Schüler bewerten sich gegenseitig-ist das erlaubt?

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Beitrag von jane..doe 05.03.10 - 19:13 Uhr

Hallo!

Mein Bruder macht eine Kaufmännische Ausbildung und besucht somit eine Berufsschule.
Die Klasse sollte an einem Projekt arbeiten und wurde in 2 Gruppen aufgeteilt, jeweils 12 Leute,jeder war für einen Teil zuständig.
Heute war Abgabetermin, mein Bruder war bestens vorbereitet, der Rest der Klasse nicht wirklich.
Nun haben die Lehrer beschlossen, den Abgabetermin zu verschieben und die Schüler bei der Präsentation in einer Abschlussprüfungsähnlichen Situation zu befragen.
Dann soll die ganze Gruppe eine Gesammtnote bekommen, die die Gruppe soll die Note unter sich aufteilenu und sich gegenseitig bewerten: Das heißt, wenn die Gruppe eine 3 hat, muß auch wieder eine 3 rauskommen. Also bekommt entweder jeder eine 3 oder einer eine 1 und ein anderer eine 6.
Ist sowas erlaubt?
Mein Bruder möchte sich weigern, seine Mitschüler zu bewerten.
Kennt jemand einen Gesetzestext, laut welchem eine solche Art der Benotung nicht zulässig ist?
Diese Note macht einen Großteil der Zeugnissnote aus, und in einer Berufschule geht es wirklich um die persönliche Zukunft.

Vielen Dank fürs lesen und viele Grüße von einer verärgerten janee..doe

Beitrag von mvtue 06.03.10 - 08:07 Uhr

ruf einfach mal am zuständigen kultusministerium oder schulamt an.

lg

Beitrag von flying-phoenix 06.03.10 - 09:18 Uhr

diese poolnoten, wie sie oft genannt werden, sind in der oberstufe auch hin und wieder (je nach lehrer) anzutreffen.

gerecht werden diese noten nieaufgeteilt - wenn jemand den löwenanteil gemacht hat und auf eine bessere note fordert, steht dem der neid der anderen ganz klar entgegen, die ja auch für sich das beste rausholen wollen.

hierbei versucht jeder das min-max-prinzip anzuwenden. habe gehört, dass es das auch an unis gibt, gott sei dank hab ich das noch nicht erlebt.

die art der notengebung ist aber - soweit ich mich erinnere - dem lehrer überlassen und verboten ist das auf keinen fall.

dein bruder sollte viel mehr alle animieren, sich in das projekt reinzuhängen.

andernfalls kann er u.u. mit dem lehrer reden und nachfragen, ob er nicht eine einzelarbeit abgeben kann, lehnen die lehrer jedoch meist ab, da es hier um sozialkompetenz ginge. (schwachsinn, meiner meinung nach!)

Beitrag von kleinjano 06.03.10 - 09:36 Uhr

Vielleicht ist es nicht fair, aber keine schlechte Vorbereitung für's Berufsleben...

Beitrag von manavgat 06.03.10 - 10:19 Uhr

Ich halte das für Schwachsinn! und Lehrer die so vorgehen für zu feige um Noten zu verteilen.

Ob es schulrechtlich erlaubt ist, kannst Du beim Schulamt erfragen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von mauerbluemchen86 06.03.10 - 13:48 Uhr

Hey,
mit feige hat das ganze doch mal gar nichts zu tun.
Oder wo siehst Du da die Feigheit?

Es ist einfach ein anderes als das traditionelle Bewertungsschema à la Lehrer=Autorität, Bestimmer.

Das Problem ist hier nur, dass der Lehrer das nicht angekündigt hat und offensichtlich auch kein transparentes Bewertungssystem zu Grunde liegt. Also die Schüler gar nicht wissen, was sie bewerten sollen.
Das heißt, es ist einfach pädagogisch und didaktisch sehr unklug eingesetzt worden.
Insgesamt werden aber alternative Leistungsbeurteilungsformen sehr begrüßt (laut Rahmenrichtlinien).
Dementsprechend ist eine "Peer-Bewertung" sehr "fortschrittlich". Allerdings scheinen einige Lehrer zu vergessen, dass zu solchen Leistungsbeurteilungsformen eben auch pädagogische Gerüste existieren, die ganz offensichtlich in diesem Fall nicht weiter beachtet wurden.

Das ist schade, weil es so tatsächlich eher nach Willkür aussieht und darum nicht gerecht ist.

Verbieten kann man so ein Vorgehen ganz sicher nicht, man könnte höchstens Verbesserungsvorschläge machen. Der wichtigste dazu: Transparenz und VORHER ankündigen, dann kann man sich darauf einstellen.

Ich wünsche Deinem (@ TE) Bruder, dass er trotzdem zufrieden aus der Bewertung rausgeht.

Liebe Grüße,
#blume

Beitrag von manavgat 06.03.10 - 14:35 Uhr

Es ist einfach ein anderes als das traditionelle Bewertungsschema à la Lehrer=Autorität, Bestimmer.


Wir legen bei uns Wert auf die klare Rollenverteilung. Selbstverständlich werden Arbeiten auch innerhalb der Gruppe diskutiert und beurteilt. Aber benotet? Eine Note kann auf den Werdegang eines Schülers erheblichen Einfluß nehmen.

Die Aufgabe des Führens und die letztlich gültige Bewertung obliegt der Lehrkraft.

und es ist feige und/oder bequem, diese Gruppenbewertung.

Gruß

Manavgat

Beitrag von bianca1988 06.03.10 - 11:36 Uhr

Das hatten wir auch mal in der Schule, allerdings schreibt der Lehrer nicht die Noten ein die ein anderer sagt, sondern gibt schon seine eigene.
Man musste sich selbst und die anderen in der Gruppe dann bewerten und benoten, damit wollte der Lehrer dann wissen wie gut kann er sich selbst und andere einschätzen.

Die haben dann immer gesagt was sie den für Noten verteilt haben, mit Begründung usw.

Zumindest konnten den die anderen sehen wie gut man lag andere einzuschätzen und sich selbst einzuschätzen.

Beitrag von jane..doe 06.03.10 - 12:12 Uhr

Danke für Eure Antworten!

Ich werde am Montag beim Schulamt anrufen, auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen...
Liegt vielleicht auch daran, dass ich mich aus dem Kleinkindforum rüber geschlichen hab.

Am meißten ärgert mich, dass die Lehrer völlig ignorieren, dass die Klassse nächstes Jahr Abschlussprüfung schreibt und sich mit den kommenden Zeugnissen beworben wird.

Können die nicht ihre pädagogischen Ambitionen am ersten Lehrjahr auslassen?
Nicht jeder ist Beamter auf Lebenszeit:-[

Ein schönes Wochenende

jane..doe