Panische Angst es ihm zu sagen

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von marynina 04.03.10 - 08:06 Uhr

Hallo ihr lieben,

ich bin schon viele Jahre hier bei Euch angemeldet, war jedoch meistens als lesendes Mitglied hier unterwegs. Heute wende ich mich an Euch, weil ich einRiesenproblem habe und nicht mehr weiter weiß.

Ich bin mit meinem Partner jetzt 7 Jahre zusammen. Getrunken hat er immer schon, aber in den ersten Jahren unserer Beziehung war es so, dass er seinen Job gemacht hat und auch in der Lage war sich mit um die Kinder zu kümmern.

In den letzten zwei Jahren hat sein Interesse an uns (3 Kinder) aber dermaßen abgenommen und seine Trinkerei (halbe Flasche Whiskey täglich über den Tag verteilt) dermaßen zugenommen, dass ich für mich entschieden habe, dass ich mich trennen muss. Mir geht es nicht mehr gut und für meine Kinder kann ich nicht mehr verantworten, dass sie ihren Papa nur noch im Bett mit nem Glas in der Hand und ner Fahne erleben. Die Kinder sind 5 J. 3J. und 7 Monate alt.

Dieser Schritt ist lange überfällig ich weiß.

Er trinkt im Moment so, dass er nicht aggressiv wird und trotzdem habe ich panische Angst ihm zu sagen, dass ich gehe, weil er dann wieder eine Diskussion anfangen wird und versuchen wird mich zu bekehren.

Da ich hier aber ohne Freunde und Familie bin, kann ich auch nicht erstmal für einige Tage das Haus verlassen ... und dann das Gespräch suchen.

Wir stehen beide beide im Mietvertrag für die Wohnung. Ich möchte aber mit den Kindern gehen und zurück in meine Heimat ziehen (500 km entfernt). Wir habe allerdings auch beide das Sorgerecht für die Kinder, was die ganze Sache noch schwieriger gestaltet.

Soll ich nun einfach eine Wohnung in der Heimat suchen und abhauen und hinter seinem Rücken mit der Vermieterin reden? Das fände ich irgendwie unfair ihm gegenüber. Auf der anderen Seite verhält er sich mir gegenüber seit Jahren unfair. Er geht arbeiten, hat allerdings seine Arbeitszeit im Dezember reduziert ... wahrscheinlich weil er aufgrund der Trinkerei nicht mehr voll arbeiten kann ... leider erkennt er sien Problem aber nicht. Ich kümmer mich um alles. Kinder, Wohnung, Finanzen, Einkäufe und und und... Er hat Insolvenz angemeldet im letzten Jahren, den Schreibkram habe ich gemacht. Seine Ex-Frau hat das Sorgerecht für die Kinder beantragt, seine Schreibkram mit den Anwälten habe ich gemacht. Und ich bin es leid seine Aufgaben zu übernehmen.

Ist es möglich erstmal weg zu ziehen und erst nach dem Umzug dem Jugendamt zu erklären, warum ich ohne seine Zustimmung mit den Kindern weg bin?

Sorry, ich bin im Moment ziemlich durcheinander. Auf der einen Seite erlebe ich gerade den Moment des Aufwachens, auf der anderen Seite habe ich nach 7 Jahren Beziehung auch ein bisschen Angst vor diesem Schritt. Es muss aber sein. Vielleicht könnt ihr mir ein wenig helfen mit Tipps o.ä.

Liebe Grüße
cribby

Beitrag von manavgat 04.03.10 - 08:52 Uhr

Soll ich nun einfach eine Wohnung in der Heimat suchen und abhauen und hinter seinem Rücken

Das war das erste, was ich nach den ersten paar Zeilen dachte!

Mach Dir den Streß nicht, mit einem alkoholkranken, aggressiven Mann zu diskutieren. Und tu das Deinen Kindern nicht an.

Schnapp Deinen Krempel und die Kinder, sobald Du eine Wohnung hast und geh.

Gruß

Manavgat

Beitrag von snoopy2709 04.03.10 - 09:16 Uhr

also ich würd auch die sachen packen und gehen, vorher musst du aber so einiges beachten nehme ich an, deswegen würde ich mich evtl bei ner familienberatungsstelle oder jugendamt erkundigen, wegen dem geteilten sorgerecht, nicht das er dir da ein strick draus drehen kannst wenn du einfach abhaust ohne das er was davon weiss, ausserdem müssen die kinder ja auch nen neuen kindergarten haben, das würde ich alles versuchen vorab schon zu klären wenn es dafür die möglichkeit gibt.

ich wünsche dir ganz viel kraft für die zukunft

Beitrag von manavgat 04.03.10 - 10:11 Uhr

das letzte! was ich hier tun würde, wäre vorab das Jugendamt zu informieren.

Gruß

Manavgat

Beitrag von tenea 04.03.10 - 23:37 Uhr

Hallo Cribby,

zu so einem Schritt gehört nun mal sehr viel Courage, vor der du dich wahrscheinlich selbst gerade erschrickst. Trotzdem gut, dass du diesen Weg gehen willst, gerade wenn Kinder im Spiel sind.

Wenn du fest entschlossen bist, aber andererseits Bedenken hast, dass er dich wieder "weichklopfen" könnte, würde ich alles vorab im Hintergrund organisieren: Die Wohnungssuche, Kindergartenanmeldung, Vorbereitung des Umzugs, usw., und ihn nach Abschluss in einem Gespräch vor vollendete Tatsachen stellen (vorausgesetzt er gehört zu den nicht aggressiven Exemplaren). Das gibt dir die Sicherheit, nicht wieder umkippen zu können und ihm die Gewissheit, dass es kein Zurück für dich gibt.

Ganz wichtig ist auch das persönliche Gespräch mit deinem jetzigen Vermieter, damit er dich aus dem Mietvertrag "entlässt", weil er jederzeit die gesamte Miete von dir fordern kann, sollte dein Mann nicht mehr zahlen.

Ich wünsche dir und deinen Kindern viel Kraft und alles Liebe!
Tenea

Beitrag von manavgat 05.03.10 - 07:46 Uhr

Achtung:

dieses letzte! Gespräch nur mit Beistand und im öffentlichen Raum und zwar so, dass sie danach ohne Verfolgung wegkommt.

Man sollte sich ehrlich fragen, ob es noch etwas zu sagen gibt, das man nicht durch Anwalt klären kann. Gerade bei Alkohol- und Drogenmißbrauch führen diese Gespräche ohnehin zu nichts.

Es kommt leider immer wieder vor, dass es zu einer Gewalttat (bis zum Mord) kommt, wenn der betreffende Mann nichts mehr zu verlieren hat.

Gruß

Manavgat

Beitrag von marynina 07.03.10 - 22:22 Uhr

So das Gespräch ist gelaufen. #wolke Puuh. Er sieht auch ein, dass die Beziehung vorbei ist. Aber dass sein Alkoholkonsum die Familie zerstört hat will er nicht begreifen, aber ich bin nun nicht mehr für ihn zuständig, sondern nur noch für meine drei #schrei#schrei#schrei

lg cribby