Kindsunterhalt eines 18jährigen

Archiv des urbia-Forums Finanzen & Beruf.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von nochmal 05.03.10 - 12:54 Uhr

Hallo,

die Tochter meines Mannes aus einer anderen Beziehung lang vor mir, schrieb letzte woche einen Brief, indem standen nur zwei Sätze.

Bist du gewillt weiter den Unterhalt in voller Höhe zu zahlen?
Ich warte auf schriftliche Antwort!

Meine Frage, was soll mein Mann jetzt schreiben?

ICh meine seid 12 Jahre läuft das ganze über das Jugendamt und mein Mann bekam immer von dort Post, was und wieviel er zu zahlen hat.
Läuft das jetzt nicht weiter so bis sie eine Ausbildung oder so hat???

Kann er schreiben: wenn das Jugendamt schreibt, ich soll weiterhin zahlen, dann tue ich das natürlich auch.

Ich wäre über einen Ratschlag erfreut.

Gruss
D

Beitrag von susannea 05.03.10 - 13:02 Uhr

Ich würde sie wohl anschreiben warum das nciht mehr übers Jugendamt laufen soll.

Beitrag von tve 05.03.10 - 13:10 Uhr

Weil das Jugendamt nicht zwingen dafür zuständig ist und sie ggfs. einen eignen Titel erwirken wird, oder sich einen teilvollstreckbaren vom Jugendamt übertragen lässt ?

Der Vorteil am eignen Titel ist, man kann ohne Rücksicht auf Verluste vollstrecken, dass Jugendamt hat seine Schmusevorschriften in Sachen Unterhaltsvollstreckung.

Beitrag von seikon 05.03.10 - 13:14 Uhr

Vermutlich klinkt sich das Jugendamt aus, weil die Dame volljährig ist und das Jugendamt da dann nur noch in seltenen Fällen eingreift.

Ich denke, ich würde der Tochter schreiben, sie solle offen legen, wie ihr weiterer Werdegang jetzt aussehen soll (Schule, Ausbildung usw.). Wenn sie keine Ausbildung macht und zuhause rumhängt, dann hat sie eh keinen Anspruch auf Unterhalt. Wenn sie weiter zur Schule geht oder eine Ausbildung macht KANN sie Anspruch auf Unterhalt haben. Allerdings muss die Tochter selbst den Unterhalt von BEIDEN Elternteilen einklagen.

Beitrag von nochmal 05.03.10 - 13:18 Uhr

Danke schön,

nur wenn sie was macht, wie berechnet sich denn dann der Unterhalt? Muss sie da was machen oder mein Mann?

Ich dachte das Jugendamt macht das solange, bis sie eine Ausbildung hat.
Mein Mann hat ja auch an das Jugendamt gezahlt.

Gruss
D

Beitrag von seikon 05.03.10 - 13:32 Uhr

Wenn sie studiert, die Schule weiter besucht oder eine Ausbildung macht, dann hat sie einen Unterhaltsanspruch, der sich nach der Düsseldorfer Tabelle orientiert (genau kann das nur das Gericht festlegen).
Sollte sie Einkommen in Form von Kindergeld und Ausbildungsvergütung erzielen, dann wird das Einkommen ihrem Unterhaltsanspruch gegen gerechnet. Sie hat also nicht Ausbildungsvergütung + vollen Unterhalt, sondern nur wenn eine Differenz besteht kann sie Unterhalt erhalten.

Allerdings wird der errechnete Unterhalt dann eben auf beide Elternteile aufgeteilt. Nehmen wir mal an, die Dame hätte (rein fiktive Zahlen) einen Unterhaltsanspruch von insgesamt 700 Euro. Sie verdient 400 Euro netto in der Ausbildung. Also wären noch 300 Euro Differenz zu ihrem Unterhaltsanspruch. Das Kindergeld wird auch noch gegen gerechnet. Bleiben also rund 116 Euro. Das heisst jetzt aber nicht, dass der Vater allein diese 116 Euro zahlen muss, sondern dieser Anspruch wird dann auf Vater UND Mutter aufgeteilt. Je nach den eigenen Möglichkeiten.

Mit dem 18. Geburtstag endet der Unterhaltsanspruch erstmal automatisch und dein Partner muss nichts mehr zahlen. Das Jugendamt hat dann i.d.R. damit nichts mehr am Hut, sondern die Tochter muss von sich aus aktiv werden und Vater und Mutter auf Barunterhalt verklagen.

Dein Mann kann also mit dem 18. Lebensjahr die Zahlung einstellen und warten, bis er vom Familiengericht angeschrieben wird. Dein Mann muss da gar nicht tätig werden.

Beitrag von cinderella2008 05.03.10 - 14:03 Uhr

Im Großen und Ganzen ist, was Du schreibst, richtig.

Jedoch ist nicht unbedingt eine Klage gegen die Eltern notwendig. Das geht auch unkomplizierter über das Jugendamt. Allerdings muss in diesem Fall natürlich auch die Tochter aktiv werden und sich an das Jugendamt wenden.

Beitrag von seikon 05.03.10 - 14:15 Uhr

Ja, natürlich kann man sich auch aussergerichtlich einigen. Vater und Tochter könnten auch so freiwillig eine Summe x festlegen. Das hat dann aber keine Rechtskraft. Auch nicht, wenn das Jugendamt eine Unterhaltshöhe festlegt. Solange der Unterhalt nicht vom Gericht tituliert ist hat der Vater keine verpflichtung zu zahlen.

Und ganz ehrlich? Wenn mir die Tochter SO kommen würde, dann würd ich das ganze auch ehrlich gesagt eskalieren lassen und auf ein Schreiben vom Gericht warten.

Beitrag von cinderella2008 05.03.10 - 14:55 Uhr

Naja, ich kann mir vorstellen, dass das Verhältnis der beiden eben nicht o.k. ist. Die TE schreibt irgendwo, Vater und Tochter hätten keinen Kontakt. Man kann nur vermuten, dass die Tochter für den Vater keinerlei Gefühle hat und andersrum wahrscheinlich auch nicht. An wem das liegt, wissen wir nicht. Allerdings hätte sie den Brief schon förmlicher aufsetzen sollen, mit anständiger Anrede, Grußformel und höflicher Formulierung ihres Anliegens.

Beitrag von cinderella2008 05.03.10 - 14:00 Uhr

Hallo,

meine (volljährigen) Kinder waren erst bei einem Anwalt und dieser hat den Vater dann zu den entsprechenden Zahlungen aufgefordert.

Als sich die Lebenssituation meiner Kinder dann änderte, waren sie beim Jugendamt und haben sich dort beraten lassen. Das Jugendamt hat dann die Unterlagen vom Vater (und mir) angefordert und den entsprechenden Unterhalt berechnet.

Die Tochter hat also mehrere Möglichkeiten.

Dein Mann kann ihr also antworten, dass sie die Unterhaltszahlungen über einen dieser Wege einfordern kann/soll.

Cinderella

Beitrag von hauke-haien 05.03.10 - 13:19 Uhr

NICHT VOLL WEITERZAHLEN!

Dass dein Mann in voller Höhe weiter Unterhalt zahlen muss, ist eher unwahrscheinlich. Schließlich ist auch die Mutter barunterhaltspflichtig!

Damit ist eine Neuberechnung unbedingt notwendig. Ich würde zurückschreiben:
"Nein. Ich bestehe auf Neuberechnung und zahle bis zur Klärung nur die Hälfte unter der Annahme, dass die Einkünfte deiner Mutter gleich hoch wie meine sind."

Damit bringt er sie in Zugzwang.

Das Jugendamt führt die Beistandschaft übrigens nur bis zum 18. Lebensjahr. Danach muss seine Tochter den Unterhalt selbst einfordern. Das JA berät nur noch und berechnet auch auf Anfrage die Unterhaltssätze.

Und dann noch was persönliches: ich würde an seiner Stelle mir die Tochter mal vornehmen. So einen Biref zu schreiben, stellt für mich den Gipfel der Unverfrorenheit dar. Man sollte ihr schon mal erklären, dass man als Bittsteller so nicht allzu weit kommt, jedenfalls nicht konfliktlos. Aber das wisst ihr ja selbst...

LG, H.H.

Beitrag von petunia72 05.03.10 - 13:23 Uhr

Hallo,

unabhängig von den anderen Angaben in Deinem Text frage ich mich warum die Tochter eine "Bittstellerin" ist?

Wir wissen doch rein gar nichts über die Umstände, nehmen wir mal an, sie befindet sich in der Ausbildung, dann steht ihr doch Unterhalt zu. Sie fragt halt an, ob er weiter den Unterhalt in der bisherigen Höhe zahlen wird.
Die Art ist natürlich unmöglich, aber wer weiss, was da los ist.

LG Tina

Beitrag von nochmal 05.03.10 - 13:27 Uhr

Hallo,

mein mann hat seid ewigen Jahren keinerlei Kontakt zu ihr und es lief schon immer alles über das Jugendamt, auch die Zahlungen.
Er hat die ganzen 18 Jahre regelmässig ohne zu murren gezahlt.
Wir wissen ebenfalls nicht, ob sie in einer Ausbildung steckt oder was sie derzeit gerade tut.

gruss
D

Beitrag von petunia72 05.03.10 - 13:32 Uhr

Hallo,

also wenn kein Kontakt besteht, wäre das ja jetzt eine Chance dazu, wenn er denn will.

Ansonsten muss er sich überlegen, ob er ihr nur den nötigsten Unterhalt bezahlen will oder sie auch weiterhin in selber Höhe unterstützen will, unabhängig davon ob sie in Ausbildung ist oder nicht.

Wenn er aber, verständlicherweise nur den Mindestunterhalt zahlen will, soll er das von einem Anwalt berechnen lassen. Dazu braucht er natürlich Angaben zu ihrer Ausbildung und zum Gehalt ihrer Mutter. Und genauso würde ich ihr das auch förmlich schreiben.

LG Tina

Beitrag von seikon 05.03.10 - 13:36 Uhr

Wie ich oben schon schrieb. Wenn sie bereits 18 Jahre alt ist, dann die Zahlung erstmal einstellen.
Die Tochter muss dann aktiv werden. Und es steht ihr auch nur Unterhalt zu, wenn sie eben in einer Ausbildung ist oder die Schule weiter macht. Ansonsten muss sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten.
Und wenn sie Geld will, dann muss sie auch offenlegen, was sie derzeit macht. Sprich sie müsste bei Gericht dann auch ihren Ausbildungsvertrag vorlegen und Auskunft über die Höhe der Ausbildungsvergütung geben, da das alles mit angerechnet wird.
Und auch die Mutter muss dann Auskunft über ihr Einkommen geben.

Beitrag von sternchen718 05.03.10 - 14:16 Uhr

Mal ne ganz andere Frage: Warum nimmt er dann nicht mal seinen Hintern hoch und stellt den Kontakt zu seiner Tochter her????

Der Ton im Brief na ja, da drüber kann man streiten. Sie hat ja nichts anderes gelernt als das er derjenige ist der Zahlt. Ist aber ein Stiefel den er sich selber anziehen muss denn er hätte sich ja um Kontakt bemühen können.

Ich bin auch die Tochter von so einem der den Arsch nie hochgekriegt hat. Allerdings hat er das Zahlen auch gleich gelassen. Der hat kurz nach meinem 18. einen Brief vom Anwalt bekommen und Besuch vom Gerichtsvollzieher.
Bekommt er übrigens auch heute noch in Regelmäßigen Abständen. Nix zu holen bei ihm
Allerdings nicht aus Gewinnsucht sondern damit ich mal beweisen kann sollte er Pflegebedürftig werden oder ähnliches damit ich nicht für ihn zahlen muss.

Hätte er sich um mich gekümmert und nicht gezahlt würde die sache mit sicherheit anders aussehen. Denn dann hätte ich eine moralische verpflichtung bzw. Bindung aber so, nein Danke.

LG
Corinna

Beitrag von nochmal 05.03.10 - 20:40 Uhr

Darf ich fragen, warum du so angep.... bist?
kennst du meinem Mann, seine Situation - hast du irgendeine Ahnung was war?

Richtig, NEIN, hast du nicht.

Bei meinem Mann wird wohl kein gerichtsvollzieher vor der Tür stehen, er hat 18 Jahre lange regelmässig eine gute Summe gezahlt - basta!
Mehr hat dich nicht zu interessieren.

Nicht jeder Vater ist scheisse, weil er NUR zahlt!

Gruss

Beitrag von susannea 05.03.10 - 13:27 Uhr

Also zwischen anfragen und so einem Wishc bestehen für mich schon himmelweite Unterschiede!

Beitrag von petunia72 05.03.10 - 13:28 Uhr

Ich schrieb ja, dass die Art unmöglich ist, aber die Frage ist doch, warum sie eine "Bittstellerin" ist.

LG Tina

Beitrag von nochmal 05.03.10 - 13:29 Uhr

also ein Wisch war es wirklich.
Das Blatt musste mal sehen!

Beitrag von zwiebelchen1977 05.03.10 - 13:29 Uhr

Hallo

Kommt auf die Höe der Ausbildungsvergütung an. Die Tochter einer Reundin bekommt 750 Euro. Sie hat kinen Anspruch mehr auf Unterhalt.

Bianca

Beitrag von petunia72 05.03.10 - 13:34 Uhr

Das habe ich natürlich nicht bedacht, dass natürlich in Deinem Umfeld selbst die Auszubildenden exorbitant mehr verdienen als bei der restlichen deutschen Bevölkerung.

LG Tina

Beitrag von zwiebelchen1977 05.03.10 - 13:41 Uhr

Hallo

Was soll das denn heissen??? Erkundige dich mal nach dem Enkommen als Azubi Krankenschwester. Dann kommst du mit den Zuschlägen im 1 Lehrjahr auf den Betrag.
Und es gibt auch andere Ausbildungsberufe,wo man gut verdient.

Schau mal hier. http://www.krankenschwester.de/forum/adressen-verguetung-sonstiges/1469-ausbildungsverguetung.html

Ist aber von 2002. Dazu kommen noch die Zuschläge, die ja Steuerfrei sind.

Ich habe 1996 die Ausbildung gemach und im 1 Lehrjahr mit Zuschlägen 1200 DM verdient.

Bianca

Beitrag von zwiebelchen1977 05.03.10 - 13:46 Uhr

Hallo

Hier ist ein aktuellerer Link. Da sind es 706 Euro Brutto im 2 Lehrjahr ohne Zulagen. Und ichschrieb ja, mit Zulagen.

http://www.pressemitteilungen-online.de/index.php/krankenschwester-werden-ausbildung-verdienst-und-aufstiegsmoeglichkeiten/

Bianca

Beitrag von cinderella2008 05.03.10 - 14:14 Uhr

Also meine Tochter hat auch eine Ausbildung als Krankenschwester gemacht und sie hatte keinen Anspruch mehr auf Unterhalt vom Vater. Es stimmt, die Ausbildungsvergütung in diesem Beruf ist schon sehr gut, aber Deine Zahlen scheinen mir doch übertrieben. Sie hat in den drei Ausbildungsjahren zwischen 450 und 600 Euro verdient.

Dieses Einkommen ist für einen Azubi aber bei Weitem nicht die Regel, die meisten verdienen sehr viel weniger.