4-Jähriger superheikel - was tun?

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von dany2308 04.03.10 - 22:18 Uhr

Hallo ihr Lieben,

heute habe ich mal eine Frage für eine Bekannte.

Sie hat 2 Söhne, 2,5 und 4,5 Jahre, und während der Jüngere so gut wie alles isst, schafft meine Bekannte es nicht, den Älteren ausgewogen zu ernähren.

Obst? Bäh!
Gemüse? Bäh!
Salat? Bäh!
Kartoffeln und Reis? Bäh!
Brot? 1-2 Bissen, aber nur mit viel Erdnussbutter
Müsli? Bäh!
Käse? Bäh!
Wurst? Bäh!
Suppe? Bäh!
Auflauf? Bäh!
usw.
Er ist eines der wenigen Kinder, sie sich nicht mal mit Pizza, Pommes, Fischstäbchen oder Kartoffelpuffer locken lassen.

Was er leidenschaftlich gerne isst, sind Fruchtjoghurt und Nudeln OHNE Sauce (also man kann nicht mal etwas Gemüse in die Tomatensauce schmuggeln).

Getrunken wird nur, wenn's süß ist. Wasser hat er schon immer konsequent ausgespuckt, Saft trinkt er nur, wenn er süß genug ist (sobald die Mama es mit Schorle probiert, wird's wieder ausgespuckt, auch wenn sie's nur mit kleinen Mengen Wasser zum Verdünnen versucht). Am liebsten würde er noch Folgemilch trinken, die er seinem kleinen Bruder gerne mal weggetrunken hat. Der Kleine trinkt schon längst Wasser zum Durstlöschen und wenn Milch, dann normale Vollmilch, aber die Baby-Folgemilch muss noch für den Großen gekauft werden.

Meine Bekannte fragt alle Leute mit Kindern um Rat, aber ich weiß nicht, was ich ihr raten soll, denn die übliche Methode "die Eltern entscheiden, was und wann auf den Tisch kommt, die Kinder entscheiden, ob und wieviel sie davon essen" klappt bei dem Jungen nicht.
Wenn nichts auf den Tisch kommt, was ihm schmeckt, denn isst er NICHTS (das hat die Mutter mal fast 2 Tage lang durchgezogen), wenn er kein süßes Getränk bekommt, dann trinkt er NICHTS (das hält die Mutter längstens einen Tag durch, denn sie will ja nicht, dass er dehydriert).

Auch im Kiga isst er so gut wie nichts, lässt sich auch durch die Gruppensituation, also wenn er alle anderen Kinder essen sieht, nicht animieren.

Der Kleine ist sehr schmal, laut KiA im unteren Bereich des Normalgewichts, gerade noch so.

Ich dachte immer, kleine Kinder essen automatisch so viel, wie sie brauchen, wenn man sie lässt und ihnen eine gewisse Auswahl anbietet, aber bei diesem Kind scheint das nicht zu funktionieren.

Habt ihr eine Idee?

Liebe Grüße
Dany

Beitrag von steffix77 04.03.10 - 22:36 Uhr

Zum Thema SÜSS fällt mir ein, daß man sich sehr an Süßes bzw zu Süßes gewöhnen kann! Da würde ich den Zuckergehalt langsam schrittweise reduzieren. Z.B. den Saft in eine Kanne tun und etwas Wasser beimischen (So, daß es der Kleine nicht sieht!) Und dann alle paar Tage weiter verdünnen.

Zum Essen: Vielleicht den Kleinen beim Kochen bzw. der Zubereitung helfen lassen. Evtl Joghurt selber machen und mit frischem Obst(püree) mixen? Ein Kinderkochbuch gibt bestimmt weitere Anregungen.
Die Nudeln-ohne-Sauce-Phase hatten wir auch, obwohl Benni als Kleinkind alles gegessen hatte, das geht auch wieder vorbei! Irgendwann werden sie wieder neugierig aufs Essen.

Und ich würde auch keine Folgemilch mehr kaufen PUNKT.

Das wäre das, was mir spontan dazu einfällt...vielleicht hilft es Euch ein bißchen weiter!

LG Steffi

Beitrag von dany2308 04.03.10 - 23:04 Uhr

Hallo Steffi,

lieben Dank für deine Antwort.

Genauso würde ich's auch machen (und genauso hat's bei meiner Großen geklappt und ebenso bei dem jüngeren Sohn meiner Bekannten), aber besagtes Kind ist da absolut resistent.

Beispiel Schorle: ihr Jüngerer hat immer nur Schorle mit viel Wasser bekommen, dann immer mehr Wasser, jetzt trinkt er Wasser pur, nur ab und zu ein Glas Saft pur, aber nicht zum Durstlöschen. Beim Großen geht das nicht: wenn sie nur einen Schluck Wasser reinmischt, auch ohne dass er's sieht, trinkt er nichts.
Und die "Phase" mit den trockenen Nudeln dauert nun auch schon 3 Jahre...

Das mit dem Einbeziehen wollte ich mal versuchen, als sie bei mir zu Besuch waren. Ich habe zwar nicht gekocht, sondern nur Brotzeit gemacht, aber er durfte mir helfen, die Sachen aus dem Kühlschrank zu holen und schön herzurichten, er half mir einen Salat zu machen und Gemüsedeko aus Karotten, Gurken, Kohlrabi, Cocktailtomaten etc. zu machen (er suchte aus), deckte den Tisch mit mir, und als ich ihn dann fragte, was ich ihm denn nun auf den Teller geben sollte, sagte er "Nudeln" :-p

Selbst die ultimative Methode, in meine Tochter Obst reinzukriegen, wenn sie mal eine "obstfreie" Phase hatte, nämlich Schokoobst, versagt bei diesem Kind. Lieber verzichtet er auf die Schoki (die er daheim nicht bekommt, aber eigentlich gerne mag), als dass er eine Traube oder Erdbeere mitessen würde.

Na ja, vielleicht wird's ja noch mal besser, aber ich würde verweifeln, wenn ich die Mutter wäre...

Liebe Grüße
Dany

Beitrag von erstes-huhn 05.03.10 - 07:31 Uhr

Stimmt den der Rest? Ich meine klappt es sonst wirklich gut?? So ein Gesamtbild gibt manchmal gute Aufschlüsse über ein solches Verhalten.

Ansonsten denke ich auch - Bei den Säften langsam "rauschleichen", erst nur superwenig Wasser und das langsam steigern.

Gesund: Mein Sohn ist auch alles ohne Soße, aber: Gurkensalat mit einem Dressing aus Kondesmilch und Gemüsebrühe (also nicht gekochte, sondern die "trockene" Variante, aus dem Glas) anstatt Salz und Pfeffer, das geht und zwar in großen Mengen.

Beitrag von dany2308 05.03.10 - 09:42 Uhr

Gurkensalat mit Kondensmilch klingt lustig, das sollte sie mal ausprobieren, schließlich schmeckt ja Kondensmilch (für mich) so etwa wie Folgemilch...
#danke