Wie haben eure "Grossen" aufs Baby reagiert?

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von eumele76 06.03.10 - 15:23 Uhr

Hallo zusammen,

wir sind mit unserer Tochter nun den 4. Tag zuhause und unser Grosser hat Mühe damit.

Er ist nun 2 3/4 und auch auf dem besten Weg selbständiger werden. Lieblingswort ist "helfen", das heisst soviel wie alleine machen.

Nun spricht er seit gestern mit einer schwer verständlichen nervtötenden weinerlichen Stimme, die mich zum Verzweifeln bringt. Zudem muss er nun ja auch lernen, das er auch Rücksicht auf die Kleine nehmen muss. Er tobt neben mir wie immer und hat sie nun schon zweimal am Kopf getroffen :-(. Als wir geschimpft haben, hat er natürlich auch geheult, es war ja keine Absicht.

Ich bin eh noch total nah am Wasser gebaut und total dünnhäutig und mich stresst das ganze total. Die Kleine ist total unkompliziert bislang, wir haben mehr mit dem Grosse zu tun...

Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?

Lg,
Nina mit Samuel und Fiona

Beitrag von wemauchimmer 06.03.10 - 15:52 Uhr

Es ist eine typische Reaktion, er steht nun nicht mehr wie die letzten 2 3/4 Jahre im Mittelpunkt und das ist verdammt hart für ihn.
Wichtig ist, daß auch er gewisse Rechte hat. Daß er nicht immer warten muß, wenn das Baby was will. Auch das Baby kann mal warten. Wichtig ist, daß jeder Elternteil auch eine gewisse Zeit nur mit ihm alleine verbringt.
Sonst kann es sein, daß er ziemlich anstrengend wird, weil er Eure Aufmerksamkeit will, und die nachher vielleicht nur in negativer Form bekommt (z.B. wenn er das Baby haut), was ihm aber typischerweise lieber ist als keine Aufmerksamkeit zu bekommen.
Mein Tipp wäre: Papa soll Partnermonate nehmen und sich vorrangig mit dem Großen beschäftigen. So haben wir es gemacht und sind sehr, sehr gut damit gefahren. Allerdings haben wir nur einen halb so großen Altersabstand, daher nicht so ganz vergleichbar.
LG

Beitrag von thamina 06.03.10 - 16:04 Uhr

Oje... Soetwas haben wir auch befürchtet. #schmoll

Zuim Glück ist unsere Große nicht eifersüchtig, ganz im Gegenteil- überall muss die Kleine dabei sein. Egal, das ist eine andere Geschichte...

Habt ihr den K>leinen denn "ausreichend vorbereitet"? Mit Büchern evt.? Weiß er, dass ein baby eben nicht alles kann und Hilfe von Mama und Papa braucht? Und hat er vielleicht einen Lieblingsteddy? dann könnte man einen zweiten dazu kaufen, dann hat auch der Teddy eine Schwester...

#herzlich

Beitrag von keep.smiling 06.03.10 - 16:06 Uhr

Mein Sohn ist nur 4 Wochen jünger als deiner.
Unser Baby ist noch im Bauch und kommt in 5 Wochen (ET).
Ich kann dir folgendes berichten:

Vor ca 2 Wochen hieß es für mich "schonen", GMH Verkürzung etc, ich hatte Angst, konnte nicht wie ich wollte etc.

Genau in dieser Zeit war mein Sohn soooooooooooowaaaaaaaaassssssssssss von anstrengend - schlimmer als jemals zuvor. Unausgeglichen, eklig, aus heiterem Himmel warf er sich heulend auf den Boden, zB er wollte zum Bobbycar und auf dem Weg dahin läßt er sich fallen und heult "ich will kein Bobbycar fahren" oder er bestellt ne Milch, bekommt sie und heult die Tasse an "ich will keine Milch".

Das ging bestimmt 4 Wochen so. Ich selbst hab mich echt zusammengerissen, hab ihm nie was nachgetragen, ihn lieb zu Bett gebracht und immer wieder "von vorn" angefangen, hoffe du weißt was ich meine.

Dann war ich beim Arzt und mein Befund hatte sich deutlich verbessert und es ging mir psychisch besser und siehe da 3 Tage später war mein Kind wieder wie ausgewechselt.

Also meine Meinung: da kommt ganz viel von dir, du schreibst ja selbst du bist noch nah am Wasser etc. Ihr macht ne Riesenumstellung durch und für deinen Großen ist das auch alles Neuland und ganz ganz schwer. Hab so viel Verständnis für ihn wie möglich. Versuch ne Mama Zeit einzurichten, so dass er mal mind 30 min dich ganz alleine für sich hat, mal rausgehen, wenn du das schon kannst oder einfach nur kuscheln und Buch anschauen ohne dass das Baby dazwischenfunkt.

Naja, ansonsten hatte ich trotzdem das Gefühl, dass unser Junior wieder einen Sprung gemacht hat, viell. macht deiner auch noch nen Schub und es kommt nicht nur von der Umstellung. Die "alleine" Phase haben wir auch und unser Sohn - der schon länger super redet in ganzen Sätzen etc, redet nun schon wieder noch erwachsener, einfach niedlich.

Hab einfach Geduld mit deinem anstrengenden Racker und versuche dich in seine Lage zu versetzen.
Das wird alles schon bald und schicke deinen Mann mit Sohn ganz viel raus. Mein Mann ist auch sehr viel draußen mit unserem und drinnen toben sie auch viel. Er gleicht schon viel aus von dem, was ich halt grad nicht kann...

Für mich hat sich der Spruch "Nur eine glückliche Mutter" ist eine gute Mutter" mal wieder bewahrheitet - und wenn es einem doch mal nicht so gut geht, kann man sich bemühen, es zu verbergen wie man will, die Kids haben einfach soo feine Antennen...

Alles Gute euch.

LG ks

Beitrag von sohnemann_max 06.03.10 - 18:26 Uhr

Hi,

unser Sohn war fast doppelt so alt wie Euer Großer jetzt ist, als die Schwester kam.

Sie kam, sah und siegte sozusagen. Er ist wundervoll!! Die beiden lieben sich abgöttisch und sind fast nur zufrieden, wenn alle da sind.

Deswegen kann ich mir einen so geringen Altersunterschied auch nicht vorstellen. Stress pur für alle Beteiligten.

Na, hilfreich bin ich jetzt nicht für Dich - ich weiss!!

Durchhalten, es wird anders werden in Zukunft, nicht besser aber evtl. leichter für Dich.

LG
Caro mit Max 5,5 Jahre und Lara 9 Monate

Beitrag von qayw 06.03.10 - 21:46 Uhr

Hallo,

wir haben einen ähnlichen Abstand wie ihr. Merle liebt den Kleinen zum Glück heiß und innig. Das Problem mit dem Toben haben wir aber auch. #schwitz

Wir fahren eigentlich ganz gut mit einer Mischung aus viel Aufmerksamkeit und Strenge für die Große. Also, ich bin tagsüber hauptsächlich mit ihr beschäftigt. Wir lesen oder gucken ab und zu DVD mit dem Kleinen auf meinem Schoß. Puzzlen, Parkhaus, Spiele oder Duplo o.ä. spielen wir entweder mit dem Kleinen daneben auf dem Boden oder er kommt in den Laufstall unter seine Spielbögen (schlafen tut er kaum). Wenn ich stille, unterhalte ich mich mit Merle. Auf dem Spielplatz hatte ich den Kleinen letztens die ganze Zeit auf dem Arm, weil er wach war und nicht im Wagen bleiben wollte.

Beide müssen mal warten, meinetwegen, wenn ich Merle auf dem Klo helfe oder wenn Ole gewickelt wird.

Wenn Merle meint, Baby spielen zu müssen, werden ihre Privilegien gestrichen bzw. damit gedroht (Babies essen keine Süßigkeiten, fahren kein Laufrad etc.). Daraufhin hat sie das ziemlich schnell aufgegeben.
Wenn sie neben Ole tobt, gibt es Ärger, ob sie danach brüllt oder nicht. Da bin ich hart.
Sie entschuldigt sich übrigens schon von alleine, wenn sie Ole versehentlich weh tut und zwar bei ihm. ;-)

Allerdings muß man sagen, daß Merle 3 Tage die Woche von 9 - 16.30 Uhr in den Firmenhort geht (und ich mit Ole ins Büro), wo sie sich mit Gleichaltrigen austoben kann.
Außerdem spricht sie schon sehr gut, so daß man auch komplexere Dinge mit ihr ausdiskutieren kann.

Ich muß sagen, daß ich eher schlimmeres erwartet hatte. Vor allem auch, weil Merle ein Mama-Kind ist und gut Grenzen testet. Aber was das angeht, hat sich durch den Kleinen nichts geändert.
Sie ist sogar vor ca. 4 Wochen tagsüber trocken geworden.

LG
Heike und Merle (2 3/4) und Ole (11 Wochen)