Frage wegen Kündigung während der Ausbildung

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von happy20 05.03.10 - 15:47 Uhr

Hallo,

ich frage hier für eine Freundin, die gerade neben mir sitzt.

Sie ist im zweiten Lehrjahr als Friseurin und wurde ohne Grund NICHT zur Zwischenprüfung angemeldet. Ihre Chefin gibt ihr keine deutlich Aussage warum nicht. Sie fühlt sich dem Salon auch nicht wohl. Darf nur noch putzen und lernt nicht wirklich was. Außerdem hat sie eine 51 Stunden Woche und Überstunden werden nicht vergütet oder abgefeiert. Sie muss jeden Samstag arbeiten. Für Fortbildung und Lehrgänge muss Urlaub beantragt werden bzw. wird Urlaub abgezogen.

Nun möchte Sie gerne kündigen. Wie ist das dann mit der Lohnfortzahlung?Was muss Sie beachten? Kann Sie einfach so kündigen?

Lieben Gruß
Maria

Beitrag von seikon 05.03.10 - 16:09 Uhr

Deine Freundin kann jederzeit kündigen.
Sie kann mit einer Frist von 4 Wochen zum Monatsende bzw. zum 15. kündigen.
Bis zum Ende der Kündigungsfrist muss sie dort natürlich noch arbeiten und die Chefin muss ihr den Lohn für diese Zeit zahlen.
Nach Ende der Kündigungsfrist (also wenn sie aus dem Betrieb ausgeschieden ist) hat sie keinen Anspruch auf weitere Gelder. Wieso auch? Einzige Ausnahme ist, wenn sie noch Urlaubsanspruch bis dato erworben hat und diesen nicht abfeiern konnte. Den muss die Chefin ihr ausbezahlen. Was die Überstunden betrifft kommt es drauf an, was vertraglich/betrieblich vereinbart ist. Wenn die Überstunden bislang einfach so unter den Tisch gefallen sind, dann denke ich hat deine Freundin auch so schlechte Chancen, dass sie die ausbezahlt bekommt.

Beitrag von zwillinge2005 05.03.10 - 17:06 Uhr

Hallo,

bevor Deine Freundin kündigt sollte sie sich an die Handwerkskammer wenden und darüber einen Wechsel der Ausbildungsstelle versuchen.

Sonst geht Ihr eventuell Zeit verloren.

Es muss ja einen Grund geben, warum sie nicht an der Zwischenprüfung teilnehmen durfte/konnte o.ä.

Bei Problemen mit dem Lehrherren ist die Handwerkskammer aber die beste Adresse.

LG, Andrea

Beitrag von manavgat 05.03.10 - 17:49 Uhr

Sie sollte sich dringend an die Handwerkskammer wenden.

Gruß

Manavgat

Beitrag von claudia161078 05.03.10 - 20:16 Uhr

http://www.azubi-azubine.de/mein-recht-als-azubi/arbeitszeit.html

lest euch das mal durch...

Beitrag von puffie 06.03.10 - 00:18 Uhr

Hallo Maria,

grundsätzlich haben Azubis nicht dieselben Kündigungsfristen wie "normale" Berufstätige. Es kann nur aus einem wichtigen Grund gekündigt werden wie z.B. wechsel in einen neuen Beruf oder die Ausbildung kann aus gesundheitlichen Gründen nicht abgeschlossen werden.
Der Ausbildungsbetrieb Deiner Freundin hat jedenfalls gegen das BBiG verstossen in dem sie nicht zur Zwischenprüfung angemeldet wurde. Das ablegen der Zwischenprüfung, unabhängig der Noten, ist die Voraussetzung zur Zulassung zur Abschlussprüfung. Sie kann also nicht so ohne weiteres die Ausbildung abschließen. Deine Freundin sollte sich umgehend mit der Handwerkskammer in Verbindung setzten und sowohl dieses Fehlverhalten als auch die anden Dinge melden. Wenn ein anderer Ausbldungsbetrieb her muss, helfen die auch dabei.

LG Torsten