Leihmutterschaft, Indien und der Amtsschimmel

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Beitrag von purpur100 04.03.10 - 09:07 Uhr

ja und wie geht das jetzt weiter?
http://de.news.yahoo.com/34/20100303/twl-deutsche-familie-in-indien-kaempft-u-6ae0455.html

"....Der Deutsche Botschafter in Neu Delhi, Thomas Matussek, wollte zum Einzelfall nicht Stellung nehmen. Zur Leihmutterschaft generell sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa, in der Bundesrepublik sei sie verboten, «weil sie mit unseren Vorstellungen von Menschenwürde, wie sie im Grundgesetz verankert ist, nicht zu vereinbaren ist». Es gebe Fälle, «wo eine ganz tragische Situation dadurch entstanden ist, dass sich jemand über das Verbot hinweggesetzt hat und nun sind diese armen kleinen Kinder in der Welt»...."

Nun ja, das ist jetzt wohl ein genauso tragischer Fall.

Beitrag von marion2 04.03.10 - 09:44 Uhr

Hallo,

dass das Probleme gibt, hätten die Eltern wissen müssen. Viel Mitleid gibt es deswegen von mir nicht.

In solchen Fällen wäre es gut, wenn die Behörden sich zusammen setzen und entscheiden, wer die Kinder denn nun bekommt. Grundsätzlich sollten sie es den Eltern aber schwer machen.

Gruß Marion

Beitrag von willow19 04.03.10 - 11:16 Uhr

Weshalb sollten sie es den Eltern schwer machen, wenn in anderen Ländern eine Leihmutterschaft erlaubt ist?
Dass es zu Problemen kommen kann, ist klar, aber dass sich nun niemand zuständig fühlt und die Kinder staatenlos sind, ist schon sehr fragwürdig.

Liebe Grüße

Beitrag von marion2 04.03.10 - 11:21 Uhr

Sie haben versucht Gesetze zu umgehen und das kommt dabei raus.

Das ist wie: Vermögen in der Schweiz parken und "vergessen" in Deutschland Steuern zu zahlen. Steuern vergessen ist in der Schweiz legal.

Die Kinder leiden - so viel ist klar. Aber dennoch sollte man den Eltern ordentlich eins überbraten. Wenn man es ihnen einfach macht, gibt es nur unnötig Nachahmer, die sich auf diesen Fall berufen werden.

Gruß Marion

Beitrag von frieda05 04.03.10 - 12:30 Uhr

Im Hinblick darauf, daß ein "Deutscher Bundeskanzler" mit seiner 4ten Gattin in einem Alter, in welchem weder er noch sie hier in Deutschland ein Adoptivkind bekommen hätten, sich selbiges in Russland aufgrund freundschaftlicher Beziehungen zu dem dortigen Staatsoberhaupt aneignen...

ein Madonna, oder das werte Brangelina-Dua sich die Kinder zusammenensammeln wie es ihnen beliebt und dafür weltweit Bewunderung einheimsen....

nun... - da ist es natürlich völlig adäquat, diesem Elternpaar "eins überzubraten"

Das sich diese Menschen nicht an das eherne Deutsche Recht hielten ist klar (früher fuhr man schließlich für eine Abtreibung auch nach Holland)..., auch Repressalien sind vielleicht angebracht, doch für mich stellt sich hier die Frage nach der Verhältnissmässigkeit.

Das hier eine arme indische Frau "ausgenutz" wurde um für wildfremde Menschen Kinder in diese gruselige Welt zu setzen ist natürlich auch verwerflich....

genauso, wie bei Kick für 4,99 Euro (wenns hoch kommt) die handgeklöppelten Pullis für seine Brut zu erwerben, da diese nämlich von den armen indischen 2- jährigen hergestellt wurden.

Das Leben kann schon echt Scheiße sein......

GzG
Irmi

Beitrag von purpur100 04.03.10 - 12:39 Uhr

wolltest du wirklich mir das schreiben?

Beitrag von frieda05 04.03.10 - 15:58 Uhr

Ich wollte dies "zum thema" schreiben......

Beitrag von purpur100 04.03.10 - 16:04 Uhr

aaaaaaaso #freu

Beitrag von marion2 04.03.10 - 12:43 Uhr

"Im Hinblick darauf, daß ein "Deutscher Bundeskanzler" mit seiner 4ten Gattin in einem Alter, in welchem weder er noch sie hier in Deutschland ein Adoptivkind bekommen hätten, sich selbiges in Russland aufgrund freundschaftlicher Beziehungen zu dem dortigen Staatsoberhaupt aneignen... "

Dass es nicht ausreichend Kinder in Deutschland gibt, um sie auch an alte Menschen verteilen zu können, macht die Adoption im Alter des ehemaligen Kanzlers nicht illegal. Prinzipiell wäre diese auch in Deutschland möglich gewesen.

Dass Madonna und Brangelina weltweite Bewunderung einheimsein, halte ich für ein Gerücht.

Verhältnismäßig wäre, diese Findelkinder zur Adoption in Timbuktu frei zu geben.

Beitrag von frieda05 04.03.10 - 15:09 Uhr

"....können, macht die Adoption im Alter des ehemaligen Kanzlers nicht illegal. Prinzipiell wäre diese auch in Deutschland möglich gewesen...."

#aha

Prinzipiell ? #rofl... ist es durch aus möglich, daß ich z.B. meine Schwester, meine beste Freundin oder die drogensüchtige Prosituierte, sowie eine Hartz IV-Empfängerin bitte für mich ein Kind auszutragen - alles natürlich unter dem Mäntelchen des Schweigens, um dies Kind dann entweder als das Meine auszugeben oder es einfach nur anzunehmen und es diesem gut ergehen zu lassen....

Wenn es in Deutschland eines gibt, dann "Prinzipien" - `da hast Du natürlich wahr`.... - und auf diese sollten wir achten. Ungeachtet irgendwelcher Einzelfälle oder Individuallösungen. Wo kämen wir denn da hin... - das wäre ja.... - #kratz wie im tiefsten Indien #rofl...

Das geht so nicht.... - nein - ganz wirklich - soooo geht das nicht....

GzG
Irmi

Beitrag von marion2 04.03.10 - 21:00 Uhr

Ich sprach von legalen Möglichkeiten - aber wenn du so willst...

Prinzipiell wäre es auch möglich, dass dir ein armer kleiner Messerträger ein Messer zwischen die Rippen jagt. Dann könnte man prinzipiell auch eine Individuallösung anstreben und gar nichts tun, weil der arme kleine Messerträger eben gerade der Meinung war, dass das schon ginge, weil es so schön passte...das Messer in die Rippen.

Beitrag von smr 10.03.10 - 20:05 Uhr

""Im Hinblick darauf, daß ein "Deutscher Bundeskanzler" mit seiner 4ten Gattin in einem Alter, in welchem weder er noch sie hier in Deutschland ein Adoptivkind bekommen hätten, sich selbiges in Russland aufgrund freundschaftlicher Beziehungen zu dem dortigen Staatsoberhaupt aneignen""


Hach, endlich, endlich sagts mal einer.....danke!

auch in allem anderen, Zustimmung!
LG
Sandra

Beitrag von 3wichtel 04.03.10 - 16:15 Uhr

Die Eltern wussten, dass es in Deutschland nicht erlaubt ist.
Sie hätten sich also VOR der Schwangerschaft erkundigen müssen, wie man die Kinder dann trotzdem zu dt. Staatsbürgern macht.
Die dt. Gesetze gehen ganz klar davon aus, dass ein in Indien von einer Inderin geborenes Kind Inder ist (Leihmutterschaft sieht das dt. Gesetz ja gar nicht vor).
Die indischen Gesetze betrachten das Kind als deutsch, da komplett deutsche Gene.

So leid mir die Eltern auch tun, sie hätten die Verpflichtung gehabt, sich vorher zu informieren.
Und letztlich gibt es ja einen Ausweg! Sie können mit ihren Kindern in Indien leben!

Beitrag von purpur100 04.03.10 - 16:19 Uhr

"Und letztlich gibt es ja einen Ausweg! Sie können mit ihren Kindern in Indien leben! "

und von was leben sie dann?

Beitrag von 3wichtel 04.03.10 - 16:26 Uhr

Auch das hätten sie sich vorher überlegen müssen.
Das ist wie mit den jungen Mädels, die sich hier von einem Mann mit "unsicherem Aufenthaltsstatus" schwängern lassen und dann darüber weinen, dass die grosse Liebe abgeschoben wird und seit x Jahren den eigenen Nachwuchs nicht gesehen hat.
Ich habe dafür kein Verständnis: Wer hindert sie, zu ihrem Mann zu ziehen???

Ähnlich bei den Indien-Eltern: Sie wollten deutsche Gesetze umgehen, aber trotzdem nach dt. Recht auf dt. Grund und Boden leben. Pech gehabt. So läuft´s nun mal nicht.

Tragisch, aber absolut vorhersehbar.

Beitrag von purpur100 04.03.10 - 16:32 Uhr

ja...... und nu?

Irgendetwas muß sich ja tun.


mit der Bemerkung:
"Tragisch, aber absolut vorhersehbar. "

ändert sich ja nix an den momentanen Zuständen.

Nochmal meine Frage: Um in Indien zu leben, müßte man dann auch in Indien arbeiten und Geld verdienen. Is ja auch ganz easy? Oder? Was meinst du?

Beitrag von marion2 04.03.10 - 18:18 Uhr

Hallo,

in Indien kann man gut leben. Vorausgesetzt, man ist ausreichend qualifiziert.

Davon ist auszugehen, denn deutsche Geringqualifizierte hätten sich weder den Tripp noch die Leihmutter leisten können.

Gruß Marion

Beitrag von frieda05 04.03.10 - 17:01 Uhr

Der "Vater" lebt bereits seit der Geburt dieser Kinder , d.h. 2 jahre in Indien. Seine aufenthaltsgenehmigung läuft ab....

Es ist also durchaus legitim von deutschen Staatsbürgern und Steurzahlern zu erwarten, sowohl im Ausland adoptierte, sowie migrierte Kinder auf "deutschem" Boden "mitzufinanzieren", weil das Grundgesetz oder sonst etwas dies vorsieht? Diese 2 Kinder allerdings, da sie von einer Inderin zur Welt gebracht wurden und dies weder unseren Moralvorstellungen noch unserem Rechtsystem gerecht wird, sind stumpf staatenlos und damit ja schon garnicht unser Problem. Und... darüber hinaus sei ein Exempel statuiert, da die Eltern auch noch so dämlich waren, sich vorher nicht genau über Lücken und größere Maschen in unseren Gesetzestexten zu informieren...? Das könnte ja Schule machen.. #schock... - nahezu gruselig.

Ich mag mir die Massen der Urbia-Kinderwunsch-Frauen garnicht vorstellen, welche - sollte dies zur Zufriedenheit dieser kriminellen Eltern gelöst werden - nach Indien pilgern werden, um sich dort an den armen wehrlosen Frauen zu vergreifen und diese als Brutmaschinen zu missbrauchen..... - deswegen---- - - unfassbar.... #rofl

GzG
Irmi

Beitrag von parzifal 14.03.10 - 16:30 Uhr

"Sie können mit ihren Kindern in Indien leben! "

Geht das so einfach ohne Visum und Aufenthaltserlaubnis?

Darf ein Inder einfach in Deutschland leben nur weil er das will?

Beitrag von clazwi 04.03.10 - 18:51 Uhr

"Vielleicht hätten Sie vorher doch jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt..."....???:-p

"Scherz" beiseite - ich hoffe, dass zum Wohle der Kinder entschieden wird.

Moralisches Entsetzen über Leihmutterschaft hin oder her.

Thema "Ausnutzen der indischen Frauen":
ich habe ja sehr viel in der Auslandsadoptionsszene miterlebt und was teilweise in Indien passiert ist, war purer Menschenhandel und unter jeder Würde.

Da wurden Kinder von indischen Müttern in Kurzzeitpflege in ein Heim gegeben, die dann mal von den Heimen (die mit einer Adoptionsagentur zusammengearbeitet haben) mal eben zu "Waisenkindern" gemacht, in ein Auslandsadoptions"vermittlungsheim" transportiert und dann ins Ausland veradoptiert.

Das hat auch nicht mehr viel mit Würde zu tun.

Ich schreibe hier nicht vom "Hörensagen", denn "zufällig" hat das genau die Adoptionsvermittlungsstelle betroffen, über die wir damals völlig unbedarft in Afrika adoptiert haben und sich ein Jahr später herausgestellt hat, was da getrieben worden war.

Eine Leihmutterschaft -egal was man von ihr hält (persönlich lehne ich das zwar ab, aber gerade aufgrund meiner Erfahrungen mit Auslandsadoption bin ich hier die letzte, die den moralischen Zeigefinger erhebt!)- ist dann "wenigstens" eine klare Sache zwischen zwei "Vertragspartnern".

Wie gesagt: ich finde weder Leihmutterschaft gut, aber genausowenig, was teilweise in Indien in der Adoptionsszene passiert ist (http://www.adoptionsopfer.de).


Ich hoffe nur, dass die Kinder nicht irgendwo im Heim versauern müssen.

LG
Claudia

Beitrag von 3wichtel 05.03.10 - 19:12 Uhr

<<Ich schreibe hier nicht vom "Hörensagen", denn "zufällig" hat das genau die Adoptionsvermittlungsstelle betroffen, über die wir damals völlig unbedarft in Afrika adoptiert haben und sich ein Jahr später herausgestellt hat, was da getrieben worden war.<<

Und was habt ihr dann gemacht? Euer Kind zurückgegeben?

Beitrag von clazwi 05.03.10 - 23:59 Uhr

Danke für den Hinweis!

Mit "da getrieben" meinte ich Indien, nicht das Land, aus dem unsere Tochter kommt.

Dort wurden zwar auch entsetzliche Fehler seitens der Agentur gemacht, aber die konnten wir glücklicherweise hier gerichtlich und mit Unterstützung des Jugendamtes regeln.

Beitrag von herzensschoene 04.03.10 - 21:34 Uhr

wieso war der vater denn so blöd und hat in der botschaft gesagt, dass es eine leihmutterschaft war?

maren

Beitrag von oldma 04.03.10 - 23:27 Uhr

....... das war mein gedanke! da hätte es ganz sicher ganz andere möglichkeiten gegeben!!!