestellten Regeln durchsetzt. - das ist nicht schimpfen und sollte auch nicht negativ behaftet sein. ;-)

Wenn du wirklich den ganzen Nachmittag keifend und schreiend neben ihr herumläufst würd ich mir schon mal Gedanken machen, aber wie gesagt, dass kann ich mir nicht vorstellen.
Kinder brauchen feste Regeln und konsequente Erziehung. Wenn auf einmal alles anders ist als es am Vortag war kennen sie sich schlicht nicht mehr aus und wissen nicht wie sie sich verhalten sollen.

Ich kann dir nachfühlen wie du dich fühlst. Du willst in der Zeit in der du bei ihr bist eine möglichst schöne, stressfreie Zeit mit ihr erleben, immer happy sein, lachen und einen fröhlichen Tag haben, aber das geht nicht, denn dann wärst du nicht die Mama, sondern Oma/Tante/Freundin. Du hast einen Erziehungsauftrag an deinem Kind und den musst du auch erfüllen, da kanns nicht immer nur happy zugehen. ;-)
Sie hat dich sicher nicht mehr oder weniger lieb, nur weil du konsequent bist.

Ich habe Nico während der Studienzeit bekommen, war mit ihm wieder auf der Uni als er fast 4 Wochen alt war und habe dann mit ihm gemeinsam studiert bis er 6 Monate alt war. Dann war ich fertig. Seit November gehe ich wieder ab und an arbeiten (freiberuflich als Eislauflehrerin, kanns mir also einteilen) und ich wünsche mir auch, dass ich wenn ich heim komme nichts mit ihm machen muss, außer Spaß mit ihm zu haben, aber das hat längerfristig gesehen keinen Sinn. Ich muss dann auch schauen, dass er die Regeln einhält (nicht auf den heißen Herd greifen, nicht auf den Tisch klettern, nicht ins Katzenklo greifen usw) und komme mir auch oft vor als würde ich nichts anderes tun. #kratz

Eine Freundin von mir hat ihren Sohn recht jung bekommen, dann die Ausbildung angefangen und ist jetzt fertig. Sie hatte immer das Gefühl, dass sie ihren Sohn vernachlässigt, ihm nicht genug Liebe entgegenbringt, weil sie arbeiten ist und nicht so viel Zeit hat wie andere Mamis. Tja und sie hat ihm sehr viel durchgehen lassen, war oft inkonsequent, weil sie müde war oder einfach nur mit ihm lachen wollte. Jetzt hat sie einen 5 Jährigen, der tut und lässt was er will, absolut respektlos anderen Menschen und deren Habsehligkeiten gegenüber ist, ständig nach Aufmerkamkeit schreit (und ich meine wirklich ständig - wenn sie am WC ist, wenn sie telefoniert, wenn sie kocht, wenn sie mal 2 Sekunden nicht auf ihn schaut usw.) und bereut es, dass sie nicht konsequenter mit ihm war.

Also ich denke, dass ist eine Phase und die hört bei dir in ungefähr 16 Jahren und 4 Monaten wieder auf. - bei mir dauert sie noch ein bisschen länger! ;-)

Ich kann dir nur den Tipp geben - wenn du wirklich genug hast vom Schimpfen und du auch nur schimpfst, wenn es wirklich Notwendig ist und du hast gerade Zeit, dann lenk sie ab anstatt zu schimpfen und geh was mit ihr spielen - aber ich glaube, dass tust du ohnehin. ;-)

Glg, Breeze

Beitrag von elistra 03.03.10 - 20:41 Uhr

das kinder in dem alter alles zig mal ausprobieren ist völlig normal.

wenn sie also z.b. nicht an den wohnzimmerschrank soll, dann wird sie es trotzdem zigmal tun, einfach weil das die art ist wie kinder lernen.

sie brauchen diese wiederholungen um ihre welt zu verstehen. so bilden sie ihre regeln, wenn sie also 20 mal ein nein plus immer gleichbeidende reaktion bekommt, dann wird sie irgendwann eine regel daraus ableiten und verstehen, das sie das nicht soll. wenn sie aber von 20 versuchen, nur 15 mal ein nein bekommt plus reaktion und 2 mal gar nix passiert und 3 mal zwar ein nein kommt, aber nix weiter passiert. dann wird sie keine regel bilden können und es solange weiter probieren, bis sie es verstanden hat. das ist doch bei fast allem so, kinder lernen, das dinge immer herunter fallen, in dem sie sie immer wieder fallen lassen. das erscheint uns wie ein spiel, für das kind ist das eine ganz wichtige lernerfahrung. gibt man ihnen einen gasgefüllten luftballon sind sie völlig erstaunt das dieser nicht runterfällt.

die frage die man sich da als eltern stellen sollte ist, wieviele neins sind wirklich notwendig und vorallem umsetzbar mit immer gleichen reaktionen und wieviele könnte man vermeiden in dem man einfach die umgebung ändert.

wenn man z.b. einfach den inhalt der erreichbaren wohnzimmerschränke so umräumt, das sie ruhig daran darf, würde das schonmal eine menge neins vermeiden können. oder eben sich mit dem kind im kinderzimmer aufhalten, statt im wohnzimmer.