Rechtliche Frage zum Kiga! Kind wg. Bauarbeiten krank!

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von cassidy 03.03.10 - 21:07 Uhr

Hallo,

folgendes ist bei uns passiert: ein 15 Jahre alter Teppich wurde während der Betreuungszeit entfernt. Beim Bringen waren drei bzw. vier Erzieherinnen dabei und haben den Teppichkleber abgekratzt. Ich und eine andere Mutter haben dann der stellv. Leitung gesagt, das es nicht sein kann, das die Erzieherinnen nicht ihrer eigentlichen Arbeit nachgehen und die Kinder quasi alleine in den Gruppen sind. Sofort hat sie die Kolleginnen aufgefordert, die Arbeit sein zu lassen. Als wir unseren Sohn Mittags abgeholt haben, erzählte er, das er und andere Kinder beim Kleber kratzen geholfen haben. Eine Erzieherin hatte sie gefragt, ob sie Lust haben. Mein Mann hat Nachmittags mit der Leitung gesprochen und ihr gesagt, das es nicht sein kann, das solche Arbeiten in den Betreuungszeit erledigt werden.

Ein paar Tage später bekam unser Sohn einen starken Reizhusten. Wir haben schon daran gedacht, das es mit dem Teppich zusammen hängen könnte, aber da der Husten nach einigen Tagen verschwand, haben wir uns keine weiteren Gedanken gemacht.

Wiederum ein paar Tage später bekam unser Sohn mitten in der Nacht einen Krupp-Anfall ( so dachte ich zumindest; nach nem Rectodelt ging es ihm wieder besser). Sonntags ging es ihm einigermaßen. Es war klar, das er krank ist und so sind wir am Montag zum Kinderarzt. Es ging ihm da extrem schlecht und ich dachte echt, das wir ins KH müssen. Er bekam extrem schlecht Luft, der Oberkörper war richtig aufgebläht, da Lunge und Bronchien stark angeschwollen waren. Der Arzt stellte die Diagnose "Krupp-Asthma" in der Nacht und jetzt ein starkes Asthma. Als er die Bemerkung fallen lies, das er sich nicht vorstellen könne, warum unser Sohn das jetzt bekommen hat, habe ich ihm vom Kiga und den Vorkommnissen erzählt. Er hat die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen und war richtig fassungslos.
Die aufgewirbelten Kleberpartikel, Staub, Teppichfasern und Ähnliches können der Auslöser gewesen sein. Er ist fest davon überzeugt. Der Reizhusten war die erste Reaktion des Körpers die Fremdstoffe loszuwerden und das Ende war dann der Anfall.

Unser Sohn bekommt jetzt Rectodelt und Salbutamol. Morgen haben wir wieder Termin beim Arzt.Wir sind stinksauer auf den Kiga, zumal auch noch nicht klar ist, ob es zu Folgeschäden kommt.
Wir sind der Meinung, das man das dem Kiga nicht durchgehen lassen kann. Den Träger haben wir schon schriftlich informiert. Wir haben die Befürchtung, das zB der Teppich, welcher noch hinter dem Haus noch lagert, ganz schnell verschwinden wird, wenn der Träger den Kiga informiert.

Was können wir noch tun? Kann man sich noch an jemanden wenden? Was würdet ihr machen?

Vielen Dank fürs lesen und eure Antworten.

Liebe Grüße,

cassidy

Beitrag von booo 03.03.10 - 21:21 Uhr

Ich enke um überhaupt etwas machen zu können, braucht ihr ein Attest/Gutachten dass es definitiv von dem Teppich kommt-

Beitrag von mamavonyannick 03.03.10 - 21:23 Uhr

Hallo,

ich würde zu einem Anwalt gehen und mich über diesen an die Haftpflichtversicherung der Kita wenden. Ich hoffe, ihr habt diesbzgl. eine Rechtschutzversicherung?!

Ach wenn die Schäden noch nicht einschätzbar sind, würde ich die Ansprüche anmelden. Sicher ist sicher.
Ich denke nicht, dass die Kita das böswillig gemacht hat. Damit rechnet keiner. Dennoch hat euer Sohn einen evtl lebenslangen Schaden (wir hoffen nicht) und dafür ist die Kita haftbar zu machen.

vg und alles Gute, m.

Beitrag von eule1206 03.03.10 - 21:32 Uhr

Ach Du Schreck, dass ist ja echt heftig.
Wie sieht es denn bei den anderen Kindern aus, die mitgeholfen haben. Ist da auch ein Kind erkrankt.
Euer Kinderarzt sollte sich an die Berufsgenossenschaft wenden, die Kinder sind im KiGa ja dort versichert.
Ansonsten kann ich mich meiner Vorrednerin nur anschließen, ich würde auch einen Anwalt einschalten.
LG und gute Besserung für Deine Maus
Nicki

Beitrag von arienne41 03.03.10 - 23:16 Uhr

Hallo

Melde dein Kind sofort ab.
Der Rest ist ja schon gesagt.

LG

Beitrag von limetta 03.03.10 - 23:44 Uhr

Hi,
ich finde, der Arzt lehnt sich mit dieser Diagnose ziemlich weit zum Fenster raus #kratz

Dass der Reizhusten zum Ausstoßen der evtl. Fremdkörper erst ein paar Tage später auftritt, kommt mir doch komisch vor.

Davon ab, auch wenn es der Auslöser gewesen ist, sofern dein Sohn das einzige Kind mit diesen Symptomen ist, liegt dem vielleicht doch eine andere Vorbelastung zugrunde.

Lass das lieber nochmal richtig abklären.

Dem kleinen Bauarbeiter gut Besserung ;-)

Beitrag von cassidy 04.03.10 - 00:39 Uhr

Hi,

unser Kinderarzt ist Lungenfacharzt und war bis vor drei Jahren Chefarzt in unser Klinik (Kinderabteilung). Wir sind schon lange bei ihm, da unser Sohn eine obstruktive Bronchitis hat. Eine Lungenentzündung hatten wir letztes Jahr. Der Verdacht auf eine Antikörperschwäche hat sich Gott sei Dank letztes Jahr nicht bestätigt. Unser Kinderarzt ist sehr beliebt und als "Außenstehender" hat man kaum eine Chance auf einen Termin. (Es sei den, er macht Notdienst bzw. Vertretung). Er hat unteranderem den Herzfehler unser Tochter erkannt, das hat der vorherige Kinderarzt (oder die Ärzte in Vertretung; wie jeder weiß, Kinder werden mit Vorliebe an We krank) nicht gehört. Unser Kinderarzt weiß sehr genau, wann er an andere Spezialisten verweisen muss. So waren wir an der Uni-Klinik Kiel, beim Kardiologen oder beim HNO-Chirurg.

Und ja, die Reaktion kann durchaus erst ein paar Tage später auftreten. Die Bauarbeiten waren auf einem Do und der Husten hat deutlich am Sa/So begonnen, wobei er am Fr sich häufig räuspern musste. Während der Husten dann am Mi verschwand und sich dann mit voller Wucht in der Nacht von Sa auf So entladen hat, liegt daran, das die Bronchien Sekret gebildet haben um die Fremdkörper "auszuspülen". Dieses gelang nur nicht, da die Schleimhaut in Bronchien und Lunge angeschwollen sind.

Ich stelle die Diagnose und den Verdacht unseres Arztes nicht in Frage. (und ich bin weiß Gott keine Ärzte-Freund, frage lieber zweimal als immer gleich alles zu glauben)

Es geht mir ja nicht darum den Kiga fertig zu machen, aber ich bin sauer, das die Bauarbeiten während der Betreuungszeit geschehen sind und zweitens die Erzieherinnen nicht ihrer eigentlichen Arbeit nachgegangen sind. Das birgt schon genug Gefahren für die Gesundheit, aber das dann auch noch Kinder dabei helfen durften, finde ich ne Katastrophe. Zu mal es bekannt war das unser Sohn Probleme mit den Atemwegen hat und es noch ein weiteres Kind im Kiga gibt, das letztes Jahr fast verstorben wäre, da es einen Riss in der Lunge hatte. Es ist die Tochter meiner Freundin und die Kleine hat eine noch heftigere Krankheitsgeschichte. Die Kleine (5 Jahre) ist nen halben Kopf großer als meine Dreijährige und wiegt 12 Kilo. Ihre Krankheit hat sie so gebeutelt, das sie noch immer darunter leidet. Sicher sind das Einzelschicksale, aber die Gefahr besteht auch für alle anderen Kinder.

Liebe Grüße,

cassidy

Beitrag von gunillina 04.03.10 - 06:10 Uhr

Guten Morgen erstmal,

benötigt man denn den Teppich, um evtl. Ansprüche geltend zu machen? Dann würde ich einfach hingehen und ein Stück abschneiden, darüber aber auch den Kindergarten informieren.
Ich denke mal, da waren Unwissende am Werk, die sich ja sogar selbst gefährdet haben.
Kinder helfen gern bei Bauarbeiten, klar. Ich finde es auch nicht schlimm, wenn Erzieherinnen KEINE, auf den ersten Blick als pädagogisch erkenntliche Arbeit verrichten, wenn sie die Kinder mit einbeziehen.

Aber Teppichkleber entfernen ist eine Sache, die mit Atemschutzmaske und ganz klar OHNE Kinder durchgeführt werden muss. Ich meine, es gibt alte Materialien, die sind derart aggressiv und krankheitserregend, da kommt auch eine erwachsene, gesunde Lunge nicht mit zurecht...

Ich denke auch, dass ein Anwalt euch helfen kann, den guten Arzt an eurer Seite habt ihr ja zum Glück.
Und dass es hier nicht um Geld geht, ist sowieso klar.
So etwas darf einfach nicht passieren in einem Kindergarten.
Ebenso gut hätten sie die Kinder den frischen Kleber verstreichen lassen können (Lösungsmittel sind so etwas von schädlich....), das hätte ähnlichen Schaden, nur an anderer Stelle angerichtet.

Frag noch mal nach, ob andere Kinder ggfs. auch Beschwerden hatte, auch wenn sie evtl. geringerer Art waren!

Gute Besserung für euch!#liebdrueck

G

Beitrag von manavgat 04.03.10 - 10:04 Uhr

selbstverständlich geht es um Geld!


eventuell Rente,

Schmerzensgeld,

Arzt/Behandlungskosten

usw.

Gruß

Manavgat

Beitrag von gunillina 04.03.10 - 14:04 Uhr

so weit hab ich mal wieder nicht gedacht...
#hicks

Beitrag von manavgat 04.03.10 - 16:52 Uhr

macht nix...

LG

Manavgat

Beitrag von hanni2711 04.03.10 - 09:19 Uhr

Hallo

Ich bin selbst Anwältin - ich rate Dir zum Anwalt zu gehen. Der rät Euch dann alles andere auch mit dem Gutachten und dem Attest.

Alles Liebe und Gute Besserung

Hanni

Beitrag von nicole9981 04.03.10 - 09:33 Uhr

Hallo!

Das geht ja garnicht! Ich würde mein Kind da sofort abmelden. Die rechtliche Seite wurde ja schon geklärt (geh zum Anwalt).

Wenn ich sowas lese dann finde ich es ganz gut dass unser Kindergarten 2 Wochen Schließzeit hat im Sommer. Da werden dann solche Sachen erledigt.

Deinem Sohn wünsche ich gute Besserung!

LG Nicole

Beitrag von cassidy 04.03.10 - 11:37 Uhr

Hallo,

unser doch auch. Ich meine sogar drei Wochen. Gerade deswegen können wir es ja so gar nicht verstehen, warum es während der Kiga-Zeit gemacht worden ist.

Gruß, cassidy

Beitrag von lisasimpson 04.03.10 - 09:40 Uhr

hallo!

Auf jeden fall anwaltlichen rat einholen.
habt ihr vielleicht eine unfallversicehrung? diese dann ebenfalls einschalten.

lisasimpson

Beitrag von manavgat 04.03.10 - 10:02 Uhr

sichert sofort! den Teppich. Hinfahren, wichtig: eintüten (also mit Plastik umwickeln) und in Eurer Garage lagern. Es ist ein Beweismittel.

Der nächste Schritt wäre für mich der Gang zu einer Anwältin und/oder zu Ökotest, Verbraucherzentrale usw zwecks Vertretung und Unterstützung.

Es tut mir leid für Euren Sohn, schlimmstenfalls kann das zu einer lebenslangen Einschränkung führen und dann müsst ihr in der Lage sein für finanziellen Ausgleich zu sorgen.

Unbedingt müsst ihr das Eurer privaten Unfall!!!!versicherung melden.

Alles Gute

Manavgat