Bin ich Asexuell? Eheprobleme.

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Beitrag von XY 05.03.10 - 21:15 Uhr

Hallo Ihr!

Ich weis einfach nicht mehr weiter und muss mich bei euch mal aussprechen.

Anscheind war es mir mein ganzes Leben nicht bewusst.
Nun wird mir langsam bewusst, das ich mich anscheind schon immer selbst belogen habe.
Seit ich denken kann, habe ich gemerkt das ich anscheind anders bin was die Liebe angeht.

Als Teenager hatte ich ein Interesse an Jungs, doch eigentlich nur nach ihrer Aufmerksamkeit; Zuneigung...kuscheln....
Auf Sex war ich noch nie aus. Später redete ich mir ein, das es eben Menschen gibt die mehr und andere die weniger Sex benötigen. Und ich eben zu den wenigeren gehöre. Ich glaubte, das nur ich die Partner abbekam die viel Sex wollten und das es unnormal wäre.
Doch wie ich heute weis, ist sex nicht unnormal. Und 2 mal die Woche ist nicht sexsüchtig, sondern für viele anscheind ein Bedürfniss.
Ich hatte erst eine Beziehung vor meiner Ehe.
In meiner Ehe lief es bisher so, das wir zu Beginn der Beziehung vielleicht 2 mal im Monat sex hatten.
Das war für mich und meine Bedürfnisse schon viel.
Sicher habe ich mich das ein oder ander mal mehr überreden lassen, als wirklich aus tieften Herzen sex gewollt. Meinem Mann eben zur Liebe.
Nun 7 Jahre später mag ich mich absolut nicht mehr überreden lassen.
Sicher fragt ihr euch, warum ich diesen armen Mann geheiratet habe, wenn ich doch meinen Pflichten nicht nachkommen kann.
Tja, ich vermute weil ich mir selbst immer eingeredet habe, das es besser wird.

Nun hatten wir 5 Monate keinen Sex und ich habe auch immer noch Null verlangen. Es ist sogar so schlimm, das ich schon eine Art Wut gegen meinen Mann entwickel, warum er ständig sex will.
Klar..5 Monate sind für normale eine Ewigkeit.

Mein Mann erwartet von mir, das sich das ändert und ich was dagegen tun soll.

Nur was soll ich tun?

Ich hatte noch nie wirklich Lust zu sex.
Früher waren es vielleicht 10mal im Jahr, wovon ich mich hab 7 mal mehr überreden lassen.

Nun finde ich es nur noch widerlich es zu tun.

Es klingt vielleicht völlig unverständlich für euch, aber wenn mein Mann mich fragt, wann wir denn mal wieder sex haben bzw ich es doch endlich ändern möge, dann ist es für mich genauso, als würde er mich bitten als ob es das normalste wäre 2 mal in der Woche ein Stück Leber roh zu essen. ;)

Ok, das ist ein blödes Beispiel, aber die Forderung nach sex ist für mich nichts anderes als eine Forderung wie nach anderen ekeligen Dingen.

Ich weis zwar das sex nichts unnormales ist, aber meine Empfindung ist so, als wäre es etwas was völlig unnormal wäre.
Mein Mann meint ich soll zum Psychologen.

Aber was soll dieser tun?
Ich meine, mir geht es gut ohne sex. Mir fehlt nichts.
Im Prinzip fühle ich mich total normal und habe für mein Gefühl nicht das Bedürfniss etwas zu ändern.
Ein Geschmack kann man doch nicht ändern?

Das klingt für euch sicher sehr egoistisch, aber was soll ich nun tun??? Ich mag kein sex und möchte es eigentlich noch nie wirklich. Wenn man sich dann mal aufgerafft hat, dann war es schon ganz nett. Mehr aber auch nicht.

Mein einziges Problem ist, das ich mir eine harmonische Beziehung wünsche. Am liebsten ohne Sex.
Da mein Mann und ich aber 2 Kinder haben und ich diese Beziehung nicht verlieren möchte bleibt mir anscheind nichts anderes übrig als irgendwelche Medikament zu nehem die aus dem nichts "sexlust" zaubern. Jahrelang habe ich mich überreden lassen. Nun ist aber der Ofen aus. Ich kann das nicht mehr.

Bin ich vielleicht Asexuell und es ist eben wie es ist??

Verzweifelte Grüße

Beitrag von Und wenn 05.03.10 - 21:19 Uhr

Hi, du,

du Arme - und dein armer Mann? Ich kann dir nachfühlen, wie du dich fühlst.

Hast du schon mal dran gedacht, ob du vielleicht mit einer Frau mehr Spaß haben würdest?

LG

Beitrag von XY 05.03.10 - 21:22 Uhr

Das kann ich sicher ausschliessen. Ich fühle mich eindeutig zu Männer hingezogen.

Beitrag von fasziniert 05.03.10 - 21:28 Uhr


Du hast wirklich keine Lust auf Sex? Egal welcher Art? Hattest du denn als Teenager auch nicht das Bedürfnis deinen Körper zu entdecken und mal selbst Hand an dich zu legen?

Beitrag von XY 05.03.10 - 21:36 Uhr

Als Teenager schon... aber auch eher selten.

Eigentlich wurde das Interesse immer weniger.
Das heisst es war noch nie richtig da.

Beitrag von fasziniert 05.03.10 - 21:40 Uhr

Hm, da bin ich echt baff und weiß leider nicht wirklich einen Rat. Es ist nur schade, wenn daraus ein Beziehungsproblem entsteht. So schwer es dir bestimmt fallen mag, aber geh doch vielleicht wirklich mal zum Arzt. Nicht weil du krank bist, aber vielleicht, um dich einfach mal beraten zu lassen, wie das kommt und wie man euch zweien als Paar helfen kann. Ich fürchte, da können wir laienhaften Dr. Loves auch nicht helfen. :-( Tut mir sehr leid. Ich wünsch dir dennoch alles Gute. #blume

Beitrag von darkangel70 05.03.10 - 22:37 Uhr

Ja, ich würde dir auch einen Sexualtherapeuten raten..oder Psychologen, irgendwas..Die Lust am Sex muss doch auch bei dir herstellbar sein. Oder hattest du mal ein schlechtes Erlebnis was du bis heute nicht richtig verarbeitet hast?

Beitrag von Kennichauch 06.03.10 - 00:18 Uhr

Hallo,
ich kenne das auch, zwar nicht so ausgeprägt wie bei Dir, aber meine Libido ist sicher unterdurchschnittlich.
Da mein Mann sehr viel arbeitet und abends mehr als ausgepowert ist, ist das für uns zur Zeit eigentlich ganz praktisch, aber natürlich auf Dauer kein Zustand.

Ich habe mal ein chinesisches Sprichtwort gelesen:
"Die Frau ist das Instrument und der Mann, der darauf spielt".
Wenn der Mann das Instrument roh und lieblos behandelt, kann keine gute Melodie entstehen. Vielleicht ist es bei Euch auch so. Vielleicht ist der Mann so fantasielos, dass sich bei Dir keine Wünsche einstellen.

Kannst Du zusammen mit Deinem Mann vielleicht einmal im Monat einen Kuschelabend mit schöner Musik, mit Wein, mit Gesprächen veranstalten, ohne dass Dein Mann anschließend mit Dir in die Kiste hüpfen will? Zumindest nicht beim ersten Abend? Wenn sich dann durch solche Abende wieder eine Vertrautheit einstellt, kommt Dein Wunsch nach Nähe möglicherweise auch wieder.
Ich würde es Dir wünschen.
H.

Beitrag von das gibts 06.03.10 - 00:35 Uhr

Hallo!

Ich habe so ein ähnliches Problem wie Du. Ich habe sehr selten mal Lust. Die Sache ist nur die, dass es bei mir mal anders war.
Ja, es hört sich an, als wärst Du asexuell. Und ich glaube auch nicht, dass Dir ein Arzt / Psychologe /Sexualtherapeut wirklich helfen kann.
Du könntest zum Frauenarzt gehen und Deinen Hormonspiegel bestimmen lassen, manchmal ist ein Mangel an Testosteron die Ursache. Die Pille kann eine Ursache sein. Die Schilddrüse käme auch in Frage.
Wenn es durch körperliche Sachen zu erklären ist, dann kann man was ändern. Allerdings ist das meist nicht der Grund, sondern einfach das fehlende Bedürfnis.
Für andere ist Sex ein Bedürfnis wie Essen oder Schlafen. Für uns ist es einfach irgendwie eine Last. Du hast das schon ganz gut beschrieben. Das können die Sexuellen überhaupt nicht verstehen. Genau wie Du die Sexuellen nicht verstehen kannst (was ist daran eigentlich so toll, das wird total überbewertet,...)
Wenn man für sich erstmal akzeptiert, dass es so ist, wie es ist, dass man das Bedürfnis einfach nicht hat, dann lebt es sich damit einerseits leichter, weil man mit sich selbst im Reinen ist, aber wenn man in einer sexuellen Partnerschaft lebt, dann sind natürlich Probleme vorprogrammiert.
Ihr müßt miteinander reden, das ist das Wichtigste. Und einen Kompromiß finden, weil Dein Mann dieses sexuelle Bedürfnis eben hat. Das musst Du akzeptieren, genau wie er akzeptieren muss, dass Du es nicht hat.
Die beste Lösung ist ein Kompromiß, in irgendeiner Form. Du gibst Dich einmal im Monat hin oder öfter oder weniger. Natürlich bleiben dabei beide irgendwie auf der Strecke, Du, weil Du es als Last empfindest und er weil er weiß, dass Du Dich jetzt nicht aus Lust sondern zu seiner Befriedigung hingibst. Oder Du lernst es, wenigstens einmal im Monat Dich auf zweisame Stunden zu freuen, ihr gestaltet das gesamte drumherum sehr schön, dass Du Dein Nähe und Kuschelbedürfnis befriedigst und er sein Sexualtrieb.
Eine zweite Möglichkeit wäre, Deinem Partner Sexualkontakte außerhalb der Partnerschaft zu zu gestehen, was natürlich immer die Gefahr birgt, dass er sich irgendwann eben doch verliebt.
Die Dritte Möglichkeit ist eine Trennung (was ja im Moment für euch nicht infrage kommt) um vielleicht einen passenden Partner zu finden, der sexuell die gleichen Bedürfnisse hat wie Du, keine oder sehr wenig.
Ich weiß wie schwer es ist, einen Kompromiß einzugehen. Bei uns funktioniert es ganz gut, weil ich noch ab und zu wirkliche Lust empfinde und der Appetit beim Essen kommt. Also wir haben uns für ersteres entschieden und kommen damit ganz gut zurecht.
Obwohl ich bei mir immer noch glaube es ist eine Phase, weil mein Leben sehr stressig ist und dass schon über einen längeren Zeitraum (mehrere Jahre) und ich soviel drum herum zu tun habe, was mir wichtiger ist, dass Sex für mich im Moment einfach unwichtig ist. Aber ich hoffe immer noch, dass es irgendwann, wenn mal mehr Zeit ist, wieder besser wird. Bei uns gibt es z. B. wenn ich Urlaub habe mehr Phasen, wo ich echte Lust empfinde.

Viel Glück euch!

LG Yvonne

Beitrag von perfectdark 06.03.10 - 13:51 Uhr

Hallo

mir geht es da genauso wie dir. Zum glück hatte ich noch nie eine Beziehung (meiner Behinderung sei dank), in der ich das machen müsste. Keine Libido und der Gedanke daran finde ich auch eklig. Mir ist auch nie was in Richtung sexueller Missbrauch passiert. Ich denke genauso wenig wie ein Heterosexueller sich rechtfertigen muss, warum er so fühlt etc., genauso wenig muss sich ein Homo-, Bi- oder Asexueller rechtfertigen bzw. nach Gründen suchen.

Ich würde dir raten mal im Internet diverse Seiten zu suchen, in denen du mehr Informationen darüber erhalten kannst oder dich mit anderen austauschen kannst. Dann wirst du dich nicht mehr "alleine" fühlen mit deiner Neigung.

Mit deinem Mann: klar ist das blöd für ihn bzw. für euch, da ihr in der Beziehung eben total verschieden seit. Ich würde es meinem Mann gestatten sich mit anderen Frauen zu vergnügen, aber natürlich weiß ich nicht wie du dich dann damit fühlen wirst. Sonst bleibt dir nur die Trennung (was ja wohl für dich nicht wirklich in Frage kommt) oder dich gegen deine Natur zu verhalten wie du es schon immer getan hast. Mehr kann ich dir leider auch nicht raten. Wünsche dir aber, dass du einen Weg findest damit umzugehen. #pro

herzlichen Gruß

Julia

Beitrag von quasiratlos 07.03.10 - 09:26 Uhr

Hallo,


also völlig asexuell bist du sicherlich nicht, denn ab und an hattest du ja Lust, nur ist deine Libido einfach nicht so stark ausgeprägt.

Zum Einen würe ich dir auch raten, zum Arzt zu gehen und da mal bereits genannte Ursachen (Hormone, Schilddrüse) abchecken zu lassen, auch um mögliche Spätfolgen zu vermeiden (meine Mum hatte was an der Schilddrüse, wurde erst sehr spät erkannt, nun hat sie große gesundheitliche Probleme...)

Wenn da nichts zu finden ist, wäre es denn für dich ein großes Problem deinem Mann sexuelle Kontakte außerhalb der Partnerschaft zuzugestehen?

Ich kann dir nur aus der Sicht einer sehr lustbetonten Person sagen wie es für mich ist, wenn es so wenig Sex gibt:
abgesehen von einer zugegebenerweise Bestätigung die ich dadurch erhalte, ist es eine gewisse körperliche Qual und eine unglaublich gedankliche Belastung.
Man wird gegenüber dem Partner aggressiv bis reserviert, weil man sich denkt, wenn er/sie daran kein Interesse hat, warum soll er/sie dann darüber bestimmen können.
Man kann niemanden zum Sex oder eben nicht Sex zwingen.

In eurem Fall kann ich mir vorstellen, dass euch beiden sehr geholfen wäre, wenn du es deinem Mann gestattest, sich außerehelich sexuell zu vergnügen.
Das ist nicht das Gleiche, wie mit dem eigenen Partner zu schlafen (Krönung der Liebe über körperlichen Kontakt) aber die wenigen Male die ihr dann miteinaner schlaft könntest dann auch du mehr genießen, weil kein Druck mehr da ist.

Es würde mich sehr interessieren, wie du über sowas denkst, vielleicht möchtest du ja zu deinem Thread und den Antworten hier nochmal was sagen?

Grüße und alles Gute

Beitrag von ich bin auch so 09.03.10 - 14:51 Uhr

Hallo...

ich kann dir in allen Punkten soweit zustimmen, bei mir / uns ist es genauso.

Ich habe auch nie Lust und mir fehlt auch nichts. Wir haben eine tolle Ehe, verstehen uns super, haben 2 tolle Kinder und alle paar Monate einmal Sex.

Früher am Anfang unserer Beziehung (vor 12 Jahren) hatten wir öfter Sex, so 2-3 im Monat. Ich hatte zwar da schon nicht immer Lust, aber wollte ihm den Gefallen tun. Jetzt ist es eben anders...ich fange NIE an und bin auch froh, wenn er es nicht versucht.

Ich blocke oft ab, und ich hab wirklich Glück, das er so ein Verständnis hat. Er kann sich auch selber befriedigen, manchmal schaue ich zu..aber Lust bekomme ich davon keine.

Ich habe mich nie selber befriedigt, für was? Habe nie Lust auf sowas gehabt...würde ich heute auch nicht machen. Nicht weil ich mich ekel oder irgendwas, sondern weil ich daran einfach null Interesse habe.

Manchmal rede ich mit meiner Freundin drüber... meine Antwort an sie:

Du würdest ja auch nicht etwas essen, was dir nicht schmeckt... es sei denn, du hast wirklich Hunger...

Und ich habe nie so einen Hunger, das ich alles essen würde ;-)

Ich liebe meinen Mann, ich liebe meine Kinder und ich möchte dieses Leben, was wir führen nie aufgeben, aber Sex gehört für mich in dieses Leben nicht dazu.

Wir hatten Sex, weil wir Kinder wollten, nun wollen wir keine mehr haben, für was dann noch Sex, wenn dieser sowieso nur eine Last ist.

Ich bin manchmal auch genervt, wenn er tagelang hinter mir her watschelt und quasi nach Sex bettelt, bzw. Anzeichen macht, das er doch gerne wieder einmal würde...dann habe ich schlechte Laune tagelang...nach 2-3 Wochen lass ich mich doch drauf ein.

Ich weiß, das er mich liebt und er würde mich nie betrügen, er ist ein ehrlicher, toller Mensch...er hat Verständnis..aber ich weiß nicht, wie ich in seiner Lage handeln würde. Wie gesagt, er tut mir auch leid, ich liebe ihn, und dieser Sexentzug den er von mir bekommt, ist echt ätzend. Ich bin aber nun mal so, ich kann es nicht ändern...