Findet Ihr die Reaktion übertrieben?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von lisamey 05.03.10 - 09:14 Uhr

Guten Morgen,

folgende Situation: Wir haben einen kleinen 3 Jährigen und eine große tochter von 10. Nun schläft der Kleine gerne und die Große poltert Morgens immer rum, wie ein kleiner Elefant. Dann bekommt sie schonmal einen Zickanfall...und jeden Morgen bitte ich sie soch leise zu sein um auch ihren Stiefpapa nicht zu wecken, der Nachts von der Arbeit kommt und was ist???? NIX!

Es wird weiter diskztiert und keine Rücksicht genommen, so geht das jetzt schon über ein Jahr.

Nun war ich heute Morgen davon so enttäuscht, weil wir gestern noch drüber geredet hatten, das ich ihr gesagt habe, das ihre Freundin die heute hier schlafen sollte, garnicht erst kommen braucht, das wäre gestrichen, wegen ihrer nicht Rücksichtnahme der anderen Familienangehörigen gegenüber....


Was haltet Ihr davon???
War ich zu hart?

lg Lieschen

Beitrag von lutzi123 05.03.10 - 09:18 Uhr

Deine Tochter ist 10 Jahre und sollte dies können rücksichtnehmen, nun hast du es ja ausgesprochen und solltest es auch einhalten. Ansonsten nimmt sie dich nicht mehr ernst

Beitrag von barbarelle 05.03.10 - 09:26 Uhr

Eigentlich finde ich die Reaktion nicht übertrieben. Wenn du schon so lange versuchst ihr klar zu machen, dass sie Rücksicht nehmen soll.

Das dich dann ein schlechtes Gewissen beschleicht, kenn ich nur zu gut. Aber lass das nicht zu. Das ist schon ok, wie du das machst.

LG
Barbarelle

Beitrag von xxtanja18xx 05.03.10 - 09:32 Uhr

Hallo!!

Finde dein Verhalten total richtig!!!

Wer was möchte, muss auch leisten...bei dir im Sinne von rücksichtnahme.

Darauß wird sie sicherlich lernen.

Elias ist 3jahre und ein Frühaufsteher.
Er war eine Zeitlang super laut, sogar die Nachbarn wurden durch den Lärm wach :-[
Es gab eine Deutliche ansage...und er musste Jeden abend früher ins Bett...das ging 3Tage so....und nun ist er morgens gaaaaaaaaanz leise. macht seine Tür morgens dann zu, Cd wird leise angemacht und er Malt oder spielt ganz leise...

Gruß

Beitrag von fraz 05.03.10 - 09:32 Uhr

Ich finde es übertreiben, dass du da 1 Jahr einfach zugeschaut hast ! ;-)

Nein, deine Tochter versteht anscheinend keine Worte, nur Taten....

Ich würde ihre Rücksichtsnahme generell abhängig machen von Taschengeld und anderen Wünschen. Das klappt mit Sicherheit besser als monatelange Diskussionen.

Beitrag von bine3002 05.03.10 - 09:41 Uhr

Nein übertrieben ist es nicht, aber fraglich ob es etwas bringt.

Ich würde ihr mal bildlich vorführen, wie sie sich morgens verhäölt. Vielleicht ist ihr gar nicht bewusst, wieviel Lärm sie so produziert. Kinder haben da ja doich manchmal eine verfälschte Wahrnehmung. Sie ist zwar "schon" 10, aber vielleicht doch auch "erst". Also Rollenspiel: Sie ist Mama und muss 3jährigen und Stiefvater schützen und Du spielst sie.

Beitrag von kathrincat 05.03.10 - 09:50 Uhr

find ich nicht übertrieben, deine tochter ist 10

Beitrag von jazzbassist 05.03.10 - 10:03 Uhr

Da soviele Stimmen für Sie kamen, sympathesiere ich mal mit Ihrer Tochter :-p

Ich finde es grundsätzlich nicht in Ordnung, wenn Eltern ihre kids in Verlegenheit bringen. Für eine 10-Jährige, die eine Übernachtung mit einer Freundin geplant hat und das auch schon abgesprochen ist, ist es nämlich eine ziemlich ernidrigende Situation, diesen Termin wieder absagen zu müssen.

Sie können Ihre Tochter ja schlecht dafür bestrafen, dass sie die letzten 12 Monate kein adequates Mittel gefunden haben, damit sie morgens leiser ist. Das ist ja Ihre Schuld und nicht die Ihrer Tochter. Zumal es überhaupt keinen logischen Zusammenhang zwischen dem Streichen der Übernachtung und der Rücksichtslosigkeit am Morgen gibt.

Strafen sind bei so einem rücksichtslosen Verhalten absolut in Ordnung, nur, dann sollten diese vorher mit dem Kind abgesprochen sein, und nicht dann einfach willkürlich aus einer Laune heraus fallen. Das Kind sollte auch nicht daran zweifeln, dass diese Strafe dann auch wirklich eintritt. Sonst hat das Kind nämlich keine Möglichkeit, sich anders zu Verhalten. Sie haben es schließlich 12 Monate lang "sich entwickeln" lassen. Ihre Tochter kann für Ihre Inkonsequenz ja nun am wenigstens.

Ich würde mir einfach mal überlegen, wie Ihre Tochter, wenn sie sich morgens rücksichtslos verhält, diesen "Schaden" wiedergut machen kann. In dem sie etwas für die Familie (zum wieder gut machen) tut und nicht irgendeiner Strafe, von der uns die Erfahrung der letzten 10 Jahre doch ohnehin gezeigt hat, dass sie langfristig nichts bringt.

Beitrag von mansojo 05.03.10 - 10:05 Uhr

Hallo,

STrafen mit dem Kind absprechen
geht das nicht am Sinn vorbei?

Gruß

Beitrag von jazzbassist 05.03.10 - 10:35 Uhr

Wenn Sie das Strafgesetzbuch aufschlagen, werden Sie feststellen, dass sie zu jedem Paragraphen einen Tatbestand (das Verbrechen) und eine Rechtsfolge (die Strafe) finden. Juristisch spricht man vom nulla poena sine lege, also keine Strafe ohne Gesetz; was direkt im §1 das StGB verankert ist. Sie können in diesem Land für kein Verbrechen verurteilt werden, zu dem es kein Gesetz gibt. Und Sie können in diesem Land bei einem Vergehen nur so bestraft werden, wie es im Gesetz zu diesem Vergehen verankert ist. Man hat dies so verankert, um einen Machtmissbrauch und der Willkür zu entgehen, der in anderen Ländern gang und gebe ist.

Bei der Erziehung meines Sohnes habe ich Strafen immer nur als ultima ratio, also als letztes Mittel, gesehen, wenn alle Stränge gerissen sind. Wir ihm also strikt etwas verboten haben und er es dann trotzdem getan hat. Das hätten wir niemals mit ihm abgesprochen. Er wusste also nicht, dass, wenn er mit dem Feuer im Kinderzimmer kokelt, er dann Stubenarrest bekommt. Das ist wirklich nicht der Sinn einer Strafe; da gebe ich ihnen Recht. Das war hier aber gar nicht der Fall.

Denn wenn ich 12 Monate lang tatenlos mit zugesehen hätte, wie mein Sohn im Kinderzimmer kokelt; ich also ganz genau wusste, dass er morgen wieder kokelt, hätte ich irgendwann ganz klar den Schlusssstrich gezogen und ihm dies auch klar gemacht. Es kam für die TE sicherlich nicht unerwartet, dass sich die Tochter heute wieder so rücksichtslos verhält. Ein Kind kommt ja von 12 Monaten nicht mehr von alleine darauf, heute das erste mal wieder mehr Rücksicht zu nehmen. So gesehen hatte sie überhaupt keine Chance, heute dieser Strafe zu entgehen, wenn sie nicht wusste, dass sie eintritt. Der Sinn von Erziehung war für mich immer, meinem Sohn (auch bei Fehlverhalten) immer die Möglichkeit zu geben, es noch einmal besser zu machen. Das funktioniert natürlich in diesem Beispiel nicht mehr, denn, wenn ich das Fehlverhalten 12 Monate lang geduldet habe, kann ich das meinem Kind ja am wenigsten vorwerfen. Ich habe sein Verhalten ja geduldet (Duldungsvollmacht).

Von daher finde ich schon, dass man in "beim nächsten mal wird mir der Geduldsfaden reissen"-Situationen, vor der wir sicherlich alle hin und wieder schon mal standen, eine Strafe/Konsequenz mit dem Kind abzusprechen. Da ich ja ganz genau weiß, wenn ich das nicht tue, wird das Kind sich absolut identisch verhalten. So gesehen wäre das seine letzte Möglichkeit, sich hier noch mal selbstständig anders zu verhalten. Bei meinem Sohn war das nie ein Problem, weil er ganz genau wusste, dass die Strafe dann beim nächsten mal auch wirklich eintreten würde. Es gab da nie Probleme - aber - wir haben ein Fehlverhalten auch nie 12 Monate lang geduldet; so gesehen war (fast) nie nötig, so weit überhaupt gehen zu müssen.

Beitrag von gunillina 05.03.10 - 19:25 Uhr

Wieso denn nicht? Dann würde man es vielleicht besser "Konsequenz" nennen, aber nur so funktioniert es, meine ich.

Mit dem Kind werden die Konsequenzen für ein bestimmtes Verhalten festgelegt. Dann kann das Kind VORHER noch einmal darüber nachdenken, ob es ihm das wirklich wert ist.
Meist hilft dieses Nachdenken, und das Kind entscheidet sich gegen das Verhalten, das die blöde Konsequenz nach sich gezogen hätte.

Was ist denn deiner Meinung nach der Sinn einer Strafe? Das Kind runtermachen? Es in seine Schranken weisen? Ihm wehtun, egal ob nun seelisch oder körperlich?

Strafen oder Konsequenzen sind doch dazu da, dass das Kind lernt, wie es sich verhalten sollte, um gut mit seiner Umwelt zurecht zu kommen. Wenn es mit dem Erklären eben mal nicht klappt.

L G
G

Beitrag von mansojo 05.03.10 - 21:56 Uhr

warum gleich so forsch?

Unterstellungen auch unterschwellige mag ich gar nicht!

bei uns gibt es 2-3 Konsequenzen (Medienentzug,verlorene Sachen müssen selbst gekauft werden und bei schlechten Zensuren wird die tgl Übungszeit verlängert(finde ich keine"Strafe-er schon))

keine dieser"Konsequenzen" hab ich mit Junior abgesprochen sondern haben sich im Laufe der Zeit herauskristalisiert

alles andere wird disskutiert

Gruß Manja

Beitrag von diejulimaus 06.03.10 - 14:51 Uhr

Aber da gibt es bei Euch doch auch bestimmte "Gesetze", die dein Sohn kennt - egal, ob vorher abgesprochen oder nicht - und weiß, wenn er etwas tut, kann er damit rechnen, dass eine der "Strafen" folgt. Es geht ja nicht unbedingt darum, die Konsequenzen mit seinem Kind abzusprechen oder auszudiskutieren, aber sie vorher anzukündigen, so dass das Kind entscheiden kann, ob es ein bestimmtes Verhalten nicht doch lieber sein lässt, wenn es dafür dann meinetwegen Fernsehverbot gibt. Und es geht darum, dass man nicht nach der "Tat" eine beliebige Konsequenz folgen lässt, sondern dass man vorher "verkündet" bzw. festlegt: Wenn du das tust, dann passiert das. So habe ich das verstanden und so finde ich es auch richtig!
Gruß, Julia

Beitrag von mansojo 06.03.10 - 17:59 Uhr

Hallo,

unter besprechen versteh ich das beide Seiten damit einverstanden sind
und ich bezweifel das irgendein Kind mit irgendeiner Konsequenz einverstanden ist

wahrscheinlich meinen wieder alles das selbe

im Fall der TE seh ich das auch anders
ich bin selber im Schichtdienst und Jonas weiß ziemlich genau das mit einer nicht ausgeschlafenen Mutter nicht zu spaßen ist

mir ging es lediglich um die Aussage mit meinen Kind abzusprechen wenn es sich daneben benimmt
Kinder sind da ja zemlich spontan
und genauso spontan fällt da auch die "Konsequenz"(das Wort kann ich langsam nicht mehr leiden

in der Hinsicht würde ich mkich auch nicht provozieren lassen

um der TE einen guten Rat zu geben müsste man einen tieferen Einblick in die Familie bekommen

Gruß Manja

Beitrag von jazzbassist 06.03.10 - 20:23 Uhr

>unter besprechen versteh ich das beide Seiten damit
>einverstanden sind
>und ich bezweifel das irgendein Kind mit irgendeiner
>Konsequenz einverstanden ist

Bei jüngeren Kindern ist das sicherlich schwierig. Diese: „Jesse, stell das Glas bitte wieder hin sonst nehme ich es dir weg“ Dinger sind ja wirklich ziemlich spontan; genau so wie dann unsere Konsequenzen/Strafen. Und die gibt es ja schon ziemlich häufig bei Kleinkindern.

Bei älteren Kids - zumindest bei meinem Sohn - kommen solche Alltags-Kleinkindersituationen ja kaum noch zustande; da sind es eher die wiederkehrenden Geschichten, die hartnäckig umkämpft sind. Seien es die Hausaufgaben, die Spielzeit am PC, bei meinem Spatz momentan der immer wiederkehrende Kampf, abends länger draußen bleiben zu dürfen. Die meisten Situationen (natürlich nicht alle) sind da schon ziemlich berechenbar für Eltern, würde ich unterstellen. Ich denke, wenn man über solche Situationen Abends mit den Kleinen mal spricht, ist schon Einsicht da, dass gewisse Verhaltensmuster nicht in Ordnung sind. Wenn man so ein Kind in so einer Situation dann auch mal fragt, was man denn machen könnte, wenn so etwas noch einmal vorkommt, denke ich schon, dass ein Kind auch mit einer Konsequenz/Strafe einverstanden sein wird. Man will ja dem Kind nur helfen, Erwachsen zu werden; man muss das ja nicht Strafe nennen :-p

Zumal das ganze bei älteren Kids neurologisch einen ziemlich komplexen Gedankengang anstößt; nämlich Erziehung. Ein Kind hat die optimale Vergleichsmöglichkeit: sich selbst. Es weiß, was es schon alles angestellt hat und wie es dafür bestraft wurde. Und dieses Wissen versucht es dann auf die neue Situation anzuwenden. Es reflektiert also sein eigenes Verhalten und gibt diesem auch eine Priorität. Was sie bei einem einfachen: „Ja Mama, ich tue’s nie wieder“ eben nicht passiert. Es bleibt das gleiche „Ja Mama“ wie beim Fernseher ausschalten, wie beim trödeln, wie beim Suppe schlürfen oder beim „kleinen Bruder ärgern“. Wenn ein Kind sich diese Gedanken nicht macht, wird es schlechtweg nicht unterscheiden zwischen „trödeln“ oder „Rücksichtslosigkeit am Morgen“. Es war halt beides nur: „Ja Mama, ich tue’s nicht wieder“. Dafür müssen wir 10-x Jährige noch zu oft "erziehen", als dass sie alles ernst nehmen könnten, was wir gerne von ihnen verlangen. Bei "Rücksichtslosigkeit am Morgen" ist meine Geduldsspanne/Verständnis wesentlich kürzer als bei irgendeiner anderen Banalität. Die Frage ist nur - weiß das Kind das auch, oder sagt es einfach nur: "Ja Mama", um endlich Ruhe zu haben?

Natürlich sind die Kleinen - wenn sie dann wirklich mal mit so einer Konsequenz/Strafe konfrontiert werden - dann nicht mehr so einverstanden damit :-p Aber bei meinem Spatz habe ich schon festgestellt, dass sich die Gemüter danach wieder schneller beruhigen können. Es sind zwar dann immer noch die bösen Eltern, die für dieses „Übel“ die Ursache tragen, aber, man hat zumindest schon mal wieder einen Ansatzpunkt zum trösten; denn, beide waren ja mal mit diesem Übel einverstanden und haben auch eingesehen, dass es momentan leider nötig ist.

Beitrag von mansojo 07.03.10 - 10:36 Uhr

Hallo,

sag ich doch weitestgehend meinen wir das selbe

wichtig ist doch den Kindern Verhalten vorzuleben

wenn ich die Treppe runtertrampel
kann ich schlecht vom Kind verlangen das es leise runterschleicht

so denn schönen Sonntag noch
LG manja

Beitrag von dessimedschi 05.03.10 - 12:47 Uhr

Hallo,
ich muss Ihnen Recht geben.
Zuerst war ich voll der Meinung der TE, Strafe muss sein. Aber mir ging es einmal ähnlich, ich war vielleicht ein wenig älter, aber durfte nicht bei einer Freundin übernachten, weil ich zu wenig bei meinen Eltern geholfen habe (ich muss zu meiner Verteidigung sagen, dass ich schon damals an Migräne gelitten habe und meine Eltern bis heute nicht verstehen, dass das an einem Tag ziemlich schlimm ist, aber dann schon am nächsten Tag weg sein kann und sie das immer nur als Ausrede von mir gesehen haben, aber wie auch immer). Ich muss sagen, dass war extrem erniedrigend für mich das meiner Freundin zu sagen und dann noch als einzige von ihrer Mutter nach Hause gefahren zu werden (es war im Anschluss an ihre Geburtstagsfeier).

Oh, weh wenn ich an meine erste Reaktion, der Befürwortung für die Reaktion der TE denke, habe ich echt Angst mal genau dieselben Fehler zu machen wie meine Eltern

Kurz und gut, ich finde die Reaktion nicht richtig, vor allem nicht nach so langer Zeit!

Beitrag von lisamey 05.03.10 - 16:16 Uhr

Ich habe ja nicht gesagt das ich die letzten 12 Monate nichts gesagt oder sie nicht verwarnt und darauf keine "Strafen" gefolgt sind...mal ein Tv-Verbot, oder ähnliches waren da schon dabei.

Nur sieht sie momentan einfach nicht ein sich zu Hause, denn draussen klappt es prima, sich zu benehmen..alles ist egal, oder langweilig, und der Kleine ist eh doof...

Ich finde, wenn man in einer Gemeinschaft wohnt, sollte man auf andere Rücksicht nehmen, das machen wir ja bei ihr genauso. Und wenn sie es nicht "freiwillig" macht, denn wenn ich sage, bitte nicht so laut, diskutiert sie munter laut weiter, dann fehlt mir auch das Verständnis....

Das Thema ist ja nichts neues....

...trotzdem akzeptiere ich natürlich unterschiedliche Meinungen zu dem Thema, sonst wäre ein hier reinschreiben ja unsinnig.

lg Lieschen

Beitrag von jazzbassist 05.03.10 - 17:12 Uhr

Vielleicht betrachte ich die Situation auch einfach nur aus einer anderen Perspektive. Fiktives Beispiel aus dem Berufsleben. Der Schreibtisch eines ihrer Angestellten gleicht einer Littfasssäule von McDonalds und sie bekommen wichtigen Besuch ins Haus. Sie sprechen ihn freundlich darauf an, hier bitte mal aufzuräumen und können das auch ganz gut begründen. Ich bin gerne bereit, so etwas auf friedlichem Wege zu lösen; auch 2 Mal. Beim dritten Mal wird meine Tonlage dahingehend fallen, dass jedem erkennbar sein muss, dasss ich mich um solche Banalitäten kein 4. Mal mehr aufregen möchte.

Wenn ich das dann noch ein viertes mal feststelle, folgt eine Email an den Verteiler mit der Arbeitsweisung, dass jeden Abend der Arbeitsplatz sauber und ordentlich zu verlassen ist; egal wie peinlich das ist, so etwas bei erwachsenen Angestellten noch schreiben zu müssen. Aber ab dann ist mir das Thema völlig schnuppe, denn, wenn ich die Missauchtung dieser Arbeitsanweisung bemerke und mir das auf den Keks geht, gibt es eine Abmahnung. Punkt, Diskussion beendet! Es ist unvorstellbar, wie einfach das Leben plötzlich wieder werden kann.

Mit meinem Sohn (11) pflege ich einen ziemlich ähnlichen Umgang, nur in langsameren Stufen. Ich bin sehr gerne bereit, fast alle Konflikte auf den friedlichen Weg (reden/erklären/einsicht/verständnis) zu lösen. Die Erfahrung hat bei meinem Sohn hat gezeigt, dass das im Regelfall sehr gut funktioniert. Aber in einigen Ausnahmesituationen auch mal nicht so gut. Für den letzteren Fall setzen meine Frau und ich uns eigentlich immer zusammen und Überlegung uns gemeinsam einen Zeitpunkt, bis wohin wir es einfach mal "sich entwickeln lassen" und es über diesen friedlichen Wege versuchen. Viele Eltern sprechen hier immer von einer "Phase". Wie gesagt - die Erfahrung hat uns hier gezeigt, dass das im Regelfall der stresssfreiste Weg ist, so ein Problem zu lösen.

Wenn wir aber nach so einem Zeitraum von 2-3 Wochen festgestellt haben: "Hier ist keine bessere in Sicht", ist das auch kein Problem. Denn bereits dieser Termin ist nicht mehr willkürlich für meine Frau und mich.

Dann haben wir uns unseren Kleinen wieder geschnappt und ihm noch mal friedlich erklärt, wie ernst es uns mit dieser Sache ist. Was soviel heißt, wie, er kommt heute noch mal mit einen blauen Auge davon, aber, wenn das Morgen oder in Zukunft noch einmal auftritt, gibt es jedes Mal (ohne noch darüber diskutieren zu müssen) eine Strafe/Konsequenz, die wir ihm vorher erklärt und angekündigt haben. Im Regelfall war er damit sogar einverstanden. Bei älteren Kindern darf man dann auch gerne mal schriftlich einen "Vertrag" aufsetzen, wo genau drin steht, was a) erwartet wird und was b) eintritt, wenn das nicht passiert und haben uns das von ihm unterschrieben lassen. Kinder kommen sich dann ganz erwachsen vor und merken noch mal, dass es den Eltern doch wichtig ist.

Wenn es eher um eine grundsätzliche Lapalie ging, waren wir auch gerne mal bereit, es vielleicht mal mit einer Art von Belohnungssystem zu versuchen; also zu versuchen, nicht immer über das negative Verhalten zu meckern, sondern einfach das positive Verhalten zu fördern. Oder andere Erziehungsansätze zu versuchen. Es gibt Situationen, wo das ziemlich gut funktionieren kann. Vielleicht haben wir auch festgestellt, dass er irgendetwas absichtlich macht; in Ihrer situation wäre z.B. ein Konflikt mit dem Stiefvater denkbar? Das sie es also völlig bewusst und absichtlich macht oder ähnliches?

Ich denke, Kinder brauchen hier ganz klare Grenzen; und es entspannt das Familienleben ganz gewaltig; weil sie sich nicht mehr darüber aufregen müssen. Entweder kooperiert er/sie, oder, er(sie wird halt - völlig selbstverständlich - mit einem Übel (Strafe/Konsequenz) konfrontiert, was das Kind vorher wusste. Es kann also frei entscheiden. Es ist also jedem jederzeit bekannt, was als nächstes folgt. Ein Kind braucht diese Sicherheit, um handeln zu können. Mal 2-3 Wochen reden/friedlich, dann mal 1-2 Tage wieder (völlig willkürlich) Fernsehverbot, dann mal wieder über den friedlichen Weg, dann vielleicht mal kein Nachtisch, dann wieder reden; dann darf die Freundin mal nicht übernachten und irgendwann stellt man fest: Verdammt - jetzt sind 12 Monate vergangen und ich muss mich darüber immer noch aufregen. Sie untergraben damit ihre eigene Autorität und machen daraus für das Kind ein spannendes Spiel: "Was tut Mami heute, wenn ich morgens Terror mache?" Denn das Kind kann es bei willkürlichen Strafen nicht wissen - erst, wenn das Kind sein Fehlverhalten gezeigt hat (dann ist es aber zu spät). Das ein Kind auch mal bestraft werden muss, ist in der Erziehung leider unabdinglich; bei so alltäglich wiederkehrenden Sachen bringt es aber nur etwas, wenn das Kind vorher schon weiß, worauf es sich einlässt, wenn es nicht "kooperiert". Sonst lebt es ja immer mit der Hoffnung: "Vielelicht meckert Mami ja heute nur wieder".

Ich würde mich doch nicht allen ernstes 12 Monate lang mit einem [auch wenn es doof klingen mag] mir unterstellten um einen unordentlichen Arbeitsplatz aufregen; da mache ich mich ja lächerlich. Ich wüsste nicht, warum ich mich dann bei meinem eigenen Sohn so verhalten sollte ... Außerdem sparen sie sich damit ein schlechtes Gewissen, was es dann nicht ihre Entscheidung gewesen ist, dass ihre Tochter z.B. heute kein Fernseh mehr gucken darf, sondern die ihrer Tochter.

Beitrag von schwangeremama 05.03.10 - 12:58 Uhr

hi, ich finde die strafe nicht zu hart, aber ich würde ihr die Konsequenz aus ihrem Verhalten androhen, damit sie ne Möglichkeit hat ihr Verhalten zu ändern. Ich mache das mit meinen Jungs auch immer so, z.B. wenn mein Mittlerer sich nicht anziehen will und hysterisch rumschreit, dann geh ich vor ihm runter um auf einer ebene mit ihm zu sein und nicht als riese vor ihm zu stehen, und sag ihm ganz klar: Du hast jetzt zwei Möglichkeiten: Möglichkeit 1: Du schreist und bockst jetzt weiter rum, dann geh ich raus aus dem zimmer. Oder du ziehst dich jetzt an und hörst auf zu schreien und ich helfe dir dann deine Schuhe anzuziehen. Ist einfacher, meistens entscheidet er sich dann lieber nicht zu schreien und sich anzuziehen. wenn nicht, dann geh ich aber auch konsequent aus dem zimmer raus. wenn er sich dann beruhigt hat, darf er dann hinterher kommen.

Liebe Grüße
Nadine

Beitrag von marion2 05.03.10 - 19:03 Uhr

Hallo,

du bittest sie tatsächlich auf den STIEF-papa Rücksicht zu nehmen? Sagt sie das zu ihm? Spielt das im Familienleben eine Rolle?

Bei meinem Sohn wäre es zu viel verlangt, wenn er morgens auf andere Rücksicht nehmen sollte. Er ist genauso morgenmuffelig wie ich und von daher auch genau so #gaehn morgentrampelig...Ich würde zuallererst ergründen, ob sie das mit Absicht macht.

Gruß Marion

Beitrag von grashopper73 05.03.10 - 22:02 Uhr

Ich finde eine 10 Jährige kann Rücksicht nehmen. Mein Sohn ist 3,5J und nimmt, obwohl er wirklich ein ganz extremer Wirbel ist, Rücksicht auf seinen kleinen Bruder 1J und ist total brav und ruhig wenn ich diesen ins Bett bringe, was leider sehr lange dauern kann.

Ich würde das durchziehen. Und das wird dann auch wirken wenn Du Konsequenzen ziehst.

Lg, sandra

Beitrag von tauchmaus01 06.03.10 - 08:56 Uhr

Ich denke sie kann schon die Uhr lesen.
Sag ihr bis wann Ruhe sein soll und dann macht ihr gemeinsam Frühstück oder bereitet schon mal was vor für das Mittagessen.

Sag mal, wann steht sie denn auf? Und was machst Du dann mit ihr?
Wenn meine Kinder morgens aufstehen ( sie sind 7 und 4 ) dann spielen sie ein wenig und kommen dann zu uns ins Schlafzimmer "Mama, wir haben Hunger" Na, und dann steh ich auf und wir machen gemeinsam Frühstück. Würde ich mich morgens nicht um meine Kinder kümmern (Ja, auch wenn ich noch gerne schlafen würde) dann hätte ich ein schlechtes Gewissen.

Irgendwie ist es DEIN Job dich um Deine Tochter zu kümmern, vielleicht ist sie auch einfach nicht ausgelastet oder ihr ist Langweilig.

Was wird ihr denn an Möglichkeiten der Beschäfitgung angeboten morgens, oder soll sie sich allein beschäftigen?

Mein Papa hat damals im Schichtdienst gearbeitet, eben auch alle 2 WOchen Nachtschicht und war dementsprechen müde morgens, aber meine Mama und ich haben den Morgen gemeinsam begonnen und zwar auch als ich noch 10 war.

Man sollte echt beide Seiten sehen....das Kind kann nicht dafür das Papa nachts arbeitet und der kleine Bruder gerne länger schläft......auch mit 10 braucht man noch Fürsorge morgens.

Bin mal gespannt auf Deine Antwort.....kann mir kaum vorstellen dass sie morgens wenn Mama schon wach ist und sie Zeit nur mit Mama allein hat das doof findet.

Im Grunde wäre dass doch Zeit mit Dir nur für sich....meine Kinder lieben das

Mona

Beitrag von manavgat 06.03.10 - 10:36 Uhr

Du hättest schon früher so konsequent sein sollen.

Absolut korrekt.

gruß

Manavgat

Beitrag von nakiki 06.03.10 - 12:01 Uhr

Hallo!

Im Gegensatz zu vielen anderen hier finde ich dein Verhalten NICHT konsequent!

Ein konsequentes Verhalten wäre es gewesen, wenn du deine Tochter voher darüber informiert hättest, dass die Freundin nicht bei euch übernachten darf, wenn sie sich am nächsten Morgen wieder rücksichtslos verhält.
Deine Tochter hätte so vorher von der Konsequenz gewusst und dementsprechend reagieren können.

Du hast aus Enttäuschung einfach eine Strafe ausgesprochen und demütigst so deine Tochter. Du warst nicht in der Lage in den letzten 12 Monaten einen angemessenen Weg zu finden, das Problem in den Griff zu bekommen und reagierst jetzt einfach unüberlegt und eben nicht konsequent!

Konsequenzen muss man den Kindern vorher aufzeigen, damit sie die entsprechende Möglichkeit haben zu reagieren. Wenn ich die Kinder vor vollendete Tatsachen stelle, ist es eine Strafe!

Wir haben am WE die Absprache, dass immer einer von uns Erwachsenen ausschlafen kann. Derjenige der mit den Kindern aufsteht (meist zwischen 6 und 7 Uhr) spielt mit ihnen ruhig in deren Zimmern. Klappt sehr gut.
Ich weiß ja auch nicht, wielang deine Tochter sich ruhig verhalten soll. Es ist in meinen Augen nicht angemessen, wenn sie sich 6 Stunden ruhig verhalten soll. Das ist zuviel verlangt. Der Vater sollte dann auf Ohrenstöpsel zurückgreifen oder du verlässt mit den Kindern die Wohnung.

Gruß nakiki

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