Traurig weil Kind im Kindergarten unterfordert ist

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von zoe0212 04.03.10 - 12:53 Uhr

Hallo!
Unsere Tochter ist im Dez 5 geworden. Seit ich mich erinnern kann, ist sie Gleichaltrigen kognitiv weit voraus. Sie fing mit 10 Monaten an zu sprechen, mit 2 konnte sie schweizer Deutsch und Hochdeutsch perfekt trennen (wir sind vor 4 Jahren in die Schweiz ausgewandert). Vor 2 Jahren fing ihr Interesse für Buchstaben und Zahlen an. In der KiTa wurde uns immer gesagt, sie sei schon sehr weit, es wäre gut, wenn sie früher in den Kindergarten käme (Kindergarten ist hier ab 4 und eher eine Art Vorschule, also auch obligatorisch). Der Antrag wurde leider abgelehnt, da war sie 3 1/2. Jetzt geht sie endlich seit letzem Sommer in den Kindergarten. Schnell stellte sich heraus, dass sie nur mit den Grossen spielt und allen in ihrer Gruppe weit voraus ist. Hier muss man 2 Jahre in den Kindergarten gehen. Alle ihre neuen Freunde gehen im Sommer zur Schule, unser Antrag, dass sie auch gehen darf, wurde abgelehnt. Sie sei noch so klein und zierlich. Die Lehrerin musste eingestehen, dass unsere Tochter eigentlich schulreif wäre, fand aber genug Gründe dagegen. Wir können hier nicht mit entscheiden, ob unsere Tochter zur Schule gehen darf, das entscheidet die Schulbehörde. Jetzt kam raus, dass unsere Tochter das "Zugpferd" ist für die Kinder in ihrer Gruppe. Die Gruppe ist sehr klein, die Hälfte kann noch nicht richtig schweizer Deutsch oder Hochdeutsch. Unsere Tochter wird also dazu benutzt, dass die Gruppe stabil bleibt, dass das Gleichgewicht stimmt. Sie brauchen sie. Sie sagen, es wäre doch toll, dass sie dann ab Sommer mehr Verantwortung übernehmen kann und allen neuen Kleinen alles zeigen kann. Das finden wir gar nicht gut, denn sie hat 2 kleine Brüder, das kennt sie von zu Hause. Sie langweilt sich jetzt schon im Kindergarten. Wie soll das bloss nächstes Jahr werden, wenn alle Freunde weg sind? Klar müssen wir sie dann zu Hause fördern. Tun wir auch. Sie geht zum Sport und in die Musikschule. Aber ich kann mich nicht mit ihr hinsetzen und lesen und schreiben lernen, dann langweilt sie sich doch noch mehr, wenn sie endlich in die Schule kommt...
Bin bin echt ratlos und traurig. Sie ist teilweise richtig depresiv, sie weiss ja, dass im Sommer alle Freunde gehen...

Beitrag von bella-stella 04.03.10 - 13:18 Uhr

Hallo,

ich habe 2 Kinder einen Jungen 7 der in der Entwicklung ganz normal mit seinem Alter vorangeht und trotzdem seine Problem hat, und auch eine Tochter 9 Jahre.
Unser Mädchen ist auch so ein Frühmerker und ich hatte auch so meine Probleme sie früher in die Schule zu bekommen(dabei war sie nur 6 Tage über den Stichtag drüber) Aber wir konnten darauf bestehen. Falls es nicht geklappt hätte in der Schule, hätten wir sie ja wieder raus nehmen können da sie ja nocht nicht schulpflichtig war.

Sie war auch unterfordert und ich stand auch vor dem Problem, dass ich ihr ja nicht schreiben oder lesen beibringen konnte, da sie sich ja sonst noch mehr langweilen würde. Also hab ich ihren Wissensdurst in der Vorschulzeit auf andere Dinge gelenkt. Wir haben uns Projekte ausgedacht. Angefangen haben wir mit dem Regenwurm(man glaubt garnicht was es über dieses Tier alles zu wissen gibt). So ging das dann immer weiter.

-der Mensch
-das Weltall
-unser Museum
-Nahrungskette
-Natur

usw. Das lenkt natürlich vom ursprünglichen Problem ab, aber es lenkt auch das Kind ab. Ich konnte zwar nicht verhindern, dass sie anfängt zu lesen oder etwas zu schreiben aber das wollte ich auch gar nicht. Solange ein Kind nicht hochbegabt ist(und das ist unsere Tochter nicht) gibt es einige Möglichkeiten sich bis zum Schulbeginn über Wasser zu halten. Gegen öffentliche Einrichtungen und deren alteingefahrene Meinung kommt man oft nicht an. Für viele dort war Schema F, ist es und bleibt es wohl immer das non plus ultra.
Sdpäter in der Schule würde ich nach Förderklassen und Leistungs-AGs fragen.

Vieleicht hab ich dir helfen können.

lg bella-stella

Beitrag von anni-02 04.03.10 - 16:09 Uhr

Meine Tochter ist 4,5 J. und ist in etwa so weit entwickelt wie Deine Tochter. Sie hat sich seit letzten Sommer sowas von mega mäßig schnell so von der ganzen Reife entwickelt, wir staunen alle nur noch. Sie besitzt auch diese Leitfähigkeit in der Kita. Es wird aber gott sei dank nicht ausgenutzt.
Die Erzieher sind total begeistert, meinten auch schon, sie würde so manchem Vorschulkind schon was vormachen!
Sie langweilt sich leider jetzt auch unheimlich in der Kita.
Es gibt Tage, da will sie einfach nicht hin gehen. Sie selbst ist der vollen Überzeugung, das sie ja jetzt alles was man in der Kita lernen kann vollstens beherrscht.
Am liebsten will sie in die Schule!
Jeden Tag darf ich mir das Gejammer anhören, will nicht in den Kiga, will in die Schule...
Jetzt versuche ich ihr nebenher noch andere Dinge schmackhaft zu machen. Habe sie vor einigen Wochen zum Frühenglisch angemeldet, sie geht in die Musikschule,
macht Sport.
Wir haben noch 1,5 J. zu überbrücken, bis sie in die Schule kommt.
Glaube ich kann ziemlich rudern, damit sie andere Gedanken bekommt.
Lesen und schreiben werde ich soweit es möglich ist versuchen zu vermeiden ihr beizubringen, sonst langweilt sie sich später nur.
Macht viel Programm, was von der Schule ablenkt. Z.B. einen Schwimmkurs, reiten, Sport
Du kannst ihr auch viel über die Welt und Technik, Natur näher bringen.
Planetarium ist auch toll, bei uns gibt es Vorführungen schon für Kleine Kinder.
Viel raus in die Natur und mit Freunden spielen lassen.

Beitrag von baltrader 04.03.10 - 16:47 Uhr

Hm, also ganz ehrlich, meine Tochter konnte auch ein Jahr vor der Einschulung schon erste Texte lesen und alle Buchstaben schreiben (Klein- und Großbuchstaben), rechnen konnte sie auch bis 20 und in der Grundschule wurde mir schon mehrfach gesagt, ich hätte sie ja "fertig" abgegeben.
Es stand auch die Überlegung im Raum, ein Jahr eher in die Schule, auch weil die beste Freundin dann eingeschult wurde, aber davon hab ich abgesehen, weil sie auch so klein und zierlich ist. Auch nun, ein Jahr später ist sie immer noch die Kleinste in der Klasse.
Sie langweilt sich in der Schule nicht, da sie dort entsprechend gefördert wird, oder eben anderen Kinder, die noch nicht so weit sind helfen kann und das finde ich in Ordnung, das hat nichts mit "ausnutzen" zu tun.
Auch sie hat einen kleinen Bruder daheim...
Du mußt ja auch sehen, daß sie, bei früherer Einschulung auch ein Jahr eher auf dem Arbeitsmarkt ist, was je nach Schulabschluß für die Bewerbungen auch bestimmend ist (bei uns im Betrieb gibt es keine Einstellung unter 17 Jahren und Aussicht auf den Führerschein).
Ich will nun keinen angreifen, aber auch mal die andere Seite beleuchten...
Fördere Dein Kind privat und die anderen Kinder sieht sie doch ein Jahr später in der Schule wieder, wenn es richtige Freundschaften sind treffen die Kinder sie auch am Nachmittag zum Spielen, so war und ist es bei meiner Tochter und ihrer besten Freundin auch gegangen.

Lg,

Mimi

Beitrag von 3023 04.03.10 - 21:12 Uhr

Hallo,

ich war selbst so ein Kind. Ich bin hochbegabt (was aber "damals" niemand jemals getestet hat) und habe mich in der Grundschule gelangweilt. Daher sollte ich die 2. Klasse überspringen. Ich hatte schon einfrig (und völlig problemlos) vorgelernt als der Lehrer plötzlich doch einen Rückzieher machte aus den gleichen Gründen: für die Gruppe wäre ich unheimlich wichtig um Helferaufgaben zu übernehmen. Da kann er nicht auf mich verzichten und daher muss ich in der Klasse bleiben.

Erstmal war ich ziemlich enttäuscht aber offensichtlich ging die Schule weiter ;-) Ich war in der Schule nie "gefordert" und habe alles sehr mühelos geschafft - mein "Futter fürs Gehirn" bekam ich zunächst über meine Eltern und Angebote, die sie mir schafften (Geigenunterricht in der Grundschule...) und später habe ich mir über zahlreiche AGs und Beschäftigung mit den Naturwissenschaften "Spannung" organisiert.

Mein Abi ist 1,1, meine Schulzeit war weitgehend schön und ich bin glücklich und zufrieden und lebe immernoch :-p

Ich habe natürlich keine Ahnung was anders passiert wäre wenn...... aber: es war glaube ich völlig okay so!

Ein Problem sehe ich nur bei den Freunden aber auch da werden sich neue Freunde finden bzw. es handelt sich ja nur um ein Jahr - ich denke gerade da ist eure Unterstützung sehr wichtig, dass ihr das alles positiv vermittelt und vielleicht auch Wege schafft, dass der Kontakt zu den Freunden gut bestehen bleibt.

Grüße,
Sonja