Das Schönste und gleichzeitig Schlimmste, was ich je erlebt habe!

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von julia253 05.03.10 - 09:44 Uhr

Der errechnete Geburtstermin war der 15.02.2010, wobei ich immer der Meinung war, dass er eher später kommen wird.
Die Familie wurde natürlich schon Ende Januar nervös, Anrufe waren daher nur noch alle zwei Tage gestattet 
Der 15.2. kam und ging – keinerlei Anzeichen auf eine baldige Geburt, das CTG zeigte null Wehen und die Frauenärztin stellte einen geburtsunreifen Befund.
Ab Entbindungstermin musste ich alle zwei Tage zur CTG Kontrolle ins Krankenhaus, alles wunderbar – Geburt allerdings nicht in Sicht, aber der Krümel ist fit.
Am 22.2. hatte ich dann ein Beratungsgespräch, da meine Nieren so langsam an den Rand der Belastung kamen… Entscheidung: Einleitung am folgenden Tag mit Tabletten.

Ok, also am 23.02. um 8 Uhr in der Klinik aufgeschlagen – erste Dosis Tabletten und 60 Minuten CTG.
Dann ab aufs Zimmer, 6 Stunden später wieder Tabletten, dieses Mal die doppelte Dosis und ans CTG. Noch spürte ich keinerlei Veränderungen.
Gegen 20 Uhr dann die letzte Runde Tabletten (Dreifachdosis), CTG zeigt wieder keinerlei Ausschläge – außer natürlich den regelmäßigen Herzschlag meines Sohnes!

In der Nacht fing es dann an: ich bekam Wehen, leider nur im Rücken, daher wieder nix auf dem CTG zu sehen. Die Hebamme gab mir ein Buscopan-Zäpfchen, damit ich zumindest etwas zur Ruhe kommen könne – haha…

Der 24.2. – morgens um 8 Uhr ging das Spielchen weiter, ich bekam die gleiche Dosis Tabletten wie am Abend zuvor… Mir war irgendwie unwohl, verspürte nur ein leichtes Ziehen.
Zurück auf dem Zimmer legte ich mich zur Entspannung ins Bett, musste ja erst gegen 13.30 Uhr wieder im Kreissalbereich sein.
Schnell noch André ne Nachricht schreiben, dass er mir fehlende Sachen mitbringt (vor allem Schoki für die Seele) – und weiter entspannen und abwarten.

11:45 Uhr – oh, es knackt im Bauch – schnell ins Bad: es läuft warm an meinen Beinen runter, die Fruchtblase ist geplatzt  juhu!
In diesem Moment kommt auch André ins Zimmer – perfektes Timing! Also ab zum Kreissaal, gleich wieder ans CTG - *gähn*
Eine halbe Stunde später hauen mich die Schmerzen schon vom Hocker. Kein Wunder, geplatzte Fruchtblase + Einleitungstabletten!! Aber auf dem CTG: nix. Muttermund steht bei 1-2cm, wie soll ich denn das aushalten?
Zurück aufs Zimmer, ich soll auch noch etwas spazieren gehen ?!? Gar nicht dran zu denken, alle 5 Minuten muss ich veratmen und töne dabei ordentlich in mein Kissen.

Gegen 15 Uhr zurück in den Kreissaal – Muttermund bei 3 cm – CTG zeigt leichte Wehen…
Ich darf in die Badewanne, hoffe auf Entspannung, was anfangs auch so ist, aber nach ca. 1 Stunde halte ich es doch nicht mehr aus, bin völlig fertig. Mein Mann darf mich während einer Wehe gar nicht mehr berühren *nur gucken, nicht anfassen*
Ich frage bereits jetzt nach einer PDA, die Hebamme untersucht mich noch mal: Muttermund bei 4-5 cm, Anästhesist kommt, aber gleichzeitig muss auch ein Wehentropf gelegt werden, denn der Kleine musste nun definitiv kommen!

Endlich etwas Erleichterung, doch nach ca 2 Stunden ließ die PDA wieder nach, wobei der Wehentropf immer höher gestellt wurde. Hatte also ordentlich zu tun, mein Mann musste mich immer wieder ans vernünftige Veratmen erinnern.
Aber ich wollte noch ne Dosis von dem Zeug! Die Hebamme hat noch mal in der Anästhesie angerufen, der Arzt kommt – und fängt an, mit mir zu diskutieren! Ich müsse doch Schmerzen haben, damit ich mithelfen könne usw… Hallo? Bekomm ich das Kind oder der? Mein Mann schaute schon ganz nervös, er hatte Angst, ich fress den Typen roh.
Schlussendlich bekam ich noch was nachgespritzt, aber leider trat die gewünschte Wirkung nicht ein. Wer weiß, was der da gespritzt hat. Noch mal angerufen, andere Ärztin – erneutes Nachspritzen, dieses Mal ohne vorherige Ratschläge, und – oh Wunder – endlich Erleichterung.
Muttermund war bei der nächsten Untersuchung bei ca 8 cm – ein Ende in Sicht.!
Die Hebamme massierte daraufhin den Muttermund weicher und dehnte ihn, das Gewebe war wohl immer noch recht fest – so viel also zu Akupunktur, Dampfbäder und Tees…

Eine Stunde später, es war wohl so gegen 22 Uhr (mein Zeitgefühl war nicht mehr existent), stand nur noch ein Saum, ich durfte endlich unter den Wehen, die nun lediglich eine Pause von 30 Sekunden hatten, mitpressen.
Ärztin und Hebamme sprachen mir Mut zu und feuerten mich an, sie konnten schon den Kopf sehen – mein Sohn hat sogar Haare 

Doch plötzlich wurden beide wieder etwas nervös, die Ärztin wollte dem Kleinen Blut aus dem Kopf abnehmen, um den Sauerstoffgehalt zu prüfen, die Herztöne waren wohl unter den Presswehen nicht mehr optimal.
Von einer Sekunde auf die andere standen noch mehr Menschen um mich herum, die versuchten, mich zu beruhigen und mir erklärten, sie müssten jetzt etwas radikaler vorgehen, damit der Kleine so schnell wie möglich auf die Welt kommt.
Dann drückten eine Hebamme und ein Arzt auf meinen Bauch, ich sollte pressen, eine andere Ärztin machte einen Dammschnitt und wiederum jemand anderes führte die Saugglocke in mich ein (!!wahnsinniges Aua!!).
Dann spürte ich einen kurzen Ruck und der Kopf war da! Er wurde sofort abgesaugt, eine Wehe später glitt der kleine Körper heraus und mein Sohn war geboren.
Er wollte noch nicht so richtig schreien, hickste nur so ein bisschen herum, konnte mir aber direkt auf den Bauch gelegt werden.
30 Sekunden später machte er seinem Ärger gewaltig Luft – das schönste Schreien, was man sich vorstellen kann!

Für mich war die Tortour noch nicht vorbei, es fehlte ein Stück der Plazenta, also noch ne Ausschabung…Dann wurde ich genäht – mit unzähligen Stichen, denn zum Dammschnitt kam noch ein Scheidenriss. Aber davon merkte ich dank örtlicher Betäubung nichts – außerdem hatte ich nur Augen für meinen Sohn.

Irgendwann fragte jemand, ob der Papa reinkommen könnte – da merkte ich erstmal, dass er nicht da war. Mein armer Mann war völlig fertig. Krankenhäuser sind ihm sowieso ein Gräuel, und dann brüllt seine Frau unter höllischen Schmerzen und er kann nichts tun! Er ist vorsorglich raus gegangen, als die Ärztemeute rein kam, damit er nicht zum nächsten Patienten wird.
Aber ein Blick auf seinen Sohn, und auch er wusste, das hat sich gelohnt.

Den APGAR-Test absolvierte Luis wieder mit Bravour: 9/10/10
Warum die Herztöne absanken, konnte niemand sagen. Der Verdacht, dass er die Nabelschnur um den Hals hätte, hat sich nicht bestätigt.
Luis ist kerngesund, und nach dem ersten Anlegen war er die Ruhe selbst. Und ich konnte die ganze Nacht nichts anderes tun, als ihn anzuschauen.

Luis: geboren am 24.2.2010 um 23:39 Uhr
3450 Gramm
51 cm
34,5 cm Kopfumfang

Beitrag von minel2009 05.03.10 - 14:21 Uhr

herzlchen gluckwunsch!!!! #blume

hoffe euch beiden gehts gut !

lg minel, tuvana & babybauch 27+1 ssw

Beitrag von darkdragonsoule 05.03.10 - 14:33 Uhr

hallo liebe julia

mensch,da hast du ja was mitgemacht.

herzlichen glückwunsch erstmal #baby#verliebt

ich wollte dich fragen ob sie an deiner nabelschnur gezogen haben um der placenta "rauszuverhelfen"?ich habe schon oft gehört/gelesen dass es hinterher probleme gibt wenn so derbe nachgeholfen wird.

wie verlief die ausschabung?wie fühlst du dich jetzt?

lg

Beitrag von julia253 08.03.10 - 09:40 Uhr

Hallo,
uns geht´s richtig gut, habe keine Probleme mehr.
An der Nabelschnur wurde nicht gezogen - jedenfalls nicht, soweit ich es mitbekommen habe.
Bekam Globulis, die die Plazentaablösung begünstigen sollen.
Die Ausschabung habe ich kaum gespürt. Auch das Nähen nicht.

Es verheilt alles ganz wunderbar, nur langes Sitzen fällt noch schwer.

LG

Beitrag von biggi02 05.03.10 - 14:48 Uhr

#herzlich Glückwunsch zum Sohnemann.
Ohje,da hast du echt was mitgemacht.
meine 1. Geburt war genauso.
Der einzige Unterschied war,daß mein Sohn 10 tage vor ET zur Welt kam.
Anonsten 28 Stunden Wehen,mit Wehentropf,Fruchtwasser war grün,mein Junior mußte auch mit Saugglocke geholt werden da er ein Ärmchen am Kopf hatte.
Er war schon ganz blau und wurde beatmet.#schwitz
Zum Glück ging alles gut.
Ich konnte wegen der schlimmen Schmerzen allerdings 5 Wochen kaum sitzen.

Mein 2ter Schatz war ohne Komplikationen nach 2 1/2 Stunden da.
P.S. beide male sagte ich,niiiieeee wieder,jetzt üben wir gerade für unser 3. Wunder#herzlich
LG und alles Gute#klee #klee,genießt Eure Zeit.....
Biggi mit Tobias 25.07.06 und Julian 03.05.09

Beitrag von linsi2010 08.03.10 - 09:54 Uhr

Hallo Julia,

herzlichen Glückwunsch zu deinem Sohn! Der kleine Mann hat sich ja echt Zeit gelassen. :-D

Der Bericht klingt ja teilweise echt übel. Hoffe du erholst dich schnell und gut von den Verletzungen.

Meine Nova kam am 07.02.2010 nach vorzeitigem Blasensprung per KS zur Welt.

Grüße
Linsi