Kaiserschnittwut der Ärzte

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Forum: Geburt & Wochenbett

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Beitrag von seikon 04.03.10 - 21:45 Uhr

Nabend,

also irgendwie bin ich grad echt ein wenig "wütend".
Kommt nur mir das so vor, oder wird immer öfter zu einem Kaiserschnitt geraten?

Meiner Schwägerin haben sie zum KS geraten, weil sie recht übergewichtig ist und der Arzt meinte eine normale Geburt würde sie zu sehr anstrengen.

Bei Zwillingsgeburten wird üblicherweise ein KS gemacht.

Bei BEL Geburten wird einem ein KS aufgezwungen. Abgesehen von einigen wenigen Krankenhäusern, die sich da an eine spontane Entbindung heran trauen.

Wenn die Mutter über 40 ist wird oft zum KS geraten.

Und jetzt lese ich hier, dass sogar bei einem Sternengucker direkt zum KS geraten wird.

Gibts denn überhaupt noch "normale" Entbindungen? Wenn der Trend so weiter geht, dann gibts in 10 Jahren wohl nur noch Kaiserschnitte, oder?

LG

Beitrag von tragemama 04.03.10 - 21:51 Uhr

Nö, aber in 100 ziemlich sicher - denn wenn man sich die Entwicklung anschaut, werden die Becken immer enger und die Kinder immer größer.

Andrea

Beitrag von tina279 05.03.10 - 09:01 Uhr

Das behaupten zumindest die Ärzte ;-)

Ob das eher unfähige Geburtshelfer sind oder wirklich so viele "Mißverhältnisse" mag mal offen sein....

viele Grüße
Tina

Beitrag von seikon 05.03.10 - 10:09 Uhr

Naja ich würde mich nie auf einen Ultraschall-Schätz-Schuss verlassen. Meiner Tante (nur 1,50 Meter groß) haben sie auch bescheinigt, dass ihr Becken viiiiiiel zu eng für eine normale Geburt wäre. Sie hat drei Kinder völlig komplikationslos spontan entbunden.

Wenn eine Indikation vorliegt (also sehr kleine Mutter und sehr großer Vater), dann würde ich das immer per MRT ausmessen lassen. Ansonsten kann sich der Arzt seinen empfohlenen KS sonst wo hin stecken.

Beitrag von widowwadman 04.03.10 - 22:33 Uhr

Bei ner stark uebergewichtigen Mutter kann ich mir schon vorstellen dass die ne normale Geburt Herz-Kreislauf-maessig nicht verpackt.

Bei ner Steisslage bestehen Risiken, und das Fachwissen wie das vaginal am besten entbunden wird ist mittlerweile verloren gegangen. Da ist ein KS durch einen erfahrenen Chirurgen sicherer, als eine vaginale Entbindung, bei der dem Fachpersonal die Erfahrung einfach nicht mehr da ist. Ich wollte da kein Uebungspatient sein. (Und ich haette viel zu viel Angst vor Nabelschnurvorfall)

Beim Sterngucker ist die Gefahr gegeben dass es nur mit Geburtszange weiter geht, und da wuerd ich persoenlich auch eher zum KS tendieren. Und schmerzhafter soll es auch sein.

Beitrag von seikon 05.03.10 - 10:17 Uhr

Naja eine stark übergewichtige Mutter kann es aber zumindest spontan versuchen. Es gibt PDA und sonstige Entspannungsmethoden, die die Geburt erleichtern. Und wenn sie merkt, dass sie es doch nicht schaffen sollte, dann ist immer noch genug Zeit um in Ruhe einen KS zu machen, ohne dass man gleich in Panik verfallen muss.

Die angeblichen Risiken einer Steißgeburt sind derart minimal höher. Die meisten Risiken werden durch sog. Fachleute verursacht, die sich zwar an die BEL Geburt heran trauen, aber dann bitte nur nach deren Regeln. Da MUSS die Frau dann mit PDA und Schnitt auf dem Rücken entbinden, damit der Arzt seinen tollen Griff anwenden kann. Dabei drückt sich aber das Kind selber die Nabelschnur ab.
Wird das Kind aufrecht im Vierfüßlerstand entbunden, dann entwickelt es sich selbst und es ist gar kein extra Eingriff durch einen Arzt nötig. Und da das Kind nicht auf seiner eigenen Nabelschnur liegt gibts auch mit der Versorgung des Kindes keine Probleme mehr.
Ich finde das erschreckend, dass dieses Wissen (und offenbar nur in Deutschland, denn in anderen Ländern sind BEL Spontangeburten gang und gebe) verloren geht. Ein echtes Armutszeugnis für die Ärzte. Meine Hebamme würde eine BEL spontan entbinden. Sie hat da auch keine Angst und entsprechend Erfahrung. Sie DARF es aber nicht, weil bei einer BEL ein Arzt die Geburt anleiten MUSS und der das nicht will. Ist doch total irrwitzig. Ne normale Schädellage darf die Hebi völlig in Eigenregie entbinden, ohne Arzt aber da darf sie dann plötzlich nichts mehr.
Die Ärzte sollten sich mal lieber wieder an die BEL Spontangeburt heran wagen und aufhören so einen Blödsinn vonwegen "viiiiiiiiel zu riskant" zu erzählen.

Und Sternengucker? Naja das Kind kann sich doch während der Geburt noch drehen. Es dreht sich doch ohnehin durch den Geburtskanal.

Beitrag von nisivogel2604 06.03.10 - 09:02 Uhr

Also mir hat noch keine Hebamme gesagt das sie eine BEL nicht entbinden darf. Gibt doch genug Frauen die BEL zu Hause entbinden, ohne Arzt.

LG

Beitrag von lieke 04.03.10 - 22:56 Uhr

Hmm. Das mit dem Übergewicht zumindest leuchtet mir nicht ein, denn bei starkem Übergewicht sind ja auch die Narkoserisiken höher und die Wundheilung macht öfter Probleme. Ganz zu schweigen von der Treffsicherheit bei PDA und SPA.
Was sagt sie denn selber dazu?

Beitrag von nutschie 05.03.10 - 08:56 Uhr

finde es etwas einseitig es auf die ärzte zu schieben...
viele ärzte haben heutzutage auch einfach angst verklagt zu werden...
es wird nämlich sehr oft wegen "nicht gemachtem kaiserschnitt " geklagt( wenn irgendwas unter der geburt schief geht) aber nie wegen "gemachtem kaiserschnitt".
also denke ich die "kläger", bzw. das rechtsystem sind genauso mitverantwortlich...
lg

Beitrag von tina279 05.03.10 - 09:04 Uhr

Sehr wichtiger und richtiger Punkt!

Wenn beim Kaiserschnitt was daneben läuft, war das halt das OP-Risiko und ob der wirklich nötig war, wird nicht mehr diskutiert.
Der Arzt hat hier die Sache eher unter Kontrolle und ob die Mutter oder das Kind Probleme hier später haben (kommt ja mal vor), ist für seine Statistik irrelevant...

viele Grüße
Tina

Beitrag von anyca 05.03.10 - 10:20 Uhr

Das denke ich auch ... fängt ja schon bei der Pränataldiagnostik an. 1000 Frauen umsonst in Panik zu versetzen, obwohl das Kind nachher gesund ist, wirft einem niemand vor, wenn ein gesundes Kind durch eine FWU stirbt ist es das Risiko der Frau, aber wehe ein Kind ist behindert und dem Arzt wird nachgewiesen, daß er nicht zur Fruchtwasseruntersuchung geraten hat o.ä.#kratz

Beitrag von yale 05.03.10 - 09:02 Uhr

Also selbst bei Übergewicht denke ich kann man eine Spontane Entbindung versuchen.

Aber BEL würde ich selbst wenn ein Arzt sagt das ginge nicht machen.

Schau dir mal eine Geburt aus BEL an,danach wirst auch du anders denken.
Zum anderen würde ich es allein der Risiken wegen nicht machen.
Was machste wenn das Kind hängen bleibt?

Aber das muss jeder für sich wissen.

Man muss ja nicht wenn kein wichtiger Grund vorliegt ein KS machen.

Ich für mein Teil hab genügend über Spontan geburten von meinem FA erfahren,und glaub mir der Mann hat erfahrung.

Ich wollte ich gern Spontan entbinden,nur leider werde ich das nun nicht mehr erfahren.

Alles gute euch allen.

Beitrag von runenhexe 05.03.10 - 09:14 Uhr

Viele wünschen sich ja auch einen KS. Ich persönlich steh ja nicht so auf OPs, dass ich das freiwillig haben müsste.

Es ist auch einfach für die Ärzte/Krankenhäuser einfacher, billiger und planbarer.

Der Gegentrend ist allerdings, dass wieder mehr in Hand der Hebammen liegt.

Man weiß nie, was kommt. Für mich wäre ein KS schon ein ziemlicher Alptraum.

Beitrag von 20carinchen04 05.03.10 - 10:00 Uhr

Huhu

Einer meiner Freundinnen wurde kurz nach ET auch zum KS geraten. Die Kleine hätte angeblich 56cm und was über 4000gr - KU 36cm. Schlussendlich kam sie mit 52cm, 3300gr und KU33cm.#augen
Mit einem KS nehmen die KHs mehr ein, es ist geplanter und man wird nicht mit der Geburt überrascht.

In dem KH hier wird einem auch unter 1,60m zu einem KS geraten. Zudem wird man grundsätzlich beim 1. Kind geschnitten.#zitter

Zum Thema Becken:
Wenn man die Pille schon sehr früh nimmt, entwickelt sich das Becken nicht mehr richtig weiter. Meine Hebi meinte dazu, dass man durch die Pille ein eher kindliches Becken behält.

Na ja, ich hatte eine Hausgeburt und mein Sohn kam problemlos zur Welt. Daher denke ich, dass einem im KH viel Mist erzählt wird. (Bin 1,58m. Am Tag der Geburt hatte ich 66kg. Mein Sohn kam mit 50cm, 3120gr und KU 34cm innerhalb 3 Stunden zur Welt. Bin weder gerissen, noch gab es "Platzmangel".)

Bin gespannt, ob der Trend noch lange so weitergeht. Wenn ich im Forum lese, sehe ich, dass auch immer mehr Frauen ins Geburtshaus gehen oder zu Hause entbinden.#pro Ich glaube, dass viele Frauen auch einen KS aus Angst vor den Schmerzen machen lassen.

Grüße

Beitrag von becca04 06.03.10 - 21:56 Uhr

Hallo,

also, die Gleichung "frühe Pilleneinnahme = 'kindliches' Becken" halte ich ja für Aberglauben (da hätte ich gerne eine wasserdichte Studie, die da Kausalität bescheinigt!).

Aufgrund eines PCO-Syndroms habe ich die Pille nur mit 2 kurzen Unterbrechungen von 16 bis 29 eingenommen. Mein Becken ist eher "weiblich" (...) und ich habe problemlos 2 Kinder mit 38 cm KU und 4340 bzw. 4500 g spontan entbunden!

Mein sehr zierliche Oma (1,55) hat meine Mutter mit 4000g spontan und schnell entbunden - o.k., die Pille gab es ja da noch nicht.

Also, auf solche Aussagen (und stammen sie auch von einer Hebamme) würde ich ohne wissenschaftliche Unterfütterung nichts geben.

Grüße,
Becca.

Beitrag von jennyjen1984 05.03.10 - 15:28 Uhr

Bei mir wurde nach 19 Std. Wehen leider eine Notsectio gemacht, mein Sohn währe niemals lebend auf die Welt gekommen, er hatte die Nabelschnur zweimal um den Hals, wie Hosenträger um beide Schulter und dann ging sie noch zwischen den Beinen hindurch...er war praktisch total verwickelt! Und das machte sein Herz nicht mehr mit, somit musste es schnell in den Op gehen.
Nun sitze ich auch da und denke, wie es wird wenn ich ein zweites Baby bekommen würde??? Ich habe Angst, das mir das mit der plötzlichen Notsectio und der Trennung vom Kind (mein Sohn wurde noch in ein anderes KH mit Säuglings ITS verlegt) nochmal passiert. Yannick hatte einen APGAR-Wert von 2. Leider sagen mir die Ärzte das man diesen Verlauf der NS nicht auf einem US erkennen kann...nunja, ich bin psychisch sehr belastet und überlege, ob ich beim nächsten nicht auch einen WKS machen lasse, da ich sowas nicht nochmal verkraften kann. Vielleicht heilt die Zeit auch die seelischen Wunden, aber es gibt auch Gründe für einen WKS. Zudem werde ich auch, wenn es denn mal soweit sein sollte, in einem KH mit ITS für Säuglinge entbinden.

Lieben Gruß,
Jenny

Beitrag von arienne41 05.03.10 - 22:43 Uhr

Hallo

Schon mal daran gedacht das die Sterberate extrem runter gegangen ist ?

Beitrag von nisivogel2604 06.03.10 - 09:05 Uhr

Schonmal daran gedacht das das Risiko beim Kaiserschnitt zu sterben ja viel höher ist als bei einer vaginalen Entbindung?

Beitrag von becca04 06.03.10 - 22:03 Uhr

Das liegt aber nicht an der hohen KS-Rate ("Es werden mehr Leben gerettet"), sondern an den besseren Bedingungen im Hinblick auf Hygiene, Ernährung und medizinischer Vorsorge!

Es gibt auch Studien, die eine höhere mütterliche Mortalität/Morbidität nach KS bescheinigen, vgl. ein Interview mit Prof. Welsch (http://www.viktoria11.de/artikel/Welsch.html)

Wie hat sich das Sectiorisiko in den vergangenen Jahren entwickelt?

In den ersten sechs Jahren unserer Erhebungen, von 1983 bis 1988, lag bei rund 82.000 Kaiserschnitten die Sectio-Mortalität bei 0,53 Promille und die Sectio Letaltät bei 0,23 Promille. Die Sectio-Letalität ist in der Folgezeit über 0,13 Promille im Zeitraum 1989 bis 1994 auf 0,04 Promille in den Jahren 1995 bis 2000 sehr stark zurückgegangen. Das bedeutet, dass zwischen 1995 und 2000 auf rund 25.000 durchgeführte Kaiserschnitte eine präoperativ gesunde Frau an Operations- oder Anästhesiekomplikationen der Sectio verstorben ist.
Zwischen 1995 und 2000 betrug die Letalität bei Vaginalgeburten 0,017 Promille, das entspricht einem Müttersterbefall einer präpartal gesunden Schwangeren auf rund 60.000 Vaginalgeburten. Aus diesen Zahlen errechnet sich für die Jahre 1995 bis 2000 ein um das 2,3 fache höheres Sterblichkeitsrisiko bei Sectio im Vergleich zur Vaginalgeburt. 1983 bis 1987 war dieses Risiko noch 7,0 fach, 1989 bis 1994 noch 5,5 fach höher gewesen.
Bei elektiver Sectio ereignete sich zwischen 1995 bis 2000 lediglich ein Sectio Letalitätsfall auf rund 60.000 primäre Kaiserschnitte. Auch wenn Einzelzahlen noch keine gesicherten Aussagen zulassen, so scheint zumindest ein Trend erkennbar, dass sich das mütterliche Sterblichkeitsrisiko bei präoperativ gesunden, risikofreien Schwangeren bei elektiver Sectio und Vaginalgeburt zunehmend annähern.
Diese Feststellung beinhaltet aber keine Stellungnahme meinerseits pro oder kontra einer immer großzügigeren Sectio Indikationsstellung bis hin zur Wunsch Sectio. Bei den genannten Daten geht es allein um eine möglichst realistische Darstellung der Sterblichkeitsrisiken unterschiedlicher Entbindungsverfahren, um nicht mehr, aber auch nicht weniger."

Bitte keine Pauschalisierungen.

Grüße,
Becca

Beitrag von susanne.greuel 09.03.10 - 11:04 Uhr

also ich würde nei eienen geplanten machen !!! aber wir haben hier auch ein kh da ist die rate sehr hoch vom ks her....der oberartzt macht das sehr gerne...klar bekommt ja auch merh geld dafür...sobald man da ein tag drüber ist bei geplatzer blase wird ks gemacht...deswegen werde ich da nei entbinden...

mein erstes habe ich weiter weg bekommen und lag noch 4 tage nach geplattzer blase bis er kam....die sagten bis 4 tage geht ohen probleme....wurde dann halt eingeleitete...

aber denke shcon das viele ärzte das öfter machen weil si ehalt merh geld bekommen dafür und eine ahnungslose frau kann man ja schnell überzeugen nicht war???

leider gibts ja aber auch imme rmehr mütter die geplnaten wollen wegen der angeblichen schmerzen....das man die aber nach ein ks meist merh hat wie bei ner noraklen geburtrt darüber denken wenige nach...