Mein Sohn/Kommunion/Unsicherheit

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Beitrag von freckle06 05.03.10 - 08:04 Uhr

Hallo zusammen!

Doofe Überschrift, ich weiß - aber mir fiel im Moment nichts besseres ein...

Folgendes: Mein Sohn soll nächsten Monat zur Kommunion gehen, freut sich durch die ganzen Vorbereitungen (Gruppenstunden, Kerzen gestalten usw.) natürlich auch ein wenig auf dieses Ereignis.

Andererseits: Er wird natürlich auch (zur Zeit) jeden Tag durch die Medien darüber informiert, dass dort (katholischer "Verein") nicht immer alles "glatt lief"....

Daraus resultiert, dass er heute beim Frühstück sagte: "Mama, ich bin mir gar nicht mehr so sicher, ob ich die hl. Kommunion überhaupt empfangen möchte...."
Ich bin mir sicher, das richtig interpretiert zu haben, also er hat keine Angst vor sexuellen Übergriffen sondern ist tatsächlich so schockiert über diese Missbrauchsvorwürfe, dass das nun einen negativen Schatten über die Kirche (die Leute...?) wirft und er einfach nicht mehr weiß, was und ob er gauben soll.

Was also tun? Näher drauf eingehen? Noch mal mit ihm reden oder warten, dass er von sich aus das Thema anspricht?? Sicherlich bin ich nicht begeistert (wer ist das schon...?!? :-[ ), was man zur Zeit alles hört - aber man kann natürlich (!) auch nicht alle Katholiken über einen Kamm scheren...

Wenn mein Sohn sich also nun wünschen würde, nicht an der hl. Kommunion "teilzunehmen" - soll ich darauf eingehen? Würdet ihr das? Wäre sicherlich das "Highlight" in unserem kleinen Örtchen (noch dazu bin ich Gruppenmutter), aber wenn er wirklich nicht mehr möchte? Ich tendiere dazu, IHM die Entscheidung zu überlassen.... Mir wäre dann natürlich egal, was "die Leute" sagen. Lasse redn.... ;-)

Danke schon mal für eure Meinungen!

Gruß

M.

Beitrag von frauke131 05.03.10 - 08:34 Uhr

Dein Sohn zeigt, dass er sich mehr Gedanken macht, als viele Erwachsene! Wenn er in dem Verein nicht mehr mitmachen will, solltest Du das respektieren, zumal es nicht bedeutet, dass er nicht an Gott glaubt.

Leider sind Missbrauchsvälle in der kath. Kirche keine Einzelfälle und ich finde es merkwürdig, dass viele noch immer dahinterstehen und nicht hinterfragen, wie "Gott" das zulassen konnte!
Auch wenn man nicht alle Katholiken über einen Kamm scheren kann, muss es Konsequenzen geben!

Und statt sich darüber Gedanken zu machen, was die Leute sagen, sollte man sich fragen, ob es nicht an der zeit ist, selbst klare Zeichen zu setzen.

Beitrag von freckle06 05.03.10 - 09:01 Uhr

Hallo Frauke!

Danke für deine Antwort!
Ja, mein Sohn denkt wirklich weiter als manch Erwachsener - ich bin zwar nicht der Typ Mutter, der ihm "erwachsene Meinungen/Angelegenheiten" bis ins kleinste Detail erläutert ("unbeschwerte Kindheit" sollte doch ein Stück weit erhalten bleiben ;-) ) - aber er hinterfragt eben auch sehr viel und was er wissen möchte, das darf er (teilweise in "sanfterer" Form) auch erfahren.
Natürlich würde ich ihn auch nicht zwingen, an der Kommunion teilzunehmen - ich frage mich nur gerade, ob er später nicht vielleicht "drunter leiden" würde.... Unser Pfarrer unterrichtet Religion an seiner Schule. Könnte ein (dieser) Pfarrer solch eine Entscheidung eines Kindes akzeptieren/tolerieren?
Sollte ich lieber sagen: "Augen zu und durch"? Sicherlich ist es nicht so, dass er von heute auf morgen seinen Glauben verloren hat - aber ich merke, er zweifelt.
Ich habe schon seit ein paar Jahren eine sehr zwiespältige Meinung, hatte mich damals aber dennoch entschieden, meinen Sohn und meine Tochter taufen zu lassen: Weil das hier "halt so ist"..... (Sehr katholische Gegend....) Auch nicht richtig, wenn man selbst nicht zu 100% überzeugt ist - aber ich stand damals echt unter "Zugzwang".
Darum habe ich mich bei meinem letzten Sohn auch gegen die Taufe entschieden und möchte ihm diese Entscheidung später selbst überlassen.
(Jetzt habe ich aber weit ausgeholt... #hicks )
Ich würde echt gern Konsequenzen ziehen - bin aber auch unsicher, ob mein Sohn später nicht darunter "leiden" muss. :-( Ob er die dann die Kraft hat, zu dieser (auch seiner) Entscheidung zu stehen? Kann er verstehen, was auf ihn zukommen KÖNNTE?
Gar nicht so einfach.... #schmoll

Gruß

M.

Beitrag von frauke131 05.03.10 - 09:16 Uhr

Ob Dein Sohn später daruner leidet, kann ich Dir nicht sagen. Ich wohne in einer Gegend, in der die meisten konfessionslos sind!

Wie gesagt, selbst ein Austritt aus der Kirche bedeutet keine Abkehr von Gott!

Wenn viele jetzt sturmlaufen, bewegt es die Kath. Kirche vielleicht zum Umdenken!

Beitrag von freckle06 05.03.10 - 09:44 Uhr

Würde ich in einer solchen Gegend wohnen, dann wäre die Entscheidung schon lang gefallen.... Mein Sohn wäre sicherlich nicht mal getauft worden. ;-)

Natürlich bedeutet das nicht die Abkehr - aber es ist für ein Kind in diesem Alter (9) sicherlich sehr schwer, sich mit dieser Entscheidung gegen alle anderen zu richten. Ich mache mir eben Sorgen, ob er das nich bereuen würde (vielleicht wird er sogar gemobbt??). Mittlerweile traue ich "dem katholischen Verein" mehr zu.....
Aber gut, vorher kann man leider nie wissen, wie es sich entwickelt. Ich werde noch mal mit ihm reden und ihm die Entscheidung überlassen - ihm aber auch so deutlich wie möglich machen, was wäre wenn.....

Danke für deine Meinung zu diesem Thema!

Gruß

M. :-)

Beitrag von kruemlschen 05.03.10 - 09:19 Uhr

Hallo,

ich würde nochmal über das Thema "Missbrauch in der katholischen Kirche" mit ihm sprechen und ihm dann die Entscheidung überlassen.

Gruß Krüml

Beitrag von freckle06 05.03.10 - 09:49 Uhr

Hallo Krüml!

Danke für deine Antwort - ja, so werde ich es machen. Ich spreche das Thema noch mal an. Ich mag es nicht, die Dinge (vor allem solche) unter den Teppich zu kehren...
Ich mache mir eben nur Sorgen, ob er diese Entscheidung in unserer SEHR katholischen Gemeinde später nicht bereuen würde.... Aber vielleicht hat sich das Blatt sogar ein wenig gewendet, seit diese Missbrauchsvorwürfe im Raum stehen. Wer weiß....

Gruß

M. :-)

Beitrag von kruemlschen 05.03.10 - 09:54 Uhr

Hallo,

er kann die Kommunion ja jederzeit nachholen, also falls er es mal bereuen sollte ist ja noch nichts verlohren ;-)

LG

Beitrag von freckle06 05.03.10 - 10:07 Uhr

Hi,

stimmt - das werde ich ihm auch noch sagen. Falls er nachher meint, sich falsch entschieden zu haben, dann kann er immer noch "nachholen".

Gruß

M. :-)

Beitrag von trollmama 05.03.10 - 10:14 Uhr

Hallo!
Dein Sohn ist sicher nicht der einzige, der sich seine Gedanken macht und deshalb würde ich mit dem Pfarrer darüber reden.
Ich denke, daß er in der Lage sein sollte, den Kindern bei ihren Sorgen zu helfen. Will oder kann er das nicht, dann weißt Du, was Du davon zu halten hast.
Viele Grüße
Trollmama

Beitrag von freckle06 05.03.10 - 10:30 Uhr

Hallo!

Danke auch für deine Antwort. Sicherlich ist er nicht der/die einzige mit Gedanken und Sorgen zu diesem Thema. Aber gerade deshalb (weil das dem Pfarrer ja klar sein müsste!!) hoffe ich im Moment einfach noch darauf, dass der Pfarrer das Thema im Unterricht von sich aus anspricht. DAS würde von "Stärke" zeugen und die zweifelnden Kinder würden merken, dass auch ein Pfarrer dieses Thema nicht unter den Teppich kehrt.

Gruß

M. :-)

Beitrag von accent 05.03.10 - 11:13 Uhr

Hallo, freckle,
ich finde es auch sehr bemerkenswert, dass sich Dein Sohn über die Kirche solche Gedanken macht. Meine Tochter ist in etwa im gleichen Alter, sie ist auch ein Mensch, der einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hat. Aber sie macht auch Gedankensprünge wie ein kleines Zicklein: Was gestern für sie noch gut war, ist vielleicht heute schon überholt. Dein Sohn wäre mit Sicherheit sehr traurig, wenn am Weißen Sonntag seine Mitschüler einen schönen Tag erleben und er ausgeschlossen ist. Wahrscheinlich bereut er da seinen Entschluss.

Ich würde den Sohn zur Kommunion gehen lassen. Der Glaube hat mit der Institution Kirche ja nix zu tun, das sind zwei paar Stiefel. Und das würde ich meinem Sohn so vermitteln.
Wenn er mit der Institution nicht einverstanden ist, dann kann er im Alter von 14 Jahren (?) austreten.

Linda

Beitrag von freckle06 05.03.10 - 11:37 Uhr

Hallo Linda,

danke für deine Meinung!
Ich kann mir auch vorstellen, dass er am Weißen Sonntag bereuen würde, dass er sich selbst ausgeschlossen hat.
Ich werde mich noch mal eingehend mit ihm darüber unterhalten und ihm auch noch mal ans Herz legen, dass das mit seinem Glauben an Gott (wobei - warum lässt Gott so etwas zu....???!? Immer schwierig, auch noch in Zusammenhang mit der katholischen Kirche...) nur in entfernterem Sinne etwas zu tun hat. Vielleicht hilft es ihm, wenn ich sage, dass er auf sein Herz hören soll (er ist so ein Typ Mensch ;-) ). Wir werden sehen, jedenfalls muss ich mit ihm eine "Einigung" finden, mit der ER leben kann.

Gruß

M. :-)