Unser Sohn spricht sehr schlecht - Tipps für zu Hause?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von laurinchen 04.03.10 - 12:51 Uhr

Hallo!
Unser Sohn ist im Februar 3 Jahre alt geworden (in die Kita geht er seit dem er 12 Monate alt ist.) Und bis auf wenige Worte spricht er nichts und diese auch undeutlich. Er plappert zwar, aber nicht verständlich. Nun bin ich schon seit über einen halben Jahr immer wieder beim Ohrenarzt (da ist alles i.O.) und beim Logopäden. Aber außer einen sprachtest hat dieser nix gemacht und mir erklärt, dass es noch nicht behandlungsbedürftig ist. Das hat er auch meiner Kinderaärztin mitgeteilt. Sie hat heute aber die U7a gemacht und mich dringend gebeten zum Logopäden zu gehen. Jetzt hab ich mir zwar schon eine neuen gesucht, aber der möchte erst wieder eine aktuelle Ohrenuntersuchung und das dauert mit dem Termin. Ich habe einfach Angst Zeit zu versäumen und dass es irgendwann zu spät ist.
Hat jemand ein paar Tpps wie ich ihn auch zu Hause zum deutlichen Sprechen motivieren kann.
Lieben Gruß
Bea

Beitrag von renchenffm 04.03.10 - 13:21 Uhr

Hi Bea, wir haben gerade das gleiche Problem, nur ist unser Lennard schon 4 Jahre alt. Waren gerade bei der U8 und wir fangen jetzt mit der Logopädin an.Die meinte vor dem 4 Lebensjahr bringt die Arbeit mit dem Logopäden wohl noch gar nichts....Wir haben ihm bisher immer das falsche gesagte Wort richtig vorgesagt aber es hat nicht wirklich viel gebracht.... Ich denke Jungs sind da sowieso "fauler".... Vielleicht braucht dein Leonard einfach ein bischen mehr zeit. Mach dir keinen Stress, unser Kinderarzt meinte er hätte bis zum 6.Lebensjahr Zeit völlig fehlerfrei zu sprechen.... :-)
Viele liebe Grüße
Verena

Beitrag von sandy_1 04.03.10 - 13:49 Uhr

Hallo,

also bei meinem Großen war es damals ähnlich. Mit 3 Jahren hat er kaum gesprochen, weil er einfach die Zeit davor die Sprache total vernachlässigt hat da er mit anderen Sachen Probleme hatte (lange Geschichte)). Auf jedenfall kam bei ihm noch dazu das er hypoton war, quasi eine zu schwache Muskelspannung. Was sich dann natrürlich auch auf die Sprache bzw. Muskelspannung im Gesicht zeigt.

Zu meinem Sohn.. Wir waren wirklich überall, mit 2,5Jahren extra in der Uniklinik das Gehör richtig testen lassen (Pädaudiologie) war aber alles ok, dannach haben wir ihn bei der Frühförderung vorgestellt. Mit dem Befund das er vom Sprachverständnis altersgerecht ist, aber er eben noch nicht einsieht zu sprechen. Wir haben dann warten sollen bis kurz vor 4Jahren, einfach damit er im Kiga ankommt und dort auch mit lernt. Dieses eine Jahr im Kiga hat ihm dann ernorm viel gebracht und wir haben dann etwa mit 4Jahren Logo angefangen, da er S, SCH, Tr und Dr nicht korrekt aussprechen konnte. Wir waren dann bis 6 Jahre immer wieder mit Rezepten bei der Logo, dann kam er mit 6Jahren in die VOrschule und hatte immer mal wieder das Problem mit dem S und SCH das er es falsch ausgesprochen hat, dazu kam das er wenn er z.b aufgeregt war angefangen hat zu stottern und dann hat auch gleich der Satzbau nicht mehr gestimmt. Gibt da zwar Fachbegriffe für, aber so ist es einfacher erklärt. Gut.. Wir waren dann nochmal zwischen 6 und 7 Jahren für 4 Rezepte bei der Logo und kurz bevor er in die Schule kam, war alles soweit ok. Man merkt nicht mehr das er mal mit der Sprache Probleme hatte.

Heute ist er in der 1.Klasse und ganz stolz drauf das er in der Klasse nicht in Förderunterricht muß.. Also quasi mal alles normal bei ihm läuft. Ich bin auch super stolz auf ihn, das er das doch so hin´bekommen hat. Klar, welche Mutter nicht. #schein Aber wenn man bedenkt, was wir alles dafür machen mußten, sind wir noch ein bißchen stolzer und bestätigt mich daran, das umso früher man mit Therapie usw. beginnt es auch besser ist.

Wir würden es immer wieder so machen, auch wenn wir von vielen belächelt worden sind, weil wir ihn schon mit 2,5-3Jahren zur Kontrolle geschleppt haben.. Den berühmten Satz.. " Das wird noch und kommt von alleine" kann ich mir inzwischen an die Wand tapezieren.. ;-)
Ich bin froh das wir immer am Ball geblieben sind und auch oftmals auf Kontrolle (Pädaudiologie usw.) gedrängt haben..
Selbst unser Kinderarzt hätte nie für möglich gehalten, das er sich so gut entwickelt und mal auf eine normale Grundschule gehen kann, nachdem was er eben alles hatte.

Naja das nur so nebenbei.. #schwitz ist ja recht lang geworden. sorry

Was ich aber sagen will. Umso früher, umso besser und wenn Du das Gefühl hast dann bleib am Ball und dränge unter anderem auf eine richtige Untersuchung und weitere Rezepte. Ein akuteller Test des Gehörs sollte nochmal sein, aber dann richtig, erkundige Dich da mal.

Als Tip für daheim, kann ich Dir nur geben das einfach die Mundmotorik/Muskulatur gestärkt wird.. Mit Trinkhalmen Wattebällchen pusten, mit der Zungenspitze kleingerissenes Esspapier aufheben und versuchen mit der Zunge umzudrehen usw.
Haben da damals von der Logopädin viele Sachen kopiert bekommen um daheim zu üben. Waren ja auch lange genug dort #rofl
Wenn es mir langt, schaue ich mal ob ich das noch finde und könnte es Dir kopieren, wenn möchtest. Die Übungen zu den einzelnen Anlauten, Muskelübungen usw.
Google mal nach speziellen Übungen.. findest sicher noch viel mehr.

Du solltest das richtige Wort, dennoch klar und richtig nochmal vorsprechen. Aber hängt auch von Deinem Kind ab, wie er auf das verbessern reagiert. Manche Kinder machen dann eben dicht und haben das Gefühl das sie eben gar nichts können und werden wütend, weil sie eben wissen das sie es so nicht können.

Lg, Sandra

Beitrag von sunflower.1976 04.03.10 - 14:39 Uhr

Hallo Bea!

Mein Sohn (wird im Juni 5) hat eine Sprachentwicklungsverzögerung (verbale Dyspraxie, Dysgrammatismus) und ist seit dem 3. Geburtstag in logopädischer Behandlung.
Mit 3 Jahren hat er ca. 30 Wörter (einigermaßen) richtig gesprochen und etliche "Lautmalerein".
Unser ehemaliger KIA und auch der HNO-Arzt haben uns nicht ernst genommen und uns auf 3,5 bzw. 4 Jahre verwiesen. Ein anderer HNO-Arzt hat uns dann zum Glück zur Pädaudiologie geschickt. Dort wurde festgestellt, dass eine logopädische Behandlung dringenst nötig ist. Anfangs wurde viel Mundmotorik, Wahrnehmung im Mundbereich usw. gemacht. Hätte die Therapie früher begonnen, wäre es besser gewesen... Mittlerweile kann er fast alle Buchstaben aussrechen (außer G, K, SCH) und einen Großteil der Buchstabenkombinationen. Aber trotzdem kann er viele Wörter nicht aussprechen und die Grammatik ist eine Katastrophe. Aber seit ein paar Monaten wird er auch von Fremden ein meistens einigermaßen verstanden.
Mein Sohn macht langsame Fortschritte, aber es ist bei seinem "Krankheitsbild" normal, dass es lange dauert. Soviel dazu...

Wichtig ist, dass Du Deinen Sohn Wörter nie (!) nachsprechen lässt bzw. ihn merkbar korrigierst.
Wörter, sie Dein Sohn nicht richtig spricht, kannst Du im nächsten Satz aufgreifen und richtig aussprechen (Corrective Feedback).
Beispiel:
Dein Sohn: "Mama, da Lata!"
Du: "Ja, da ist ein roter Laster!"
Sprich außerdem nicht in seinem Beisein mit Anderen über die Sprachprobleme. Er versteht alles und dann würde er das Gefühl bekommen, dass "etwas mit ihm nicht stimmt".

Richtig üben würde ich nicht. Das kann schnell nach hinten losgehen und Dein Sohn blockt völlig ab, wenn es um Sprache geht. Spielerisch kannst Du z.B.: Seifenblasen machen, viel mit dem Strohhalm trinken lassen, mit dem Strohhalm (auch sehr langen) Blasen pusten lassen, Pustespiele mit Wattebällchen, Fantasiegeräusche machen (auch wenn Dein Sohn nicht drauf anspringt), Reime, Lieder usw. (auch wenn sie ggf. nicht mehr altersgerecht sind).

Vielleicht hilft Dir das Buch weiter:
http://www.amazon.de/Heidelberger-Elterntraining-fr%C3%BChen-Sprachf%C3%B6rderung-Elsevier-Portal/dp/3437486403/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1267709702&sr=1-1 Das Buch ist eigentlich für Therapeuten, die das Elterntraining durchführen, aber man kann sich als Laie sehr viele Tipps holen.

Bist Du denn bei dem Logopäden wenigstens schon auf der Warteliste?

Falls Du noch FRagen hast, kannst Du Dich gerne melden!

LG Silvia

Beitrag von richardsmama 04.03.10 - 16:07 Uhr

Hallo,

ich habe mit unserem Sohn folgende Hefte durchgearbeitet. Jeden Tag 6 Aufgaben und nach 10 Wochen gab es keine nennenswerten Probleme. Der Kindergarten bestätigte, dass es wirklich besser geworden ist.

Schau mal hier:

http://www.amazon.de/Keiner-schlau-Förderprogramm-Kinder-Jahren/dp/3525790090

Die Hefte machen auch Spaß. Der Erfolg tat uns beiden auch richtig gut.

Liebe Grüße

Richardsmama

Beitrag von richardsmama 04.03.10 - 16:09 Uhr

http://www.amazon.de/Keiner-schlau-Förderprogramm-Kinder-Jahren/dp/3525790090

Beitrag von richardsmama 04.03.10 - 16:10 Uhr

Am besten den ganzen Link kopieren und oben in die Leiste einfügen.

Ansonsten google nach "Keiner ist so schlau, wie ich!"