Ich glaube, ich habe Depressionen. Sorry - gehört nicht hierher.

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von *down* 05.03.10 - 10:40 Uhr

Guten Morgen!

Ich muss mich ganz einfach mal ausheulen (im wahrsten Sinne), weil ich keinen Weg sehe, mein Problem im real life zu besprechen.

Vorweg: manchmal geht es mir richtig gut, alles läuft wie es laufen soll ... aaaaber an anderen Tagen, z.B. heute, fühl ich mich wie gelähmt, ich heule den ganzen Vormittag (nachmittags reiße ich mich dem großen Kind zuliebe zusammen) und schaffe einfach nichts, was über Essen machen, Kind abholen etc hinausgeht.

Ich bin der Verzweiflung nahe und weiß, daß es so nicht weitergehen kann, es scheitert aber schon am Gang zum Arzt. Ich trau mich nicht; ich weiß nicht, was ich erzählen soll; ich empfinde mich selbst als lächerlich - andere Leute sind ja schließlich "richtig" und greifbar krank, so als bräuchte ich eine rückwirkende Entschuldigung für mein schulisches und berufliches Versagen.

Realistisch betrachtet werde ich auf ewig Hausfrau bleiben, weil ich mir zum einen nichts zutraue und mich zum anderen nichts traue.
Ein Beispiel: vor wichtigeren Telefonaten muss ich mir mindestens 30 Minuten vorbeten, was genau ich sagen möchte, was schlließlich damit endet, daß ich mich vor lauter Angst übergeben muss.

(Habe vor 2 Jahren endlich meinen Führerschein gemacht und manchmal scheint es mir, als wäre da sämtliches Mutvorkommen für die Prüfung draufgegangen).

Am liebsten würde ich meine Eltern für alles verantwortlich machen, wenn ich nicht schon die Dreißiger erreicht und meine egene Familie hätte.

Und das allerschlimmste: ich habe keine Freunde! Ich bin so einsam, daß es schon körperlich wehtut. Das begründet sich natürlich in meinem Verhalten - ich kann manchmal einfach nicht aus dem Haus; ich kann (meistens) nicht anrufen; ich bin nie ganz ehrlich,weil ich ja einen Großteil meines Ichs verschweige, eben den "verrückten", wer erzählt sowas schon gern?!


Ich danke für die Plattform und für's Lesen :-)

Beitrag von lutzi123 05.03.10 - 10:48 Uhr

hallo,

du bist auch greifbar krank, du solltest dir für dich und für deine familie hilfe suchen denn gut gehts dir damit nicht

Beitrag von milou06 05.03.10 - 11:06 Uhr

Hallo,

wichtig ist, dass Du Dir Schritt für Schritt den Weg vornimmst, etwas dagegen zu tun.

Alles auf einmal geht nicht! Also, geh zu Deinem Hausarzt und sprich mit ihm genauso, wie Du es hier geschrieben hast. Ideal wäre es natürlich, wenn Du Dich bei Deinem Arzt gut aufgehoben fühlst. Er wird wissen, welche Schritte als nächstes zu gehen sind.

Allein der Gang zum Arzt wird Dich ein Stück weiter bringen und Dir gut tun.

Es gibt unzählige Formen gegen Ängste und Depressionen vorzugehen. Nur ist es wichtig, dass Du für Dich erkennst, dass Du Dir Hilfe suchen musst. Du hast das bereits erkannt, nun musst Du Dich "nur" überwinden los zu gehen.

Ich wünsche Dir alles Gute!

Lieben Gruss,
Denise

Beitrag von *down* 05.03.10 - 15:41 Uhr


Hallo Denise,

tatsächlich war ich schon öfter bei unserem Hausarzt, um mit ihm genau darüber zu sprechen. Und kaum bin ich da geht es mir "zufällig" wieder besser und ich komm mir vor wie ein Idiot.
Nach dem Motto "Wie kann man sich bloß so anstellen"

Vielleicht klappt es beim nächsten Versuch :-/

Beitrag von dit kennsch 05.03.10 - 19:53 Uhr

--Und kaum bin ich da geht es mir "zufällig" wieder besser und ich komm mir vor wie ein Idiot.
Nach dem Motto "Wie kann man sich bloß so anstellen"--

Das ist normal. Ist wie mit dem Zahnarzt. Kaum ist man dort im Wartezimmer, schon sind die Schmerzen schon viel besser und man könnte doch eigentlich wieder heimgehen...

Tu's nicht. Gerade nicht, wenn du dich in dem Moment besser fühlst. Denk dir lieber: Prima, es geht mir so gut, dass ich die Kraft hab, mit dem Arzt zu reden.

Wovor hast du Angst?

Beitrag von pta78 05.03.10 - 13:47 Uhr

Hallo,

weißt du was positives ist? Du hast hier im Forum über deine probleme geschrieben.das ist doch ein 1.Schritt.
Das finde ich super#liebdrueck

Aber,du brauchst auf jedenfall professionelle Hilfe.hast du nicht jemanden in deiner Familie,dem du voll und ganz vertraust?Ich würde mich jemanden anvertrauen,der dich auf deinen weiteren schritten begleitet,Arzt,etc.damit du das nicht alleine durchstehen musst.Es wird nicht einfach,aber es lohnt sich-denk an deine Knder-die brauchen dich sehr!!!!!
Mein Schwager ist manisch-depressiv,ich weiß wie ist bzw. sein kann.

Wenn du jemanden zum reden braucht,du kannst mich gerne anschreiben-du solst nicht alleine dastehen.

Lg Sandra

Beitrag von *down* 05.03.10 - 15:51 Uhr

Hallo Sandra,

ja, das empfinde ich tatsächlich auch als positiv. Und erleichternd.

In meiner Familie hab ich leider keinen, meine Eltern sind -jeweils für sich- ganz schön eklige Egomanen und meine alten Großeltern möchte ich mit sowas nicht belasten.
Hinzu kommt, daß ich quasi pünktlich zu Volljährigkeit ausziehen musste und seitdem den Eindruck aufrecht erhalte, daß ich alles super allein hinbekomme. Sprich: ich tu gern tough und abgeklärt, bin eher der Ratgebende statt der -suchende. Da die Mauern einzureißen fiele mir nicht leicht.

Eigentlich könnte ich mit meinem Mann sprechen, aber da sind die Versuche irgendwie gescheitert. Er weiß ganz sicher, daß es mir manchmal nicht so gut geht, aber das ganze Ausmaß kennt er sicher nicht.

Ich denke, der erste Schritt muss sein, meine Sicht von mir selbst zu ändern . Aber das denke ich schon seit langem und geklappt hat es noch nicht :-/

Beitrag von kaiserlich 05.03.10 - 20:42 Uhr

oh man, du hast gerade so sehr von mir geschrieben. Es tut richtig weh es hier mal so deutlich zu lesen.
Ganz, ganz genau das trifft auch bei mir zu.
Ich weiss auch nicht wie ich rauskommen soll.
LG

Beitrag von angelaangela 06.03.10 - 01:17 Uhr

schon mal "soziale Phobie" gegoogelt? Ist da was dabei, was dir vetraut erscheint?

Es tut mir immer so Leid um das ganze Potenzial das verloren geht, wenn man sich nicht selber hilft. Du MUSST zum Doc und wenn der dich nicht versteht, einfach zum nächsten. Es ist dringend und es ist absolut greifbar.

Nehmen wir mal an, dass deine Eltern wirklich schuld sind zu 100 Prozent - öhm, was dann? Auch dann können sie dein Leben nicht für dich leben.

Dein "verrückter" Teil ist nur eine Verkettung ungünstiger Vorkommnisse in deinem Leben, die du ungünstig verarbeitet hast. Es kann gut gelingen, die Dinge gerade zu rücken und einen kleinen, feinen Freundeskreis zu finden. Nur Mut und keine Scham, wir anderen da draußen haben alle unsere bekloppten Seiten.

Beitrag von *down* 06.03.10 - 21:36 Uhr


Ich sehe schon, ihr seid euch alle einig - ich muss also zum Arzt.
Dann muss ich mir wohl nur noch eine Taktik zurechtlegen.

Mein lieber Mann hat mich jetzt in den letzten 2 Tagen recht häufig gefragt, ob es mir denn auch gut ginge, aber blöderweise habe ich die Chance das als Aufhänger zu nutzen nicht ergriffen. Habe auch Befürchtungen, daß er sich 1. schuldig o.ä. fühlen und 2. daß er meine Mutterqualitäten in Frage stellen könnte.

Und dann die Überzeugung: auch wenn ich die weltbeste Therapie, die tollsten Medikamente bekomme, werde ich nicht plötzlich schön, beliebt und erfolgreich sein - ich bin immer noch ich :-(

Beitrag von creadiva 06.03.10 - 22:29 Uhr

Hab da auch mal was zu sagen:

>Und dann die Überzeugung: auch wenn ich die weltbeste Therapie, die tollsten Medikamente bekomme, werde ich nicht plötzlich schön, beliebt und erfolgreich sein - ich bin immer noch ich<

Stimmt so nicht. Natürlich wirst du nach einer Therapie nicht schöner.
Aber am Beliebtheitsgrad und Erfolg kann man arbeiten, wenn man dazu in der Lage ist. Und deshalb lass dir helfen und dann kanns -wenn DU es auch WILLST- Stück für Stück bergauf gehen.

Und Erfolg....
Erfolg will erstmal definiert sein.
Was ist Erfolg für dich?
Erfolg heißt nicht zwangsläufig, dass du Mio. aufm Konto haben musst.

Für MICH zum Beispiel ist erfolgreich sein, sein Leben so zu gestalten, wie man es haben möchte. Ein erfülltes Leben führen.
Ich bin bloß Mama.
Und DAS:-p verdammt erfolgreich, würd ich mal sagen...

Beitrag von *down* 06.03.10 - 22:31 Uhr



Jetzt muss ich über mich selbst lachen :-D

Gute Nacht :-)

Beitrag von skosi 07.03.10 - 16:26 Uhr

Hallo *down*,

ich kenne das.

Ich bin auch krank!

Ich leide seit einigen Jahren an Ängsten und Pankattacken. Ich bin ein reines Nervenbündel, raste zu schnell aus und bin überwiegend schlecht gelaunt.

Ich habe es jetzt erst geschafft, mir Hilfe zu holen.

Du musst nicht unbedingt zum Arzt, wenn Du Dich schämst. Du kannst auch einfach so ein "Kennenlern"Gespräch bei einem Psychotherapeuten machen. Das kostet Dich einfach nur die Praxisgebühr und am Telefon Offenheit.

Ich sage Dir aber gleich, es ist schwierig einen Termin zu bekommen. Du musst da am Ball bleiben und Dich nicht entmutigen lassen.

Falls Du magst, kannst Du mich gern über die VK anschreiben.

Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut.

Liebe Grüße
Simone