Wutanfall bei 3 jährigen....wie soll ich mich dabei verhalten..

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von monika13 04.03.10 - 19:20 Uhr

Hallo,

ich hoffe jemand könnte mir ein Tipp geben....

Mein Sohn, hat heute schon wider einen Wutanfall, weil es nicht nach seiner Nase läufte.....

Er hat rumgeschriehen, wie am Spiess, hat mich an den Haaren gezogen und am Gesicht gekrazt....., weil ich ihm keine Aufmerksamkeit bei der Wut schenkte....

Wie soll man sich gerade bei dieser Situation verhalten, wo er gewalttätig ist....ich kann heulen....das kennt er nicht von uns!!!!!!!!!!!!!!!!

Max ist Sprachverzögert, kann nicht viel reden...vielleicht, aussert sich seine Wut so????....

Bitte um die Antworten.....
Monika

Beitrag von jindabyne 04.03.10 - 20:20 Uhr

Hallo Monika,

ich kenne das Verhalten von meiner Tochter, die auch sprachentwicklungsverzögert ist. Wenn sie früher frustriert war, weil keiner sie versteht, hat sie auch viel geschlagen. Im Moment haben wir das Problem zu Hause nur noch selten, weil ich sie jetzt gut genug verstehe und sie sich mir gegenüber meistens ausdrücken kann. Im Kindergarten gibt es aber gerade eine ähnliche Situation, weil die anderen Kinder oft nicht verstehen, was sie will. Da suchen wir noch eine Lösung.

Ich bin damals zu Hause dazu übergegangen, sie bei Wutanfällen für eine "Auszeit" in ihr Zimmer zu schicken, bis sie sich beruhigt hat. Erst danach haben wir nochmal versucht zu klären, was sie eigentlich möchte. Wenn sie schlägt oder rumschreit, so dass man gar nicht an sie herankommt, dann mache ich das heute noch. Inzwischen geht sie nach einer Aufforderung ohne weitere Diskussionen, vor einem Jahr musste ich sie noch schreiend und tretend in ihr Zimmer tragen. Und ja, ich habe mich dabei schlecht gefühlt, habe mir sogar Rat bei einem Kinderpsychotherapeuten geholt, ob das so vertretbar ist, und dieser meinte, das sei es. Es gibt manchmal keine andere Möglichkeit, die Spannung zu lösen. Wenn das Kind sich beruhigt hat, kann man nochmal in Ruhe versuchen zu klären, was denn los war.

Statt der Auszeit im eigenen Zimmer kann man dem Kind auch einen "stillen Stuhl" anbieten, auf den es sich in solchen Situationen setzen muss, oder andere Möglichkeiten, seinen Frust auszulassen, z.B. in ein Kissen boxen.

Dass er das Schlagen nicht von euch hat, ist denke ich jedem hier klar, sowas schauen sich Kinder (und zwar alle Kinder!!!) in der Regel von ihren Altersgenossen ab.

Lg Steffi

Beitrag von ninna68 05.03.10 - 08:53 Uhr

Hallo Monika,

herzlichen Glückwunsch! Dein Kind entwickelt sich. Unser Krankengymnast fragt immer mal nach, ob unsere Tochter auch ihre Mama schlägt. Dies sei bei "normalen" Zweijährigen ein ganz normaler Entwicklungsprozess.
Unsere Tochter kennt dies auch nicht von uns, aber irgendwie muss sie ja ihre Wut äußern gegenüber den großen mächtigen Erwachsenen, von denen man ja auch noch so abhängig ist.

Und wenn es das erste mal war, kannst du dich doch später ganz ruhig mit ihm hinsetzen und ihm sagen und zeigen, dass er dir weh getan hat und du fast geweint hättest.

Vielleicht zeigt es ja Wirkung? Du hast deinem Sohn doch auch bestimmt schon mal aus Versehen weh getan. Und dann kann er ggf. auch sagen oder zeigen, dass er dich "normalerweise" nicht verletzen möchte.

LG Ninna

Beitrag von hiphopaerschla 08.03.10 - 14:35 Uhr

Hi,

unser kleiner (2 3/4) ist auch sprachentwicklungsverzögert und dadurch ist die Kommunikation natürlich erheblich erschwert.
Er verletzt uns zwar in seiner Wut nicht, aber er selbst haut mit dem Kopf dann auf den Boden/Tisch/Stuhl/Straße was halt so da ist.

Durch eine Sozialpädagogin wurde uns gesagt:

An einen Ort bringen wo er sich nicht verletzen kann (blöd nur das es überall Wände und Böden gibt) und ignorieren. Nur nicht die Wut auf sich lenken - dann lebt er sie bei uns aus.
Das hat nur nicht funktioniert - er hat damit weitergemacht - ist auch nicht schön wenn er mit dem Kopf auf Schotter haut.

Wir sind dann dazu übergegangen ihm vor der Wutattacke ein lautes Stop entgegenzusetzen.
Das hat ihn dann erstmal aus der Reihe gebracht und er hat vergessen was er machen wollte.

Man muß aber sein Kind schon sehr gut beobachten um zu wissen das es jetzt sofort loslegt.
Aber bei uns hat es geholfen.
Wir leben seither mit weniger blauen Flecken am Kopf und mit sehr viel mehr Ruhe.

Da kann man viel vom Hundetraining abgucken (klingt blöd ich weiß) aber ein gezieltes Stop (unterstützt durch Handzeichen) kann Wunder wirken.

Aber manchmal muß es auch einfach sein.
Beim Metzger wenn man die lecken Sachen nicht sofort haben darf, beim Einkaufen am Süßigkeiten Regal - das gehört dann auch dazu und muß auch so sein.

Viel Glück weiterhin