Versagt

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von roterose82 06.03.10 - 11:44 Uhr

Hallo,
ich weiß nicht ob das hierher passt,aber ich schreibe trotzdem mal...
Meine Tochter 6 Jahre wohnt seit letztes Jahr bei ihrem Papa da sie es wollte und das glück meiner Tochter geht vor...Wir sehen sie regelmäßig und wir Camen täglich...Mein Ex-Mann hat eine Freundin die auch bei ihm wohnt meine kleine versteht sich auch gut mit ihr...aber gestern hatte meine Tochter mich am Tel. gefragt ob sie net zu der Freundin jetzt Mama sagen kann und nicht mehr zu mir,das war ein schock für mich und mir kamen die tränen... und denke jetzt das ich als Mama versagt haben#heul

Was soll ich jetzt machen fühle mich als vesagerin#heul

Lg

Beitrag von manavgat 06.03.10 - 12:15 Uhr

Warum sagst Du ihr nicht einfach, dass sie für Dich immer Dein Kind ist und das Du Dir wünschst, dass sie Dich weiterhin so anspricht wie bisher?

Wie sie dann die andere Frau nennt, musst Du halt ihr überlassen.

Mit versagen hat das nichts zu tun.

Gruß

Manavgat

Beitrag von jazzbassist 06.03.10 - 13:36 Uhr

Wir ziehen einen 11-Jährigen groß, der seit einigen Monaten in der Familie meines Bruders lebt, da wir ins Ausland gezogen sind und er noch das Schuljahr in Deutschland beenden wollte; wir sehen ihn auch nur noch am Wochenende. In einem Wortgefecht mit seiner Tante, um nach draußen zu dürfen (obwohl er was aufgefressen und Stubenarrest hatte), ist ihm da auch schon mal ein: „Mom bitte“ rausgerutscht. Wir fanden das ziemlich erquickend, da es uns die Absurdität dieser Situation (wie schon so häufig) vor Augen gehalten hat. Er ist aber natürlich schon in einem Alter, wo er diese Absurdität auch gänzlich versteht (und ebenfalls selbst gewollt hatte).

Unser Problem ist eher, dass wir sehen, dass es ihm unheimlich gut bei dieser Situation zu gehen scheint. Was auf der einen Seite ein ganz unbeschreiblich (schönes) Gefühl ist - auf der anderen ein ganz unbeschreiblich (mieses) Gefühl, da man sich als Eltern plötzlich so „ersetzbar“ vorkommt, wenn man sieht, dass es auch ohne „uns“ funktioniert und er glücklich ist. Zumal wir mittlerweile wissen, dass wir ihn freiwillig nicht nach England kriegen würden.

Manchmal beschert uns das Leben einfach ganz absurde Situationen und wir müssen versuchen, das beste daraus zu machen. Vor einem Jahr noch hätte ich Eltern, die ihr Kind bsw. auf ein Internat schicken, einfach nicht verstehen können. Neulich habe ich festgestellt, dass mein Knirps monatlich Flugmeilen im Gegenwert vom 2 bis 2.5 Fachen seines Taschengeldes sammelt. Ich sehe da kein Versagen drin, sondern nur, dass es momentan für meinen Sohn die beste Lösung ist.

Sie werden immer die Mutter ihrer Tochter bleiben; egal was komme. Das können Sie ihr natürlich auch sagen und auch, dass sie Sie deshalb auch so ansprechen sollte. Die Situation mit der „Stief“-Mutter ist natürlich schwieriger. Sie wird momentan sicherlich eine (Wenn nicht die) Bezugsperson für das Kind sein. Sie tröstet die kleine, wenn sie Bauchweh hat; bringt sie Abends ins Bett und ließt ihr noch eine Geschichte vor; sie schimpft sicherlich auch mal, wenn das Zimmer wieder wie ein Schlachtfeld aussieht; kurzum: Sie spielt momentan diese Mutterrolle. Wenn sich hier alle Parteien darüber im klaren sind, dass sich dies nicht mehr ändern wird, sollte eine 6-Jährige diese Rolle auch so würdigen dürfen; wenn keinem der betroffenen Erwachsenen dabei unwohl ist. Eine 6-Jährige kann ruhig eine leibliche Mama und eine Mama, die sich im Alltag um sie kümmert, haben, wenn man entsprechend mit ihr darüber spricht.

Ich würde mich hier nicht als „Versagerin“ fühlen, sondern einfach als Erwachsener stolz darauf sein, dass man eine so schwierige Situation wie eine Trennung gemeistert hat, ohne dass ein Kind darunter leidet und scheinbar alle (auch die Erwachsenen) mehr oder minder gut miteinander auskommen. Das ist eine Leistung, die leider nicht alle Eltern hinbekommen. Von daher - auch wenn ich ein verheirateter Mann bin, lassen sie sich einfach mal #liebdrueck

Beitrag von serya 06.03.10 - 15:39 Uhr

Hallo,

als Mutter hast du bestimmt nicht versagt. Du hast es geschafft gemeinsam mit deinem Ex für dein Kind die Lösung zu finden, mit der sie sich am besten fühlst.

Du hast täglich Kontakt mit ihr und siehst sie regelmäßig, das ist doch wirklich super.

Ich kann mir vorstellen, dass die Frage deiner Tochter sehr weh getan hat.

Mein Cousin hat eine Frau geheiratet, die einen 3-5jährigen Sohn mit in die Beziehung brachte. Er hat dann auch irgendwann angefangen meinen Cousin Papa zu nennen. Er hat auch regelmäßigen Kontakt mit seinem leiblichen Vater (ich denke er nennt ihn auch Papa)

Ich würde deiner Tochter sagen, dass du auch weiterhin Mama genannt werden möchtest, aber es wird sicherlich gut sein ( auch wenn es sicherlich sehr schwer für dich ist), wenn du es ihr zugestehst auch die Freundin deines Ex so zu nennen.
Sie ist nun eben eine enge Bezugsperson und erfüllt im Alltag die Mutterrolle.
Sei froh, dass deine Tochter sie so gerne mag.

Es gibt ja auch sehr viele Kinder, die den neuen Partner der Mutter Papa nennen, was dann für die Väter sicherlich auch hart ist.

LG

Beitrag von maschm2579 08.03.10 - 07:44 Uhr

Hallo,

ich kenne nur viele Familien wo das Kind den neuen Partner mit Papa anredet und im Grunde ist es ja dieselbe Situation nur diesmal wohnt das Kind beim Papa.

Du hast nicht versagt, sondern es ist wohl eine natürliche Reaktion von einem Kind. Die Frau die sich jeden Tag um sie kümmert übernimmt die Mama Rolle und das Kind sieht zu Ihr auf.

Ganz blöde für Dich und ich mag nicht tauschen, aber ich würde es dem Kind überlassen wie sie die Frau nennen will.

Meine Tochter ist zwar kleiner aber sagt zu meinem Freund auch Papa, einfach weil er im Alltag dabei ist und sich um sie kümmert.

Kopf hoch.... Du bist ne tolle Mutter weil Du alles dafür tust das Du Dein Kind glücklich ist.