Wie verabschieden

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von bebbelchen 05.03.10 - 13:15 Uhr

Hallo zusammen,

jetzt muss ich auch mal eine Frage stellen. Ich weiß im Moment wirklich nicht, wie ich mich verhalten soll...

Mein Onkel (60 Jahre), zu dem ich früher ein sehr inniges Verhältnis hatte, wird wohl die nächste Woche nicht mehr überleben (Krebs im Endstadium).

Er wohnt ca. 400 km weit weg von uns, daher hab ich ihn die letzten Jahre nur noch sporadisch gesehen. Jetzt werde ich aber am Wochenende in meine alte Heimat fahren und ihn besuchen.

Irgendwie graut es mir vor diesem Besuch. Ich möchte ihn unbedingt noch einmal sehen, aber ich weiß absolut nicht, wie ich mich verhalten soll.

Was redet man bei so einem Besuch, der ja eigentlich ein "Abschiedsbesuch" ist? Wenn ich nur daran denke, könnte ich schon heulen, aber ich kann ja nicht heulend bei ihm in der Wohnung sitzen.....
Und unterhalten kann ich mich mit ihm auch nicht mehr, weil er nach einem zusätzlichen Schlaganfall vorgestern nicht mehr reden kann.

Aber ich kann ja auch nicht nur über belanglose Dinge reden......

Oh je, oh je - ich bin im Moment völlig überfordert!!

LG
bebbelchen

Beitrag von mamavonyannick 05.03.10 - 13:51 Uhr

Hallo,

ich denke, dein Onkel weiß, wie es um ihn steht.:-( Warum also so tun, als ob wieder alles gut wird. (Klingt schlimm, sorry) #liebdrueck
Wenn ich in seiner Situation wäre, dann würde es mich freuen, wenn mir jemand, der mir nahe steht, sagt, was ich ihm bedeute. Das ich spüre, dass ich geliebt werde. DAS würde ich schön finden.#heul#herzlich

vg und alles Gute, m.

Beitrag von klene0203 05.03.10 - 15:09 Uhr

Hallo Bebbelchen,

sei da, drücke ihn, lach mit ihm und weine mit ihm.
Sei einfach nur da...
Ich habe bereits meine Mama und meine Oma beim Sterben begleitet.
Als wir uns von meiner Mama verabschiedet haben habe ich sie in den Arm genommen und ihr gesagt, dass ich so unendlich dankbar bin eine so tolle Mama zu haben. Dass ich sie liebe und dass ich da bin.
Sie hat mich angelächelt und mich feste gedrückt.
Wir haben viel geweint aber auch noch zusammen gelacht, bis sie in meinen Armen eingeschlafen ist.
Meiner Oma habe ich nur die Hand gehalten und gesagt, dass ich sie lieb habe.

Die richtigen Worte gibt es nicht. Versuche auch nicht zu trösten, denn das kann man nicht.
Meistens sind Menschen, die nach langer Krankheit und langem Kampf am Ende des Weges stehn völlig ruhig.
Hab keine Angst, sondern sei froh, dass Du Dich verabschieden kannst.
Nimm Deinen Onkel in den Arm, drücke ihn und sag ihm was Du fühlst...

Ich wünsch Dir viel Kraft, aber es wird Dir gut tun Dich verabschiedet zu haben

LG klene

Beitrag von chaosotto0807 05.03.10 - 19:40 Uhr

hallo bebbelchen,

ich denke in dem du deinen onkel noch einmal besuchst, wird er es schon verstehen #liebdrueck. es zeigt ihm, dass du für ihn da bist, er nicht alleine ist...meine mama ist leider sehr früh an krebs gestorben...und es haben sich damals leider sehr viele leute von ihr "entfernt" #heul.

nimm ihn einfach in den arm....das sagt mehr als worte #herzlich.

ich wünsche dir alles gute und ganz viel kraft!

mareike

Beitrag von tristimonia 05.03.10 - 20:32 Uhr

Lies Dir das mal durch...

http://www.gemeinde-seelsorgedienst-wittlich.de/frameset.html?mainFrame=http://www.gemeinde-seelsorgedienst-wittlich.de/trauer-MutZurTrauer.html

Ich wünsche euch ganz viel Kraft.